Eine Mark für Sea-Watch…

Sog. Seenotrettung im Mittelmeer (Foto:Shutterstock)

Bilde ich es mir ein, oder klingt zwischen den Zeilen des jüngsten „Sea-Watch“-Tweets ein wenig Verzweiflung durch? Immerhin waren unsere Augen in den letzten Jahren auf den Mittelmeerraum gerichtet, auf die Migranten aus Afrika, die in teils spektakulären Aktionen von Fräulein Rackete in Italien angelandet wurden, die ihren Kutter mit einem Eisbrecher verwechselte. Wenig später setzte sich Käpt’n Carola wenig umweltbewusst – zumindest temporär – nach Neuseeland ab, weil es ihr in Europa zu eng wurde. Das ist ungefähr das gleiche, als wenn jemand per Facebook zu einer Massenparty auf dem Nachbargrundstück einlädt und dann die Polizei wegen Ruhestörung ruft.

Aber es ist ein wenig still geworden um den mediterranen Rettungsservice, denn alle Augen sind auf Afghanistan gerichtet. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Taliban Käpt’n Carola und ihren Kollegen die Show gestohlen haben, denn die Wanderungsbewegungen haben sich landeinwärts verlegt. Zumindest diejenigen, für die sich die deutsche Öffentlichkeit derzeit interessiert.

Die Show gestohlen

Ich weiß nicht, ob die ersten Schlepperbanden schon Insolvenz anmelden mussten oder derzeit Afghanistan-Rabatt anbieten – aber eins wird einmal wieder deutlich: Die Moral ist dort, wo auch die Kameras sind. Varietas delectat – auch der mitleidigste Mensch braucht ab und an etwas Abwechslung.

Aber unsere Freunde von Sea-Watch wären nicht mehr dieselben, wenn sie in diesem Moment nicht zum Mittel der emotionalen Erpressung greifen würden. Die Manipulationsebene der Medien haben sie längst verlassen, sie bitten nicht, sie fordern und kriminalisieren jede Gegenrede. Während „Tagesschau“ & Co. uns Bilder von Frauen und Kindern in Not zeigen – obwohl wir mittlerweile genau wissen, dass hauptsächlich junge Männer kommen werden – und so unser Mitgefühl erregen wollen, hält sich die junge Generation der Weltenretter längst nicht mehr mit mehr oder minder subtilen Botschaften auf. Sie fordert ohne Umschweife und diskutiert auch nicht über die Begründung:

(Screenshot:Twitter)

Wir alle kennen mittlerweile die Debatte über die Migrationsanreize, welche durch die sogenannte Seenotrettung entstanden sind. Ebenso ist bekannt, dass Schlepper in Nordafrika den Migranten Unsummen abknöpfen, um sie dann in billige Schlauchboote zu pferchen. Bei Sea-Watch jedoch argumentiert man, als seien alle diese Menschen gezwungen worden, ins Mittelmeer zu springen – „Die Armut, das Klima, Sie wissen schon!„. Die Schlepper verkaufen Illusionen an eine Kundschaft, die nur zu gern glauben möchte, dass in Europa das Ende des Regenbogens mit dem Topf voll Gold liegt.

Aber es ist nicht nur diese „Branche“, welche das totalitäre „Mach mit oder du bist ein Schwein„-Spiel mit uns treibt. Auch Umweltschützer und Lockdown-Begeisterte gehen mit großer Selbstverständlichkeit davon aus, die einzige Wahrheit nicht nur zu besitzen, sondern sie auch gegen alle demokratischen Prinzipien durchsetzen zu dürfen. Debatte war gestern, heute zählen Action, Lärm und auch Verbote. Abseil-Kommandos von Autobahnbrücken scheren sich nicht darum, ob Autofahrern etwas zustoßen könnte, normale Bürger mutieren zu Hilfssheriffs in Sachen Lockdown und Annalena Baerbock möchte mit Verboten Innovationen fördern.

Nächstes Verbot setzt die Deadline

Es denkt sich so gut, wenn einem beim Forschen das nächste Verbot die Deadline setzt – oder man gleich zum Planetenkiller erklärt wird, wenn man kritische Fragen stellt. Leider hat diese Dreistigkeit bei der jungen Generation an Popularität gewonnen, es vermittelt ihnen das Gefühl, es werde „etwas getan“ und nicht lästig diskutiert. In ihrer andauernden „fünf vor zwölf“-Stimmung stehen sie ständig mit einem Bein in der Diktatur, als Mitläufer und kleine Diktatoren in Personalunion. Und so sehen sie es auch als selbstverständlich an, die aus ihren Ideen geborenen Arbeiten an das Volk abzuwälzen. Ein großer Denker muss sich weder mit Details noch mit schnöder Planung von Ressourcen herumschlagen.

Druck in dieser Form wirkt bestenfalls abschreckend – als würde man in der Einkaufszone genötigt, etwas in die Spendenbüchse einer dubiosen Hilfsorganisation zu stecken, weil man sich sonst wie ein Schwein fühlt. Auch wenn man genau weiß, was an der Sache faul ist. Schlimmstenfalls jedoch lassen sich Menschen um des lieben Friedens willen einschüchtern, weil sie befürchten, im moralischen Abseits zu stehen.

1 KOMMENTAR

  1. Lese seit gut 14 Tagen hier mit und freue mich immer über den klugen Finger, der in die Wunden unseres Landes gelegt wird. Wer brauch schon die Siffmedien, wenn es Seiten wie diese hier gibt. Respekt!

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