Eine Woche Krieg oder: Von Kindern, die in Brunnen fallen (I)

Ein erster Rück- und Ausblick / 1. Teil

(Foto:Schneidereit/privat)

Zwei Jahre Corona erweisen sich retrospektiv als Lehrstück, Feuertaufe und Intelligenztest. Der Befund, bisher nicht der omnipräsenten medialen Verführung, bestehend aus wahnhaften Falschmeldungen, abstrusen Theorien, Horrorszenarien, vagen Vermutungen und plumpen Lügen anheimgefallen zu sein, geht als kleines Zwischendiplom in die Wertung des laufenden Examina-Marathons ein. Mithin waren genau diejenigen gut beraten, die sich den gesunden Menschenverstand, analytisches Denken und vor allem eine lebensnotwendige Distanz zu diesem grotesken Veitstanz erhielten. Der pandemische Spuk ist zwar noch nicht vorbei – wurde aber vor sieben Tagen urplötzlich und ungeahnt durch ein weit realeres und bedrohlicheres Szenario vom Sockel gestoßen. Knallharte Realität setzt sich gerade durch. Plötzlich ist Krieg – und Krieg erdet. Das klingt zynisch, ich weiß.

Schlagartig scheint der Corona-Gaul totgeritten. Der aktuelle Krieg bietet den, angesichts der nun auch in den Mainstreammedien immer weniger zaghaft kommunizierten, offenkundig gefälschten Zahlen, getürkten Statistiken, erlogenen Horror-Szenarien, von kalter Angst heimgesuchten Polit-Drahtziehern eine ideale Fluchtgasse. Während man demnächst, so meine Prognose, Deutschlands pathologischen Oberpaniker Lauterbach bauernopfernd als Corona-Alleinverantwortlichen medial kreuzigen, vierteilen oder teeren und federn wird, bleiben eine zukünftige Anklage und Verurteilung der tausenden für die Corona-Lügenverbrechen Verantwortlichen vermutlich ein frommer Wunschtraum. Einzig das Zwangsimpfungsgesetz wird bis Mitte März noch schnell im medialen Abseits durchgepeitscht, das lässt man sich nicht nehmen. Rettender, ablenkender und sowieso zeitlich perfekter hätte jedenfalls für diese Menschenrechtsverletzer, die uns alle mit ihren Repressalien geknechtet und uns Freiheit und Grundrechte entzogen haben, dieser Krieg nicht eintreten können. Welch bitter-ironische Koinzidenz. Innerlich höre ich gerade hysterisches Gelächter und knallende Champagnerkorken aus Berlin.

Seit vergangenem Donnerstag, jener neuen Geschichtsbuch-Marke also, hört meine mentale, innerliche Alarmklingel jedenfalls nicht mehr auf zu läuten. Konzentration, zwischen-den-Zeilen-Lesen und innere Distanz sind gefragt, um Fakten von Fake, Beweise von Beschiss und Wahrheit von Wahn zu trennen. Ich bin gegenwärtig, schon aufgrund der unsäglichen Berichterstattung, nicht in der Lage, zur Kriegsthematik eine radikale Position zu entwickeln oder gar eine Front zu eröffnen. Dies gebe ich gleich zu Beginn kund – und erspare damit dem wie auch immer getriggerten und echauffierten Leser die nachfolgende Lektüre. Die Radikalen dürfen also ab hier, mangels Futter, nonchalant wegklicken.

Professionell erzeugte Übelkeit

Das Problem ist: Nicht einmal die Wahrheit klingt heute mehr ehrlich. Genauer als je zuvor bei einem solch hochkomplexen Thema warte ich seit Tagen ab, beobachte, höre zu, sauge Informationen auf, relativiere. Zusätzlich werfe ich meine eigenen, mageren Erfahrungen zum Thema Russland, in Form einer Kindheit im kommunistischen, deutschen Osten, mehr als einem halben Dutzend Moskau-Aufenthalten in den Achtziger- und Neunzigerjahren, sowie rezenten, intensiven Gesprächen mit einem guten Freund mit mehr als zwanzig Jahren Russland-Expertise mit in die Waagschale. Was sich daraus ergibt, will ich im Folgenden versuchen, zu skizzieren.

Man hört und liest ja gerade die verrücktesten Dinge. Russland will umgehend die freien Medien, explizit Facebook, im eigenen Land teilweise einschränken, um “Falschinformationen” zu verhindern (ok, derlei Maßnahmen sind uns kritischen Facebook-Schreibern in deutschen, “demokratischen” Gefilden nur allzu vertraut); die komplette Abschaltung der Plattform ist wohl nur noch eine Frage von Tagen. Telegram wird sicher schon in Kürze das gleiche Schicksal ereilen. Apropos soziale Medien: Jemand schrieb treffend, dass Donald Trump wahrscheinlich noch heute auf Twitter wäre, hätte er nur die Ukraine überfallen. Klingt irgendwie schlüssig – denn Wladimir Putin besitzt schließlich weiterhin seinen Twitter-Account – mit stolzen 1,2 Millionen Followern.

Wie ist er denn, der Stand? Da, wie inzwischen eigentlich jedes Kind weiß, das erste Opfer des Krieges stets die Wahrheit ist, läuft erwartungsgemäß die Propagandamaschine auf beiden Seiten der Frontlinie auf Hochtouren. Nach Angaben der Ukrainer hat die russische Armee bereits mehrere Tausend Tote zu beklagen, während das russische Kriegsministerium noch bis vorgestern behauptete, es sei kein einziger Soldat gefallen. In den deutschen Öffentlich-Rechtlichen laufen derweil 4 und 7 Jahre alte, völlig artfremde Videos und Bilder von zerbombten, brennenden und zerstörten Häusern, welche rotzfrech als “aktuelle” Kriegsdokumente präsentiert werden – was dann auch kleinlaut eingestanden werden muss. Die nackte Wahrheit ist nicht furchtbar genug – da muss schon aufgepeppt und nachempört werden. Es ist zum Brechen.

Zerebrales Potpourri

Wem die professionell erzeugte Übelkeit noch nicht reicht, der kann sein allgemeines Unwohlsein noch potenzieren, indem er sich dieser Tage in die Untiefen der Social Media begibt. Wenn man dachte, die Mega-Trigger Migrations-Chaos, Klima-Religion und zuletzt Corona-Kult (als DER Spaltpilz schlechthin) seien, was die altbekannte “divide et impera”-Taktik angeht, nicht mehr zu toppen, hat sich mächtig geschnitten. Nicht nur, dass sich überraschend viele der zertifizierten Facebook-Virologen quasi über Nacht zu Ukraine-Experten umgeschult haben. Es wird nun auch (liegt es an Pulverdampf und Krieg?) verbal noch weit schärfer geschossen als je zuvor. Das zerebrale Potpourri ist verblüffend: Von Bibelzitaten der Gläubigen, die wie eh und je betend auf Hilfe von “oben” warten (als ob “Götter” je Kriege verhindert hätten) bis hin zu den ganz Rauhbeinigen, die Russland umgehend mit Atomraketen “einebnen” wollen, liest man alles. Die “Entfreundungs”-Infektion ist allerdings der Gipfel – und weit virulenter als Corona. Kleine Auswahl gefällig? Hier etwas Dum-Dum-Munition für Dummies:

  • “Ist noch jemand in meiner Liste, der den russischen Angriff rechtfertigt?”
  • “Ich habe das noch nie getan, weder bei Migrationsthematik, noch bei Klima oder Corona, aber jetzt ist es soweit: Ich bitte höflich all jene, die Putins Angriffskrieg gutheißen, sich aus meiner Freundesliste zu entfernen!”
  • “Alle Putinversteher können hier verschwinden!”
  • “Wer nicht begreift, daß Putin nur einen Befreiungsschlag führt, möge sich aus meiner Freundesliste verabschieden!”
  • “Alle NATO-Trolle mögen von meiner Freundesliste verschwinden!”
  • “Wer die Faschisten in der Ukraine unterstützt und nicht erkennt, daß Putin der Befreier ist, darf hier gern verschwinden!”

Auf den Fan-Kommentar „Die fantastische Ansammlung von geistig vollkommen derangierten Putin-Arschkriechern ist überall” schreibt gar ein landesweit bekannter Rechtsanwalt auf seiner Facebook-Seite (der sich ansonsten vehement und erfolgreich gegen Sperrungen und Löschwahn auf den Sozialen Plattformen einsetzt und bisher eigentlich durch überdurchschnittliche Eloquenz sowie Intelligenz auffiel) dies: „Weil sie aus den Trollfabriken los gehetzt werden wie die Orks”.

Ändere Dein Profilbild! Zeige Flagge für die Ukraine! Sammelt Unterschriften! Liked Anti-Putin-Seiten! Stellt die Heizung aus! Gemeinsam gegen russisches Gas! Frieren gegen Putin!

Wow – so viel Haltung, so viel Mut allerorten – und so viele Helden!

Nun ist sie also doch gekommen, die offenbar ultimative, finale Spaltung, die sich niemand, der Corona miterlebt und -kommentiert hat, je derart potenziert hätte ausmalen können.

Fanpost für die falschen Vorbildautoren

Welches unfaßbares Bashing seit einer Woche unseren besten Autoren, explizit hier in den alternativen Medien von Teilen ihrer “aufgeklärten” Fangemeinde entgegenschlägt, macht schlichtweg sprach- und fassungslos. Jene Leser, die über Jahre tausende ihrer exzellenten Artikel inbrünstig lasen, teilten und verbreiteten und die Verfasser bis in den Heldenstatus erhöhten, schreiben nun Sätze wie “Ich habe den entsorgt!”, “Der wurde von mir dauerhaft entfernt!”; “Der hat Follower gesammelt, um jetzt seinen Putinhass zu verbreiten!”; “Der Reitschuster ist auch ein falscher Fuffziger!”; “Mit Geld wird jeder zum Wendehals”; “Hab gestern Reitschuster und Tichy deabonniert”; “Matissek hab ich heute auch entsorgt – das war jetzt überfällig”; “Hab Tichy und Reitschuster geblockt, denen hat man ins Gehirn gesch…”.

Ich hätte noch ein Dutzend dieser Blüten auf Lager, aber ich erspare es dem Leser. Verbal- und Geistesentgleisungen von angeblich wachen, aufgeklärten, toleranten Zeitgenossen – und viele davon in meiner Freundesliste. Absolut schockierend, unsagbar traurig, maximal lehrreich.

Muss ich wirklich kurz erinnern? Boris Reitschuster blickt auf eine 20-jährige Russland-Erfahrung zurück, war davon allein 16 Jahre lang Leiter der Moskauer „Focus”-Zentrale, wo er wegen seiner investigativen Arbeit, auch über Russlands Putin-Regime, Morddrohungen erhielt. Als Autor zweier viel beachteter Bücher über den russischen Präsidenten gilt er im In- und Ausland als eine der fundiertesten Instanzen in Sachen Putin. Wenn ich mich also über Russland informieren möchte, höre ich beispielsweise einem Herrn Reitschuster allein schon deshalb weitaus genauer zu, als irgend einem neu aufgeploppten Facebook-Russlandexperten mit dem Smiley-umsäumten Fünfzeiler über dem markigen Putin-Zitat.

Mit dem Ukraine-Konflikt spaltet sich nicht nur die Opposition, sondern die gesamte Gesellschaft also nun ein weiteres Mal – und die Regisseure der New World Order sitzen live als Zuschauer im Designersessel, futtern Popcorn zum Champagner und klatschen sich auf die Schenkel vor Lachen, während hier, in diesem infantilen, globalen Sandkasten, inzwischen auch noch die letzten vermeintlich Vernünftigen komplett den Verstand verlieren. Welch eine triste Freak-Show…

Während sich auf Social Media immerhin nur entfreundet wird, sprengt da draußen derweil die Haltungsrealität jegliche Fantasie (oder sollte ich Schreckensvisionen sagen?). Hierzu auch ein paar Beispiele gefällig?

Die gute, alte Hexenjagd

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat am Dienstag allen Ernstes den russischen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, wegen des „barbarischen Akts des russischen Machthabers Putin” entlassen. Laut den Worten Reiters hätte sich der Dirigent “eindeutig gegen den russischen Angriffskrieg positionieren müssen”. Auch die Star-Sopranistin Anna Netrebko verlor nun (man vermag es tatsächlich nicht zu glauben) bei der Bayerischen Staatsoper ihren Vertrag “wegen fehlender ausreichender Distanzierung zum Putin-Krieg”. Auch Musik ist offenbar Politik – okay, das war mir nicht klar.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will nun russische und weißrussische Sportler (bei „Bild“ heißen sie seit Montag übrigens nur noch abfällig “Russen-Sportler”) ausschließen. Ein politisch korrektes Wirtshaus in Deutschland will Menschen mit russischem Pass stante pede Zutritt und Bewirtung verwehren, andere ziehen bereits nach. Ein unglaublich mutiger Kieler Edeka-Markt verbietet Herrn Putin ab sofort den Einkauf in seiner Lebensmittelfiliale. Ein Berliner Taxifahrer wirft russische Fahrgäste aus seinem Auto. Ein Bäckerladen (neudeutsch “Back-Shop”) tauft seine “Russische Zupfschnitte” per schwülstig-gratismutigem Rundschreiben in eine korrekte “Zupfschnitte” um. Ein tapferer Gastronom schreibt auf Facebook, gesäumt von einem Dutzend Ukraine-Fähnchen: “Wir müssen in ganz Europa sofort ein Einreiseverbot für russische Staatsbürger verhängen und bestehende Visa stornieren. In den Restaurants und im Hotel Schlegel Gastronomie werden keine russischen Touristen mehr aufgenommen.” Darunter 53 Likes. Keine Dislikes.

Mit anderen Worten: Russe sein ist heute das neue “Ungeimpft”. Ja, wir sind gut im “Zeichen setzen”. Diese mit Abstand heldenhafteste Tugend unserer Zeit gilt bei uns offenbar einhellig als die todbringendste Allzweckwaffe gegen jegliches Böse.

Russe sein ist das neue Ungeimpft

Stellt Bahlsen nun die Produktion von Russischbrot-Keksen ein? Kippen wir ab morgen russischen Wodka und Kaviar in die Gullies, so wie die Amerikaner mit französischem Wein verfuhren, nach der Kampfbeteiligungsabsage Frankreichs während des Golfkrieges? Werden jetzt “Kalinka” und “Katjuscha” aus den Liederbüchern und Borschtsch nebst Pelmini aus den Kochbüchern getilgt? Werden nun Tolstois, Dostojewskis, Tschechows und Puschkins Werke öffentlich verbrannt? Erhalten der Donkosaken-Chor und „Pussy Riot” nun Einreiseverbot bei uns? Werden kommende Woche endlich die russischen Kosmonauten per Bodenanweisungsbefehl aus der ISS-Luftschleuse ins Weltall-Vakuum geschubst, weil sie sich nicht in einer ihrer wenigen Arbeitspausen gegenüber ihren amerikanischen und europäischen Astronautenkollegen klar gegen Putins Krieg positioniert haben? Auf der seriösen Astronomie-Info-Seite von “Sterne und Weltraum” lese ich gerade allen Ernstes: “Rein technisch könnte es möglich sein, den westlichen Teil der ISS abzukoppeln. Es wäre aber weder einfach noch gefahrlos. Auch würde es nicht reichen, bloß ein paar Bolzen zu lösen, um sich in der internationalen Raumfahrt wirklich zu trennen.” Ich kann, als leidenschaftlicher Raumfahrt-Begeisterter, schlichtweg nicht fassen, was ich da lese – oder ich will es nicht wahr haben. Bitte sagt mir, dass ich nur träume.

Der Medienkrieg läuft, wie erwartet, mittlerweile auf Hochtouren. Gefühls- und Haltungsjournalismus haben die Lufthoheit über das Ukraine-Problem noch weit vor den russischen Flugzeugen übernommen. Selensky ist der Held, Putin der Teufel. Selbst der senile Biden macht plötzlich wieder eine gute Figur. Wie schnell Vergessen und Verdrängung einsetzen, erleben wir gerade als ultimatives Lehrstück.

Ich merke, wie ich Distanz suche zu den Putin-Verharmlosern, die in allem Bösen auf dieser Welt immer nur Amerika sehen – und letztlich doch nur auf die andere Seite der Propaganda-Fratze hereinfallen, wie ihre vermeintlichen Antagonisten. Distanz suche ich allerdings auch zu den lautstark trompetenden, gratismutigen Opfern der Staatspropaganda, jenem Herdenvolk, das sich bereitwillig vor den Karren unserer opportunistischen, wendehälsigen, rückgratlosen Politiker und Führer spannen lässt, während es deren vorgefertigte Fließband-Parolen blökt, deren gefälschten Bildern und Berichten glaubt und in den bequemen Mantel der korrekten Haltung schlüpft, den ihm die bezahlte Medienindustrie mit ihrem ebenso gefälschten Lächeln hinhält. Ich suche Distanz zur Lüge, wo immer es nur geht. Denn zu spärlich sind wahre Informationen. Viel zu groß daher ist mein Misstrauen.

Ein wenig Horizonterweiterung

Einem General a.D. der Bundeswehr hätte ich womöglich vor 20 Jahren aus irgendeiner persönlichen Abneigung heraus keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt. Heute ertappe ich mich, wie ich auch hier genauer hinhöre:

“In Putins Ukraine-Ansprache war das erste Mal die Rede davon, daß Präsident Putin der Ukraine das Souveränitätsrecht abspricht. Er sagt also, sie haben im Grunde kein Lebensrecht. Das wäre so, als würden sie einem Nachbarn die Menschenrechte absprechen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann spricht Präsident Putin von Entnazifizierung und Entwaffnung. Er will also Tabula rasa machen. (…) Präsident Putin strengt doch sehr die Geschichte an, in dem er sagt, er muß jetzt einmarschieren. Üblicherweise sagt man, ich muß einmarschieren, weil ich angegriffen wurde. Aber er hat die Frechheit zu sagen, er müsse einmarschieren, um einen ‘Genozid’ zu vermeiden. Als würden dort pausenlos irgendwelche russischen Bürger umgebracht werden, wie damals in der Nazizeit. Er greift zu diesem Vokabular, um die Nationalisten hinter sich zu bringen. Also zu einer Fake-Story. Damit ist er nach unserer Redensart ein Kriegsverbrecher.” Soweit der General a.D. Hans-Lothar Domröse in einem aktuellen Interview.

Wenn Wladimir Putin also behauptet, die Ukraine von heute sei eine Erfindung der Bolschewiken und Lenins und gehöre selbstverständlich seit jeher zu Russland (viele seiner hiesigen Freunde finden diese Aussage völlig in Ordnung), dann hieße dies im gleichen Duktus, zu Deutschland gehören – in den Grenzen von 1400 – Holland, Brabant, Burgund, Provence, Toskana, Mailand, Mähren, Luxemburg und Pommern! Oder gleich zurück ins Jahr 962, zur Kaiserkrönung des Deutschen Otto I. – und auf ins Heilige Römische Reich Deutscher Nation, was ganz Südfrankreich und weite Teile Italiens einschließt.

Wie aberwitzig ein derartiger Geschichtsrevisionismus anmutet, muss an dieser Stelle (hoffentlich) nicht erörtert werden. Unbestritten dagegen ist: Wenn man sich verargumentierend nur weit genug retrograd in der Historie bewegt, lässt sich letztendlich jegliche politische Handlung der Gegenwart und Zukunft punktgenau legitimieren.

Kulissen, Helden und Pannen

Heute ist es die Ukraine; aber wie steht’s in Zukunft mit dem Baltikum? Gerade die Letten, Esten und Litauer beschäftigt diese Frage – die für sie eher eine dringende Sorge ist – verständlicherweise momentan sehr. Es sind schließlich ehemalige Sowjetrepubliken und gehören damit, nach Putins Verständnis, ebenfalls zum Zarenreich/Sowjetunion. Wie die „Kronen-Zeitung” berichtet, droht Russland inzwischen sogar bereits Finnland bei NATO-Annäherung mit “schwerwiegenden militärischen und politischen Auswirkungen”. Dies erklärte das russische Außenministerium bereits am vergangenen Freitag. Wenn Finnland angesichts derlei unverhohlener Drohungen nun tatsächlich und erst recht über eine NATO-Mitgliedschaft nachdenkt, dann ist dies, meiner Ansicht nach, durchaus nachvollziehbar. Fakt ist: Was territorial und strategisch dem Westen nützt, kann für Russland nur von Nachteil sein – so verhält es sich allerdings auch umgekehrt. Leider ein argumentatives Patt.

Es ist ein Medienkrieg, wie gesagt. Ich vertraue unserer Berichterstattung, wie bereits angemerkt, nicht die Bohne. Doch machen wir uns nichts vor: Explizit russische Kommunikation besteht seit jeher aus Verleugnung, Wahrheitsverdrehung, Geheimhaltung, plumper Lüge und gnadenloser Fälschung. Gewiss: Kein politisches System ist frei davon. Russland (aka: die ehemalige Sowjetunion) hat diese Unsitte jedoch bis zur traurigen Perfektion getrieben. Im Osten sozialisiert und, wie schon gesagt, mit dieser Propaganda aufgewachsen, weiß ich ein ganzes Stück weit, wovon ich hier rede. Der landläufig bekannte Begriff der “Potemkin’schen Dörfer”, also der Vorspiegelung falscher Tatsachen, Installation von Attrappen und Kulissen sowie das Vortäuschen von vermeintlichen Erfolgen mittels verschleiernder Terminologie und grotesker Verdrehung von Begriffen und Fakten, entspringt nicht von ungefähr russischem Wesen und Historie.

Dass der Westen hier “qualitativ” ordentlich aufholt, zeigt sich allerdings in seiner verzerrenden Ukraine-Präsentation. Dass der Putsch in der Ukraine einschließlich des Maidan-Chaos in 2014 maßgeblich von den USA finanziert wurde – geschenkt. Dass lupenreine Nazis als “Asow-Brigaden” in militärischen, ukrainischen Verbänden eingebunden sind, die nicht einmal einen Hehl aus ihrer kruden Weltanschauung machen – egal. Dass auch in der “friedlichen” Ukraine Kriegsverbrecher, Mörder, mafiöse Oligarchen zu Ämtern und Ehren gelangen – reden wir lieber nicht drüber. Dass Behörden, Beamte, ja die gesamte ukrainische Justiz seit Jahren im Sumpf der Korruption versinken – wen kümmert’s.

Gestählter Whataboutism

Wer diese pikanten Details nicht wahrhaben will, verschließt leider genauso die Augen vor der Realität wie die vielen Putin-Verharmloser, die mit gestähltem Whataboutism stets das gewohnte Dauermantra zücken: “Die USA sind da aber nicht einen Deut besser. Auch die versuchen nur, ihren Arsch zu retten!” Nein, sind sie nicht. Ja, versuchen sie. Das weiß ich auch. Aber darum geht’s gerade nicht.

In einem exakt ein Jahr alten Artikel der „Süddeutschen Zeitung” vom 25. Februar 2021 findet sich übrigens ein erhellender Text mit dem Titel: “Korrupt wie eh und je” zur Person Wolodymyr Selenskij, dem heutigen, gefeierten Sympathieträger und Helden der Ukraine. Darin heißt es: “Selenskij führt das postsowjetische Herrschaftssystem fort und akzeptiert Korruption und Rechtlosigkeit im Austausch dafür, dass er und sein Apparat weitgehend die Kontrolle behalten. (…) Jetzt will sich der Präsident auch das halbwegs unabhängige Anti-Korruptions-Büro Nabu unterstellen, weil es zu Recht gegen mehrere Mitarbeiter Selenskijs ermittelt. Würden in der Ukraine nicht Milliarden geklaut, bräuchte das Land keine Kreditmilliarden aus dem Westen.

Mensch, das ist doch schon ein Jahr her. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Hier steht er, der Erlöser Selenskij – der ruhmreiche Gegner von Kriegsverbrecher Putin! Wisst ihr, was all das ist? Freundlich gesagt: Infofutter für Teletubbies – und es beleidigt den Verstand jedes einigermaßen intelligenten Menschen. Sorry – aber bitte verarscht uns nicht!

Putin hat sich verzockt – und der Westen setzt auf Regime-Change

Was dagegen vermutlich stimmt: Putin hat sich mit seinen anachronistischen Zarenreich-Attitüden verzockt – oder ist in die Falle getappt, je nachdem, wie man das sieht. Der Westen nutzt das – und forciert nun mit aller Vehemenz und Intensität einen Regime-Change. Dieser Krieg, mit dem sich das größte Land der Erde irreversibel vom gesamten Rest der Welt isoliert hat, könnte diesmal womöglich tatsächlich das Ende der russischen Föderation bedeuten. Putins Animositäten hinsichtlich der westlichen Sphäre waren und sind, aus seiner Sicht, gewiss nachvollziehbar. Eine Rechtfertigung für den Einmarsch in die Ukraine, bei dem er nur verlieren kann, sind sie deshalb noch lange nicht. Geschehen ist es trotzdem.

Ich weiß nicht, ob ich die Lage hier zu pessimistisch sehe, aber womöglich sollte unser aller Sorge darin bestehen, dass ein in die Enge getriebener Herrscher und Despot, sich seines eigenen finalen und unabwendbaren Untergangs gewahr, bald schon irrationale und für die gesamte Welt verheerende Entscheidungen trifft. Er wäre nicht der erste Machthaber, der, im freien Fall befindlich, alles um sich herum ins Chaos reißt. Ich hoffe inständig, ich liege mit meinen Ängsten falsch.

Am Rande: Den Putin-Verteidigern möchte ich an dieser Stelle eine nicht allzu kleine Bombe ans Herz legen. Hierbei handelt es sich um einen vom russischen Propagandaministerium vorgefertigten Text, der durch eine Panne bei einem russischen Staatsmedium kurzzeitig verfrüht ins Netz gelangte. Hierin wird in unverhüllt propagandistischen Tönen ein Sieg Russlands über die Ukraine proklamiert. Er gibt zudem einen umfassenden Einblick in die ideologischen Motive des Kremls. Es hat nicht den Anschein, dass es sich hierbei um westliche Kriegspropaganda handelt – denn über den Internetdienst “Wayback Machine” ist der Artikel noch abrufbar (siehe hier).

Teil II dieses Artikels folgt morgen.


Auf Ansage schreiben unterschiedliche Autoren mit ganz unterschiedlichen Meinungen zum Russland-Ukraine-Konflikt. Die Ansichten des jeweiligen Verfassers geben daher nur dessen persönliche Meinung wieder, nicht die der Redaktion.

12 Kommentare

  1. Bla, bla, bla ….
    was rauskommt ist: Putin kassiert die GANZE UKRAINE ein
    und fertig!
    Ihr werdet sehen, dass das kommt.

  2. „Der aktuelle Krieg bietet den, angesichts der nun auch in den Mainstreammedien immer weniger zaghaft kommunizierten, offenkundig gefälschten Zahlen, getürkten Statistiken, erlogenen Horror-Szenarien, von kalter Angst heimgesuchten Polit-Drahtziehern eine ideale Fluchtgasse.“

    Früher, vor 100 Jahren
    „Der Wahrheit eine Gasse“

    Heute
    Den Lügen eine Autobahn“

    Man könnte auch unterstellen, daß die Marionetten, „Politiker“, den Krieg befehlsgemäß angefangen haben oder zumindest die ukrainischen Stellräder drehten und damit Putin unter Handlungszwang setzten. So oder so, es ist eine Auftragsarbeit, aber „Corona“-Ende ist nur ein Nebenaspekt. Hier soll die Erschaffung der Weltregierung vertuscht werden. Der Putsch über die WHO und deren weltweites Ermächtigungsgesetzt bezüglich „Plandemie“, welches gerade in Arbeit ist und für alle Staaten verbindlich sein soll.

    Sollte das weiter unten im Artikel stehen, so weit bin ich noch nicht.

  3. Putin hat sich mit seinen anachronistischen Zarenreich-Attitüden verzockt – oder ist in die Falle getappt, je nachdem, wie man das sieht. Der Westen nutzt das – und forciert nun mit aller Vehemenz und Intensität einen Regime-Change.

    Der Trottel ist voll in die Falle getappt und voll in das Loch das ihm die Amis und die deutschen Flitzpippen gegraben haben getappt. Da kommt der auch nie wieder raus, also Angriff nach vorne.
    Die Deutschen liefern die Waffen und die Amis reiben sich die Hände. Übrigens sie verkaufen uns auch noch ihr Frakinggas und Öl, damit die Transformation schneller veranngeht.

    Und wieder haben die Deutschen nichts gelernt, werden medial mit allen möglichen Lügen versorgt und glauben alles, was man ihnen vorsetzt. Der arme Russe ist jetzt das neue Corona! Rote Linien gibt es ja nicht mehr, laut Scholz und man kann nur hoffen, dass Putin noch einen Funken Anstand besitzt. Sonst gute Nacht ihr Schlafmützen.

  4. Alles was die deutsche Lügenpresse an Nachrichten verbreitet ist erstunken und erlogen. Gedanken darüber, ob die Lügenpresse irgendwas Wahres zwischen ihren Lügen berichtet, erübrigen sich.

  5. Somalia hat sich in der UN-Vollversammlung der Verurteilung Russlands verweigert ! Ich fordere deshalb einen Einreisestopp für somalische Asylbetrüger.

  6. @Schlagartig scheint der Corona-Gaul totgeritten.
    Genau – scheinbar !
    Im Herbst – oder alternativ nach dem Ukraine-Krawall, wird bei der nächsten „Plandemie“ die Spritzpflicht ausgerufen – egal ob CORONA oder Q-Virus oder Marburg oder einer, der heute noch keinen Namen hat – falls notwendig, auch aus dem Labor.

  7. Ja, so ähnlich geht es mir derzeit auch. Und einem der aus meiner Sicht unsachlichsten Leser hier, der gerne informiert und ein besonderes Jahr mag, dem bin ich dankbar. Warum? Weil ich der Gefahr, auch in der Blase zu verrotten, entgangen bin, mich neben das Schachbrett stellen kann.

    Gedankensplitter – was mir so durch den Kopf geht:
    Es gibt eine Netflixserie Die Barbaren. Über die Qualität mag man trefflich streiten, doch beinhaltet sie 2 Sätze. Armin sagt nach der Schlächterei zu seinem Mitstreiter – Wenn ich König bin, mache ich Dich zum Chef meiner Leibwache. Der antwortet – Wenn Du dich zum König aufschwingst, werde ich Dich als erster töten. Seit Armin wohnt den Germanen einerseits der Verrat inne und die Gemanen legten aber andererseits vielfach mehr Wert auf Ihre Freiheit, als auf möglichen Wohlstand.

    Bei Stefan Zweig kann man die Sternstunden der Menschheit lesen. Ein Pizarro hat mit wenigen Getreuen eine riesen Inkareich bezwungen. Oder, wer hat Nordamerika erobert? Das waren Männer, die sich mit so gut wie nichts in eine für sie völlig Fremde Welt begeben haben, von der Sie keine Ahnung hatten, wie diese 2 Tagesreisen weiter ausschaut und welche Gefahren dort lauern.

    Die großen Familienunternehmer – ja, als sie dann groß waren, da war es leicht sie als Kapitalisten zu verteufeln, als sie sich in das Abenteuer Unternehmertum bewegten, da wussten Keiner, ob es nicht schief geht. Ein Rudolf Diesel z.B. ging über Bord, nachdem es ihm wahrlich nicht gut ergangen war.

    Was will ich damit sagen?
    All diese Beispiele zeigen, dass im Menschen 2 Seiten wohnen, auf der linken Schulter sitzt der Teufel, rechts der Engel. Welch unglaubliche Strapazen nahmen die Spanier auf sich, welch Kameradschaft wohnte ihnen inne. Und wie grausam und goldgierig waren sie!

    Und es zeigt, dass der Mensch nicht gleich ist. Es zeigt auch, dass Wenige schon immer dafür zuständig waren, wie es der Masse erging. Schauen Sie mal in ein kleines oder mittleres Unternehmen, keinen Konzern. Da kann man schnell sehen, wer die Leistungsträger sind, von denen der Erfolg abhängt. Sind meist nur Wenige. Mancher sagt, verteile 0 Uhr allen Reichtum der Erde gleich, 00:05 gibt es arm und reich.

    Heute haben wir eine Wohlstandsgesellschaft, sie bietet aber nur materiellen Wohlstand. Und sie hat noch ein anderes Problem. Früher glaubten die Menschen an Gott und ein Leben danach. Heute glaubt die Masse, wir sind ein PC und ist er kaputt oder der Stecker gezogen, wird es dunkel, Ende, aus. Manche meinen, deshalb versuchen wir Gott zu spielen und wollen so lange wie möglich leben. Deshalb läuft auch diese irre RNA DNA-Schoße, man nimmt Millionen Tote in Kauf, um zur Erkenntnis zu gelangen, wie Gott programmiert.
    Ich bin geneigt, dem zuzustimmen. Aus eigener Erfahrung. In den letzten 10 Jahren sind alle Älteren meines Clans gegangen, teilweise viel zu früh. Das hat mich mitgenommen, ich habe mich wieder mit der Bibel befasst und Jesus. Und mit moderner Physik, soweit ich das verstehen kann. Und ja, ich hatte das letzte Mal Religionsunterricht im Vorschulalter. Was soll ich sagen, ich glaube daran, das mit dem Tod nicht alles endet, natürlich will ich noch lange hier bleiben, es ist ja interessant, was dieses Jahrhundert läuft. Aber wenn es soweit ist, bin ich auch neugierig auf das, was da noch kommt. Für mich gibt es eine Schöpfung, muss ja nicht der Kerl mit dem Bart sein, aber es gibt sie und wir wissen gar nichts.

    Wenn wir bei Gott sind, die katholische Kirche hat früher eine wesentliche Rolle gespielt, ja, sie hat viele Menschen auf dem Gewissen und es gibt den Spruch, halt Du sie dumm, ich halt sie arm. Das alles ist richtig, aber die Kirche hat auch eine ganz wesentliche soziale Aufgabe wahrgenommen, hat Sinn, Halt gegeben und geholfen und das Mittelalter war längst nicht so dunkel, wie man uns weiß machen will.
    Ja, die Menschen waren an das Dorf ihrer Herrschaft gebunden, aber glaubt jemand ernsthaft, das die Menschen nicht trotzdem wechselten, auch ohne die Obrigkeit zu fragen? Und wenn dem Mann die Frau wegstarb und er saß mit einem Haufen Kinder da, da sorgte gar oft der Pfarrer dafür, dass der Mann ganz schnell wieder unter die Haube kam, schon der Kinder wegen.
    Und die weltliche Obrigkeit, die durfte es auch nicht übertreiben, sonst wurde die Sense hochgestellt.
    Was alles nicht die Bauernkriege etc. verneinen will.

    Ja, auf dem Dorfe ist natürlich leichter für Ordnung zu sorgen, als in der großen Stadt. Richtig, aber der Mensch liebt die Stadt, nicht nur, weil dort mehr Freiheit ist, sondern auch, weil es anonymer ist. Da kann man seine dunklen Seiten eher ausleben, als auf dem Dorf.

    Fazit: Nicht der Russe ist schuld, auch nicht der Ami. Auch nicht die völlig verblödeten unfähigen (sorry) Politiker der dt. Regierung. Wir haben diese gesellschaftliche Entwicklung zugelassen, sie entweder gewählt oder sind nicht auf die Strasse gegangen, weil wir sie nicht gewählt haben, sie aber trotzdem regieren. In Sachsen ergab die letzte Landtagswahl die Mehrheit AfD und CDU. Bekommen hat Sachsen CDU, SPD, Grün. Die sind nicht auf die Strasse gegangen, sondern haben sich das gefallen lassen.
    Das ist kein Vorworf, weil, derartige gewaltige Umwälzungen, wie sie derzeit am Laufen sind, die benötigen Zeit zum Reifen.

    Wir, die Massen, der mündige Bürger müssen wieder dahin kommen, anzuerkennen, was die menschliche Natur ist. Und wir müssen lernen, wie Jesus, zu verzeihen, was aber nicht heißt, das Recht und die Moral nicht durchzusetzen, wenn es sein muss, auch mit Gewalt. Wir müssen wieder lernen, auf der Hut zu sein, vor der Unmenschlichkeit. Wehrhaft und das beißt sich auch nicht mit dem Verzeihen ala Jesus. Beides sind die Seiten einer Medallie. Und die alten Katholiken waren darin Meister. Vielleicht würde es helfen, im ersten Schritt wieder die Märchen der Grimms zu lesen, die waren ursprünglich für Erwachsene und da stehen alle Volksweisheiten drin. Ob es um Fleiß und Faulheit geht, Dummheit und Klugheit, Gerechtigkeit oder auch den Hintertriebenen, der auf Kosten des Fleißigen schmarotzen will.
    Dann ist es gut, die alten Geschichten zu lesen, die Ebert mit ihren Romanen über die Stauffer ist sehr zu empfehlen. Sie zeigt das menschliche Zusammenspiel damals wie auch heute.
    Wir müssen aufstehen und sagen, halt, hier ist schluss, statt den S.. einzuziehen und uns moralisieren zu lassen.

    So lange wir nicht bereit sind, den Menschen als Menschen in seiner Unvollkommneheit und trotzdem als göttliches Wesen anzuerkennen, uns selbst so anzuerkennen und die 10 Gebote lernen und danach handeln und demütig sind vor der Schöpfung und uns nicht anmaßen, Gott sein zu wollen, so lange werden wir in diessem Jammertal wandeln. Das ist aus meiner Sicht das Fundament. Ich würde das gleichsetzen wollen mit der Wanderun durch die Wüste unter Moses.

    Der 2. Schritt wäre die Anerkennung der menschlichen Natur als das was sie ist und die Anerkennung, dass es Ungleichheit gibt.
    Darauf aufzubauen wäre dann der Kodex der Gesellschaft. Dann gilt es, die 10 Gebote als Gesetz zu erheben, es braucht nicht mehr, keine Kilometer BHG …
    Und es kann nicht sein, dass Quoten entscheiden, sondern es gilt das Leistungsprinzip. Es kann auch nicht sein, dass Minderheiten diskriminiert werden, aber die Minderheiten haben der Mehrheit auch keine Vorschriften zu machen. Ja, ich stehe zu Familie, Nation.

    Wenn es nicht gelingt, die Gesellschaft hier neu zu formieren, dann sind wir eben am Ende unserer Zivilisation des Westens und oder der Deutschen angelangt.

    Denn wir haben ein geistiges Problem.

    Was nun die aktuelle Situation anbelangt:
    Ich kann den Reitschuster verstehen, er hat einen persönlichen Erfahrungshorizont und Putin ist durch den KGB sozialisiert. Aber damit ist alle Meinung meist auch subjektiv eingefärbt, was völlig verständlich ist, siehe oben. Nur wird er damit aus meiner Sicht den Realitäten eben nicht gerecht, soweit wir überhaupt objektiv urteilen können.
    Es ist eben schwer, gleichzeitig über Ungerechtigkeiten zu reden und über Machtpolitik, zumal letztere ersteres als Argumentation nutzt.

    Ich denke, die Geschichte lehrt, das man dem Russen mit Vorsicht und auf Augenhöhe begenen muss. Der Bär kann ein hundsgemeingefährliches unberechnbares Raubtier sein.
    Das bedeutet aber wiederum, man muss aus der Stärke heraus operieren können.
    Und wenn man dann nachhaltige Effekte möchte, dann muss man wie Bismark agieren, als der Wilhelm der 1. die Österreicher schlug, wollte er diese hart bestrafen. Der Bismark hat, wie so oft gesagt, dann tritt er zurück, der Frieden war mehr als moderat. Seit 1918 gibt es das leider nicht mehr.
    Es gab eine Zeit, da war der Putin schwach und warb um uns, da hätte man mit einem Bismark-Stil eine wundervolle Perspektive entwickeln können. Wir waren zu dumm und der Ami hat an so einer Politik logischerweise kein Interesse.

    Wir haben in unserer Arroganz gedacht, wir können ihn zum quitschen bringen und er muss hilflos zuschauen. Das hat unsere dunkelsten Triebe befriedigt. Bis, ja bis der Russe den Spieß umgedreht hat. Er weiß, wir sind mit dem Maul kilometerweit über ihm, aber real knien wir im Dreck, statt auf Augenhöhe zu sein. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, ein Bärbock will den Russen ruinieren, eine Habeck will das russische Gas, zahlen soll natürlich der Bürger, is ja nur Geld.
    Ich hab heut meiner Frau gesagt, dass is so wie, Du zertrampelst den Garten vom Nachbarn und wenn er kommt, kriegt er aufs Maul. Und dann erwarten wir, er schmeißt den Grill für uns an …

    Und ich fürchte, die letzte Woche ist erst der Anfang. Ich glaube nicht, dass wir Gnade zu erwarten haben.

    Selbst das ist an sich nicht schlimm, wenn man in der Lage ist, die Situation nüchtern zu analysieren und sein Handeln darauf abzustellen. Putin konnte das, wir nicht.

    Die Amis, nun die sind wie sie sind, Sind wir bösartig, sagen wir, es ist halt der Abschaum ausgewandert, sind wir heroisch meinen wir, das ist halt der Pioniergeist.
    Fakt ist, das Empire ging darnieder und 2 Neue stiegen auf, die Deutschen und die Amis und letztere waren cleverer, nachdem Bismark weg war, wobei der auch genug Fehler machte, weil wir eben alle Menschen sind.
    Und, wie hier und überall auf der Welt gibt es in Nord- und Südamerika eine Masse an Menschen, die wollen so wie wir auch einfach nur ihr Leben leben … siehe Trucker … und das macht mir Hoffnung, denn da ist der Pioniergeist und der Freiheitsdran der Germanen noch da.

    Mit Emphatie kommen wir hier nicht weiter, auch ein Reitschuster muss hier lernen, zu unterscheiden, in das was menschliches Leben ist und das, was Machtpolitik anbelangt, denn WENN JEMAND DIE MACHT WILL; MUSS ER SIE UNBEDINGT WOLLEN UM JEDEN PREIS KOSTE ES WAS ES WOLLE (das brachte man dem Kaiser Rotbart angeblich bei, zumindest handelte er danach),

    Aus meiner Sicht ist eine derartige Herangehensweise die einzig mögliche, funktionieren wird sie aber nicht mit unseren Politikern.

    Was nun diese Politik anbelangt, wie wollen Frieden, beweinen die Toten in der Ukraine … und was machen wir? Wir schicken Freikorps, Waffen aller Art, wir erklären dem Russen, dass wir ihn ruinieren, alle machen und und und.
    Ja, mit dieser Arroganz und Hochmuth, dieser moralischen Besserwisserei werden wir den Krieg verkürzen und Menschenleben retten.
    Aber darum scheint es ja auch nicht zu gehen, sonst würden wir Beide Seiten zwingen, am Tisch eine Verhandlungslösung zu finden. Und danach würden wir alles aufarbeiten und beiden Seiten unmissverständlich klar machen, das wir die Wiederholung der Fehler nie wieder tolerieren werden.

    Dazu braucht es Anstand und Moral Ehrlichkeit, Verläßlichkeit und Stärke.
    Alles nicht vorhanden.

  8. Tatsächlich war die Corona-Angstmaschine gerade ins Stottern gekommen, da kommt „wie bestellt“ die nächste Angstmaschine. Erstaunliches Timing. Ob die NATO diese roten Linien gerade zu diesem Zeitpunkt zufällig überschritten hat?

  9. Der beste Artikel, den ich bislang zum Ukraine-Konflikt las und der auch bestimmte Hintergründe beleuchtet, stammt von Peter Haisenko:

    https://anderweltonline.com/klartext/klartext-20221/welche-rolle-spielt-die-juedische-komponente-im-ukraine-konflikt/

    Am Abend des ersten Kriegstages führte ich mir nach Jahren erstmals wieder die Abendnachrichten zu Gemüte. Die einseitige Hetze gegen Putin und Rußland, die in dieser angeblichen Nachrichtensendung der Öffentlich-Rechtlichen geboten wurde, war unterirdisch und unerträglich.
    Ich werde mir ganz sicher keine weitere Sendung mehr ansehen.

    Aus diesem Grund wundern mich die in diesem Artikel geschilderten Reaktionen einzelner Personen gegen Rußland, Putin und hier lebende Russen überhaupt nicht! Seit mindestens zwei Jahren wird die deutsche Bevölkerung vollkommen fehlinformiert. Zudem haben zwei Jahre Corona-Angst und Bevormundung die Nerven Vieler bis zum Anschlag strapaziert. Da kommen (manipulierte) Nachrichten, die der Aggressionsabfuhr dienen, doch gerade richtig! Und wieder können sich die Falschen freuen!

  10. Die Mainstreammedien verteufeln jetzt alle Russen. Wenn man das analog auf die kriminellen Rapefugees überträgt, müsste man demnach alle Neubürger aus dem Land schmeißen, der Staat muss sich von deren barbarischen Gewalttaten dringend distanzieren, was er viel zu selten tut.

    In Putin hat man sich leider getäuscht, das muss man sich auch eingestehen (können), sein jetziges Vorgehen gegen die Ukrainer ist menschenverachtend und trifft wie immer im Krieg die Unschuldigen.
    Es sterben auf beiden Seiten völlig unbeteiligte Menschen und es entsteht unermessliches Leid. Unabhängig davon werde ich aber trotzdem weiter russische Produkte konsumieren. Die Hersteller können ja nichts für die Machtgeilheit eines Größenwahnsinnigen. Warum soll ich etwas Gutes nicht wieder kaufen und einen guten Hersteller boykottieren?

    Der Mainstream misst mit zweierlei Maß, einerseits die Kollektivschuld anwenden und wenn es unangenehm ist, wird sie verurteilt.

    Corona ist nicht vorbei, die heulen schon wieder, das die fragwürdige Inzidenz bei den Senioren wieder ansteigt, auf Corona (Zeitbasierte KI? 🙂 )ist Verlass, pünktlich vor dem 15. März steigt die Zahl wieder, um dann die Zwangsgiftspritze zu rechtfertigen. Sollte jetzt ein neues Virus auskriechen, dann wird man es garantiert den Russen in die Schuhe schieben.

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