DJV-Chef Frank Überall: Getwitterte Peinlichkeit

DJV-Chef Überall beim Haltungzeigen (Foto:Imago)

Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten 2016 hat kein Ereignis vergleichbare Schockwellen im westlichen linken Feuilleton, in den Resonanzkammern der veröffentlichten Meinung ausgelöst wie die Twitter-Übernahme durch Elon Musk. Vor allem bei Deutschlands Journalisten verursacht Musks erklärte Absicht seit Wochen Schnappatmung, wieder so etwas wie allgemeine Rede- und Meinungsfreiheit auf Twitter einzuführen – auf einem Kurznachrichtendienst also, auf dem seit Jahren nicht nur Terrorsympathisanten, Islamisten, Judenhasser und Pädophile völlige Narrenfreiheit genossen, um ihre Absurditäten zu verbreiten, sondern wo Linke Andersdenkende nach Herzenslust verunglimpfen und denunzieren durften, ohne selbst je Gefahr zu laufen, gelöscht zu werden. Dies blühte dafür all jenen, die zu Klima, Corona, Impfung, Migration und Global Governance andere Standpunkte vertreten als die tonangebenden Mind-Setter dies- wie jenseits des Atlantiks.

Zu denen, die sogleich ins wohlfeile Anti-Musk-Empörungsgekläffe einstimmten, gehört auch Frank Überall, seines Zeichens Bundesvorsitzender des Deutscher Journalisten-Verbandes (DJB) und Professor an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln. Am Sonntag twitterte er: „Massenentlassungen, Trump darf wieder hier hetzen – ich frage mich ernsthaft, ob ich Twitter verlassen sollte“. Dass der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes ein evidentes Problem mit Meinungsfreiheit hat, ist schlimm genug; die infantile Attitüde allerdings, die mit seinem Geraune einhergeht, macht es geradezu unerträglich und ist sowohl seines Amtes als auch seiner akademischen Rolle gänzlich unangemessen.

Große Worte, nichts dahinter

Erst großspurig ankündigen, dass man Twitter verlassen will, um damit Applaus und Zustimmung einzuheimsen, dann aber nicht ernstmachen und erst mal die Reaktionen auf diese „Drohung“ abwarten – um am Ende doch zu bleiben: So kennt man die linken Duftmarkensetzer der eigenen Haltung. Weil solche Figuren wie Überall praktisch nur auf Twitter die Möglichkeit haben, Aufmerksamkeit in ihrer Blase zu generieren (auch wenn sie dafür ein paar kritische Gegenstimmen hinnehmen müssen, an denen sie sich dafür immerhin heldenhaft abarbeiten können), können sie in Wahrheit gar nicht ohne die Plattform leben. Überalls Verhalten erinnert an die Zeit kurz nach Trumps Wahl: Damals kündigten ebenfalls alle Arten von Künstlern und Journalisten an, aus Protest nach Kanada auswandern zu wollen. Getan hat dies natürlich keiner von ihnen.

Noch schlimmer als Überall blamierte sich jedoch „Monitor”-Chefredakteur und Antifa-Fanboy Georg Restle, der mit weitem Abstand doktrinärste und einseitigste „Journalismus”-Aktivist dieses Landes. Ende Oktober, als Musks Übernahme feststand, erklärte er auf Twitter: „Hier bleiben. Solange demokratischer Disput noch möglich ist. Unterdrückte noch Stimmen haben. Ungehörte noch gehört werden. Der Hass nicht gesiegt hat. Es braucht Gegenstimmen. Auch hier. Ich bleibe. Noch.“ Mit diesem lächerlichen Geschwurbel stilisierte sich Restle zum letzten aufrechten Dissident in einem vermeintlich totalitären Raum – obwohl es genau er und seinesgleichen sind, die dafür gesorgt haben, dass „demokratischer Disput“ auf Twitter, in den anderen sozialen Medien und vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum mehr möglich ist, und dass Gegenstimmen zur linken Diskurshegemonie nicht mehr gehört wurden.

Auf der Restle-Rampe

Der Typus Überall und Restle maßt sich seit Jahren an, zu bestimmen, von wem worüber und wie überhaupt noch gesprochen werden darf. Dass Meinungsfreiheit ein Grundrecht ist, dessen Geltung sie nicht einzuschränken haben, ist ihnen völlig fremd. Stattdessen brandmarken sie Meinungen, die ihnen nicht genehm sind, als „Hass” und „Hetze” und plärren nach dem Staat, um die „Grenzen des Sagbaren“ gesetzlich immer weiter einzuschränken – natürlich nach ihren Vorgaben. Dabei wollen sie selbst weiterhin die Wächterfunktion darüber ausüben, was die Öffentlichkeit noch sehen, hören und lesen darf.

Sie sind die maßgeblichen Stützpfeiler eines ausufernden Bevormundungsstaates, die den eigentlichen, ursprünglichen Sinn von Journalismus auf den Kopf stellen. Deswegen werden Überall, Restle und ihre zahllosen Gesinnungsgenossen Twitter natürlich nicht verlassen; sie brauchen diese Plattform wie Junkies den nächsten Schuss, und sei es nur, um sich wohlfeil selbst als Opfer zu inszenieren. Wenigstens bleibt ihnen damit das blamable Eingeständnis erspart, dass andernfalls kaum jemand ihre Abwesenheit  ernstlich registrieren würde.

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14 Kommentare

  1. Die Überall ‚ s sind überall. Wie auch restless Restle. Und Esken und all die anderen. Quaken w. angeblich fehlender Meinungsfreiheit. Nachdem jahrelang rote Rotten quer durch Twitter gezogen sind und Unliebsame angesch…haben.
    Ich wurde mehrfach gesperrt, am Ende komplett gelöscht. Nunmehr feiere ich meinen inneren Reichs,mh, Bundesparteitag.

  2. Ich gehe inzwischen einen anderen Weg, interessiert mich alles nicht mehr, ich konzentriere mich nur noch auf meine eigene Welt, lebe meine Werte, gehöre zu keiner Seite und wer mich dabei trotzdem stört wird attackiert.
    Mein nächstes Ziel wird ein Teilzeit-Job sein, ich werde nicht mehr 75% des Tages verschwenden jemand anderem durch meinen Lebensverzicht zu Wohlstand zu verhelfen oder ein System von Geisteskranken mit „Vollzeit“ zu unterstützen.
    Eines hat die „Pandemie“ aufgezeigt, 9 von 10 sind dumme und feige Pfeifen, absolut talentfreie Schwätzer die sich ihren eigenen Wert und Bedeutung hochlügen müssen, die zwar inzwischen gemerkt haben das sie verarscht werden aber immer noch nicht kapieren wie und mit was, hat einer davon gesagt „du hattest recht“, oder „es tut mir leid“, nein – kein einziger.
    Ehemaliger Kumpel damals:
    „Bist du schon geimpft“?
    Ich:
    Nein, wozu?
    Er:
    Na, für die Freiheit! (kein Witz)
    Ich:
    Du tust mir leid…
    Der „Gute“ ist heute Dauerkrank, vor Wochen das erste mal nach der „Pandemie“ wieder gesehen, ein Wrack, fett, krank, blaß, glasige leere Augen…
    Er zu mir: Wie geht es dir?
    Ich zu ihm: Besser wie dir, wie man sieht.
    Er zu mir: Ja, hatte 2x Corona…
    Ich zu ihm: Seltsam, du bist doch geimpft?
    Er zu mir: Ja man kann sich ja trotzdem anstecken…
    Ich zu ihm: Warum bist du dann geimpft?
    Stille – plötzlicher Themenwechsel…
    Ja und wegen Putin kann ich jetzt nicht richtig heizen (weil er seit Monaten erkältet ist)…
    Ich: Ach halt die Schnauze du Idiot!
    Ende – Das Ergebnis nach 30 Jahren Freundschaft, man hat Idioten um mich herum gezüchtet, erbärmliche Loser die mich für meine Verweigerung belächelt haben, die kein Verständnis dafür hatten das ich mir durchs Nichtimpfen solche Schwierigkeiten aufhalse.
    Warum soll ich also darauf hören was Medien, Politiker, oder Besserwisser mir erzählen, ich habe mir vertraut und es hat mir wieder den Arsch gerettet…

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    • Ich ließ mich zweimal impfen und boostern um meine Mutter, die seit einem schweren Schlaganfall vor circa. 7 Jahren im Pflegeheim liegt, nach dem monatelangen Besuchsverbot zu Beginn der Pandemie endlich wieder besuchen zu dürfen. Dies empfand ich als Nötigung. Aber da ich nicht wusste, wie es meiner Mutter im Heim ging und ich sie auch auf keinen Fall gefährden wollte (die Impfungen sollten ja die Ansteckungsgefahr minimieren) ließ ich mich impfen. Von Anfang an sah ich als Pessimist das Ganze skeptisch und unterstützte alle Impfgegner. Die Verwirrung bei den Impffanatikern war jedes mal groß und lustig, denn wie kann ich als Geimpfter und Geboosterter die Impfgegner unterstützen?

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      • @ Grantl Huaba
        Völlig verständlich und absolut ok, viele hätten gar nicht mehr arbeiten können oder hätten ihren Job verloren, im Grunde sind sie erpresst worden sich zu impfen.
        Ich würde ja gar nichts sagen wenn die Wirkung der Impfungen (überwiegend) wirksam gewesen wären und wenigstens ein Bruchteil die ganzen Drohungen und Ausgrenzungen gerechtfertigt hätten, das haben sie aber nicht, wie ich eben von Anfang an vermutet habe.
        Was mich erst recht stutzig gemacht hat war diese absolut überzogen aggressive Vorgehensweise der Politik, da war mir klar das irgendetwas nicht stimmt und genau dieses Vorgehen hat mich veranlasst mich eben nicht impfen zu lassen.

        • Alles, wofür DERART VIEL Reklame gemacht wird, soll man grundsätzlich meiden. Wenn’s gut wäre, müsste man dafür nicht Millionen € in die Reklame pumpen, um Menschen zu „überzeugen“. Allein das hatte mich abgeschreckt. Wenn die Obrigkeit so viel Wind macht, nur um mich zu überzeugen, dann stinkt die Sache ganz gewaltig.
          Und, wie man heute weiß: Mein Riecher war richtig. Das Gegenteil von Wahrheit ist die Reklame.

      • Hat halt jeder so seine Ausreden, warum man sich spritzen ließ.
        Ich habe nur den einen Körper, wenn der kaputt ist, habe ich ein Problem.
        Deshalb habe ich mir keine Spritzen geben lassen und Maske habe ich auch nicht getragen.

        Und wenn Deine Mutter Dich liebt, würde sie Dir sagen, was für ein Dummkopf Du bist.
        Sie hat ihr Leben gelebt. Wartet nur noch darauf, endlich gehen zu dürfen. Sie wollte sicherlich nicht, dass Du Dir schadest ihretwegen. Und wenn doch, dann würde ich mit dieser Frau kein Wort mehr reden.
        Du hast Deinen Körper zerstört bzw. billigend in Kauf genommen ihm zu schaden..

        Ist wie mit den Ausreden, das man auf die Arbeit angewiesen ist. Eine neue Arbeit zu finden ist leicht. Einen neuen Körper zu finden unmöglich.
        Die sich spritzen ließen und Nebenwirkungen haben, sind eine zusätzliche Belastung für die Gesellschaft geworden.

        Wer sich gegen seinen Körper entscheidet, der soll danach auch die Backen halten und nicht herumjammern, wenn das schiefgegangen ist. Selbst schuld.

  3. Mal dumm gefragt: Warum geben Sie den Restles und Überalls hier ein Forum?

    Das ist völlig überflüssig.

    Totschweigen, wenn schon nicht tot schiessen.

  4. @The Rob: Sie machen das völlig richtig. Ich bin zwar Rentnerin, aber wenn ich mir das alles so anschaue, lohnt es sich nicht, arbeiten zu gehen. Ich wäre heute auch nicht so blöd, da ich damals eine gute Stunde zur Arbeit hatte und natürlich zurück auch. Es sei denn, der Zug viel aus oder verspätete sich. Deshalb bin ich auch vorfristig in die Rente gegangen, zwar mit viel Abschlag, aber das war es mir wert. Meine Enkelin (15) hat sich auch impfen lassen, damit sie ihre Pop-Konzerte besuchen kann. Und wenn sie dafür eher sterben müsse, wäre das ihr auch egal. Außerdem hätte sie ein gutes Immunsystem. Darauf ich: Was du dir gerade kaputt gemacht hast. Ruhe darauf. Ich fand das überaus schockierend. Unsere Juniorfamilie erzählt uns auch nicht mehr, dass sie öfters krank ist, habe es meist nur durch einen Zufall erfahren.

  5. Zum Glück fehlt den beiden Genannten (und ihrer Klientel) so offensichtlich das, was „früher“ mal galt (Ehrlichkeit, Logik, Intelligenz, ja: Weisheit…) und man erkennt die krause Ideologie in ihrer Sprache & ihren Texten sofort.

  6. @ Rollenspielerin
    Ich kann mir nach über 35 Jahren Arbeit ja nicht einmal ne Eigentumswohnung kaufen, mein Eltern haben sich mit etwas besseren Jobs zwei Häuser geleistet und dann alles mit Streiten verpraßt, ich hatte nichts davon.
    Mein Sohn hat erst mit 27 Jahren seinen ersten Vollzeitjob angefangen und jammert nur rum wie sehr ihn der schlaucht, ein stinknormaler 160Std. Job bei dem er sich nicht mal groß anstrengen muss.
    Unsere Jugend oder auch nur jüngere Menschen kennen sich mit jedem belanglosen Mist aus, aber mit Geschichte oder Politik brauchst du da nicht ankommen, auch sonst wissen sie nicht einmal die banalsten Dinge, haben kaum interessannte Hobby’s oder spielen ein Instrument, wenn da jemand nen PC zusammenbauen kann ist das schon außergewöhnlich, da braucht man sich doch nicht wundern.
    In meinem Alter ist man normalerweise neidisch auf die Jugend, ich bin wirklich froh heute kein 20jähriger zu sein, das ist ja voll öde…

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