Es wird eng im KI-Rennen

Es wird eng im KI-Rennen

Der Wettbewerb treibt die rasante Weiterentwicklung voran: KI ist stetig auf dem Vormarsch (Symbolbild:Pixabay)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und erneut hat die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz einen riesigen Sprung nach vorn gemacht. Alle großen Studios haben neue Versionen ihrer Produkte vorgelegt und immer mehr Menschen nutzen KI in Alltag und Beruf. Was bislang eher eine nette und lustige Spielerei war, wurde 2025 zum hilfreichen Werkzeug. Und bislang ist kein Ende des Trends in Sicht. In den letzten Wochen ist der „Platzhirsch“ ChatGPT des Anbieters OpenAI jedoch merklich ins Stolpern geraten, wie folgende Grafik verdeutlicht:

(Grafik:GPT)

Sicher, GPT liegt noch vor, aber der Abstand zum Zweiplatzierten Gemini von DeepMind schrumpft, noch dazu deutet sich eine Plateauphase an. Wird also das Alphatier stagnieren und bald überholt werden? So weit will OpenAI es nicht kommen lassen. Im August veröffentlichte das US-amerikanische Unternehmen die Version 5 seines KI-Modells; bis zur Veröffentlichung der Version 5.1 vergingen nur drei Monate, 5.2 folgte dann schon mit nur einem Monat Abstand.

Im zurückliegenden Jahr hat Gemini aber nicht nur bei der Zahl der Nutzer, sondern auch bei der Rechenleistung erheblich aufgeholt. Die Macher von GPT haben daher quasi die „Alarmstufe Rot“ ausgerufen, um die Konkurrenz abzuwehren. Vor etwa drei Jahren sah das noch ganz anders aus. Damals wurde klar, dass das Start-Up OpenAI, das finanziell die Rückendeckung durch Microsoft hat, auf einem guten Weg war, eine KI zu entwickeln. Google sah sein Geschäftsmodell bedroht, denn für etwa 20 Jahre lang war die Suchmaschine ein Koloss, der die Konkurrenz entweder verdrängen oder aufkaufen konnte.

Höchste Alarmstufe

Zwar gab es mit DeepMind unter der Führung von Demis Hassabis ein talentiertes Unternehmen in London, das vom Mutterkonzern unterstützt wurde, aber trotz Überraschungserfolgen beim Spiel Go – dem sogenannten “Chinesischen Schach” – im Jahr 2016 wurde das Potenzial jenseits des Atlantiks nicht erkannt. Das sollte sich nun ändern. Google rief damals ebenfalls die höchste Alarmstufe aus: Schnell wurden neue Fördergelder ausgeschüttet und Firmengründer Sergey Brin, der immer noch einen Großteil der Aktien von Google besaß, kehrte aus dem Ruhestand zurück, um sich auf die veränderte Lage einzustellen. Die erste KI-Version unter dem Namen Bard war allerdings eine Enttäuschung. Nach technischen Nachbesserungen und unter dem neuen Namen Gemini war dann zwar ein Leistungszuwachs zu bemerken, doch die Lücke blieb noch bis zu Beginn dieses Jahres groß. Doch im Verlauf dieses Jahres rückte der Nachzügler immer weiter heran.

Ob es aber die beste Entscheidung war, GPT 5.2 verfrüht zu veröffentlichen? Mit der Version 5.0 sorgte OpenAI im August für Aufsehen. Als dann 5.1 kam, war nochmal ein spürbarer Anstieg der Fähigkeiten zu beobachten. Das ist diesmal anders: 5.2 schneidet zwar in den Benchmarks – gewissermaßen den IQ-Tests für KI – geringfügig besser ab, spürbar ist der Unterschied für den einzelnen User aber nicht. Wenn man damit Kunden für sich gewinnen will, wird die Strategie also wohl nicht aufgehen. Und von außen ist nicht nachvollziehbar, ob die neue Version im Betrieb teurer als die Vorgängerversion ist.

Mehr Geld, mehr Intelligenz

Grundsätzlich gilt: Mehr Geld ermöglicht mehr Intelligenz. Ein leistungsfähigeres KI-Modell ist zunächst einmal im Betrieb teurer. Im Laufe der Zeit finden die Entwickler dann aber Einsparpotenzial im Programmcode, was die Kosten drückt. Vielleicht hat OpenAI also ein zwar leistungsfähiges, aber auch teureres Modell auf den Markt geworfen. Die Preise für den einzelnen Nutzer haben sich aber nicht erhöht. In der freien Wirtschaft würde man wohl von Dumping-Preisen sprechen, wenn ein Unternehmen seine Produkte so billig verkauft, dass es sogar Verluste hinnehmen muss – in der Hoffnung, den längeren Atem als die Konkurrenz zu haben, die vor der Wahl steht, die Preise entweder noch weiter zu senken oder schlicht keine Produkte mehr zu verkaufen. Aber eines ist klar: Dumping kann nur kurzfristig funktionieren; auf lange Sicht will natürlich jedes Unternehmen Profite einfahren.

Wenn es also nur darum geht, sich kurzfristig von Gemini abzuheben, könnte die Strategie auch aufgehen. Denn schon im Frühling will OpenAI eine deutlich leistungstärkere Version veröffentlichen. Das könnte natürlich Werbung in eigener Sache sein – oder schlicht stimmen. Der Vorgang zeigt aber, dass eine gewisse Nervosität in der Branche um sich greift. Als Schlusslicht in der Branche gilt bislang Apple, das bislang kein eigenständiges KI-Modell veröffentlicht hat, sondern höchstens einige kleine KI-Tools als Ergänzung für die eigenen Produkte anbietet. Deren KI-Abteilung macht in gewisser Weise sogar das Gegenteil dessen, wofür sie eigentlich zuständig ist.

Rivalitäten der Big-Tech-Giganten

In den letzten Jahren veröffentlichten die Experten von Apple immer wieder wissenschaftliche Aufsätze, die eher bremsten und immer wieder die Grenzen der Machbarkeit betonten. Das klang immer ein wenig wie eine Ausrede dafür, es halt selbst nicht so gut hinzubekommen wie die Konkurrenz. Und schlimmer noch: Kurze Zeit nach der Veröffentlichung zeigten GPT und Gemini mit ihren Updates, dass das was Apple für unmöglich hielt, eben doch machbar war.

Mit ein bisschen Verspätung will nun Meta-Chef (Facebook, WhatsApp, Instagram) Mark Zuckerberg das Feld von hinten aufräumen. Was er in den letzten Jahren versäumt hat, will nun mit umso mehr Geld ausgleichen. Zuckerberg tastet die finanziellen Reserven seines Unternehmens an, denn er hat begriffen: Im KI-Rennen gibt es nur einen Sieger, aber keinen zweiten oder dritten Platz. Er plant den Bau eines Rechenzentrums, das alle bisherigen in den Schatten stellt und will die größten Talente der Branchen mit üppigen Boni abwerben. 2016 trafen sich OpenAI-Chef Sam Altman und Mark Zuckerberg zu einem freundlichen Gespräch, nun sind sie erbitterte Konkurrenten.

Die Rolle von Musk

Nach außen hin gibt sich Sam Altman gelassen. Er sprach DeepMind auf Twitter ein Lob für die leistungsstarke Version Gemini 3 aus. Ob dieses Lob aufrichtig war, kann man aus der Ferne kaum sagen, und ob er neidisch darauf ist, dass sein größter Rivale Demis Hassabis im vergangenen Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, weiß auch niemand.

Mit Elon Musk jedenfalls lieferte sich Sam Altman in diesem Jahr eine Fehde auf X (Twitter). Der reichste Mann der Welt war 2015 noch einer der Geldgeber für OpenAI, distanzierte sich dann aber von dem Projekt. Über die Ursachen des Streits gibt es verschiedene Angaben. Manche sagen, dass Musk als wichtigster Geldgeber auch das Sagen haben wollte, dieser jedoch betont, er habe OpenAI als wissenschaftliches Projekt ohne Gewinnerzielungsabsicht unterstützen wollen und kritisiert, dass die Firma nun Kunden für sich gewinnt. Als Musk nun OpenAI aufkaufen wollte, konterte Altman, dass er ja X aufkaufen könnte und konnte sich einen Seitenhieb darauf, dass Musk damit ein dickes Minusgeschäft eingefahren hatte, nicht verkneifen.

Kein Bedarf an immer wokeren KI-Modellen

Musk eigenes KI-Projekt Grok gilt als weniger leistungsstark als die Konkurrenz, könnte diesen Nachteil jedoch ausgleichen, wenn GPT und Gemini im nächsten Jahr „besser“ werden. Denn von allen großen Anbietern ist lediglich Grok nicht politisch korrekt. Wer GPT oder Gemini eine Frage stellte, auf die die Antwort nicht im Sinne der woken Ideologie lautete, bekam meist nur eine freundlich formulierte Fehlermeldung, aber eben keinen Klartext. Findige User schafften es aber oft noch den Filter auszutricksen, also durch eine leichte Änderung in der Formulierung doch noch zum gewünschten Resultat zu kommen. Mittlerweile lassen sich die Modelle aber nicht mehr so gut austricksen, was sich 2026 wohl noch fortsetzen dürfte. Wer dann merkt, dass er es mit einer vollends woken KI zu tun hat, der wird dann vielleicht doch sein bisheriges Abo kündigen und stattdessen lieber zahlender Kunde bei Musk werden wollen.

In einer idealen Welt wäre eine KI übrigens nicht rechts oder links, sondern nur der Wahrheit verpflichtet. Dann würde rein die technische Leistungsfähigkeit darüber entscheiden, welches Modell das jeweils beste ist. Doch bekanntermaßen leben wir nicht in einer idealen Welt.

Claude: Teuer, aber leistungsstark

In der obigen Auflistung findet sich das Modell Claude von Anthropic nur am untersten Bildrand. Dessen Gründer Dario Asmodei war früher selbst bei OpenAI tätig, bis er sich selbstständig machte. Doch tatsächlich liegt er nicht so weit abgeschlagen wie gedacht. Zwar hat er nur wenige zahlende Kunden, diese greifen dafür aber umso tiefer in die Tasche. Denn Claude gilt als bestes KI-Modell, wenn es darum geht, Computer-Codes zu schreiben. Und daher sind die meisten zahlenden User vor allem Tech-Unternehmen, die sich die besonders teure Version auch leisten können.

Und wie Branchen-Insider wissen, nutzen auch die Entwickler von OpenAI gern das bessere Claude, um GPT weiterzuentwickeln.

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6 Antworten

  1. Nur die dümmsten Kälber werden ihre Metzger selber. Der ganze Digitale-PC-Wahn ist im vollen Gange und auch gewollt. Einst in den 90ern als der GAMEBOY groß war sagten Lehrer und Erzieher wie beim Thema Fernsehen pass auf das du keine viereckigen Augen bekommst. Auch die ersten Handys bei Mittelschülern konnten vom Lehrpersonal eingezogen werden wenn man sie im Unterricht nur kurz in der Hand hielt. Hätte 2004 mein Abschluss jemand gesagt das in 10 Jahren ein Internettelefon schon für den Grundschüler normal ist, da hätte aber der Direktor samt Personal entgegnet: gehe mal zum Arzt und las mal dich begutachten ob du noch in der Realität lebst. Paar Jahre später war alles gewollt und Produzenten, Händler, Augenärzte, Optiker, Seelenklempner und die Pharmaindustrie sind die Gewinner bis jetzt. Ziel ist es den willigen Einheitsmenschen in Sektenmanier für das Teufelsprojekt Agenda 2030 zu schaffen. Endeffekt Psychologen ist es scheißegal wie es dem Patienten geht da sie nur an der Krankenkasse verdienen. Anstalten sind auch Privathäuser und sie freuen sich oft Dauerkranke zu haben auf das der Rubel rollt. Würde ernsthaft etwas behoben werden in diesem dahinsiechenden System da wäre manch Klinik und auch Fachärzte arbeitslos. Auch die Industrie mit dem Konsummaterialismus tät wahnsinnig schrumpfen. So sieht de Wahrheit aus in diesem Irrenhaus. mfg

  2. Eine KI, die nur der Wahrheit verpflichtet ist?

    Die KI hat keinen direkten Zugang zur Wirklichkeit. Wie kann sie so herausfinden, was die Wahrheit ist? – Kann sie nicht.
    Sie verläßt sich auf die im Netz verfügbaren Daten. Davon ist einiges mit Sicherheit falsch. Das dürfte ihr bekannt sein!

    Aus falschen Daten kann aber kein richtiges Ergebnis erzielt werden. Deswegen würde die KI ihre Antworten nicht rechtsverbindlich unterschreiben, auch dann nicht, wenn sie es könnte. ÄTSCH!
    😜

  3. Sinnlose Wasserstandsmeldungen und Glaskugeldeutungen von der KI-Abzockfront.
    Diagrämmchen, psuedoaussagekräftige Zahlen, was soll dieser Schwachsinn auf dieser Seite? Wen interessiert diesen Müll? Nur Schwachköpfe mit naiven Vorstellungen über diesen KI-Scam.

  4. So etwas kann doch nur im Technischen
    Bereich eingesetzt werden.
    In anderen Fällen wird eigene Dummheit
    durch KI ersetzt.

  5. War an „selbstlernender“ Software beteiligt und will mit dem jetzigen ideoloischen KI’s nix zu tun haben. Was möchte man warum erreichen und wer profitiert? Jeder sollte sich diese Frage stellen und ehrlich beantworten (wenigstens versuchen).

  6. KI plappert nur nach, sie hat keine eignen Ideen und wird niemals tatsächliche Zusammenhänge erkennen.
    CHtagpd etc führen nur zu noch dümmeren Schülern, Studenten und leider auch Lehrern.

    es ist ein HYPE!

    Unerhaltsam sind allerdings die Grafikprogramme!