Freihals – das gotische Wort für Freiheit

Freiheit = „Frei Hals”: Skulptur einer Sklavin mit Halseisen (Symbolbild:Imago)

Wie Sie wissen, liebe Leser, sind Frauen in islamistisch tyrannisierten Ländern wie dem Iran und Afghanistan nicht frei, sondern müssen Teile ihres Gesichts oder Kopfes verhüllen. Es kommt sonst eine Sittenpolizei und weist sie zurecht, wie das Kopftuch zu tragen ist. Aber bei uns würde so etwas doch nie passieren, oder? Sind wir doch geographisch weit weg von Radikalistan und geistig fernab irgendwelcher Unsinnsreligionen und -glaubenssätze. Frauen haben daher genauso viele Rechte wie Männer, und das gilt auch für ein etwaiges Verhüllen von Kopfgegenden. Oder ist es nicht eher so: Männer haben genau so wenige Rechte wie Frauen? Ist Ihnen in Bus oder Bahn denn noch nie die hiesige Sittenpolizei begegnet, die einem erzählt, wie die Verhüllung zu sein hat? Natürlich die landesübliche. Es ist doch bei uns alles ganz anders als bei „denen”.

Aber Sarkasmus beiseite: Im Iran prügeln Sicherheitskräfte auf den Demonstrationen nach dem ungeklärten Ableben der jungen Frau Mahsa Amini gegen den Verhüllungszwang immer wieder Menschen zusammen (und sogar zu Tode). Die deutsche Medienlandschaft kritisiert dies zu recht. So unähnlich ist es in Deutschland jedoch nicht. Denn auch auf Corona-Demonstrationen, die sich ja unter anderem gegen erzwungene Gesichtsverhüllung richten, haben Polizisten schon Menschen äußerst brutal behandelt, und es ist auch hier schon zu Todesfällen gekommen.

Mit Sprachen denkt man um die Ecke

Nun, daß man sich verhüllen muß, vielleicht sogar eine Maske tragen muß, das kommt auch im Sado-Maso-Bereich vor. Bei meinen diesbezüglichen – oberflächlichen und lange zurückliegenden – Kontakten in einer europäischen Großstadt ist mir auch mal so jemand begegnet, samt seiner „Herrin“. Er hatte aber anscheinend große Freude an seiner Gesichts-Maskerade. Im Nachhinein bin ich übrigens froh, daß mir in dieser Szene nie jemand über den Weg lief, der Karl hieß, oder auch Carl, wie man in manchen Ländern oft buchstabiert. Warum eigentlich genau, weiß ich nicht. Zudem versicherten zu meiner Erleichterung alle Personen in der SM-Szene glaubhaft, daß das Ganze ein Spiel war, aus dem man jederzeit aussteigen könne, und daß die per Verabredung und auf Zeit übergebene Macht mit Verantwortung einhergeht. Nicht auszudenken, wenn ein Irrer sich in die Szene eingeschlichen hätte! Aber so etwas passiert zum Glück nicht. Das wäre ja auch trist.

Womit ich so langsam mal auf den Punkt komme, oder zumindest auf ihn zusteuere. Ich pflege zu sagen: Mit Sprachen hat man immer etwas zu lachen. Es gibt immer wieder diese kleinen Beobachtungen, die einen zum Schmunzeln bringen, die, oft ganz unbeabsichtigt, eine Einsicht aufblitzen lassen. Nehmen wir beispielsweise das Wort „dementieren”, eine wichtige Tätigkeit von Politikern, die etwas im Schilde führen, die etwa eine „Verschärfung“ oder eine „Regel“ planen. Dementieren erinnert an lateinisch mentiri, italienisch mentire, französisch mentir usw., übersetzt „lügen”, und tatsächlich hat es etymologisch damit zu tun.

Germanische Sprachzusammenhänge

Besonders interessant sind nun bestimmte Umstände rund um das Wort der germanischen Sprachen für „frei”. Vorab übrigens (nicht, daß sich jemand Sorgen macht!): „Germanisch“ ist schlicht die Bezeichnung für die europäische Gruppe von Sprachen wie Englisch, Deutsch, Dänisch, Schwedisch und so weiter; es sind diejenigen Sprachen, in denen etwa „Hand“ immer so oder ähnlich lautet (dänisch hånd, englisch hand…), oder „Stein“ ähnlich lautet wie englisch stone, schwedisch sten, isländisch steinn et cetera. Kenntnisse über die alten Zusammenhänge zwischen diesen Sprachen sind überaus nützlich für deren Erlernen.
Dementsprechend ist es auch bei „frei”: englisch free, niederländisch vrij, dänisch und schwedisch fri, und so weiter. Das Wort soll sogar im Namen der Friesen enthalten sein.

Es hängt übrigens nachgewiesenermaßen mit altindisch priyáh, „lieb“ zusammen, was in sich selbst schon semantisch interessant ist, da also ein Bezug zwischen Freiheit und Liebe bestehen muß – aber das nur am Rande. Als ich vor acht Jahren mein Isländisch verbesserte, wunderte ich mich jedoch über das isländische Wort für „frei”: Es ist frjáls (á ausgesprochen wie au), und während einem das frj– noch bekannt vorkommt (schwedisch fri), ist mit dem –áls anscheinend irgendetwas anderes da hinten dran.

Gestrandet mit Gotisch

Im Frühling 2020 hatten auf einmal die Universitätsbibliotheken zu, und ich saß fest, ohne Nachschub für den Wissensdurst, mit Büchern über Gotisch – die ältestüberlieferte germanische Sprache, die heute ausgestorben ist. Es blieb mir zum Nutzen der Zeit nichts anderes übrig, als mich – viel gründlicher als ursprünglich geplant – in diese Sprache einzuarbeiten. Gestrandet mit Gotisch! Dabei begegnet einem neben freis, „frei”, dann bald das Wort freihals für „Freiheit“ (so etwa in Wolfgang Krauses „Handbuch des Gotischen”; ei ist in beiden Wörtern auszusprechen als langes i). Damit ist nun schnell klar, daß das isländische frjáls für „frei“ diesem letzteren Wort freihals entspricht; das h fiel im Altnordischen weg, und das Wort zeigt eine Kontraktion. Gleichzeitig aber drängt sich eine Frage auf: Warum -hals? Hat es etwas mit dem Körperteil Hals zu tun, der auf gotisch ebenfalls hals heißt? Oder ist da nur ein Zufall im Spiel?

In diesem Sommer 2022 nun fiel mir beim Einarbeiten ins Altenglische in einer Bibliothek ein kleines Büchlein älteren Datums in die Hände: Die 6. Auflage von Martin Lehnerts 1965 erschienenem „Altenglischen Elementarbuch – Einführung, Grammatik, Texte mit Übersetzung und Wörterbuch”. Dabei stellte sich heraus, dass „Freiheit“ auf Altenglisch frēols lautet; zudem gibt es auf Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch ein Wort frīhals, „der Freie”. Das Büchlein vermerkt dazu lapidar: „Der Sklave trug einen Ring um den Hals.“ Also doch! Wir fassen also als Zwischenergebnis zusammen: Der freie Mensch hat einen freien Hals – und ist ganz allgemein vom Hals aufwärts nicht durch irgendeine Maskerade oder andere aufgezwungene Bekleidung behindert.

Rücksprache mit Frau Faeser

Jetzt werden Sie, die Leser, sich fragen: Was will uns der Autor mit seinen Ausführungen sagen? Tja, leider ist der Text gleich zu Ende. Deshalb können Sie nun ausgiebig eigene Gedanken dazu entwickeln! Da aber das Denken heutzutage ja einer Betreuung bedarf, komme ich der Pflicht nach, prophylaktisch auf folgendes hinzuweisen (und Rücksprache mit Frau Faeser würde vermutlich volle Bestätigung erbringen): Vorsicht vor Bildung und anderen Sprachen! Man könnte zum Beispiel gefährliche alternative Internetplattformen in anderen Zungen lesen. Auch daß Deutschland inzwischen das einzige Land Europas mit diesem Zirkus ist, käme heraus. Und: Sprachwissenschaft kann zu Philosophie führen, und womöglich mündet diese in die Delegitimierung des Staates!

Und nicht zuletzt: Eines der obersten Gesetze unserer Zeit ist der Grundsatz des Zusammenhangsnihilismus – nichts hat mit nichts zu tun. Beispielsweise hat das schwedische Wahlergebnis nichts mit der Kriminalität und diese nichts mit der Zuwanderung zu tun. Daher wäre auch ein Bezug der obigen Ausführungen über den gotisch Begriff freihals zum heutigen Deutschland natürlich rein zufällig.

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8 Kommentare

  1. https://youtu.be/5LWl3QzdPN0

    „Aufhebung der Immunität des AfD Abgeordneten Kay-Uwe Ziegler! So schnell kann’s gehen, WENN MAN WILL“

    Quelle:
    Ex Polizist Sven K – Tage des Donners vom 16.10.2022

    Man sollte alle Bundestagsabgeordneten allen normalen Bürgern gleich stellen
    und die Immunität dieser abgehobenen Kaste gänzlich für alle aufheben damit
    wir alle tatsächlich vor dem Gesetz gleich sind !

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  2. Es sollte Aufgewachten hinreichend bekannt sein daß UNSERE Sprache nicht von ungefähr seit – spätestens – Sefton Delmer verschandelt wird, um den Deutschen die Fähigkeit und Möglichkeit zu nehmen, sich gegen „offenkundige Wahrheiten“ zu wehren.

    Rolf

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    • Genaus sehe ich es auch, wenn man die Sprache der Alten kaum mehr verstehen, gescweige denn,ihre Aufzeichnungen und Buecher lesen kann, ist man leicht manipulerbar.
      Ebenfalls kein Zufall, das die Schreibweise immer wieder veraendert wurde, bis zur neuesten om Verbloedungsministerium vor gegebenen Rechtschreibreform, in der es kaum noch Regeln gibt und nach Gehoer geschrieben wird.
      Dies fuehrt zur Verunsicherung, Konfusion, mentaler Faulheit, eingeschraenkte Wortwahl und dazu, das die junge Generation am besten im Texten mit Wort- und Phrasenabkuerzung ist. Drei bis vier Buchstaben genuegen.
      Damit kann man auch Generationen entfremden und die Verbindung, und den Stolz auf die eigene Geschichte untergraben.

      Meine Oma 1908 geboren, lernte noch die altdeutsche Schrift.
      Sie hat viel geschrieben besonders ueber ihr Leben waehrend und nach des WII Krieges. Leider kann ich dies kaum entziffern.
      Meine Mutter, ihre Tochter schrieb ebenfalls ihre Erinnerungen nieder, in eine ganz eigene Verbindung dieser Schriftarten, auch nicht einfach zu lesen fuer mich.
      Jedoch war sie noch in der Lage, altdeutsche Schrift zu lesen.

      Wir, meine Generation, haben lateinische Schrift, Schreibschrift, Schoenschrift(noch) gelernt.
      Die junge Generation klebt an ihrem Verdummungs Telefon, kann kaum noch einen Satz ohne automatische Verbesserung schreiben, Briefe oder Tagebuecher selten, dafuer Fratzenbuch..
      Sie sind bestens geuebt in Texten un Tippen.
      Schreibschrift, oder Gott beware ,Schoenschrift wird kaum noch gelernt.
      Dies und die Verdenglischung der Sprache fuehrt zur weiteren Entfremdung der Generationen. Vor allem fuehrt dies zu Oberflaechlichkeit, konfusen Denken und Konzentationsstoerungen von klein auf und dass ist so gewollt.

      • Ja, Elisa,
        das ist so gewollt – leiderrr! Wir haben in unserem Schullesebuch noch einen Abschnitt altdeutscher Schrift gehabt, und unser Deutschlehrer hat darauf bestanden, daß wir sie auch schreiben lernten: SÜTTERLIN.
        Das war fürs Spätere äußerst hilfreich, wie sich in meinem Leben herausstellen sollte.
        Du kannst Dir das auch aneignen. Es gibt darüber sicherlich noch Lehrmaterial.
        Nur zu … 😉

        Liebe Grüße Rolf

  3. Mhmmm…
    Ok, das hebräische Zahlwort für „6“ ist „w“.

    666 = www

    „Die das Zeichen tragen“ …“am Handgelenk oder Stirn“…
    Sieht man jemand sein Handy anstarren hat er es am/im Hangelenk und richtet es zur Stirn, zumindest aus der Sicht von einem Juden der vor 2000 Jahren gelebt hat und keinen Schimmer hatte was ein Smartphone ist.

    „Nur die das Zeichen tragen haben Zugang (Gates) um geschäftliche Transaktionen (Bill) durchzuführen (Windows)…

    Darüber kann man auch auch nachdenken, muss man aber nicht.
    Wieso? – Ich habe es gerade „erfunden“, Zufälle gibts…

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  4. Ihnen ist schon klar, dass die Sache mit der (angeblich) misshandelten, getöteten Frau im Iran inszeniert war? Natürlich wieder von den üblichen Verdächtigen aus den üblichen Gründen und natürlich auch medial befeuert von diesen üblichen Verdächtigen. Es gibt sogar Videos, wo diese Frau kurz vor ihrem Tod noch quiklebendig herumläuft, sich ganz normal bewegt und gestikuliert bevor Sie dann „plötzlich und erwartet“ zusammensackt, wie man das jetzt schon öfter im Zusammenhang mit gewissen „Nebenwirkungen“ gesehen hat. Nach so schweren Schlägen, die zu inneren Blutungen führen, läuft niemand mehr so herum. Mir aber war lange bevor ich diesen Clip gesehe habe, sofort klar wer dahinter steckt. Dies übrigens völlig unabhängig davon, wie es Frauen in islamischen Ländern ergeht. Man muss einfach nur genau hinsehen, wer da wie wann berichtet…

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