Erst Plagiator, jetzt Türöffner für Lobbyisten? Weimer Media Group vertickt hochpreisige Meetings mit Spitzenpolitikern

Erst Plagiator, jetzt Türöffner für Lobbyisten? Weimer Media Group vertickt hochpreisige Meetings mit Spitzenpolitikern

Moralisch und als Publizist diskreditiert, stolpert aber gleich in den nächsten Skandal: Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer (Foto:Imago)

Die Blamage um die unautorisierte Veröffentlichung von Textbeiträgen zahlreicher als “Autoren” geführter Prominenter ohne deren Wissen in “The European“ ist noch nicht ausgestanden (obwohl Wolfram Weimer gerade alles daransetzt, sich beim linken Establishment als besonders linientreu zu inszenieren, um seine Haut zu retten) – da steht der Kulturstaatsminister schon im Mittelpunkt des nächsten Skandals. Erneut geht es dabei um schillernde Machenschaften der von ihm und seiner Frau Christiane Goetz-Weimer gegründeten Weimer Media Group: Brisanten Enthüllungen von “Apollo News” zufolge vermarktet diese den exklusiven Zugang zu Spitzenpolitikern gegen hohe Eintrittsgelder und bewirbt dies sogar ganz ungeniert als Möglichkeit zum “Einfluss auf politische Entscheidungsträger”.

Es geht dabei, wie sollte es anders sein, um den von Weimer ins Leben gerufenen jährlichen Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee, eine kommerzielle Netzwerkveranstaltung für Manager, die als “bayerisches Davos” beworben und bereits massiv mit Steuergeld gefördert wird (allein das Land Bayern schoss dieses Jahres 165.000 Euro aus öffentlichen Mitteln zu, weiterer 45.000 Euro flossen von der LfA Förderbank, CSU-Ministerpräsident Markus Söder ist Schirmherr). Das reicht Weimer aber nicht: Seine Medienholding versucht offenbar, aus den durch sein Aufrücken in die Bundesregierung optimierten Beziehungen und Spezi-Connections zusätzlich klingende Münze zu schlagen. Bestes Zugpferd dabei ist natürlich Bundeskanzler Friedrich Merz, enger Vertrauter Weimers und seit längerem Stammgast am Tegernsee. Die Weimer Media Group lockt mit ihm und weiteren namhaften Gästen interessierte “Kooperationspartner” mit gestaffelten “Paketen”.

Eines der Angebote der Weimer-Media-Group für den Ludwig-Erhard-Gipfel 2026 (Screenshot:X/ApolloNews)

So kostet das Basis-Paket „Zugspitze“ für den im April 2026 stattfindenden nächsten Erhard-Gipfel schlappe 40.000 Euro plus MwSt.; dafür gibt’s 10 Eintrittskarten, Reklame in Weimers Medien (auch in dem in Verruf geratenen “European”), und eine Teilnahmezusage für Gesprächspanels mit Politikern. Wer noch trauteren Zugang zu den dort anwesenden Vertretern “unserer Demokratie” sucht, kann sich mit höhenwertigeren Paketen „Matterhorn“  für 60.000 Euro netto und „Mont Blanc“ für 80.000 Euro netto die Teilnahme an der  „Executive Night“ sichern: Ein exklusives Supper mit Regierungsmitgliedern, darunter voraussichtlich Beispiel Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Landwirtschaftsminister Alois Rainer, Forschungsministerin Dorothee Bär und Kanzleramtsminister Thorsten Frei. Für Lobbyvertreter, Unternehmen und NGO-Chefs, die im Land der Fördermilliarden und freihändigen Großaufträge ihre Beziehungen zum Linksstaat und seinen Funktionären polieren und vertiefen wollen, eine preisgünstige Gelegenheit zur politischen Landschaftspflege und praktizierten “Influencings” – und damit eine Win-Win-Situation für alle.

Event-Organisator Matthias Nieswandt soll den Recherchen von“Apollo News” zufolge Interessenten vertraulich versprochen haben, “die halbe Bundesregierung“ sei anwesend , höchstwahrscheinlich auch Merz. Eine Mitarbeiterin soll per E-Mail gar das “Matterhorn”-Paket für „direkte Kontakte zur Bundesregierung“ angepriesen haben. Praktischerweise ist dafür im Spitzenpaket „Mont Blanc“ den Verkaufsunterlagen zufolge eine „Besprechungs-Lounge für vertrauliche Gespräche“ inkludiert. Damit die Anbahnung von “private-public partnerships” auch garantiert ungestört und wie geschmiert laufen kann?

Wie geschmiert

Weimer, seit Frühjahr als Claudia Roths Nachfolger Staatsminister im Kanzleramt für den Medien- und Kultursektor und nach einem halben Jahr eigentlich längst rücktrittsreif, hält laut Handelsregister übrigens weiterhin 50 Prozent der Anteile am Familienunternehmen, dessen Gewinne ihm somit auch zufließen. “Apollo”-Chef Max Mannhart schreibt: “Der Staatsminister im Kanzleramt, einer der engsten Vertrauten des Kanzlers, verdient also, während er im Amt ist, enorme Summen damit, Zugang und Einfluss auf die Bundesregierung und seine Kollegen am Kabinettstisch zu verkaufen.” Die von Weimer vollmundig angekündigte Trennung zwischen Regierungsamt und verlegerischer Tätigkeit ist also – auch wenn er aus dem operativen Bereich ausgeschieden ist – reine Augenwischerei.

Statt sich nach der Plagiatsaffäre um “The European” (in deren Verlauf Weimer Unterlassungserklärungen abgeben musste und einen Großteil seiner publizistischen Reputation einbüßte) etwas zurückzuhalten um sich sensibel um mehr Anstand und Compliance zu bemühen, setzt Weimer mit der dreisten Vermarktung von über bloßes Meet-and-Greethinausgehenden Politikerkontakten noch einen drauf. Warum, fragt man sich, riskiert jemand so etwas? Ganz einfach: Weil er es kann. Niemandem droht dafür Ungemach in diesem moralisch korrupten, prinzipien- und rückgratlosen und zum Selbstbedienungsladen verkommenen Staat, dessen Repräsentanten den Interessen des eigenen Volkes konsequent zuwiderhandeln. Wo dubiose Milliarden-Maskendeals, Klimalobbyismus, Finanzierung eines linksradikalen Sumpfs und Filmförderskandale folgenlos bleiben, braucht keiner mehr die Konsequenzen eigenen Fehlverhaltens zu tragen. Jeder kommt mit allem durch.

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4 Antworten

  1. Es ist so unfassbar dass man sich dort quasi Zugang zu Politikern mit einer Art Premium Paket kaufen kann, noch korrupter geht es nicht. Der Typ und seine Frau, beide gehören hinter Gitter!

    B A N A N E N R E P U B L I K ! ! !

  2. Und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich’s gänzlich ungeniert.
    Wilhelm Busch

    Passieren wird wieder nichts, denn: Eine Krähe hackt der anderen
    bekanntlich kein Auge aus. 😉

    1. Korruptions-Affäre um Staatsminister: Weimer-Group reagiert mit bizarrem Statement
      Die Affäre um den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bricht nicht ab. Auf die Vorwürfe reagiert die Weimer Media Group mit Unverständnis – und greift die AfD mit wirrer Brandmauer-Rhetorik an.

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