Fessle mich, Freiheit macht mir Angst!

Die leibgewonnene Sklaverei (Symbolbild:Imago)

Stell dir vor, es ist Totalitarismus – und alle gehen hin! In vielen Lebensbereichen frage ich mich mittlerweile, ob wir alle einem großangelegten Idiotentest unterzogen werden und in einem Labor ein Versuchsleiter verzweifelt darauf wartet, dass die Menschen ihm einen Vogel zeigen, damit er das aus dem Ruder gelaufene Experiment endlich abbrechen kann. Designermode, die aussieht, als wäre ein Altkleidercontainer durch die darin angesammelten menschlichen Düfte impliziert – und die Fachwelt jubelt. Aber immerhin wird niemand gezwungen, das Zeug zu kaufen, und das ist schon viel wert heutzutage.

Schlimmer sind allemal verwöhnte junge Damen wie Luisa Neubauer, die mit viel Haltung und wenig fundiertem Wissen die deutsche Politik vor sich hertreiben, als hätte das Volk sie per Akklamation in die Rolle von Königinnen gehievt. Aber auch in diesem Fall ist es im Alltag noch ohne größere Blessuren möglich, sich dem Getöse zu entziehen – nur an der Tankstelle nicht, wo man mit jedem Liter CO2-Ablass entrichten muss. Richtig unerträglich wird es erst, wenn Nachbarn und Mitbürger – also das Heer der „Normalen“ – ihre gesamte Energie in die Rolle des Wächters des Corona-Grals stecken. So wie im Falle dieses besorgten jungen Herrn, der moniert, in Deutschland würde in Restaurants zu wenig kontrolliert:

(Screenshot:Twitter)

Nun gibt es tatsächlich Restaurant-Kontrollen, die Sinn ergeben: Niemand möchte sein Essen aus einer Küche bestellen, in der eine Mariachi-Band aus Kakerlaken den Salmonellen „La Cucaracha“ vorspielt und Ratten dazu Samba tanzen. Aber unser besorgter Restaurantbesucher würde dies vielleicht sogar als folkloristische Zulage akzeptieren, wenn der Wirt nur seine Gäste ordnungsgemäß auf ihren Impfstatus kontrollieren lässt.

Früher wäre man in Deutschland stolz darauf gewesen, Regeln etwas liberaler zu handhaben als im stets revolutionsaffinen Frankreich. Es hätte einen sogar mit ein bisschen patriotischem Stolz erfüllt: „Hey, schau mal, wir Deutschen sind gar nicht so obrigkeitshörig, wie uns immer nachgesagt wird!“ – aber gerade die jüngere Generation nimmt diese reaktionären Eigenschaften im Zuge von Corona gerade wieder an. Es geht dabei nicht um Schadensabwendung von der Gemeinschaft – auch wenn das als Grund vorgeschoben wird -, sondern um den Eifer, sich irgendeiner Autorität als Verbündeter, Gehilfe und notfalls auch Vollstrecker anzudienen.

Jeder hat schon einmal einen solchen Kollegen gehabt, der im Falle eines Brandes im Büro – auch im übertragenen Sinne – erst auf die Erlaubnis des Vorgesetzten zum Löschen gewartet hätte. Jeder, der nur einen Hauch von Eigeninitiative zeigt, darf sich die Zurechtweisung anhören: „Das dürfen wir nicht!„, auch wenn dringend eine Entscheidung getroffen werden muss, um akuten Schaden abzuwenden. Man ist dann oft zu verblüfft über diese Kindergarten-Mentalität, um nachzuforschen, wer diesem Kontrolleur eigentlich die Kompetenz erteilt hat, zu kontrollieren.

Die Dosis macht das Gift

Es ist natürlich bequem, jede Eigenverantwortung nach oben weiterzureichen; zumindest schafft es ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Kant und Arendt appellierten nicht ohne Grund an die ethische Entscheidungsfreiheit des Menschen, der im Grunde erst erwachsen wird, wenn er lernt, sinnfreie oder gar auf Grausamkeit ausgelegte Regeln zu brechen. Denn wie immer macht die Dosis das Gift. Es gibt Millionen von Regeln, die unser Leben tatsächlich sicherer und besser machen, aber ab und an ist der Gesetzgeber auch über das Ziel hinausgeschossen – was sich gerade im Falle von Corona deutlich zeigt: Manche Maßnahme dient nur noch der sinnfreien Gängelung.

Ich könnte deshalb jedes Mal vor Zorn im Dreieck springen, wenn wieder einmal jemand den Vergleich zwischen Gurt- und Impfpflicht bemüht (noch vor ein paar Monaten wurde er für die Maskenpflicht strapaziert). Wäre Corona nur halb so gefährlich, wie täglich suggeriert wird, dann würden uns weder Masken- noch Impfpflicht in einem Restaurant schützen – denn bis beides streng nach Vorschrift kontrolliert wäre, hätte man sich längst angesteckt. Wenn draußen Ebola oder die Pocken wüteten, käme man wahrscheinlich noch nicht einmal auf die Idee, überhaupt in ein Restaurant zu gehen.

Wer trotz der empirischen Daten, die der Alltag ihm mitgibt, ebendort zum Kontrollfreak mutiert, sollte sich ernsthaft fragen, ob er Angst vor zu viel Freiheit hat – die im Ernstfall natürlich auch einmal bedeuten kann, eine falsche Entscheidung mit womöglich schwerwiegenden Folgen zu treffen. Die jüngere Generation will zwar um jeden Preis den Planeten retten – aber erledigen soll es jemand anderes. Man möchte nur dabeistehen und schauen, ob alles korrekt abläuft. Die Macht kosten, ohne den Preis dafür zu zahlen, der bedeutet, den Kopf für eine Handlung hinzuhalten: Aus diesem Holz sind Mitläufer gestrickt.  Und vor denen muss man mehr Angst haben als vor manchem Virus.

7 KOMMENTARE

  1. Deutsche Untertanen gehorchen gerne und fühlen sich umso wohler, je mehr Bullshit-Regeln man ihnen auferlegt, um das auch zu zeigen. Gerne gehorcht der deutsche Untertan auch Regeln, die es noch gar nicht gibt und die er gerade erdichtet hat, um sich ins linke Licht zu rücken.
    Deshalb wird der dienstbeflissene Gehorsamsakrobat auch fuchsteufelswild, wenn sich jemand entzieht.
    Nein, es geht beim „heiligen Zorn“ gegen den Regelbrecher nicht um die Regel an sich, sondern um den verweigerten Gehorsam, „ums Prinzip“!
    Und klar, wie meist bei Bullshit-Regeln, hat der Ungehorsame natürlich einige Vorteile, die ihm der gallertartige Untertan vehement neidet.
    Merke:
    In Deutschland haßt man nicht den, der das Stöckchen hält, sondern den, der nicht drüberspringt!

  2. es ist so angenehm, unmündig zu sein !
    Man muß nur so an der Leine laufen, daß sie nicht spannt und immer schön auf Herrchens Winke achten !

  3. Nicht nur der im Beitrag besorgte junge Herr moniert, dass in Deutschland in Restaurants zu wenig kontrolliert würde, sondern auch Rico Gebhardt, der Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

    „Gebhardt kritisiert Umgang mit 3G-Regel in Gaststätten“
    https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/interview/audio-kontrollen-gaststaetten-gebhardt-erzgebirge-100.html

    Gebhardt trat 1981 in die SED ein, die heute DIE LINKE heißt. Für seine Tätigkeit im Landtag wird er vom Steuerzahler seit 17 Jahren alimentiert und fordert jetzt die Einleitung von Verfahren gegen Bürgermeister, die sich nicht an der Corona-Jagd beteiligen.

    „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste schon Hoffmann von Fallersleben.

  4. Heinrich Heine
    Der Deutsche gleicht dem Sklaven der seinem Herrn gehorcht, ohne Fessel ohne Peitsche, durch das bloße Wort … .

  5. Psychologie weiss: 80 % der Menschen brauchen jemanden, der ihnen sagt, was sie dürfen oder nicht! Das ist so!
    Fremdbestimmung wird schon in jeder Kindheit durch Fremdbeurteilung angelegt!
    Der Lehrer sagt über Noten, was man taugt und was man noch lernen muss, damit wieder irgendwer meint, dass man etwas kann .. usw.
    Menschen möchten vertrauen!
    Dies ist essentiell für ein gesellschaftliches Miteinander!
    Vertrauenssucht und Fremdbestimmung gehen aktuell eine desaströse Kombination ein.
    Wir müssen – glaube ich – realisieren, dass jene kriminellen Hintergrundmächte exakt jedes noch so kleine psychologische Detail kennt – und rigoros nutzt!
    Dazu gehören zum Beispiel die vielen Quotenfrauen!
    Es werden Spitzenposten mit völlig unwissenden Frauen besetzt. Frauen – so weiss man auch – brauchen in den allermeisten (östrogen) Fällen irgendwen, der sie berät!
    Schon gar, wenn keinerlei Fachwissen vorliegt!
    Dann ist klar – die nötigen Berater werden von bekannten NGO’s gerne zur Verfügung gestellt. Und da Frauen keinerlei Antennen für „Macht“ haben, werden sie dankbar und ohne jegliche Skepsis jeden noch so unsinnigen „Rat“ befolgen!
    Unfreiheit hat viele Facetten – eine sind Quoten-Frauen. Wenn dann noch viele hinzukommen, die für jede Art von Regeln dankbar sind (80%), ist es leicht, eine ganze Gesellschaft per NGO-Ratgeber zu fesseln!

  6. Ich würde noch „Quotenfrauen“ mit „Waschlappen“ ergänzen. Eine Frau sagte mir mal – nichts ist leichter
    als einen Mann gefügig zu machen.
    „Durch das bloße Wort“ – ohne Haftung – was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Heute liegen
    die Interessen wo anders.
    So hat nach Angaben “ Chinesicher Überläufer enthüllt die Herkunft von C-19″ übrigens der Artikel wurde
    im Internet bereits mehrmals neu geschrieben, weil nach urspr. Aussage von Frau Yan – zwar Fauci bezahlt
    aber die Chinesen haben B.Gates u.a. das Virus zur Verfügung gestellt – als GELDDRUCKMASCHIENE.
    Kommentarfunktion wurde anfangs auch bereitgestellt, aber nicht ein Kommentar veröffentlicht.
    „Deutsche Untertanen gehorchen gerne“ – der Deutsche ist nicht Dumm – die Wahrheit würde deren Hirn
    noch mehr schädigen (Irrreparabel) – deshalb gehorchen sie lieber um noch ein ein Rest vom Hirn zu
    behalten. Aber sie sind auf der Welt nicht allein (Trost).

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