Einseitige und falsche Berichterstattung über die Energiewende

Einseitige und falsche Berichterstattung über die Energiewende

Die „grüne“ Transformation (Symbolbild:Imago)

Die teure Energiewende wird immer weiter getrieben. Die meisten Medien bringen positive Berichte ohne Kritik. Selbst falsche Angaben werden nicht hinterfragt. Ein Artikel in der “Wilhelmshavener Zeitung” vom 12. April 2025 über “Repowering von Windgeneratoren” ist dabei beispielhaft für eine einseitige und falsche Unterrichtung über die Energiewende. Mit solchen Berichten soll die Akzeptanz gefördert werden. Sie werden von fast allen Medien verbreitet. In diesem Beispiel schreibt der Journalist Sebastian Urbanczyk über das Repowering von Windgeneratoren, die nach 20 Jahren keine EEG-Subventionen mehr erhalten. Nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) wird Wind- und Solarstrom bevorzugt in das Netz mit einer lukrativen Einspeisevergütung eingeleitet.

Ohne diese Subventionen sind selbst abgeschriebene Anlagen ein Minusgeschäft, weil der Wert des unkalkulierbaren und schnell wechselnden Stroms viel geringer ist als regelbarer Kraftwerkstrom. Herr Urbanczyk berichtet mit Bezug auf den „Experten“ Renke Harms, dem Vorsitzenden des Regionalverbandes Friesland/Wittmund im Bundesverband Windenergie (BWE) und Projektierer für das Repowering von Windkraftanlagen.

Abstruse Kosten

Zu den Kosten des Windstroms werden folgende falsche Angaben gemacht: „Die Produktionskosten für eine Kilowattstunde (kWh) betragen lediglich 6 Cent. Nach Photovoltaikanlagen ist Windkraft somit die günstigste Energieform. Atomenergie kostet im Vergleich (ohne Endlager) 20 Cent pro kWh.“ Die Einspeisevergütung für Windstrom an Land wurde von der Bundesnetzagentur für die letzten genehmigten Anlagen auf über 7 Cent/kWh festgelegt. Hinzu kommen die Kosten, um den unzuverlässigen Windstrom auf die verlangte Netzleistung zu regeln. Dazu sind Kraftwerke erforderlich, die im Teillastbereich laufen oder betriebsbereit in Wartestellung sind. Die Kapazitäten von teuren Batterien und Pumpspeichern reichen nur zum Regeln von Kurzzeitschwankungen. Für längere Windstille müssen Kraftwerke einspringen.

Die Regelkosten verteuern den Windstrom um deutlich mehr als 3 Cent/kWh. Der Ausbau der Stromnetze für den Windstrom bringt weitere kräftige Verteuerungen. Hinzu kommen die Kosten für die „Entsorgung“ von zu viel erzeugtem Windstrom. Bei Starkwind wird mit dem weiteren Ausbau von Windkraftanlagen das Netz immer häufiger überlastet. Es müssen dann Abnehmer für den überschüssigen Strom gefunden werden. Sie erhalten diesen Strom unentgeltlich oder bekommen sogar noch Geld dafür, dass sie den Strom abnehmen (negative Börsenpreise). Addiert man zu den Einspeisevergütungen für Windstrom die Regelkosten, die Speicher- und Entsorgungskosten, sowie den Netzausbau, kostet er mehr als 20 Cent/kWh. Von “preiswertem Windstrom” kann da keine Rede sein.

Falsche Angaben zur Kernenergie

Die Aussage: „Atomenergie kostet im Vergleich (ohne Endlager) 20 Cent pro kWh“ ist schlichtweg eine Falschbehauptung: Bei meiner Besichtigung des Kernkraftwerks Unterweser kurz vor dessen Abschaltung wurden mir die Kosten der Erzeugung detailliert angegeben. Es waren 3 Cent/kWh. In diesen Kosten waren auch die Rücklagen für die Entsorgung des radioaktiven Abfalls enthalten. Dies gilt für alle deutschen Kernkraftwerke, die abgeschaltet wurden. Neue Kernkraftwerke, wie das in Finnland fertiggestellte, haben nach Literaturangaben Erzeugungskosten von 12 Cent/kWh.

Dieser plan- und regelbare Strom ist damit noch weitaus günstiger als der unzuverlässige Wind- und Solarstrom, der immer zusätzlich Regelstrom aus Kraftwerken braucht. Kraftwerke sind auch für ein stabiles Stromnetz erforderlich. Wenn große Verbraucher ein- oder abgeschaltet werden, stabilisiert die Rotationsenergie der großen und schweren Generatoren die Netzfrequenz, bis durch Änderung der Dampfzufuhr die neue Netzleistung erreicht ist. Der schwankende Wind- und Solarstrom hat dagegen keine solche Momentan-Reserve.

Kraftwerke sichern die Stromversorgung

Daher kann er kein stabiles Netz bilden und erhalten. Man sollte ihn als Fakepower (Fake = Täuschung) bezeichnen, weil viele Politiker und Journalisten behaupten, mit diesem unzuverlässigen Strom könne man Deutschland und sogar die Welt vollständig versorgen. Bei diesen gravierenden Unterschieden zwischen regelbaren Kraftwerkstrom und unzuverlässiger Fakepower darf man den Strom aus beiden Stromerzeugern nicht als gleichwertig ansehen. So ist schon der Vergleich der Einspeisevergütung des geringwertigen Windstroms mit den Erzeugungskosten des plan- und regelbaren Kraftwerksstroms Unsinn. Noch schlimmer wird es, wenn die installierten Leistungen von Wind- und Solaranlagen mit den Leistungen von Kraftwerken gleichgesetzt werden.

Die Leistung von Wind- und Solaranlagen schwankt je nach Wetter zwischen 0 und 70 Prozent ihrer installierten Leistung mit einem Jahresmittel von 20 Prozent für Wind und 10 Prozent für Solar. Die Leistung von Kraftwerken kann geregelt werden und bei Bedarf kurzfristig auch auf 110 Prozent erhöht werden. Diese Fakten sind offensichtlich vielen Journalisten unbekannt oder interessieren sie nicht.

Wasserstoff ist keine Lösung

Der Vertreter der Windenergie, Renke Harms, sieht Wasserstoff als Stromspeicher der Zukunft. Dazu sollte man Fakten bewerten. 30 Prozent des eingesetzten Stroms gehen bei der Wasserstoff-Elektrolyse verloren. Wasserstoff hat nur ein Drittel der Energie von Erdgas. Das heißt, es muss gegenüber Erdgas ein dreifaches Gasvolumen transportiert und gespeichert werden. Die Energieverluste für Transport und Speicherung dürften bei 40 Prozent liegen. Dann soll der Wasserstoff in Gaskraftwerken wieder verstromt werden. Einfache Gasturbinen haben 65 Prozent Verluste. Günstiger, aber auch teurer, sind und Gas- und Dampfkraftwerke (GuD). Mit dem heißen Abgas wird Dampf erzeugt, der zusätzlich eine Dampfturbine antreibt.

Damit verringern sich die Verluste auf etwa 40 Prozent. Die Wiederverstromung liefert nur noch 15 bis 25 Prozent des eingesetzten Stroms. Ein Verfahren, das die Stromkosten verfünffacht. Dazu ist in dieser Rechnung der Energieaufwand zum Bau der Elektrolyse, der Transportleitungen, der Speicher und der Gaskraftwerke nicht enthalten. Wasserstoff zur Stromspeicherung führt zu hohen Energieverlusten und nicht mehr bezahlbaren Kosten.

Journalisten sollten nicht einseitig berichten

Journalisten sind im Allgemeinen keine Fachleute. Sie können nur über Veröffentlichungen oder Befragung von Fachleuten berichten. Doch sie müssen die zu schildernden Erkenntnisse mit gesunden Menschenverstand, den Grundrechnungsarten und den allgemein bekannten physikalischen Gesetzen prüfen und Zweifel äußern. Recherchen und die Auswahl der Quellen sollten niemals einseitig sein.

Mit einer einseitigen Auswahl wie in diesem Fall entsteht ein positiver Bericht über Windenergie, der die Realität nicht wiedergibt. Berichte über Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit nach dem Bau von Windgeneratoren in der Nachbarschaft, die aus der Sicht vieler Wissenschaftler vom Infraschall der Anlagen verursacht werden, wurden mit einem Hinweis auf eine Studie für das grün-regierte Land Baden-Württemberg beiseitegeschoben. Schlimm und fasch ist die Aussage: „Auch sind die jetzt höher liegenden Rotorblätter (der größeren Windgeneratoren) keine Gefahr mehr für Vögel, da diese hauptsächlich darunter fliegen.“ Die Zahlen über tote und verletzte Vögel, die erschlagen unter Windrotoren gefunden werden, zeigen die realistische Gefahr.

Die wahren Kosten recherchieren

Die realen Kosten der Windenergie werden verschwiegen. Die Einspeisevergütung ist nur ein geringer Anteil. Leitungs- und Umformverluste, Netzausbau, Speicherung, Regeln der Netzleistung und negative Strompreise sind weitere Windstromkosten auf dem Weg zum Verbraucher. Sie machen ein Mehrfaches der Einspeisevergütung aus. Dagegen werden die unsinnig hohen Kosten von Atomstrom, die der „Fachmann“ nennt, ohne Kommentar aufgeführt. Unsinnig ist auch die Widergabe der Behauptung von Wind- oder Solarstromanlagenbetreibern, ihre Anlagen können eine bestimmte Zahl von Haushalten mit Strom versorgen. Die Realität ist, ohne Wind oder ohne Sonne kann kein einziger Haushalt versorgt werden.

Wahre Journalisten sollten immer versuchen, auch gegenteilige Meinungen und Forschungen darzustellen, um dem Leser ein möglichst vollständiges Bild über das berichtete Problem zu vermitteln. Das geschieht leider bei den Berichten über die Energiewende nur selten. In den meisten Fällen pflegen einseitige Berichte die Positionen der Regierung und der Profiteure der Energiewende zu unterstützen. Dies ist eine Aufforderung an alle Journalisten, sachlich über die deutsche Energiepolitik zu berichten. Dazu gehört als Beispiel die Beantwortung der Fragen: Warum kostet in China Haushaltsstrom nur 9 Cent/kWh? Warum ist Strom in den USA nur halb so teuer wie hier in Deutschland? Welcher CO2-Gehalt in der Atmosphäre ist optimal für das Pflanzenwachstum und den Klimaschutz?

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9 Antworten

  1. Also wenn eine Windkraftanlage eine Förderung erhalten hat, kann Sie nach 20 Jahren nicht ersetzt werden durch eine neue Anlage. Das wäre Subventionstbetrug. Komischerweise wird das durch unsere Regierung gefördert

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  2. Hoher Schwachsinn

    Die Kunde sich rasant verdichtet,
    im deutschen Lande soll es sein,
    was aufrecht steht, das wird vernichtet,
    wo SchwarzRotGrün herrscht im Verein.

    Schornsteine und Türme zum Kühlen,
    aufrechte Menschen mit Durchblick,
    das alles ist`s, worauf sie zielen,
    finden hohes Niveau nicht schick.

    Aber sich ihre Sinne wandeln,
    wenn Windräder Vögel erschlagen
    und Landschaften dazu verschandeln,
    ist es egal, wie hoch die ragen.

    Fazit: Schöpferkraft und Esprit
    ebenen sie, wenn möglich, ein,
    für rotgrüne Ideologie
    kann Schwachsinn nicht hoch genug sein.

  3. Werter Prof. Appel et al. – vielleicht schaut ER mal bei „meinem“ Wiener MitStreiter E. Schaffer auf „greenhousedefect.com“ vorbei !?! – dort zunächst unter der Überschrift : – „CONTRAILS – A Forcing To Be Reckoned With“ – (04/22 mit dt. InfoPost von Mir) !?! – darin wird die Studie von TRAVIS et al. in NATURE 08/2002 „aufgearbeitet“, die damals den Titel trug : – „Contrails reduce daily temperature range“ – !?! – war eine Auswertung von gut VIER-Tausend US-BodenStationen nach den VIER-Tägigen FLUG-Verboten wg. „9/11“ (USA / Sept. 2001) !?!
    Mein Fazit überhaupt: – Der ZEH-Oh-ZWEI-SpurenGas- und PflanzenNahrungs-KRISEN-KLAMAUK ist längst vorbei – lag und liegt fast ALLES n u r am EIS-Pulver der FLIEGEREI !?! 😉

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  4. Und auch hier fehlt ein Teil zu den Windrädern.
    Diese haben einen engen Bereich in dem sie überhaupt Strom liefern. Bei zu wenig Wind ist ungenügend kinetische Energie vorhanden, um die Generatoren der Windräder anzutreiben. Bei zuviel Wind müssen sie abgebremst/angehalten werden, weil sonst die Mechanik dies nicht aushält.
    Die Windräder benötigen Fremdstrom, um zwangsbewegt zu werden, wenn längere Zeit kein Wind weht. Fremdstrom ist nötig, um sie „in den Wind“ zu drehen. Öl ist nötig, damit die Schmierung funktioniert.
    Pro Windradflügel bzw. pro Windradelement wird je ein Tieflader für den Transport beim Aufbau des Windrades benötigt – mit allen Folgen: extrem befestigte Wege, zerfahrene Straßen etc.
    Es wird ein gigantisches Loch von min. 35m Durchmesser und 8m Tiefe benötigt, um das Windrad aufstellen zu können. Der Boden dieses Loches muß verfestigt werden. In dieses Loch kommen min. 3500t Stahlbeton. Auch dies muß alles an den Ort gebracht werden.
    Der massenhafte Bedarf an Kabeln (zu/von Windrädern) und Steuerungstechnik (in den Windrädern/in den (Gas-) Kraftwerken) ist ebenfalls zu beachten. – Wartung/Säuberung der Technik incl.
    Und das alles bei JEDEM Windrad.
    So wird damit die Umwelt ruiniert, indem die Boden-/wasserführenden Schichten dauerhaft zerstört werden. Selbst ein kompletter Rückbau der Fundamente nach Laufzeitende würde daran nichts ändern. Aus Kostengründen wird, wenn überhaupt, meist nur die obere Schicht von ca. 1m der Fundamente zurückgebaut.
    In den Flügeln wird teures/seltenes Leichtholz verbaut („wächst natürlich in DE“).
    Die ungeklärte Entsorgung und der Abrieb an den Flügeln hat auch seine negativen Folgen. Das alles ist nichts neues und schon lange bekannt. In den 1980-er Jahren gab es schon Studien, die sagten, daß sich Stromerzeugung mit Windrädern nicht lohnt.

  5. Na ja, irgendwie muss die Abfassung der Atemluftsteuer ja begründet werden. Dazu dient der CO2 Schwindel. Unsere Regierung würde das nie als Atemluftsteuer bezeichnen, da dann selbst dem dümmsten Deutschen ein Licht aufgehen würde.

  6. Bei der angeblichen Energiewende geht es nur darum, dem Deutschen ein schlechtes Gewissen einzureden , um damit mehr Steuern für leistungslose Politiker und Beamte ein zu sammeln!
    Einfach mal selber rechnen, was uns diese EU Diktatur an Personal Kosten monatlich kostet.
    Ca. 60.000 Beamte und Politiker. Geht man mal von ca. 10.000 Euro pro Monat aus, dann bekommt man nur noch das Grauen. denn eine Gegenleistung wird nur mut Schwachsinn ausgeglichen!

  7. Ist das vernünftig? Am Windrad erzeuge ich beispielsweise 100 KW, die ich aber nicht los werde, weil so viele danebenstehende Windräder gleichfalls 100 KW erzeugen und dieser Leistung keine äquivalenter Abnahme gegenüber steht. Also produziere ich über den Weg der Elektrolyse Wasserstoff, dessen Lagerung, Weiterleitung und erneuter Verstromung eine qualitativ höhere Stufe (Form) von „erneuerbarer“ Energie? Ich habe 100 KW und erzeuge daraus mit hohem techn. Aufwand zwischen 20 -25 KW. Wer macht so etwas?