Ein Bett im Kornfeld: Klimawahn gemäß Hitzeschutzplan

Ein Bett im Kornfeld: Klimawahn gemäß Hitzeschutzplan

Wir werden alle verglühen: Klimajünger im Kornfeld beim Hitzeaktionstag (Symbolbild:Grok)

Früher war der Sommer eine Jahreszeit. Heute ist er eine politische Herausforderung. Früher freute man sich auf Sonne, Freibad und Biergarten. Heute organisiert man Flashmobs gegen das Wetter. Das ist kein Witz: Die Stadt Recklinghausen lädt gemeinsam mit dem „Hitzeaktionsbündnis“ zum öffentlichen Aktionstag gegen die steigenden Temperaturen. Man trifft sich vor dem Einkaufszentrum, singt „Ein Bett im Kornfeld“, „Earth Song“ und „An Tagen wie diesen“, trägt Sonnenhüte und setzt damit ein Zeichen für mehr Hitzeschutz. Man muss sich die bizarre Szene einen Moment lang bildlich vorstellen: Mitten im Juni stehen Menschen auf einem Platz und bekämpfen singend die Existenz des Sommers. Nicht etwa in der Sahara, nicht in Arizona, nicht in Saudi-Arabien. Sondern im Ruhrgebiet.

Deutschland hat viele Probleme, in der Tat: Die Wirtschaft schrumpft. Die Infrastruktur zerfällt. Schulen können kaum noch Deutschkenntnisse voraussetzen. Kommunen stehen vor dem finanziellen Kollaps. Aber irgendwo zwischen all diesen Krisen hat sich eine neue politische Leidenschaft entwickelt: die Dramatisierung normaler Naturphänomene.

Der Sommer als Bedrohung

Besonders bemerkenswert ist dabei die kulturelle Umwertung der Hitze. Über Jahrtausende galt Wärme als etwas Positives. Menschen bauten Wintergärten, fuhren in den Süden, kauften Sonnenliegen und träumten von mediterranen Temperaturen. Das Wetter war selten perfekt, aber grundsätzlich kein politischer Gegner. Heute begegnet uns der Sommer in offiziellen Verlautbarungen häufig wie eine Mischung aus Naturkatastrophe und Gesundheitsrisiko. Kaum steigen die Temperaturen über 30 Grad, beginnt ein Ritual aus Warnungen, Hitzeaktionsplänen, Schutzkonzepten, Informationskampagnen und Alarmmeldungen.

Man gewinnt mitunter den Eindruck, als sei Mitteleuropa überraschend in die Tropen verlegt worden. Dabei handelt es sich meist um Temperaturen, die noch vor wenigen Jahrzehnten als Anlass für einen Ausflug an den Badesee gegolten hätten. Und welcher Obst- oder gar Weinbauer wollte es je verurteilen, wenn bei uns Temperaturen wie in Norditalien herrschen?

Die Pädagogisierung des Wetters

Die Lächerlichkeit der unheilvollen Alarmstimmung liegt jedoch nicht in der Hitze selbst, sondern im Umgang mit zeitlosen, Schin immer hochdynamischen planetaren Phänomenen. Der moderne Klimadiskurs betrachtet Natur längst nicht mehr als etwas, an das sich Menschen anpassen. Stattdessen wird jedes Wetterereignis zu einer Gelegenheit gesellschaftlicher Erziehung. Der Bürger soll lernen, richtig zu heizen, richtig zu essen, richtig zu reisen, richtig zu konsumieren und inzwischen offenbar auch richtig zu schwitzen. Der Hitzeaktionstag folgt exakt dieser Logik. Er dient nicht primär der Information, sondern der Sensibilisierung. Die Bürger sollen ein neues Verhältnis zur Temperatur entwickeln. Was früher ein warmer Sommertag war, wird nun zum Anlass politischer Bewusstseinsbildung. Deshalb genügt es auch nicht mehr, einfach Wasser zu trinken und den Schatten aufzusuchen. Man muss Haltung zeigen.

Besonders faszinierend ist die deutsche Liebe zum Aktionsbündnis. Für nahezu jedes Thema existiert inzwischen eine Allianz, ein Netzwerk, ein Forum, ein Beirat oder ein Bündnis. Demokratienetzwerke verteidigen die Demokratie. Nachhaltigkeitsnetzwerke fördern Nachhaltigkeit. Diversitätsbeauftragte fördern Diversität. Und Hitzeaktionsbündnisse kämpfen gegen den Sommer. Man könnte darüber schmunzeln, wäre es nicht Ausdruck eines tieferen Problems. Denn diese Organisationen leben von einer dauerhaften Hysterisierung ihres Gegenstandes und von alarmistischer Panik als Dauerzustand. Würde die Hitze einfach als Sommer verstanden, verlöre das Hitzeaktionsbündnis seine Existenzgrundlage. Also muss aus Wärme eine Herausforderung werden, aus Sonne ein Risikofaktor und aus dem Monat Juni ein gesellschaftliches Handlungsfeld. Die Logik ähnelt dabei erstaunlich anderen Bereichen des modernen Aktivismus: Probleme werden nicht gelöst, sondern kultisch aufgebauscht und verwaltet. Sie dienen als Legitimationsgrundlage für immer neue Kampagnen, Förderprogramme und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Das Lied vom Kornfeld

Besonders poetisch wirkt dabei die Liedauswahl. „Ein Bett im Kornfeld“ soll offenbar gegen die Gefahren steigender Temperaturen helfen. Jürgen Drews hätte vermutlich nicht geahnt, dass sein Schlager, der sommerliche Schäferstündchen unter freiem Himmel pries, eines Tages Teil kommunaler Klimapädagogik werden würde. Man stelle sich die Szene vor: Während irgendwo in Afrika Millionen Menschen tatsächlich unter extremer Hitze leiden, versammelt sich in Recklinghausen ein Flashmob und singt über Kornfelder. Der deutsche Klimadiskurs besitzt häufig genau diese eigentümliche Mischung aus Ernsthaftigkeit und Folklore. Einerseits wird die Klimakrise als existenzielle Bedrohung beschrieben. Andererseits begegnet man ihr mit Bastelaktionen, Straßenkreide, Mitmachveranstaltungen und Liedtexten. Die Apokalypse erscheint dadurch wie ein Kindergeburtstag mit Förderantrag.

Vielleicht erklärt sich daraus auch die eigentliche Funktion solcher Veranstaltungen: Sie dienen weniger dem Klima als dem sektenhaft zelebrierten Gemeinschaftsgefühl ihrer Teilnehmer. Der moderne Mensch lebt in einer hochindividualisierten Gesellschaft. Traditionelle Bindungen verlieren an Bedeutung. Kirchen leeren sich. Vereine schrumpfen. Nachbarschaften zerfallen. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach moralischer Gemeinschaft. Der “Klimaschutz” füllt diese Lücke zunehmend aus. Wo früher religiöse Prozessionen stattfanden, gibt es heute Klimaaktionen. Wo einst Bußprediger vor dem drohenden Gericht warnten, sprechen Experten über Kipppunkte. Wo früher Heilige verehrt wurden, treten Aktivisten auf. Die Struktur ist erstaunlich ähnlich. Es gibt Schuld, Umkehr, Läuterung und Erlösung. Nur dass an die Stelle der Sünde inzwischen der CO₂-Fußabdruck getreten ist.

Der deutsche Sonderweg zur Sonne

Die eigentliche Ironie besteht jedoch darin, dass Deutschland klimatisch weiterhin zu den privilegiertesten Regionen der Erde gehört. Während Menschen in anderen Teilen der Welt mit Dürre, Monsunen, Tropenkrankheiten oder extremer Hitze leben, diskutiert Deutschland über Hitzeschutzpläne für Temperaturen, die in Südeuropa oft als angenehmer Frühsommer gelten. Natürlich können hohe Temperaturen für ältere Menschen oder gesundheitlich Belastete gefährlich sein. Vernünftige Vorsorge ist sinnvoll. Doch zwischen pragmatischer Vorsorge und kultureller Panik liegt ein Unterschied. Der eine, pragmatische und rationale Ansatz empfiehlt ausreichend Wasser und Schatten. Der andere organisiert Flashmobs.

Der Hitzeaktionstag von Recklinghausen ist deshalb mehr als eine lokale Kuriosität. Er steht exemplarisch für eine neurotische Gesellschaft, die immer größere Teile ihres öffentlichen Lebens in symbolische Politik verwandelt. Das Wetter wird politisiert. Der Sommer wird problematisiert. Die Natur wird pädagogisiert. Und während die Bürger „Ein Bett im Kornfeld“ singen, entsteht der Eindruck, als ließe sich das Klima durch die richtige Mischung aus Musikschule, Sonnenhut und Aktionsbündnis beeinflussen. Vielleicht wird man eines Tages rückblickend feststellen, dass die größte deutsche Klimaleistung nicht in der Rettung des Planeten bestand… sondern darin, aus einem sonnigen Sommertag eine politische Krise gemacht zu haben.

15 Kommentare

  1. Naja, wo bis zu 80% der Insassen sich nur aufgrund medialer Erzählungen freiwillig an den Impfbus zur eigenen Verstümmelung anstellen, kann man getrost von unheilbarem Großsektentum sprechen.
    Und wenn der WDR einst mit den inbrünstig besungenen Umweltsäuen die „Omas gegen Rechts“ meinte, geht das schließlich auch vollkommen in Ordnung. 😣

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  2. Hitze? Welche Hitze?

    Seit Tagen kommen die Höchsttemperaturen in 200 MüM kaum über 20 Grad.
    Vorgestern hatte ich sogar den Ofen an, weil mir 17 Grad im Haus zu kalt war!

    Die eingebildeten Klima-Affen können mich mal …
    😜

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    1. 17 °C? Soweit fällt die Temperatur in meiner Wohnung nicht einmal im Winter, wenn draußen Frost ist. Seit Februar ist mein Heizung aus und die Temperatur im Wohnraum hat 20 °C und mehr. Derzeit 26 °C.
      Ist deine Wohnstätte nicht isoliert?
      17 °C ist echt schattig … Da würde ich auch die Heizung anwerfen.

    2. alles Einbildung, mit 26 Pullovern von kanakengeschwängerten (andere fassen die nicht an) Gründumpftussies gestrickt übereinander und einem alten Kohlebügeleisen (CO2frei) auf der Birne wirst du das ganz anders sehen, allein der Bratengeruch macht das hyggelig

  3. nur eine massive Krise, kann dieses Volk aus der geistigen und sektenhaften Krise führen..
    das Gute daran. Wir sind auf dem besten Weg dahin….

    1. Ich fürchte inzwischen, dass auch dies nicht mehr helfen wird. Der typische deutsche Michel wird nicht umsonst immer mit Nachthemd und Schlafmütze dargestellt.

  4. In anderen Ländern habe die Leute Klimaanlagen, bei uns werden sie bis heute verteufelt.
    Bei uns sind in Supermärkten im Sommer nicht selten 28-30°C, in südlichen Ländern hat jeder Tanta-Emma-Laden eine Klimaanlage.
    Aber die Deutschen wussten schon immer, wo man die Prioritäten setzen muss. Bei der Gesundheit der Bürger ganz sicher nicht!

  5. Wir haben in Petropolis (900 m über Rio de Janeiro) bei 16 Grad plus bei Nacht im Winter gefroren. In Natal im heißen Nordosten Brasiliens (war dort im Urlaub) froren die Leute bei Nacht bei 21 Grad . Für Deutschland ist das eine Tropennacht. Ich wollte meiner Frau (Eltern aus Ostpreußen) ein wenig vom Land meiner Schulzeit zeigen. Wir waren von Recife mit dem Mietwagen bei angenehmen 34 Grad losgefahren und bei 36 Grad in Natal angekommen. Das Meerwasser hatte 27 Gead und der Pool des Hotels 31 Grad. Meiner Frau war das zuviel. Für mich war es herrlich. Mit anderen Worten: Temperaturgefühl ist individuell, und nicht alle Menschen sind gleich.

  6. „Natürlich können hohe Temperaturen für ältere Menschen oder gesundheitlich Belastete gefährlich sein.“

    Ich habe als Kind nicht verstanden, warum sich alte Menschen eine Strickjacke überzogen, während draußen über 30 °C waren. Heute weiß ich es. Der eigene Körper hat im Alter schwer damit zu tun, die Kerntemperatur von 37 °C aufrechtzuerhalten. Ältere Menschen und vor allem auch kranke Menschen, die in den kalten Jahreszeiten unter Schmerzen leiden, sind im Sommer ganz anders drauf. Die Schmerzen sind auf ein Minimum gesunken oder ganz weg.
    Ich habe derzeit keine Schmerzen. Wie sehr oft in den Sommern. Meinem Kumpel geht es genauso.
    Und eine Nachbarin kam doch tatsächlich ohne Gehilfe aus der Wohnung. Sommer ist Schonzeit. Die Wärme ist ein Segen.

    Ältere und alte Menschen leiden nicht unter Hitze, sondern unter Kälte.
    Die Sterblichkeitsrate ist im Sommer am niedrigsten. Im Winter am höchsten.
    Finden den Fehler.

    Auch in den heißen Regionen dieser Welt, wie in Afrika, leiden die Menschen nicht unter der Hitze, sie sind sie ja schließlich gewöhnt und ihre Körper kommen damit super zurecht.
    Das Problem bei uns ist, dass wir immer Temperaturschwankungen haben. Je länger eine Hitzphase dauert, desto besser hat man sich an sie angepasst.

    Was den Kreislauf belastet, das sind hohe Taupunkte. Schwüle entsteht dadurch bei uns. Aber auch die ist nur kurzzeitig. Sinkt der Taupunkt unter 15 °C ist die Schwüle weg.

  7. Wa haben wir Schüler uns in den 1970er Jahren gefreut, wenn es im Sommer über 30 Grad heiß war und wir ab 11:30 Uhr hitzefrei hatten.
    Und „ein Bett im Kornfeld“ ist doch etwas Wunderbares. Ich erinnere mich an überaus schöne Erlebnisse mit meiner Freundin in Kornfeldern zu dieser Zeit.

  8. Was haben wir Schüler uns in den 1970er Jahren gefreut, wenn es im Sommer über 30 Grad heiß war und wir ab 11:30 Uhr hitzefrei hatten.
    Und „ein Bett im Kornfeld“ ist doch etwas Wunderbares. Ich erinnere mich an überaus schöne Erlebnisse mit meiner Freundin in Kornfeldern zu dieser Zeit (Zweitposting aufgrund eines Schreibfehlers).

  9. ist doch wurst. in deutschland verblöden immer mehr menschen und entwickeln schallfolgesympthome. immer mehr sterben in elendigen zuständen, über die auch die freien medien zu feige sind zu berichten.

    hier wird ein volk stück für stück abgeräumt, und alle die achso schlauen menschen mit ihrer empörung über die politischen zustände im land scheitern an ihrer eigenen arroganz und an der verweigerung der wahrnehmung ihrer mitmenschen.

    man hat irgendwann doch realsiert, dass corona eine lüge sein könnte und ist denoch zu einfältig, die wahrheit hinter der 500 milliarden mordmaschinerie der energiewende zu realisieren, solange einem noch nicht selbst blut aus augen und ohren tropft.

    solange es der krebs, die nervenschäden und das sterben der anderen ist..oder herz, atemwege, diabetes, tumore an inneren organen, aneurismen, schleichende bindegewebsschädigungen von extremitäten und bewegungsapparat..
    etc etc etc ..

    der kampf gegen die menschen in unserem land finden jeden tag statt, rund um die uhr. jeden tag sterben menschen in deutschland an den folgen der energiewende, jeden tag schauen öffentliche UND freie medien weg, desinformieren durch verschweigen oder verniedlichen. jeden tag folgt der grösste teil der perma- hypnotisierte leserschaft quer durch alle sozialen schichten willig und behält standfest die scheuklappen auf.

    nur zur anmerkung… auch die afd wird daran nichts ändern. wäre es denen ernst mit der deutschen politik, hätte sie die thematik nämlich schon seit jahren gegen die amtierenden verbrecher als politische waffe nutzen können. informationen wurden der afd immer wieder zugespielt.

    genauso wie den freien medien.