Filmkritik: „Armor“ – Ein enttäuschender Tiefschlag für Stallone-Fans

Filmkritik: „Armor“ – Ein enttäuschender Tiefschlag für Stallone-Fans

Stallone in „Armor“: Uninspiriert und rundum enttäuschend (Foto:IMDB)

Auf YouTube gehen derzeit Kurzvideos viral, in den ein vitaler Sylvester Stallone voller Anmut durch die Gegend stolziert. Ich meine, der Mann, der einst Rocky war, ist fast 80 Jahre alt. Sieht man nicht, nicht im Gesicht (jaaa, da wurde nachgeholfen, schon klar), nicht an seinem Gang. Auch seine Mafia-Serie „Tulsa King“, die in diesem Jahr bereits in die dritte Staffel ging, kann man sich durchaus anschauen. Doch „Armor“, Stallones neuester Action-Film? Hilfe!

Der am 7. Februar 2025 direkt auf DVD und Streaming gestartete Heist-Thriller verspricht mit Stallone und Jason Patric ein Comeback klassischer Action, entpuppt sich jedoch als uninspirierte, lieblos produzierte Enttäuschung. Besonders ärgerlich: Stallone, der auf dem Cover prangt, ist kaum mehr als ein überteuerter Statist in seinem eigenen Film. Mit 0 Prozent (!) positive Resultate auf “Rotten Tomatoes” setzt „Armor“ einen Negativrekord, der selbst für Direct-to-Video-Standards peinlich ist.

Die Handlung: Löchrig, langweilig, lächerlich

Armor“ erzählt die Geschichte von James Brody (Jason Patric), einem heruntergekommenen Ex-Cop, und seinem Sohn Casey (Josh Wiggins), die als Geldtransporterfahrer arbeiten. Ihr Routinejob wird zum Albtraum, als sie auf einer Brücke von einer Bande unter der Führung des Ex-Elitesoldaten Rook (Sylvester Stallone) überfallen werden, die ein mysteriöses Paket stehlen will. Was folgt, ist ein statisches Belagerungsszenario, das sich in einem gepanzerten Laderaum abspielt – eine Prämisse, die an „Panic Room“ erinnert, aber jeglichen Nervenkitzel vermissen lässt.

Das Drehbuch von Cory Todd Hughes und Adrian Speckert ist ein Flickwerk aus Klischees, unlogischen Wendungen und Dialogen, die so hölzern sind, dass sie selbst einen „Rocky“-Monolog wie Poesie wirken lassen. Warum blockiert ein Geldtransporter stundenlang eine Brücke, ohne dass Polizei oder Passanten auftauchen? Warum wirken die Verbrecher so inkompetent, obwohl sie angeblich Elitesoldaten sind? Der Film liefert keine Antworten, nur Langeweile.

Schauspiel: Stallone als teurer Schatten

Jason Patric müht sich als James Brody, doch seine Figur bleibt ein Abziehbild des gebrochenen Helden ohne Tiefe. Josh Wiggins als Casey ist bemüht, aber in den erzwungenen Vater-Sohn-Momenten fehlt jegliche Emotion. Sylvester Stallone, der als Antagonist Rook beworben wird, ist die größte Täuschung des Films. Berichten zufolge war er nur einen Tag am Set – für satte 3,5 Millionen Dollar – und das merkt man: Seine Screentime ist minimal, seine Präsenz wirkungslos. Statt eines charismatischen Bösewichts liefert er ein paar genuschelte Zeilen und verschwindet wieder. Die Nebenrollen, darunter Dash Mihok, sind so unterentwickelt, dass sie kaum auffallen. Die Darsteller kämpfen mit einem Skript, das selbst Oscar-reife Talente ins Stolpern bringen würde.

Billige Inszenierung, billige Action

Regisseur Justin Routt (oder war es Produzent Randall Emmett, der angeblich die Regie übernahm?) liefert hier eine Inszenierung ab, die so träge ist wie ein kaputter Geldtransporter. Die Actionsequenzen sind spärlich und enttäuschend: Eine anfängliche Verfolgungsjagd wirkt wie ein Low-Budget-Abklatsch, und die CGI-Effekte sind so schlecht, dass sie fast parodistisch wirken.

Schlimmer noch: Der Soundtrack wechselt abrupt zwischen generischen Tracks, als hätte niemand die Postproduktion ernst genommen. Die Kulisse einer verlassenen Brücke ist visuell eintönig, und die Kameraarbeit trägt nichts zur Spannung bei. Selbst die wenigen Schießereien wirken wie aus einem Amateurfilm. Für einen Actionthriller ist „Armor“ erschreckend ereignislos. Bewertung: 2/10

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7 Antworten

  1. Stallone ist doch seit eh und je durchwachsen, aber seine neue Synchronstimme ist wirklich grauenhaft!

    1. Der einzige wirklich Top-Film mit Stallone war und ist „Demolition Man“.
      Danach kommt in meinem Ranking „Judge Dredd“. Mit „Rocky“ kann ich nicht wirklich was anfangen und „Rambo“ , nun ja, die ewige Sage des „Lone Men“ .
      Der Rest, brave Unterhaltungskost.

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  2. Warum genießen manche Alt_Stars nicht ihren Ruhestand und verpulvern ihre Tantiemen? Bei Chuck Norris das gleiche. Film: Agent Recon, nur ein trauriger Abgesang eines ehemaligen Idols.

  3. ZITAT: „Warum wirken die Verbrecher so inkompetent, obwohl sie angeblich Elitesoldaten sind?“

    In der Welt der 360 Grad-Wenden muss man Elite mit Negativelite übersetzen. 🙂

  4. Dieser Film bekommt auf jeden Fall die goldene Himbeere. Drehbuch dumm, Schlaftabletten-äktschen, Schauspielkunst war einmal, Stellone – alone mit Arthritis, Josh Wiggens so blass wie ein Nebelstreif. Ingesamt absolute Zeitverschwendung !