Exotik! Gebt uns Exotik!

Buntwoker Wahn (Symbolbild:Imago)

Die „Neuen deutschen Medienmacher” haben ein Problem: Sie möchten mehr Menschen im TV sehen, die als Migranten wahrgenommen oder als behindert „gelesen” werden, wie es neudeutsch heißt. Auch Juden, Muslime und Christen wären in den Medien nicht genug erkennbar. Wie soll man das nur hinbekommen? Wie kann ich nicht-rassistisch und nicht-diskriminierend meine Mitmenschen lesen, wenn ich doch andererseits nicht darauf achten darf, ob jemand irgendwie anders ist? Schweden, Briten und Niederländer sind nun ebenfalls benachteiligt: Man nimmt sie höchstens als jemanden wahr, der mit Akzent unsere Sprache spricht, was sehr charmant klingen kann (wenn man das noch politisch korrekt sagen darf). Als Fernsehmigranten sind sie daher nicht so sehr gefragt.

(Screenshot:Twitter)

Im Ruhrpott und am Niederrhein nennt man Niederländer liebenswert-abfällig „Kaasköppe” – schließlich schleppen die hiesigen Deutschen gern in Massen jungen und mittelalten Gouda aus dem Nachbarland fort (wenn sie nicht wegen anderer Genussmittel die Grenze überqueren). Kann man deshalb von einem strukturellen Rassismus gegenüber Claas und Antje sprechen? Nein, denn Claas und Antje sind den „Neuen deutschen Medienmachern” offenbar nicht exotisch genug. Die sehen schließlich fast aus wie Deutsche – langweilig! Mit „Migrationshintergrund“ ist also offenbar etwas anderes gemeint, als einfach nur aus einem anderen Land zu stammen. Eine Behinderung, die man nicht sieht, macht nichts her – es sei denn, die Geschichte dahinter stimmt und ist mit genug Leiden verbunden, denn behinderte Menschen haben gefälligst – wie Migranten auch – ständig gramgebeugt durchs Leben zu gehen. Und Juden sind am beliebtesten, wenn sie Pejes – also Schläfenlocken – tragen. Dann ist die Welt in Ordnung.

In der klischeebeladenen Welt der politischen Korrektheit wären aber wahrscheinlich auch Fernsehserien verpönt, die wir früher gern geschaut haben, wie etwa „Bill Cosby’s Familienbande„. Auch wenn darin fast ausschließlich schwarze Schauspieler vorkamen, wäre die darin vorgestellte Familie nach heutigem Geschmack viel zu gutbürgerlich gewesen, denn beide Elternteile hatten angesehene Berufe, Arzt und Anwältin. Wo bleibt da bitte die Benachteiligung, auf die wir ständig hinweisen müssen, als würde uns sonst die Hand abfallen? Seltsam, auch die schwarzen Wissenschaftler in den Wissenschaftsdokus, die ich so gerne schaue, beklagen nicht ihr Schicksal, sondern erzählen mir etwas über Exoplaneten und Kernfusion.

Nicht mehr gut durch Leistung, sondern durch Merkmale

Denn darauf kommt es beim Experte-Sein schließlich eigentlich an: auf Wissen und Sachkenntnis. Umgekehrt ist es eben für „Bio-Deutsche“ nicht interessant, sich mit Leidensgeschichten auseinanderzusetzen, die mittlerweile einem Wettbewerb des „deins war schlimm, meins noch schlimmer“ gleichkommen. Vor allem, wenn das Interesse der Gegenseite am Wohlergehen der weißen Mehrheit in Deutschland – oder sagt man ebenfalls der „als weiß gelesenen Mehrheit„? – offensichtlich gegen Null tendiert. Man darf durchaus Feindbilder haben, es müssen aber die richtigen sein. Es gibt bald keinen großen Unterschied mehr zwischen dem „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“ der NPD und den Zuschreibungen einiger Aktivisten an „people of color„: Man ist nicht „gut“ durch Leistung, sondern durch Merkmale, für die man selbst nichts leisten musste. Die Bezeichnungen „deutsch“ oder „farbig“ werden nicht mit Inhalten gefüllt, welche hart erkämpft wurden, wie etwa der erste deutsche oder farbige Astronaut zu sein.

Aber die politisch korrekte Szene sollte sich auch selbst einmal fragen, wie groß ihr Interesse daran ist, Migranten und andere Minderheiten mehr als Staffage sein zu lassen. Denn: Auf dem umkämpften Arbeitsmarkt oder auch in der Politik teilt man selbst ab einer bestimmten Ebene nicht mehr gern. „Würdest du auf den gut dotierten Posten verzichten, damit ein Migrant eine Chance bekommt?“ Auch bei den Grünen bleibt Claudia Roth das Exotischste, was die Partei an der Spitze zu bieten hat. Die Phrase „ein Zeichen setzen“ bekommt dadurch eine ganz neue Bedeutung: Es ist eben nicht mehr als das. So als stellte die Stadtverwaltung irgendwo ein Vorfahrtsschild auf und kümmere sich daraufhin nicht mehr um den Verkehr.

Im Gegenzug darf sich dann derjenige Migrant – mit meist muslimischem Hintergrund -, der es bei „Spiegel”, „taz” oder der „Süddeutschen” zum Kolumnisten gebracht hat, über jede Laus auslassen, die ihm über die Leber gelaufen ist. Auch über Themen, an die sich der bio-deutsche Kollege nicht herantraut: Israel-Schelte klingt dann plötzlich nur noch halb so antisemitisch, so lange man es nicht übertreibt wie Nemi al-Hassan. Und Ferda Ataman erklärt uns, dass ein Kopftuch avantgardistische „Fashion-Guerilla“ ist. Am Ende profitieren davon letztlich beide Seiten: In den Redaktionen fühlt man sich edel und gut, weil man „Toleranz“ gezeigt hat, nd lautstarke Aktivisten bekommen ihre Plattform. Kein Wunder, dass dort – auf engstem Raum – kein Platz mehr für entscheidend andere Meinungen bleibt.

13 KOMMENTARE

  1. Also islamische Exotik sehe ich genug, wenn ich im Stadtzentrum etwas zu erledigen habe. Während ich früher dazu geneigt war, anschließend einen Kaffee zu genießen, ein Eis zu schlecken oder auch eine Kleinigkeit zu essen, so habe ich heute das Ziel, das Stadtzentrum schnellstmöglich wieder zu verlassen.

  2. wer so auf Rasse schaut wie das Regime in Deutschland – der ist rassistisch!
    In einem feindbestimmten Besatzerregime ein natürlicher Vorgang !

  3. Wenn ich unbedingt „Exotik“ brauche, fliege ich im Sommer in die Karibik ! Ansonsten ist mir die weiße Mehrheit Gesellschaft genug .

  4. Die Deutschen sind und bleiben offenbar Rassisten. Denn wer so denkt, der hat ein verqueres Verhältnis zu der Vielfältigkeit der Rassen und Spezies des Lebens.

    • Na ja, es ist so, als würden in Tibet Han-Chinesen und ein paar tibetanische Quislinge sich als „Neue tibetanische Medienmacher*innen“ das Ziel setzen, Vielfalt und Diversität der tibetanischen Gesellschaft eine adäquate Stimme zu geben, nachdem sie Tibet über die Köpfe der Tibeter hinweg, zum Einwanderungsland erklärt haben.

      Dazu noch eine Prise Merkel:

      „Das Volk ist jeder, der in diesem Lande lebt.“ – Angela Merkel (CDU) am 27.02.2017

      Und schon haben Sie eine ebenso treffende wie anständige Beschreibung dieses Vereins.

  5. Ich schalte jedesmal weg, wenn ich so einen „Vorzeigemigranten“ in einem neuen Tatort oder anderen Filmen sehe! Dadurch kann ich kaum noch was sehen! Kulturelle Vergewaltigung – nenne ich das! Am liebsten würde ich eine Initiative gründen – gegen GENDERN u. Rassismus gegen weiße, indigene Deutsche – im Staatsfernsehen!

  6. Nachdem Herkunftsdeutsche nicht freiwillig ihre Posten zugunsten von Migranten räumen, müssen eben Quoten für ihre Begrenzung in allen Bereichen sorgen.

    Sie müssen das verstehen, wenn die Massenimmigration in den Medien nie sichtbar wäre, dann würde es viel zu lange dauern, bis nachwachsende autochthone Generationen ihre eigene Gesellschaft als „eklige weiße Mehrheitsgesellschaft“ empfinden.

    Aber mit Obergrenzen für Herkunftsdeutsche und einer Immigration OHNE Obergrenze wird dieses Problem schon in wenigen Generationen gelöst sein.

  7. Müssen Sie uns denn mit solch einem Bild eines N.., ähem POC über dem Artikel erschrecken?
    Emma, ming Droppe!

  8. Dazu kann ich nur Obelix zitieren: „Niemand hat uns je gelesen, und niemand wird uns je lesen!“ (Der Seher).

  9. Ungeachtet etwaiger Ungereimtheiten, der Wähler will es doch so (auch wenn er es nicht will), denn er ging zur Wahl. Wer sich mit dieser Thematik beschäftigt, weiß, was ich meine.

  10. Willst du heutzutage zum Establishment gehören,musst du selbstverständlich die „weisse Unterschicht“ verachten oder sogar hassen.

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