
Die türkische Regierung unter Muslimbruder Recep Tayyip Erdoğan geht immer massiver gegen den populärsten und wohl chancenreichsten Oppositionspolitiker Ekrem İmamoğlu vor. Jetzt fordert die vom klerikalfaschistoiden Erdogan politisch gesteuerte Staatsanwaltschaft eine absurde, drakonische Strafe: Nur knapp acht Monate nach dessen brachialer Festnahme und seiner skandalösen Absetzung des bei der Bevölkerung äußerst beliebten Istanbuler Bürgermeisters İmamoğlu hat die immer offener neoislamistisch-totalitär agierende Justiz dem Staatssender TRT zufolge bis zu 2.352 (!) Jahre Haft für den populären Oppositionspolitiker gefordert, der die inzwischen nur mehr kläglichen Reste eines ehemals prowestlichen, kemalistischen, liberal-säkularen Landes verkörpert. Die politisch gesteuerte Anklage wirft dem gefährlichen Gegner von Präsident Erdoğan unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie mutmaßlich frei erfundene Bestechung und Geldwäsche vor, wie die Istanbuler Staatsanwaltschaft mitteilte.
Die bevorstehende Annahme dieser heimtückischen Anklageschrift durch das Gericht gilt nur noch als Formsache; tatsächlich ist sie von Erdogan, diesem obskuren NATO-Partner, wohl längst beschlossen. Denn İmamoğlu gilt eben noch immer als aussichtsreichster Herausforderer des islamistischen Präsidenten. Der Sender “CNN Türkye” berichtete von einer Anklageschrift, die 3.900 Seiten (!) unfassbar und die aberwitzige Dimensionen obrigkeitsstaatlicher Willkür dokumentiert. Ausserdem werden insgesamt 402 (! ) Verdächtige genannt – die Kriminalisierung der Anhängerschaft einer durch und durch zivilen und demokratisch-humanistischen Partei ist die diktatorische Fortschreibung dessen, was der deutsche Bundespräsident Frank-Spalter Steinmeier gegen die AfD fordert. Denn während der deutschen Grüßaugust den Schicksalstag 9. November missbraucht für seine frappierende Hetzjagd auf die hiesige Opposition und der zwar formal zurückhaltendere, im Ziel aber nicht minder perfide Terror des Altparteienkartells mitsamt seines offen hiesigen Medienappendix jeglichen Widerstand gegen den Linksstaat ebenso ausschalten will, ist Erdogan in der Türkei einfach nur ein paar Stufen weiter in Sachen Despotie. Ein Anwalt der Partei İmamoğlus sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Anschuldigungen seien völlig haltlos. Er erwarte einen Freispruch am Ende des Verfahrens, wurde in hiesigen Medien kolportiert.
Atatürks Erbe geschreddert
Doch genau das wird der – fatalerweise leider auch von Donald Trump gepamperte) – Klerikalfaschist vom Bosporus niemals zulassen. „Seht her, Almans, meine Brandmauer ist viel höher als Eure!“ ruft der Wiedergänger des Osmanischen Sultanats gedacht in Richtung Berlin, und pinkelt dabei breitbeinig auf das Mausoleum von Staatsgründer Atatütk, dessen Erbe er inzwischen fast komplett geschreddert hat. Der – für jedermann ersichtlich zu Unrecht – beschuldigte İmamoğlu war im vergangenen März unter reichlich plump konstruierten Terror- und Korruptionsvorwürfen festgenommen und als Bürgermeister abgesetzt worden. Seitdem darbt er in Untersuchungshaft.. Das Vorgehen gegen den populären Politiker hatte die größten Proteste seit mehr als zehn Jahren in der Türkei ausgelöst, doch letztlich blieben diese folgenlos – zu fest sitzt Erdogan im Sattel. İmamoğlu selbst bestreitet konsequent sämtliche Vorwürfe, und Kritiker sehen das Vorgehen als gezielten Versuch der Regierung, die stärkste Oppositionspartei im Land auszuschalten. Und auch hier zeigen sich Ähnlichkeiten mit dem Kampf gegen die AfD durch hiesige Machtkraken; statt abgesetzter und eingeknasteter Bürgermeister geht man auch hier notgedrungen (noch) zurückhaltender vor, indem man Anwärter der Alternative wie den Ludwigshafener OB-Kandidaten Joachim Paul einfach mit miesen Tricks von der Wahlliste streichen lässt.
Für die Islam-Versteher hierzulande noch zur Erinnerung, wer Recep Tayyip Erdoğan eigentlich ist und wie er tickt: Die damals noch zumindest ansatzweise restkritische “Süddeutsche Zeitung” schilderte vor neun Jahren, wie er am 16. Juli, dem Morgen nach dem gescheiterten Putschversuch von 2016, in Istanbul vor seine jubelnden Anhänger trat, den rechten Arm über den Kopf hob und vier Finger in die Höhe reckte. “Die Geste war kein verunglücktes Victory-Zeichen, sie war eine eindeutige politische Botschaft: Die Armee hat es nicht geschafft, den türkischen Präsidenten zu besiegen, einen Präsidenten, der seine Wurzeln im politischen Islam hat. Denn die vier gereckten Finger, mit eingezogenem Daumen, sind das Erkennungszeichen der ägyptischen Muslimbrüder.” Ob die nationaltürkischen Grauen Wölfe mit ihrem verbotenen “Teufelszeichen“ (ausgestreckter Zeige- und Kleiner Finger), ob IS-Terrorfans mit dem Tauhid-Finger (der erhobene Zeigefinger, wie von Antonio Rüdiger formvollendet mehrfach vorgeführt) oder die vier Finger der Muslimbrüderschaft: Welche Symbolik auch immer man mit dem Erdogan-Regime mit seinen hunderttausenden Anhängern in Deutschland assoziieren will, man wird fündig – und erhält den zweifelsfreien Beweis, dass dieser Tyrann ein Feind der Freiheit, der Aufklärung, der Menschenrechte ist.
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6 Antworten
@Auch Erdogan baut sich eine Brandmauer
ob der sich Scholz und merz als Vorbild nehmen ?
Das wäre nicht gut für die Türkei !
@Auch Erdogan baut sich eine Brandmauer
ob der sich Scholz und Merz als Vorbild nimmt ?
Das wäre nicht gut für die Türkei !
Aha!
Die Tyrannen scheinen voneinander abzukupfern und sich gegenseitig zu inspirieren.
Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, dann brennt es hier und da, denn wenn das Volk keine politische Chance mehr hat, seinen Willen kundzutun, bleibt ihm nur noch eine Möglichkeit übrig:
Feuer machen.
Der Chef der Geheimpolizei Stalins sagte zu Stalin- sinngemäß – zeig mir die Person die du anklagen, verhaften, ins Gefängnis oder umbringen willst und ich erfinde sein Verbrechen gegen den Staat. Es ist so in sehr vielen Ländern -auch im Wertewesten wird das praktiziert –
Finde ich absolut nachvollziehbar. Welcher Herrscher, der bei Trost ist, braucht eine Opposition? Die ist doch einfach nur lästig und stört beim Durchregieren…
Die Türkei geht uns einen Scheißdreck an. Genauso wie die Ukraine, Affenganistan, Syrien und viele ander Kloaken dieser Welt. Gleiches gilt für alle anderen Drecksstaaten dieser Welt, denen der hiesige Oberdrecksstaat mit der von seinen völlig verblödeten und Insassen gewählten Regierung den Allerwertesten mit Geld abwischt, um mit dem „Reichen Land“ inmitten einer Degenerierten Gesellschaft zu protzen.