FDP-Forderung nach Englisch als zweiter Amtssprache: Totale Kapitulation

„Integrationskurse“ in Deutschland – demnächst auf Englisch? (Symbolbild:Imago)

Für meine Oma war es eine Katastrophe, wenn ich in Englisch mal keine Eins nach Hause brachte. Sie malte mir dann eine düstere Zukunft aus: Wenn einmal wieder ein Hitler käme und ich in die USA emigrieren müsste, dann bekäme ich dort mit einer Zwei in Englisch höchstens eine Stelle als Putzfrau in einem Schnellrestaurant. Mit anderen Worten: Ich stünde ganz unten in der Hierarchie, trotz durchaus vorhandener Fähigkeiten. Auch wenn es für einen Menschen mit enormer Prüfungsangst, wie ich einer bin, nicht gerade förderlich ist, wenn ihm bei der Klassenarbeit der große Diktator im Nacken sitzt, so hatte Oma in einem recht: Ohne gute Kenntnisse der Landessprache kommt man in anderen Ländern beruflich nicht weit – wenn man überhaupt eingelassen wird. Es gilt als selbstverständlich, dass ein Migrant seinem Gastland auch etwas zu bieten haben muss oder ihm zumindest nicht zur Last fällt.

In Deutschland hingegen wird seit Jahrzehnten davon gesprochen, endlich einmal ein vernünftiges Einwanderungsgesetz zu schaffen. Man mag es kaum glauben, aber wer hier legal einwandern möchte oder aber für ein paar Jahre arbeiten, der hat’s ziemlich schwer. Wenn eine deutsche Firma einen vielversprechenden Mitarbeiter aus dem Ausland in ihrem Stammwerk weiterbilden möchte, dann muss eine Menge Papierkram erledigt werden, wahrscheinlich wäre es einfacher, wenn derjenige seine Papiere kurz vor der Grenze „verloren“ hätte.

Gravierende Folgen

Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland denkt man allerdings darüber nach, noch einmal eine halbe Million Migranten aufzunehmen. Natürlich ohne vorher auch zu prüfen, ob diese für den deutschen Arbeitsmarkt einen Gewinn darstellen. Das ist ungefähr so effektiv, als würde man auf der Kirmes für 500 Euro Lose kaufen, um schließlich eventuell den großen Plüschelefanten zu gewinnen, der im Laden fünf Euro kosten würde. Nur sind die Folgen gravierender: Wenn es überhaupt gelingt, die Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren, dann größtenteils auf dem Billiglohnsektor, wo sie dann mit deutschen Bewerbern konkurrieren, die ebenfalls am Rande des Hartz-4-Niveaus dort herumkrebsen. Sprich: Diejenigen, die noch den Anstand haben, ihr Geld selbst zu verdienen, graben sich gegenseitig das Wasser ab. Für die Industrie ist das erst einmal prima – bringt es sie doch in eine bessere Verhandlungsposition. Es kommt noch hinzu, dass der Arbeitsmarkt für Niedrigqualifizierte ohnehin immer enger wird.

Die Bezeichnung „Fachkräfte“ ist daher längst zu einem Spottwort geworden, hat sie doch mit der Realität kaum etwas zu tun. Was die FDP nun damit bezwecken will, Englisch zur zweiten Amtssprache zu machen, ist mir schleierhaft, es handelt sich um reine Symbolpolitik, welche das Problem des Fachkräftemangels nicht lösen kann. Gut ausgebildete Mitarbeiter sprechen in der Regel ohnehin passabel Englisch, das dürfte auch auf die uns versprochenen Fachkräfte zutreffen. Ansonsten müssten wir wohl Arabisch, Urdu und Farsi in den Katalog unserer Amtssprachen aufnehmen – die in allerlei Broschüren schon längst in Gebrauch sind. Na, das wird eine babylonische Sprachverwirrung!

(Screenshot:Twitter)

Nachdem der Corona-Lockdown viele Gastronomen in die Pleite getrieben hat und danach etliche Kunden durch die allzu bereitwillige Anwendung von 2 und 3G-Regeln vergrault wurden, läuft das Geschäft nun langsam wieder an und Arbeitsmigration soll es richten. Wo sind eigentlich alle gekündigten deutschen Köche und Kellner hin? Sie können doch unmöglich alle anderweitig untergekommen sein. Warum gewinnt man sie nicht zurück? Vielleicht, um durch Lohndumping ein wenig des erlittenen Verlusts wieder hereinzuholen? Allerdings nutzt auch hier der Vorstoß der FDP nichts, denn der Normalbürger möchte sein Essen nicht gestikulierend und auf gut Glück bestellen.

Kein Mensch hat etwas dagegen, den deutschen Arbeitsmarkt mit ausländischen Fachkräften zu ergänzen, wenn Personalnotstand besteht. Der bessere Weg wäre, die deutsche Bildungsmisere in den Griff zu bekommen und den „schon länger hier Lebenden“ eine Chance zu bieten. Aber das funktioniert nun einmal nicht von heute auf morgen. Aber was spricht eigentlich dagegen, Bewerber für den deutschen Arbeitsmarkt erst einmal auf ihre Eignung zu testen, bevor sie in unser Land kommen? In Osteuropa gibt es schließlich schon einige Pilotprojekte für die Krankenpflege: Erst nach erfolgreicher Ausbildung winkt das Ticket nach Deutschland.

Migration als Lotterie

Aber Migration, wie sie derzeit in Deutschland zugelassen wird, ist ohnehin eine Lotterie, die bekanntlich nur durch die angebliche Chance auf Fachkräfte schöngeredet wird. Schon der Gedanke, einem Migranten die Einhaltung gewisser Regeln oder das Erlernen der deutschen Sprache abzuverlangen, gilt als rassistische Zumutung. Mit etwas Glück kommen einige Zuwanderer selbst auf die Idee, dass Integration der bessere Weg für sie ist – und obwohl unser Staat sich kaum ein Bein dafür ausgerissen hat, werden sie dann als Erfolgsmodell herumgereicht. Eigentlich ist das rassistisch, denn man spricht Migranten so die Fähigkeit ab, etwas aus eigener Kraft zu schaffen.

Nur für all die anderen fällt uns nichts Gescheites ein. Mit Englisch als Amtssprache gegen die Herausbildung von Parallelgesellschaften? Oder die Verbreitung islamischer statt europäischer Werte? Da kann man auch versuchen, Suppe mit Stäbchen zu essen, das ist ähnlich effektiv.

BITTE BEACHTEN: Klarstellung der Redaktion zu Leserkommentaren

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Zuwendung unterstützen.

20 Kommentare

  1. Was für eine Verlotterung der Kultur!

    Jeder, der noch etwas Hirn sei eigen nennen kann, weiß, dass eine Sprache das A und O einer Nation, eines Volkes und einer Kultur ist. Beseitigt man die Sprache oder missachtet sie offenbar, dann ist es mit dem kulturellen Untergang in der Tat nicht mehr weit. Dieser „Hebel“ wurde schon oft eingesetzt (jeder Gebietsgewinn nach einem Krieg läutet derartige Bemühungen – mit weniger oder brachialer Gewalt – (Ukraine verbot Russisch!) ein und nur als dumm kann man denjenigen bezeichnen, der die Folgen nicht erfassen kann – oder will.

    Schägt so ein Halbhirn dann auch noch vor, Türkisch als Erst-Sprache in Deutschland zu unterrichten, Englisch als Zweit-Sprache und Deutsch dann auf dem höheren Bildungsweg als Dritt-Sprache? Allerdings kein Deutsch, wie man es gegenwärtig noch lesen und schreiben kann, sondern ein sauber durchge“schändertes“ Deutsch, bei dem dann auch dem letzten Denker noch die Haare zu Berge stehen werden?

    Wundern würde mich dies und vieles andere in diesem Land so langsam nicht mehr!

  2. Eine Berater-Firma hat Herrn Lindner für ein angemessenes Honorar diesen ungwöhnlichen Vorschlag empfohlen, um neue Stimmen zu gewinnen – schließlich gibt’s noch eine Landtagswahl dieses Jahr (allerdings möglich, dass er bis dahin gar nicht mehr Bundesfinanzminister ist).

  3. Was bitte ist daran falsch „english“ zu beherrschen, etwas Bildung tut überhaupt nicht weh, wenn man in sowas schon ein „Unterwandern“ sieht, sollte man sich ernsthaft fragen, ob man selbst nicht einem Tunnelblick unterliegt.
    Wenn man Englisch gut versteht eröffnet sich einem gigantische Welten an Informationen aller Art angeht und man kann mit jedem auf dieser Welt austauschen, was bitte ist daran schlecht!?

    • Nichts gegen eine ‚lingua franca‘, sie ist sicherlich ein Beitrag zur Verständigung, aber warum – in Teufels Namen – sollen ausgerechnet deutsche Behörden englisch sprechen, die Sprache des selbst ernannten Hegemons? Für deutsche Behörden wäre es wahrscheinlich sinnvoller, türkisch zu lernen!

      • Englisch ist die Weltsprache Nr.1, in Skandinavien und den Niederlanden spricht so gut wie jeder englisch, auch im ehemaligen Ostblock ist das immer häufiger der Fall.
        „Amtssprache“ würde ja nur heißen das es offizielle Schriftstücke und Dokumente in zwei Ausführungen gibt, was übrigens bereits häufiger die Praxis ist wie man denkt.
        Gerade bei Zensur und Meinungsunterdrückung ist es wichtig sich „Auswärts“ die notwendigen Informationen zu besorgen.
        Die deutsche Presse lügt das sich die Balken biegen, hier werden Sachverhalte einfach erfunden oder verschwiegen, wer nur „deutsche Nachrichten“ ließt lebt in einer Lüge weil er es schlichtweg nicht besser weiß.
        Mit ein Grund warum RT in vielen Ländern verboten wurde, soviel offene Realität die nachweisbar auch noch Fakt ist, kann für die nationale Propaganda zum äußerst gefährlichen Problem werden.

          • Es geht ja nur um eine ZWEITE Amtssprache, das heißt nicht das wir alle jetzt alle Englisch lernen müssen, es bedeutet einfach nur das es eine Anpassung auf internationale Standard’s ist, oder eben gewesen wäre.
            Deutschland hinkt in allem hinterher, „Modern“ ist hier gar nichts, IT unterdurchschnittlich, Behörden viel zu langsam und umständlich, Handelsvorgänge müssen oft 2-3x abgewickelt werden, nur weil irgendein Mist fehlt der nicht über IT geregelt werden kann.
            Ich kann nicht international agieren und gleichzeitig an rein deutschsprachigen Behörden festhalten, es geht ja dabei schließlich nicht nur um Asylpolitik.
            Etwas aus Asien zu importieren geht wesentlich unkomplizierter und sogar schneller als z.b. aus Großbritannien, völlig absurd!
            Viele liefern schon gar nicht mehr nach Deutschland weil es zu teuer und umständlich ist, einer der Gründe warum es abwärts geht!
            Teile aus der USA kosten dort z.b. nur 800 Dollar, nach Deutschland importiert kostet das selbe Teil 1800 Euro, ist nicht bei allem so, aber nicht so selten…

    • Dein Ernst ?, Dein Kommentar macht fassungslos. Wie zur Hölle kann man einen Artikel derartig fehlinterpretieren…Niemand spricht bzw schreibt gegen das Beherrschen einer Fremdsprache, es geht einzig darum, daß man es ablehnte (auch von FDP Seite) Deutsch als Landes – und Geschäftssprache, im Grundgesetz zu verankern und damit einen Wertekodex zu schaffen, an dem sich jeder Zuwanderer orientieren kann und muss, unabhängig seiner Herkunft. Tunnelblick, wäre eine angebrachte Diagnose, für Deinen Kommentar, siehst Du den Wald vor Bäumen nicht, oder willst Du ihn nicht sehen und schiebst daher fadenscheinige Gründe vor. Die großzügig angebotenen Kurse, zum grundlegenden Erlernen der deutschen Sprache, sind kein Pflichtprogramm für die vollumfänglich alimentierten Flüchtlinge aus aller Welt, schon daher werden diese Angebote nur marginal angenommen und zum größten Teil abgelehnt. Das Ergebnis dessen ist bekannt, nach 23 Jahren Daueraufenthalts in Deutschland, schaffen es die Wenigsten, eigenständig und ohne Üersetzter, sich im Bürokratendschungel unseres Landes zurechtzufinden.

      • @TheVmaxx
        Immer langsam und nicht gleich durchdrehen, wenn ich eine Meinung äußere muss ich mich nicht zu 100% an den vorgegebenen Text halten und auf „Wertekodex“ ist gesch…. wenn ich nicht in Freiheit leben kann!
        Je mehr Staat desto mehr Kontrolle, der eine nervt mit Impfpflicht, der nächste mit Deutschpflicht, das ist ein Planet, eine Spezies, was interessiert mich da ein Verliererstaat der 2x bedingungslos kapitulieren musste!?
        Was für ein Deutschland überhaupt, diesem Schweinehaufen nützt auch kein Wertekodex mehr was, schau dir doch mal an was gerade „woke“ ist.
        Wertekodex? Die wissen noch nicht einmal was Männchen und Weibchen ist und quatschen ein dümmliches „Deutsch“ das überhaupt keinen Sinn mehr ergibt!

    • Werter Mitstreiter, da haben Sie etwas Grundsätzliches missverstanden!

      Selbstverständlich ist es gut, wenn man eine Fremdsprache beherrscht. Und in der Tat kommt man in der Sprache des Empire auf der Welt sehr oft gut zurecht! – Aber: Es geht hier um eines AMTSSPRACHE! d.h. jeder Angestellte und Beamte muss diese Sprache „vorhalten“, um auch noch im kolonie-alen Dialekt mit einem Nicht-Bürger/Eingebürgertem aus fremden Landen zu recht zu kommen! Warum sollten sich ausgerechnet die Deutschen derart verbiegen und damit jegliche Integration ins Absurde führen?????
      Die Franzosen wehren sich schon lange gegen die Anglezismen – und auch davon haben wir schon genug.

      • @Justus
        Es ist nicht verbiegen, sondern schlichtweg persönliche Größe.
        Bald leben auf der Erde über 10 Milliarden Menschen, dann spielen Landesgrenzen keine Rolle mehr, die Auswirkungen davon haben ja bereits begonnen!
        Es gibt nur zwei Alternativen für uns, entweder wir gehen uns alle gegenseitig an die Gurgel oder wir expandieren in unser Sonnensystem, was willst du da mit „Deutschland“, etwa mitnehmen!?
        Die Welt die wir kannten ist Geschichte und es gibt kein „zurück“ mehr, alles geht jetzt ganz schnell, „wir“ müssen nur zusehen das uns nicht die falschen Werte der geisteskranken Eliten in die Zukunft führen!
        Sie denken sie seien Götter!
        Wie tötet man einen Gott? – Indem man aufhört an ihn zu glauben!
        Es wird Chaos kommen, nutzen wir unsere Chance, „Sie“ tun das bereits!

  4. Gelb und gegen das Volk werkelnde Elemente bestellt man nur, wenn man gar nichts braucht.
    Es wiehern Multi-Dilettanten.
    Wer wählt eigentlich solche Typen?
    Tja wie bestellt, so erhalten.
    Die Kaste ist zum Volksfeind verkommen.

  5. Früher mussten wir in exotische Länder fahren, um mit Händen und Füssen Schnitzel mit Pommes zu bestellen. Heute geht man dafür einfach nur in das nächste Lokal um die Ecke. Diesen Fortschritt in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

  6. Warum nicht Deutsch als zweite Amtssprache?! Als (erste) Amtssprache dann türkisch, arabisch oder bantu, das wäre doch viel lebenswirklicher, und ausserdem ein starkes Zeichen für Vielfalt und Weltoffenheit im besten Buntland das wir jemals hatten. Haben die Grünen- oder SPD-Volksvertreter dazu noch keinen Gesetzesentwurf vorgelegt? Und über fehlende Fachkräfte muss man sich auch nicht wirklich Sorgen machen, dank Nentzi & Co kriegen wir doch wieder massenhaft neue moslemische Fachkräfte aus Afghanistan geschenkt; aus Restorient und Afrika sowieso. „Unser Land wird sich drastisch ändern, und ich freue mich darauf!“

    • Das wird tatsächlich ein schwieriges Problem für unsere zuzkunftsstürmende Regierungskoalition: Wem verkaufen wir uns nun bevorzugt, den Amis oder dem Islam?

  7. Mit diesem Vorschlag auf jeden Fall tief in den Enddarm der US und A. Wahrscheinlich als Huldigung, der amerikanische Vorposten in Europa sein zu dürfen. Direkt an der Front. Danke!

  8. Sehr schöner Artikel zu diesem FDP-Geistesblitz, danke. Persönlich nehme ich solche Ver(w)irrungen „unserer“ NED-Parteimitglieder gar nicht mehr richtig wahr. Aus Selbstschutzgründen 🙂 Soll’n se labern. Durch infantiles Geschrei (sie nennen das „Vorschlag“) immer wieder mal eine Bestätigung ihrer selbst nur eine Nachgeburt sein zu können. Nehme ich lang schon nicht mehr ernst.

  9. Es muß ja so kommen, bei so vielen Transatlantischen Dt. Politikern in der BRD-Ampelregierung, unsere
    uneigennützigen USA-Freunde werden sich freuen, zumal sich die BRD abschafft u. Dt Sprache durch Gendern unverständlich für Jedermann wird u. ist !!!

  10. Schmiert Euch das engl. sonst wo hin.
    Wir leben hier in Deutschland und unsere Sprache, auch die Amtssprache
    ist deutsch und auch nicht durch schmutziges gendern zu verunstalten !
    Wem das nicht passt, dem bleibt es frei, seine Hirngespinste in einem anderen
    Land zu abzuhusten.

Kommentarfunktion ist geschlossen.