Die Welt durch die schwarz-weiße Brille

Farben und Sprache: Ein Spannungsfeld (Symbolbild:Pixabay)

In Hamburg dürfen seit einiger Zeit die Schwarzfahrer nicht mehr so heißen. Nicht einmal Dschendern würde helfen, das heißt Konstruktionen wie Schwarzfahrer und Schwarzfahrerinnen. Offizieller Grund ist, und das ist kein Witz, daß das Auftauchen des Begriffs „schwarz“ als rassistisch aufgefaßt werden könne. So die Verlautbarung des Hamburger Verkehrsverbunds, HVV.

Wahr ist, daß schwarz in der deutschen Sprache in einigen negativen Wendungen vorkommt wie „schwarz sehen”, „sich schwarz ärgern”, „schwarze Magie”, „schwarze Messe”, „Schwarzmarkt”, „Schwarzarbeit”, „schwarzes Schaf”, „schwarzer Tag für die Demokratie”, „Schwarzweißmalerei” und eben auch „schwarzfahren”. Das Englische verhält sich ähnlich mit „black sheep” und anderen Ausdrücken; „blackmail” heißt erpressen, der „Blackout” ist auch im Deutschen heimisch geworden. Jedoch muß man schon an Verfolgungswahn leiden, um in diesen Ausdrücken potentiellen Rassismus auszumachen. Derlei Ausdrücke haben nichts mit Schwarzen im Sinne von Menschen afrikanischer Abstammung zu tun. Zudem gibt es auch eine Reihe von Ausdrücken, in denen die Farbe Schwarz gut wegkommt: Man kann „ins Schwarze treffen”, wenn eine Firma „schwarze Zahlen” schreibt, ist das besser, als wenn es rote sind; „schwarzes Gold” für Erdöl ist eine anerkennende Bezeichnung, ein „kleines Schwarzes” ist ein elegantes Kleidungsstück, und wenn man etwas „schwarz auf weiß” vor sich hat, ist das nichts Schlechtes. Diese Ausdrücke, anscheinend wenig im Blickfeld der politisch Korrekten, dürften die Existenz der negativen Phrasen wieder ausgleichen. Froh kann heutzutage auch sein, wer seinen schwarzen Humor behält.

Ein schwarzer Tag für die normale Ausdrucksweise

Nur wer sich den ganzen Tag mit Rassismus beschäftigt und diesen, wie ein Polizeihund, mit fixer Idee hinter jeder Ecke wittert, könnte auf die Idee kommen, Redewendungen mit „schwarz” diskriminierten Schwarze. Bei diesen Ausführungen setze ich voraus, daß man „Schwarzer” überhaupt noch sagen darf. Es werden ja in der Political Correctness beständig Wörter ausgetauscht, und es fällt schwer, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Jedoch kommt das englische Pendant in „Black in black is beautiful“ und „Black lives matter” vor, so schlimm kann es also vermutlich nicht sein. Was nicht mehr viel gebraucht wird, ist „Neger” – dieses Wort sei hier einmal komplett ausgeschrieben, alleine deswegen, weil die gängige Umschreibung „N-Wort“ nicht eindeutig ist; vielleicht meint man ja auch die Variante mit den Buchstaben“-igg” darin, die tatsächlich nicht empfehlenswert ist. Dabei war „Neger” – und Ältere erinnern sich daran auch noch – einst ein ganz neutrales, beschreibendes Wort, ebenso wie englisch „Negro”. Etymologisch ist der Begriff unproblematisch und seine Ersetzung daher eigentlich ohne jeden Sinn – denn er bedeutet ebenfalls „Schwarzer”; das Wort kommt von lateinisch „niger” für „schwarz“. Die Porta Nigra in Trier ist die „schwarze Pforte” (oder Tür oder Tor).

Das Beispiel zeigt, daß es der Political Correctness auf die Etymologie anscheinend nicht ankommt; sie zieht offenbar andere Kriterien heran und müßte diese begründen. Eine These wäre, daß Empörung und Aggression, beispielsweise über den Kolonialismus und die Sklaverei, sich zunächst gegen die geschichtlichen Tatsachen richten, sich dann aber aus irgendwelchen Gründen qua Ersatzhandlung gegen Wörter wenden. Die Wörter sind auf einmal das Schlimme. Es gibt dann böse Sprache und gute Sprache; die erstere soll durch die letztere ersetzt werden. Die Sprache soll es auf einmal richten. Das heißt aber, der Sprache etwas aufzubürden, was sie gar nicht kann, denn Wörter sind nur akustische Symbole, und eine entsprechende Symbolpolitik ist genauso sinnlos wie das blau-gelbe Anstrahlen von Gebäuden, weil dies die Farben der ukrainischen Flagge sind.

Man sollte keine Exaktheit von Sprache erwarten

Noch etwas gilt es zu verstehen: Sprache ist nie ganz exakt. „Schwarze” sind ja gar nicht komplett schwarz, sondern die Pigmentierung geht eben so weit, wie es – grob gesprochen – in der Evolution als Schutz vor der starken Sonneneinstrahlung in den Gegenden  rund um den Äquator sinnvoll war. Ebenso sind Weiße auch nicht völlig weiß, sondern eher rosa, da das Blut in den Adern die Körperfarbe beeinflußt. Ist ein Weißer mal wirklich „weiß”, sollte man dringend einen Krankenwagen rufen, wenn nicht gleich einen Leichenwagen. Auch entwickeln sich Bezeichnungen immer so, wie es den Erfahrungswerten der jeweiligen Menschen entspricht. So heißt auf finnisch schwarz „musta”, und schon seit Jahrhunderten gibt es in der finnischen Sprache den Begriff „mustalaiset”, wörtlich „die Schwarzen”. Vor dem Weiterlesen können Sie jetzt einmal raten, welche Menschen damit gemeint sein könnten. Afrikaner sind es nicht, denn die waren in Finnland lange außerhalb des Erfahrungshorizonts des normalen Bewohners. Auflösung: Es sind die Roma und Sinti – die übrigens auch einmal anders auf Deutsch hießen, aber auf das Wort müssen Sie jetzt selber kommen.

Ähnlich ist es in der russischen Sprache. Wie mir in Rußland mal ein Ukrainer erklärte, ist „tschornyje”, was wörtlich „Schwarze” heißt, eine Bezeichnung für Kaukasier, denn das sind im russischen Großreich die am dunkelsten ausfallenden. Der Begriff sei negativ gemeint; es gebe aber, so der Ukrainer, noch weitaus schlimmere Wörter – nur es sei besser für mich, wenn ich diese nicht kennen würde. Als „schwarz“ gelten also die dunkelsten Typen im jeweiligen Erfahrungsbereich.

Dürfen die so heißen?

Lateinisch „niger” findet sich weiterentwickelt in allen romanischen Sprachen: Französisch „noir”, italienisch „nero”, spanisch und portugiesisch „negro”, rumänisch „negru” – alles „schwarz”. Wären auch diese Wörter alle zu verdammen? Es handelt sich um normale Alltagswörter in den jeweiligen Sprachen. Zudem gibt es in Afrika zwei Staaten, Niger und Nigeria, die sich vom lateinischen Wort herleiten; Müßten sich diese wegen des etymologischen Zusammenhangs mit „Neger” nicht sofort umbenennen? Genaueres Hinsehen zeigt sogar, daß noch ein Staat in Afrika auf „schwarz“ Bezug nimmt: Der Name „Sudan” ist nämlich die Verkürzung eines arabischen AusdrucksLand der Schwarzen” und bedeutet ebenfalls „schwarz”. Da sich vor einigen Jahren der Südsudan als unabhängiger Staat abgespalten hat, gibt es sogar noch einen vierten Staat in Afrika mit Bezug zu „schwarz”. Zudem hängt der Name „Mauretanien” mit den Mauren (eingedeutscht „Mohren” zusammen (vergleiche auch neugriechisch mávros, „schwarz”), und damit haben wir ein fünftes Land. Es gäbe unterhalb der Ebene von Staaten noch viele weitere Bezeichnungen (Sansibar etwa kommt von arabisch „Zanǧi-bār” und bedeutet „Küste der Schwarzen”).

Die Windungen der sprachverbietenden Phantasie-Argumentationen der Political Correctness kennen bekanntlich kaum Grenzen; so könnte man ja auch vorschlagen, daß diese Staatenbezeichungen Weiße diskriminierten, indem sie ihnen womöglich streitig machen, in solche Länder zu migrieren und dort geduldet zu werden! Aber halt – das sind ja nur Weiße…

Schwarze und weiße Orte

Noch schlimmer wird es wohl, wenn umgekehrt ans Tageslicht käme, daß einige Ländernamen mit „weiß“ zusammenhängen. Denn das grenzt ja womöglich Schwarze aus, was bekanntlich schlimmer ist als umgekehrt; ja, eigentlich ist sogar nur in dieser Richtung das Ausgrenzen schlimm. So besteht die Möglichkeit, daß Albanien lateinisch „albus”, „weiß“ zuzuordnen ist, und das gleiche gilt für „Alba”, die Eigenbezeichnung Schottlands – beide Herleitungen sind jedoch unsicher, und die letztere bezieht sich nicht unbedingt auf weiße Menschen, sondern möglicherweise auf weiße Kreidefelsen. Das Baltikum hat seinen Namen von Litauisch „baltas” und Lettisch „balts”, was beides „weiß” bedeutet; dieses erscheint auch im Namen für die Ostsee in zahlreichen Sprachen: englisch Baltic Sea, italienisch Mare Baltico. Gleich neben den baltischen Ländern liegt Weißrußland, ein Land, das uns in den Nachrichten seit einiger Zeit als „Belarus” vorgesetzt wird. Aber Bela– ist nichts weiter als das slawische Wort für „weiß”; etymologisch bringt die Ersetzung wieder einmal rein gar nichts (Der Wortbestandteil findet sich auch in Belgrad, wörtlich „weiße Stadt”).

Bei dieser Gelegenheit: Das südostasiatische Land, das immer Burma oder auch Birma hieß, wird uns als Myanmar verkauft, aber auch das ist etymologisch das gleiche und insofern das Ersetzen überflüssig. (Das M- am Anfang entspricht dem B-, und so weiter – ohne Kenntnis der Linguistik zu den Sprachen der Region ist die Identität etwas schwierig zu erkennen, aber deswegen nicht weniger wahr.) Argentinien hat seinen Namen vom lateinischen „argentum” für „Silber”, und von diesem Wort wiederum hat die Sprachwissenschaft – genauer gesagt die Indogermanistik – nachgewiesen, daß es von einem Ursprungsbegriff für „weiß“ deriviert ist. In Europa enthält als einziges Land Montenegro, in der Landessprache „Crna Gora”, ein Wort für „schwarz”, da es „schwarzer Berg“ bedeutet.

Wer Skandale sucht, wird irgendetwas finden

Der Name des Staats Papua-Neuguinea bezieht sein erstes Element von malaiisch „papuwa” für „kraus” (siehe hier). Er nimmt damit auf ein rassisches Merkmal Bezug, die typischerweise krausen Haare der Bewohner. Ja, darf denn das? Ist das nicht genauso schlimm, wie wenn Schwarz und Weiß in Ländernamen verewigt werden? Fragen über Fragen. Außerdem treten Schwarz und Weiß noch in einigen weiteren Völkernamen auf. Dabei kann hier kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden, und es wird sicherlich ein paar Beispiele mehr geben als die folgenden. Die Bai sind eine Minderheit in China mit eigener Sprache; der Name bedeutet „weiß”. Die White Hmong sind eine Ethnie in Laos und andern Gebieten Südostasiens. In Nordamerika gibt es die Blackfeet, auf deutsch „Schwarzfuß-Indianer”. Zudem gibt es bei den Turkvölkern einige Bezeichnungen mit „kara” ebenfalls für „schwarz”, zum Beispiel die Karakirgisen, sowie solche mit „-ak”, „weiß”. Das Schwarze Meer heißt auf türkisch „Karadeniz”; dabei ist „deniz” „Meer”. Auf der anderen Seite der Türkei heißt das Mittelmeer „Akdeniz”, wörtlich also „Weißes Meer”. Hingegen ist in der deutschen Sprache das Weiße Meer ein Nebenmeer des Arktischen Ozeans zwischen der Kola-Halbinsel und der russischen Stadt Archangelsk. Wo wir bei Gewässern sind: Die Weiße Elster ist nicht mit dem HVV erreichbar, da ein Nebenfluß der Saale, aber der Rassismusverdacht wäre dringend zu überprüfen. Da ist es beruhigend zu erfahren, daß es in Deutschland den sehr großen Schwarzwald gibt. Aber in der Ukraine enthält Tschernobyl das slawische Wort für „schwarz“ – insofern also wohl kein Wunder, daß dort an einem weiteren schwarzen Tag, zum allgemeinen Pech der Menschheit, ein Atomkraftwerk explodierte!

Die deutschen Sprache kennt einige Ausdrücke, bei denen das Weiße gut wegkommt. So hat zum Beispiel jemand, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, eine „weiße Weste”. Das wird wohl vor allem auf diejenigen zutreffen, die immer die neuesten Sprachmoden mitmachen! Andererseits kann man auch jemanden „zur Weißglut bringen” – und vielleicht tröstet dieser negative Kontext über den positiven bei der „weißen Weste” ja hinweg…

Vorsicht mit Bianca und Melanie

Kuriositäten ergeben sich auch bei Personennamen: Das schon erwähnte lateinische „albus”, „weiß”, ist fortgesetzt als rumänisch „alb” und als rätoromanisch „alv” oder ebenfalls „alb” für „weiß„. Die meisten romanischen Sprachen ersetzten es jedoch durch ein germanisches Wort, das etymologisch dem deutschen „blank” entspricht: französisch „blanc”, italienisch „bianco”, spanisch „blanco”, portugiesisch „branco”. Somit ist Roberto Blanco ein Sänger, der zwar schwarz ist, aber übersetzt Weiß mit Nachnamen heißt – und der übrigens mehrfach öffentlich äußerte, er empfinde den Begriff „Neger” nicht als schlimm. Ebenso gab es ja den schwarzen Sänger Barrence Eugene Carter, der den Künstlernamen „Barry White” wählte.

Auch einige Vornamen nehmen auf Schwarz oder Weiß Bezug. Italienisch „bianco” erscheint in seiner femininen Form im Mädchennamen Bianca. Darf man nun ein Kind, das eher dunkel ausfällt, Bianca nennen? In einer Welt, in der man kaum noch etwas darf, stellen sich solche Fragen ganz wie von selbst. Auch der walisische Frauenname Gwen bedeutet „weiß“ (vergleiche hierzu auch Gwendolyn, Gwyneth). Umgekehrt bedeutet Melanie „schwarz”, basierend auf dem altgriechischen Wort für „schwarz”, „mélas”, Femininum „mélaina”. So gedacht, trug die schwarze Sängerin Melanie Thornton ihren Vornamen zu Recht – aber viele Melanies in Deutschland wiederum nicht. „Blackfacing”, also das schwarze Anmalen des Gesichts beispielsweise zum Fasching oder auch als Melchior zu Heilige drei Könige oder in den Niederlanden als „Zwarte Piet”, ist bekanntlich auch schon nicht mehr erlaubt. Ganz unverzeihlich ist jedoch, daß der höchste Berg Europas – wenn man den Kaukasus nicht als Europa zählt – Mont Blanc heißt. Sowas von rassistisch, seine eigene Rasse derart abzufeiern! Aber Europa ist nun mal ein paradoxer Kontinent – in dem man Kokain meistens bei Schwarzen kauft und es trotzdem weiß ist – und in dem man weiße Politiker wählt und dennoch für die Zukunft schwarz sieht.

Geistige Sackgasse

Was aus all dem folgt, ist dies: Politisch korrektes Denken führt lediglich in Sackgassen – und schlimmstenfalls in die Klapsmühle. Nun ist ja aber die BRD bekanntlich sowieso eine Anstalt, in der wie in der Kurzgeschichte Edgar Allan Poes „The system of Doctor Tarr and Professor Fether” die Irren die Macht übernommen und die Vernünftigen eingesperrt haben. Stattdessen brauchen wir mehr Gelassenheit im Umgang mit Wörtern für Schwarz oder Weiß – und mit vielem anderen auch. Sprache ist eine mächtige und tolle Sache, aber man soll sie nicht überbewerten und aus ihr nicht etwas herauslesen, was nicht drinsteckt. Dann könnte auch das Schwarzfahren beim HVV in Hamburg wieder so heißen.

Zum Abschluß wollte ich eigentlich noch eine Anekdote bringen – aber jetzt werden es sogar zwei: Vor langer Zeit hatte ich einmal kein Geld für einige Stationen Busfahrt parat und beschloß daher, bei der Ankunft des Busses den Fahrer zu taxieren und abzuschätzen, ob er mir wohl etwas anmerken würde, wenn ich seelenruhig ohne Fahrkarte einsteige. Während ich noch so über den Begriff „Schwarzfahren” sinnierte, kam der Bus, und ich sah, daß der Busfahrer ein Schwarzer war. Ich verfolgte meine Idee, stufte ihn nach einem kurzen Blick als harmlos ein und fuhr mit.

Was ist man in Hamburg, wenn man eine Fahrkarte hat?

Viele Jahre später wurde ich in Hamburg in der U-Bahn kontrolliert und hatte natürlich ein Ticket dabei, das ich vorzeigte. Stets zu Scherzen aufgelegt, sagte ich dann: „Ich hab da noch mal ’ne Scherzfrage: Was ist man, wenn man eine Fahrkarte hat?” Der Kontrolleur wußte keine Antwort. Ich sagte: „Dann ist man HVV-positiv!” Daraufhin gab er mir mit hoher Geschwindigkeit die Fahrkarte wieder zurück, so als ob er sich bei mir mit Aids anstecken könnte.

Der HVV soll sich statt um die Political Correctness lieber um die ständig unpünktlichen und ausfallenden S-Bahnen kümmern oder die horrend hohen Preise, die zu deren Benutzung zu entrichten sind. Ansonsten gilt für das Zusammenleben der Menschheit das, was schon ein Achtziger-Pop-Stück der deutschen Gruppe Patto (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen englischen Rockband) aussagte: „There’s no wrong, just right, in black and white.

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12 Kommentare

  1. Ein interessanter Sprachenartikel. Mir ist das aber alles völlig egal, was diese PC-Sprache mir vorschreiben will. Ich benutze die Begriffe, die man eben für etwas benutzt. Wer mich dann blöd anschaut, ist selbst blöd. Es ist schon lustig, dass man z.B. statt Zigeuner Sinti oder Roma sagten soll. Hat man die wirklichen Sinti und Romas überhaupt gefragt. Einige cigane Stämme mögen keine Romas, wollen nichts mit ihnen zu tun haben und sind beleidigt, wenn man sie so bezeichnet. Diese ganze vorschriftsmäßige Sprache heutzutage ist keine Sprache mehr, sondern Sprachverhunzung. Habe kürzlich eine Sprachverhunzung gehört, wie man Mitglieder im Studentenwerk jetzt bezeichnet, die war so irre, dass ich mir es nicht mal merken konnte, es war so etwas wie Studierendenwerkende. Wer sich so etwas ausdenkt, ist auch nicht mehr ganz dicht im Kopf, das fehlen nicht nur ein paar Tassen, sondern ein ganzes Service und soviel Schrauben, wie bei denen locker sind, gibt es gar nicht auf der ganzen Welt.

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  2. Ich habe meinen schwarz-metallic-farbigen Wagen als Zeichen gegen Rassismus jetzt in Divers-Rot-Grün lackieren lassen.
    Dummerweise spucken die Leute neuerdings auf den Wagen, stecken Böller in den Auspuff und treten Dellen ins Blech.
    Ich weiß nicht mehr weiter.

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  3. Die Dämlichkeit der Sprachpanscher hat längst jede Grenze zur Lächerlichkeit überwunden.
    Der einzige wirkliche Schwarzfahrer im Sinne der HVV-Idioten war übrigens eine Reisebekanntschaft, bzw. ich kannte den von der Uni, Gaststudent aus Benin, der war tatsächlich so richtig schwarz, wie Grillkohle. Der hatte allerdings einen gültigen Fahrschein. Anders als wohl die eher so Mokkafarbigen.
    Und dazu bleibt noch tatsächlich festzustellen, daß es selbstverständlich gewisse „Rassismen“ gibt. Als die Bundespolizei durch den Waggon kam, wurde mein kohlrabenschwarzer Reisefreund auf Drogen gefilzt. Ich nicht, ich bin ja eher so schweinsrosafarbig, darum war mein seinerzeit üblicher Reiseproviant dem Cannabisspürhund einen Kläff wert, aber die Beamten griffen sich den Neger, ich konnte meine paar Grämchen dann unauffällig anderweitig verstecken.
    Das nur so nebenbei als Anekdote zum „racial profiling“, mancherlei daran stimmt ja, aber dieses Gewese wegen Sprachgebrauch ist so abgrundtief bescheuert, daß man – jedenfalls ich – schon absichtlich möglichst „böse“ Wörter benutzt.
    Sobald meine Olle aufgewacht ist werde ich sie anherrschen, daß das Weib uns heute Zigeunerschnitzel braten möge, zum Nachtisch werde ich – nach dem Montagsspaziergang – Negerküsse besorgen, wobei die ja auch nicht richtig schwarz sind, da werde ich die Bäckereifachverkäuferin dann anschreien, daß sie offensichtlich Rassistin ist, weil die Mohrenköpfe nicht richtig schwarz sind sondern eher so aussehen wie durchschnittlicher Bundesbürger nach zwei Wochen Urlaub in Canakalle.

  4. Ein vergnüglicher Ausflug in die vergleichende Sprachwissenschaft. Auch im Vulgärfranzösisch gibt es Schwarzfüße, die „pieds-noirs“womit ursprünglich die Franzosen aus Algerien und später allgemein die Maghrebiner gemeint waren. Zwar politisch korrekt aber trotzdem vulgär geht ebenfalls. Eine meiner Tanten (Gott habe sie selig) sprach das lateinische v nicht wie w aus, sondern wie das deutsche v, das wie f klingt. So sagte sie zu einem Supermarkt ‚Vita‘ immer ‚Fita‘. Man stelle sich vor, sie hätte eine Tochter mit Namen ‚Viktoria‘ gehabt.

  5. Es gibt mal wieder zwei Möglichkeiten. Wer keine Probleme hat, sucht sich verkrampft eben solche, um mit deren vermeintlicher Bekämpfung eine wichtige Beschäftigung nachweisen zu können. Oder wer die tatsächlichen und echten Probleme völlig versagend nicht mehr bewältigen kann, der, die oder das beschäftigt sich dann mit solch herbei gezerrten „Problemen“, um wiederum damit anderen dummen Leuten doch noch die eigene wichtige Existenzberechtigung nachweisen zu können. So oder so alles nur ein lächerliches und krankes Affentheater zur asozialen Pflege der eigenen Psyche auf Kosten der Allgemeinheit.

  6. Völliger Schwachsinn diese Wortklauberei. Nicht einmal der dunkelhäutigste Neger ist schwarz, sondern allenfalls dunkelbraun.

  7. „Ähnlich ist es in der russischen Sprache. Wie mir in Rußland“

    Kann es sein, dass der Autor von Russland spricht?
    Oder ist es die rußische Sprache?

    Ich denke, er meint Russland, denn Rußland gab es noch nie. Na ja gut, in den frühen Tagen, als es noch keine Fernwärme gab und alles mit Kohle betrieben wurde, da gab es schon das ein oder andere Rußland. Im Ruhrgebiet zum Beispiel. Oder in England. London war da sehr weit vorn.

    Aber die Russen sind keine Rußen, sondern Russen und die leben nicht in Rußland, sondern Russland und sie sprechen russisch. Überall kurzes U, kein langes.
    Ist wirklich nicht so schwer, Herr Holst. 🙂

    • Falsch! Russland wurde vor der unsinnigen Rechtschreibreform ‚Rußland‘ geschrieben (ebenso wie beispielsweise ‚daß‘ und ‚Baß‘). In allen drei Fällen wird der Vokal kurz ausgesprochen. Die Worte Rußland und Russen stehen also nicht im Widerspruch zueinander.

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