“Europa – Allein zu Haus”, Regie: Donald Trump

“Europa – Allein zu Haus”, Regie: Donald Trump

Regisseur Trump (Symbolbild:Grok)

Was Trump angeht, herrscht in Deutschland ziemliche Verwirrung. Man begreift nach wie vor nicht, wie er tickt. Das liegt aber nicht am “erratischen” Wesen des Präsidenten, wie durchaus viele meinen, sondern eher an der europäischen Borniertheit. Besonders der Deutsche auf seinem Sofa zeigt sich mit den Entwicklungen hinterm Atlantik ganz allgemein überfordert. Seine legendäre Führungssehnsucht, das hierzulande verbreitete Hoffen auf den Retter aus Übersee, das Warten auf plötzlich erklugende Entscheidungen in Brüssel oder Berlin – all das zeigt nur, wie weit wir uns als aufgeklärte Bürger von eigenständigem Denken bereits entfernt haben. Ohne Mama, Papa, Ansagen von irgendwelchen zuständigen Behörden oder wenigstens einer abendlichen „Einordnung“ der Lage durch die “Tagesschau” geht nicht mehr viel in Germanien.

Trumps robustes Vorgehen gegen illegale Migration, pandemischen Drogenhandel, woke Universitäten, ideologiedurchtränkte Instanzen in und außerhalb Amerikas, die scharfe Kritik seines Vize-Chefs an der Demontage der Meinungsfreiheit in Europas Westen – allesamt riesige über Jahrzehnte entstandene ideologische Bastionen – dürfte die Erwartungen seiner Befürworter zwar erfüllt haben. Aber nicht wenige der großmäuligen Ankündigungen des Tigers flattern inzwischen auch als dünne Bettvorleger im Wind. So weit, so unbestritten. Das erpresserische Jonglieren mit Zöllen, die unversehens nach Canada und Grönland ausgestreckten Griffel, der einigermaßen dürftig ausfallende Umgang mit den Corona-Exzessen, die hervorbrechende Kontroverse mit Musk, die plötzlich nicht mehr existenten Epstein-Skandallisten und ein zunehmendes Desinteresse am Ukrainekrieg (der ja erst innerhalb weniger Stunden, dann Tagen, dann Wochen und zuletzt noch per Ultimatum beendet sein sollte) und die offenkundige Abkehr von Europa: Das alles hatten Trumps Fans so nicht unbedingt auf dem Zettel.

Spürbares Herüberschwappen

Allerdings bleibt auch den Trump-Gegnern kaum Zeit zum Frohlocken nach dem Motto: „Siehste, haben wir doch immer gesagt!“ Sie fürchten das bereits überall spürbare Herüberschwappen der Anti-Wokeness-Welle, das Ende der Zensur, den Verlust der Deutungshoheit, das Austrockenen der Geldflüsse fürs linke NGO-Vorfeld, die Folgen der vollständig außer Kontrolle geratenen Migration und ihrer desaströsen Wirtschaftspolitik. Die AfD klettert langsam, aber stetig in den Umfragen. Die Arroganz des linkssozialistischen Lagers mitsamt der CDU am Nasenring ist angekratzt. Man organisiert also palavernd den Rückzug, während nun „galliges Gelächter“ (Monika Maron) landesweit dem splitterfasernackten Kaiser entgegendröhnt. Nicht wenige gehen davon aus, dass nach der Sommerpause ein „Merzgefallener“ das Ende der Koalition und letztlich auch der EU einläutet. Wie dann weiter? Gelegenheit, noch einmal eine Art Psychogramm Trumps als dem Motor der globalen Umbrüche anzufertigen.

Donald Trump ist zweifellos nachtragend. Mal ist er wütend, mal geschmeichelt, auf sicherem Terrain hier und da ist er sogar kindlich liebevoll. Ein paar Dinge scheinen ihm gänzlich zu fehlen. Dass er von Kunst nichts versteht, ist ein durchaus bedenklicher Indikator, wird aber die wenigsten interessieren. Auch sein Wissen über die globale Realität außerhalb seiner Golfplätze weißt erhebliche Lücken auf und muss offenbar des Öfteren tagesaktuell aufgefrischt werden. Höflichkeit ist ihm weitgehend fremd. Und er hat keine Angst. Man kann nun darüber philosophieren, welche dieser Defizite ihm schaden und welche nützen.

Authentizität, Emotionalität, Kampfbereitschaft

Als man ihm auf offener Bühne das Ohr zerschoss, brauchte Trump nur wenige Sekunden, um der Welt seine Entschlossenheit zu demonstrieren. Die Reaktion eines Olaf Scholz oder Friedrich Merz in ähnlicher Situation mag man sich gar nicht erst vorstellen. Weil sich eine solche Authentizität, Emotionalität und Kampfbereitschaft europäischen Technokratenhirnen natürlich vollständig entzieht, erklärt man sich derlei Vorkommnisse hier besonders gern mit dunklen behördlichen Inszenierungen, grauen Eminenzen, institutionellen Schlachtplänen: Das millimetergenaue Perforieren eines Ohrläppchens durch einen instruierten Schützen als perfektes Drehbuch irgendeines verbeamteten Regisseurs, selbstverständlich mit Aktenvermerk, den man später nur irgendwann finden muss, wenn er denn freigegeben und entschwärzt wurde.

Erstaunlich: Trump will keine neuen Geschlechter entdecken. Er will weder den Planeten klimatisieren noch Afrika retten. Europa gleich gar nicht. Die mögen dort keine Kinder, keine Juden, keine Unternehmer. Und den Kapitalismus, der sie aus prekären Verhältnissen in die Work-Life-Balance geführt hat, mögen sie auch nicht. Ja bitte, dann lass sie doch! Die Europäer! Gottverdammt! Die Entscheidung der deutschen und auch der europäischen Gremien, Trump über Jahre von ganz hohem Roß aus wie einen Aussätzigen zu behandeln, ist nur ein weiterer der unzähligen Belege für die Drittklassigkeit der Raumschiffbesatzungen in Brüssel, Paris, London und Berlin. Dass ein wachstumsschwaches Europa, vor allem aber Deutschland, nun in einem sehr wahrscheinlich verlorenen Krieg als Zahlschaf dasteht, während „Wladimir“ und „Donald“ sich die Rosinen aus der Grütze picken, ist vor allem eines – hausgemacht!

Cowboy-Typ mit Unterhaltungswert

Kurzum: Noch immer nicht begriffen scheint allenthalben, dass Trump nicht für (und auch nicht gegen) irgendwelche moralischen Politikkonzepte gewählt wurde; wahrscheinlich wurde er nicht einmal für seine Ansage gewählt, „Amerika wieder groß“ zu machen. Sondern weil er Politik von verhassten, abstrakten, floskelhaften Modellen auf eine individuelle emotionale, für viele Menschen verständliche Ebene zurückgeführt hat. Er lässt Millionen Menschen tagtäglich vor Kameras an seinen Gefühlswelten teilhaben. Trump ist im wahrsten Sinne des Wortes nahbar. Man kann ihm Fragen stellen und bekommt eine Antwort. Der Typ meint, was er sagt. Jedenfalls spricht er wie ein Mensch; mit übertriebenem, zuweilen selbstherrlichen Pathos zwar – aber das, was er verspricht, versucht er zu halten. Sollte er nach Austausch mit Beteiligten vom Gegenteil dessen überzeugt sein, was er gestern noch für richtig hielt, dann hat er keinerlei Scheu, sein „Geschwätz von gestern“ auszublenden und seinen Kurs zu ändern. So arbeiten erfolgreiche Selbständige. Nichtselbständige sollten das wissen.

Die Vorstellung, dass da überhaupt ein Cowboy-Typ mit Unterhaltungswert, Stärken und Schwächen, verständlicher Sprache und stringentem Willen zum Erfolg einer Nation an die Spitze der Politikmaschinerie gelangen konnte, ist den europäischen Gefolgschaften von untoten Figuren wie Merkel, Scholz, Merz oder von der Leyen selbstverständlich ein Buch mit zweiundsiebzig Siegeln. Möglicherweise aber kommt nun angesichts der nackten Zahlen das linke wie das rechte Lager, gerade angesichts des zusammenfallenden europäischen Kartenhauses, zur gleichen Schlussfolgerung: Wenn wir in Europa als Gemeinschaft souveräner Interessenträger unsere Bürokratiemonsterprobleme nicht selbst lösen, dann löst sie niemand mehr. Ob es sich dabei um eine systemische Degeneration oder ein nur ein politisches Desaster handelt, wird sich erweisen.

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10 Antworten

  1. Dass das Volk dieses Mal sein eigener Retter ist, oder auch nur ein Teil davon, kapieren selbst die „Patrioten“ nicht! Zu abhängig von der Politik, zu träge und zu dumm sind wir geworden! Dabei gilt: Wer nicht selbst Politik macht, mit dem wird Politik gemacht, hat ein früherer Lehrer immer zu mir gesagt. Auch ein Herr Trump, ein Herr Orban oder die AfD werden das beherzigen, sollten sie eines Tages an die Macht kommen!

  2. Das stimmt alles gar nicht.
    Trump ist ein Idiot, Putin ist ein Teufel, Selenski ist ein Heiliger und Merz ist der beste Kanzler, den wir haben, denn er reist jetzt mit anderen ganz wichtigen Leuten nach Washington, um Trump zu erklären, was geht und was nicht.
    Wir können froh sein, im besten Deutschland aller Zeiten zu leben!

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  3. Ich finde den Beitrag interessant und lesenswert. Aber warum es bedenklich sein soll, dass Trump nichts von Kunst versteht, erschliesst sich mir nicht. Da gibt es andere, die mit ihrer Unkenntnis weltweite Blamagen verursachen. Man denke nur an Claudia Roth, die mit ihrer formidablen Freundin Lenchen Beutekunst höchstpersönlich in die Sammlung eines afrikanischen Staatspräsidenten zurückbrachte.

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  4. Herr Burggraf, Trump-Bashing vom Feinsten ! Gähn…… Schreiben Sie doch einmal etwas aus ihrem Fachgebiet ( Architektur ), das hat sicher einen höheren Unterhaltungswert ! Ersatzweise können Sie auch die Achse-Leser beglücken.

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  5. „Retter aus Übersee“ ??? Das Problem der Deutschen – richtig erkannt „Seine legendäre Führungssehnsucht“ !! Deshalb
    überfordert die Realität sein Gehirn. Obrigkeitshörig bis hin zum Grab „Ostfront“ ! „Aufgeklärte, eigenständige Bürger“ in der Realität – total verblödet !! Und gerade die Führungssehnsucht einiger, und die Obrigkeitshörigen die ALLES bezahlen, stellt Heute wie im III Reich die Gefahr für den erneuten Krieg dar ! Zitat: “ Die EU und insbesondere Deutschland, das sich an YU als Resultat des II WK besonders störte und deshalb dessen Teilung an vorderster Front unterstützte, hatten es damit geschafft, einen ziemlich großen und aus ihrer Sicht zu mächtigen Staat in handliche Kleinstaaten zu zerlegen, die man danach ökonomisch wie politisch von sich abhängig machen konnte“. Damit begann
    erstmals nach dem II WK erneut der KRIEG in Europa. Das Deutsche „NIE WIEDER“ dauerte mal gerade 45 Jahre !!!

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  6. „- all das zeigt nur, wie weit wir uns als aufgeklärte Bürger von eigenständigem Denken bereits entfernt haben. Ohne Mama, Papa, Ansagen von irgendwelchen zuständigen Behörden oder wenigstens einer abendlichen „Einordnung“ der Lage durch die “Tagesschau” geht nicht mehr viel in Germanien.“

    „Was Sie heute in den Köpfen der Menschen finden, ist oft gar nicht mehr die Realität, sondern eine von den Medien konstruierte Wirklichkeit.”
    (Kommunikationstheoretikerin Elisabeth Noelle-Neumann, 2001)

    „Die Medien sind die mächtigste Institution der Welt. Sie haben die Macht, Unschuldige schuldig zu machen und Schuldige unschuldig. Und das ist Macht, weil sie das Denken der Massen kontrollieren“ Malcom X (1925-1965)

    „Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert den Verstand“. (Jim Morrison)

    „Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.“ (Paul Claudel)

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  7. Donald Trump -mal schön lustig analysiert. Haut auch zu 95% hin. -Das mit den Zombies namens Merkel, Scholz und Fonderlein u . A. und dem Buch mit zweinundsiebzig Siegeln, hat doch sicher nichts mit den zweiundsiebzigjährigen Jungfrauen zu tun? War das nur ein winziger Seitenhieb auf die Hochintelligenz?

  8. Trump weis ganz genau das er die USA als Weltpolizei weiterführen muss ansonsten endet er wie Kennedy. Nebelgesellschaften aus Medienzaren, Finanzhyänen, Wissenschaftler und Großindustrielle ziehen die Fäden und Trump ist einer von ihnen unter dieser gierigen Konkurrenz die sich jederzeit in Terror und Bürgerkrieg zerlegen kann auf ihrem Neuweltboden und schon wäre für manch einem das Ende nahe aber es könnten in diesem Wahnsinn auch ABC-Waffen zum Einsatz kommen. Stattdessen kneift man die Arschbacken scheinheilig zusammen und verlegt wie immer das Augenmerk auf unserem alten Kontinent als Schwerpunkt für die NWO. Russland hat viele Ressourcen und auch eine gute geopolitische Lage nach Nahost und Asien aus dem Luftraum was die selbsternannten Götter die Zähne tropfen lässt. Die Gier nach Macht ist unendlich und es kann wirklich unseren Planeten kosten wenn so weiter gemacht wird wie bisher und dies liegt am Großteil der Bevölkerung die brav alles befolgt was in der Konsum und Unterhaltungsindustrie vorgegeben wird. Jeder denkt an sein Eigenwohl doch dies beruhigt nur für einen Augenblick wenn man sinnlos shoppt, sich eine Urlaubsreise gönnt und im Alltag sich ungesund mit Fastfood vollstopft. Der Großteil wird in China billig produziert von Westländern wo paar angebliche US-Zölle niemals den Globalismus stoppen sondern Ziel ist es mit den drei antideutschen Plänen Kalergis, van Hootons und Morgenthaus uns Restdeutsche von der Karte zu tilgen. Sind wir Hunnen und Krauts weg dann sind alle anderen EU-Nachbarn fällig. Geizig sind wir nicht. Hört das deutsche Herz aufzuschlagen dann stirbt Europa und so die ganze Welt. mfg

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    Was Donald Trump
    durch seine Art und sein Agieren unmißverständlich für dieses zerrüttete, korrumpierte und fehl- sowie ferngesteuerte Politsystem namens ‚unsere Demokratie‘ deutlich zeigt, heißt nichts weniger als: Wir brauchen auch einen Mann wie Donald Trump, der unerschrocken anpackt und aufräumt. Denn sonst ist der Laden und damit das Land nicht mehr zu retten …
    .

    1. Hier gibt es nichts mehr zu retten.
      Das System ist dazu verdammt, zusammenzubrechen. Vollständig.

      Ansonsten bekämen wir das gleiche System wieder, lediglich in einer anderen Form.