Die Perversion der deutschen Spritpreise und ihre Gründe

Die Perversion der deutschen Spritpreise und ihre Gründe

Pack den Tiger in den Tank – und alles, was du besitzt (Symbolbild:ScreenshotFacebook)

Warum kostet Diesel plötzlich wieder mehr als zwei Euro? Warum nähert sich Super E10 ebenfalls der Marke von 2,20 Euro? Und vor allem: Wer kassiert eigentlich die zusätzlichen 50 oder 60 Cent, die der Autofahrer heute gegenüber dem vergangenen Sommer an der Zapfsäule liegen lässt? Die einfache Antwort „Putin, Trump, Iran, Ölpreis“ ist bequem. Sie ist nur leider total falsch. Im August 2025 kostete Super E10 in Deutschland durchschnittlich rund 1,66 Euro je Liter, Diesel etwa 1,58 Euro. Anfang August 2026 liegen wir bei ungefähr 2,13 Euro für E10 und 2,20 Euro für Diesel. Das bedeutet innerhalb eines Jahres einen Aufschlag von rund 47 Cent bei Benzin und 62 Cent beim Diesel. Wo landet unser Geld also? Vor allem beim Rohöl? Nur zu einem erstaunlich kleinen Teil. Der Preis für Brent-Rohöl ist seit August 2025 von knapp 68 Dollar auf gut 83 Dollar je Barrel gestiegen. Das sind rund 23 Prozent. Rechnet man das auf den Liter herunter und berücksichtigt den Wechselkurs, erklärt dieser Anstieg an der deutschen Zapfsäule grob elf Cent. Nur elf Cent! Der Autofahrer zahlt beim Diesel aber 62 Cent mehr. Bleiben also mehr als 50 Cent, die mit dem eigentlichen Rohölpreis zunächst einmal nichts zu tun haben.

Dann müssen es wohl die Steuern sein? Auch das stimmt nur teilweise. Die klassische Energiesteuer wurde gegenüber August 2025 überhaupt nicht erhöht. Sie beträgt weiterhin rund 65,45 Cent je Liter Benzin und 47,04 Cent beim Diesel. Die politisch beschlossene zusätzliche Belastung ergibt sich vor allem aus dem höheren CO2-Preis. Der macht gegenüber 2025 ungefähr drei Cent je Liter aus.
Drei Cent zusätzliche politische CO2-Belastung bei einem Dieselpreisanstieg von mehr als 60 Cent. Allerdings profitiert der Staat automatisch von jedem weiteren Preissprung. Denn auf den immer höheren Nettopreis werden 19 Prozent Mehrwertsteuer geschlagen. Beim heutigen Benzinpreis kassiert der Fiskus gegenüber August 2025 dadurch ungefähr 7,5 Cent mehr Mehrwertsteuer je Liter. Beim Diesel sind es rund zehn Cent.

Die Raffineriemargen sind explodiert

Der Staat hat also den Mehrwertsteuersatz nicht erhöht – verdient aber als Komplize der Ausplünderung kräftig mit, wenn der Marktpreis explodiert. Unterm Strich steigt der staatliche Anteil gegenüber August 2025 beim Benzin um ungefähr zehn Cent und beim Diesel um knapp 13 Cent. Damit fehlen beim Diesel immer noch rund 50 Cent und beim Benzin fast 37 Cent. Der große Gewinner der aktuellen Krise ist nicht der Rohölproduzent allein, sondern der Markt zwischen Rohölfass und Zapfsäule. Denn die Raffineriemargen sind explodiert. Dabei muss man allerdings korrekt bleiben: Eine Raffineriemarge ist nicht identisch mit dem Reingewinn eines Mineralölkonzerns. Sie beschreibt vereinfacht die Differenz zwischen dem Wert des eingesetzten Rohöls und dem Marktpreis des fertigen Produkts – also Benzin, Diesel oder Kerosin. Davon müssen Raffineriebetrieb, Energie, Personal, Transport, Finanzierung und weitere Kosten bezahlt werden. Aber genau diese Differenz ist derzeit außergewöhnlich hoch. Bei Benzin wurden zuletzt Raffineriemargen von rund 23 Cent je Liter genannt, bei Diesel sogar etwa 35 Cent. Anfang August 2025 lag die entsprechende Benzinmarge noch ungefähr bei neun Cent je Liter.

Beim Diesel ist die Lage nun noch grotesker. Zeitweise lag der Aufschlag des fertigen Diesels gegenüber Rohöl bei rund 70 Dollar je Barrel. Historisch waren eher Größenordnungen um 20 Dollar üblich. Warum? Weil derzeit nicht in erster Linie Rohöl fehlt. Es fehlt an fertigem Kraftstoff. Das klingt zunächst absurd. Tanker transportieren weiterhin Millionen Barrel Rohöl, Förderländer produzieren, die Welt schwimmt keineswegs auf dem Trockenen. Doch Rohöl kann man nicht in den Tank eines Mercedes kippen. Es muss zunächst raffiniert werden. Und genau dort liegt der Flaschenhals. Raffinerien im Nahen Osten sind ausgefallen oder eingeschränkt. Lieferketten sind durch Krieg und Unsicherheit gestört. Russische Raffinerien und Exportanlagen wurden angegriffen, Russland selbst hat Kraftstoffexporte deshalb eingeschränkt. Gleichzeitig verfügt Europa schon seit Jahren – insbesondere bei Diesel – „aus Klimagründen“ über zu wenig eigene Produktionskapazität und ist auf Importe angewiesen. Das Ergebnis ist ein klassischer Engpassmarkt. Rohöl kann verfügbar sein und sogar billiger werden – während der Preis für Diesel gleichzeitig steigt.

Die Dieselsteuer wird schlicht aufgefressen

Im Juni 2026 erholten sich die Rohölexporte aus der Golfregion deutlich. Die Exporte fertiger Mineralölprodukte blieben dagegen weit zurück. Das Ergebnis: Der Rohölpreis entspannte sich teilweise, während Benzin und vor allem Diesel knapp und teuer blieben.
Die Raffineriemarge schoss nach oben. Hinzu kommen niedrige Lagerbestände, hohe Sommernachfrage und fehlende freie Raffineriekapazitäten. Wer jetzt Diesel braucht, konkurriert auf dem europäischen Markt um ein knapperes Angebot. Knappheit bedeutet Preis. Besonders bemerkenswert ist der Dieselpreis. Diesel wird in Deutschland mit rund 18 Cent weniger Energiesteuer belastet als Benzin. Trotzdem ist Diesel heute teilweise teurer als Super E10. Die geringere Dieselsteuer wird von den extremen Aufschlägen am internationalen Produktmarkt schlicht aufgefressen. Man kann die Entwicklung deshalb grob so zerlegen:
Von den rund 47 Cent, um die Super E10 seit August 2025 teurer geworden ist, erklären ungefähr elf Cent der höhere Rohölpreis, etwa drei Cent die gestiegene CO2-Belastung und rund sieben bis acht Cent zusätzliche Mehrwertsteuer.

Der große Rest – grob 26 bis 30 Cent – entsteht im Bereich Raffination, Produktmarkt, Transport, Handel und Margen. Beim Diesel ist es noch drastischer. Von rund 62 Cent Mehrpreis erklären ungefähr elf Cent das Rohöl, etwa drei Cent der höhere CO2-Preis und rund zehn Cent die zusätzliche Mehrwertsteuer. Rund 38 bis 40 Cent bleiben für Produktpreis, Raffineriemargen, Transport und Handel. Der Autofahrer zahlt heute nicht deshalb 2,20 Euro für Diesel, weil das Rohöl plötzlich 40 Prozent teurer geworden wäre. Er zahlt auch nicht deshalb 60 Cent mehr, weil der Staat die Dieselsteuer um 60 Cent erhöht hätte.

Der Autofahrer darf zahlen

Und er zahlt vor allem deshalb so viel mehr, weil zwischen Ölquelle und Zapfsäule ein internationaler Engpassmarkt entstanden ist, in dem Raffineriekapazitäten knapp sind und die Preise für fertigen Kraftstoff geradezu explodiert sind. Dass Mineralölkonzerne und Raffineriebetreiber davon profitieren, ist kaum überraschend. Wer über funktionierende Raffineriekapazitäten verfügt, besitzt in einem solchen Markt plötzlich eine Gelddruckmaschine. Der Staat steht verlogen derweil daneben und kassiert bei jedem weiteren Preissprung seine 19 Prozent mit.

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Und der Autofahrer? Der darf wie üblich zahlen. Die politische Debatte über Benzinpreise hat deshalb etwas geradezu Gespenstisches. Sobald die Preise steigen, wird reflexartig über Rohöl, CO2-Steuer und Krisen gesprochen. Viel seltener wird erklärt, dass zwischen dem Preis eines Barrels Rohöl und dem Preis eines Liters Diesel inzwischen eine gewaltige Handels- und Raffinerielücke klafft. Genau dort steckt derzeit ein erheblicher Teil unseres Tankgeldes. Ein anständiger Staat – nicht die parasitäre Ausplündererklasse von CDUSPD – hätte daher ein Zeichen gesetzt: Kappungsgrenze bei allen Steuern auf Gasolina ab zum Beispiel 2,00 Euro pro Liter.

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14 Kommentare

  1. @und ihre Gründe
    vor vielen Jahren – ich glaube, noch unter Fischer – waren die grünen da noch ehrlicher und sagten : wir wollen die kleinen Leute von den Straßen weghaben – die sollen frei sein für und mit unseren Dienstwagen !

    Nun ja -im Rahmen der Agrarisierung des Landes von Industrienation zu de-carbonierten Agrarnation ist die de-mobilisierung ein ganz natürlicher Schritt.
    Wer Armut und Elend für das Volk will, damit seien geistige, moralische und ethnische Überlegenheit besser zum Ausdruck kommt, und dabei nicht ehrlich sein will, der muß eben über Preiserhöhungen arbeiten, damit sie sich das nicht mehr leisten können – weil sie es nicht mehr bezahlen können.
    Eine inzwischen ja geläufige Politik – erst die Taschen ausräumen bis zum letzten Hemd, und dann dem >Bettler ein paar Brotkrumen vom Tisch hinkippen – vor kurzem diese temporäre Benzinpreis – wie auch immer die Plünderer es nannten – war ein typisches Beispiel !

  2. Die Politiker interessiert das Wohl des Volkes nicht, denn sie brauchen für ihre Einkommen nicht arbeiten; sie bekommen es einfach so.

    Und wenn alles teurer wird, bekommen sie eben mehr Geld. Ganz automatisch.
    So ein Leben als schmarotzender Parasit muß traumhaft sein!
    😜

  3. Grünrotlinksschwarze Scheiße ,eine Regierung die den ölkonzernen den Schwanz lutscht und außerdem noch die doppelsteuern kassiert damit die Kanaken in der Ukraine und derr Schwanzklavierspieler reicher werden, das sind die Verhältnisse die die Deutschdeppen wollen sonst hätten sie anders gewählt

  4. Grünrotlinksschwarze Scheiße ,eine Regierung die den ölkonzernen den Schwanz lutscht und außerdem noch die doppelsteuern kassiert damit die Kanaken in der Ukraine und der Schwanzklavierspielergartenzwerg reicher werden, das sind die Verhältnisse die die Deutschdeppen wollen sonst hätten sie anders gewählt

  5. Welcher Preis für Brent-Rohöl soll das sein? Es gibt einen Spotpreis und einen Future-Kontrakt-Preis. Der „offizielle“ Rohölpreis muss keineswegs dem Spotmarkt-Preis entsprechen. Das ist so ähnlich wie Aufschläge auf Silber und Goldmünzen.

  6. Frage: wieso sollte der Staat als Hauptpreistreiber und Abzocker (80% der Spritkosten entfallen auf Steuern und Abgaben!) und etwas ändern an den Tankkosten?
    Wäre schizophren oder?

    10
  7. Absurdität des Tages
    NATO-Chef Rutte sagt, wenn wir Russisch lernen, können wir den Sozialstaat behalten
    Manchmal sind die Äußerungen westlicher Politiker wirklich lustig. Nun hat NATO-Generalsekretär Rutte gedroht, wer weiterhin Renten und Sozialsysteme haben will, müsse dann künftig Russisch lernen. Kein Scherz.
    https://anti-spiegel.ru/2025/rutte-sagt-wenn-wir-russisch-lernen-koennen-wir-den-sozialstaat-behalten/

    Deutschland
    Merz sagt offen, dass die Deutschen ärmer werden – und dass er nichts dagegen tun will
    Kanzler Merz hat dem Spiegel ein Interview gegeben, in dem er offen gesagt hat, dass die Menschen in Deutschland ärmer werden. Und dass er nicht einmal daran denkt, dagegen etwas zu tun
    https://anti-spiegel.ru/2026/merz-sagt-offen-dass-die-deutschen-aermer-werden-und-dass-er-nichts-dagegen-tun-will/

  8. Es geht hier um Profite! Die Dax-Unternehmen haben erkannt, dass sie ihre Gewinne bis ins unendliche steigern können, wenn sie irgendeine Verknappung behaupten können. Da die EU und vor allen Dingen unsere Politkaste bei der Abzocke an der Zapfsäule fleißig mitmacht, sind solche Preise möglich. Schon die Grüninnen forderten den Spritpreis von 5 Euro. Würde auch klappen, wenn man nicht schlimmes befürchten würde. Aber es klappt ja in jedem Fall soweit, dass immer mehr Hinrverbrannte sich eine überteuerte E-Karre aus China anschaffen, die dann im Bedarfsfall von Uschi abgeschaltet werden kann. Das alles ist von langer Hand geplant und hat wenig mit mit dem Iran zu tun. Donald und die USA verdienen hier kräftig mit und der deutsche Staat braucht die Mehreinnahmen für weitere Schuldenorgien, für die Ukraine und die importierten Goldstücke. Leider begreift der deutsche Michel das alles nicht und glaubt dann lieber an den rosa Elefanten und zahlt auch weiterhin gerne 2 Euro an der Zapfsäule. Im Übrigen nicht nur dort, denn die Preise haben sich überall um ca. 20 % erhöht. Perversion ja! Aber ist der Bürger nicht auch Pervers, wenn er das einfach so hin nimmt?

    1. Die Mehrheit hat offenbar zuwenig Verstand.
      Aber sie bestimmt den politischen Kurs.
      Toll, diese Demokratie, gell?
      😜

  9. warum nur,,, weil wir von idioten und politverbrechern ausgenommen werden für andere staaten und bankkonten ausserhalb der eu….. wir werden nicht regiert sondern von dummschwätzern lügnern und dreckschwätzer ruiniert….alice feg den dreck weg….

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    1. „Warum nur“ – weil der Trotteldeutsche es zulässt !!! Der „Schnorrer“ ist doch der Verteidiger der D-Demokratie. Und ja die ukra-Elite wird immer reicher, und der Deutsche immer ärmer. Der Deutsche verteidigt auch WEF deren Jünger die Immobilien in D aufkaufen – und der o.g. muss bei der Bank 20-50% Eigenkapital aufweisen um eine Immobilie erwerben zu können – theor. ja – praktisch ausgeschlossen !! jammern, jammern und jammern aber den “ Schlachtern“ in den A… kriechen. Ekelhaft !!!

  10. Die Politik reibt sich die Hände, wäscht sie anschließend in Unschuld. Der Autofahrer soll gefälligst E-Autos kaufen. Wie erreicht man das? Indem man den Betrieb von Verbrennerautos drastisch verteuert. Täte man das selbst, indem man die Steuer auf Sprit erhöht, kostete das möglicherweise Stimmen bei der nächsten Wahl. So kann man alles auf die Mineralölindustrie schieben, füllt dabei auch noch die Staatskasse. Man kann ganz elegant sogar noch mehr Werbung für E-Autos machen, indem man die Gefahr an die Wand malt, die Halunken der Mineralölindustrie und ihre Handlanger könnten den Sprit ja noch mehr verteuern. Nur E-Autos garantieren stabile, niedrige Betriebskosten. Als ob der Strompreis auf dem Weg nach unten dem aufsteigenden Spritpreis begegnet.

  11. Die besondere Perversion daran: Mwst. auf Steuern! Steuern werden versteuert! Das kann wohl nur Deutschland einfallen!

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