“Freyheit!“

Gedanken zu allgemein ausufernden Verbotsrufen in unserem Land

Verbote und Fesseln im Namen der Freiheit? (Symbolbild:Pixabay)

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts – kurz bevor das Christentum in vielen europäischen Ländern zur Staatsreligion auserkoren wurde – fanden sich teilweise sehr illustre Gestalten und Gedanken unter deren Deckmantel. In der kirchenschaffenden Konzilkaskade von Nicäa (325 n.Chr.) bis Konstantinopel (381 n.Chr.), mit vielen – auch regionalen – Konzilen, wurde innerhalb von nur wenigen Jahren die bis heute gültige Form der christlichen Kirchen geschaffen. Viele der daran beteiligten Theologen nennen wir deshalb heute respektvoll “Kirchenväter”. Einer dieser Kirchenväter war Ambrosius von Mailand. Er formulierte vor ungefähr 1.650 Jahren eine hellsichtige Mahnung, über deren Inhalt zumindest einige der heute in der veröffentlichten Öffentlichkeit Stehenden offensichtlich niemals nachgedacht haben. In heutige Worte übersetzt lautete sie sinngemäß: Das alleinige Denken in “gut“ und “böse“, “schwarz“ und “weiß“, in “die“ und “wir“, ist das Einfallstor des Teufels in unsere Seele! Ambrosius schrieb diesen warnenden Satz, um von der damals jungen Kirche die Bedrohung durch die dualistische manichäische Ideologie im Gewand des Christentums abzuhalten.

Ob es nun Hundetrainer sind, die ein Böllerverbot zu Sylvester fordern, oder ob es sich um Vertreter einer vorgeblich pazifistischen Partei handelt (die allerdings für ALLE bisherigen Kampfeinsätze der Bundeswehr außerhalb der grundgesetzlich vorgesehenen Einsatzordnung, Stichwort Verteidigungsfall, maßgeblich verantwortlich zeichnete), welche Friedhofsfrieden mit “Frieden“ gleichsetzen und dabei den Verlustschmerz völlig ausklammern – sie alle eint etwas: Die Forderung nach Verboten und staatlichen Eingriffen. Georg Danzer analysierte in seinem Lied “Ich bin dagegen“ (enthalten auf seiner LP “Ein wenig Hoffnung” von 1978) zutreffend: „Je enger das Korsett wird, in das der Staat uns zwängt, desto stärker wird der Druck, der es schließlich wieder sprengt.

Alleinseligmachende Wahrheiten?

Messlatte für alle diese Regulierungssüchtigen und Bevormunder ist dabei ihre Überzeugung, die “gute“, die beglückende, die befreiende, einfach: die einzig „richtige” Lösung zu vertreten. Wir kennen derartige Personen aus der Geschichte zu Hauf: Auf der Fahne im Bauernkrieg prangte zum Beispiel das Wort “Freyheit” – Thomas Müntzer war überzeugt, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben. “Ihr werdet sein wie Gott!“, sprach die Schlange und sorgte damit einst dafür, dass die Menschen das Paradies verlassen mussten. Thomas Müntzer war übrigens schon damals unterwegs in den Farben des Regenbogens, den er als christliches Symbol bezeichnete. Seine Auffassung vom “richtigen“ Christentum sollte für alle – ob sie’s nun wollten oder nicht – mit den Schwertern, Spießen und Keulen der auch von ihm aufgestachelten Bauern durchgesetzt werden. Auch deshalb wandte sich Luther angewidert von dieser Bewegung ab, obwohl er selbst bäuerlicher Herkunft war und die Sorgen, Nöte und Plagen der Bauern sehr gut kannte.

Luther wusste, dass wahre “Freyheit“ nicht mit obrigkeitlicher Gewalt und Unterdrückung missliebiger Mindermeinungen erringbar ist, sondern ausschließlich durch Gottvertrauen und Selbstverantwortung; ein Gedanke, den Müntzer in seinem Furor nicht akzeptieren konnte. Vielleicht hätte er doch einmal die Kirchenväter – und vor allem den Mailänder Ambrosius – studieren sollen. Ein wenig Demut hätte ihm ebenfalls helfen können; ein Satz wie Luthers “Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen!“ wäre Müntzer wohl kaum über die Lippen gekommen.

Gottvertrauen statt Verbotskult

Das, wofür Müntzer damals stand, trifft auch heute noch auf viele Fanatiker zu: Sie wähnen sich im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit, tragen stolz die Regenbogenfarben als neue Zeichen ihres Gottes und sind bereit, ausnahmslos jeden Abweichler und Andersdenkenden restlos auszulöschen. Sie begreifen in ihrem Furor nicht, dass unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche Lebenswege und Erfahrungen gemacht haben und deshalb zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen. Für Menschen wie Müntzer gibt es nur eine einzige Wahrheit – von den vielen (Selbst-)Zweifeln, die etwa ein Luther oder auch ein Zwingli auf ihrem Lebensweg begleitet und ihre Entscheidungen maßgeblich beeinflusst haben, bleiben Thomas Müntzers damals wie heute zumeist restlos verschont.

Eben war die Rede von Gottvertrauen und Selbstverantwortung: Ab 1526/27 wurde Wittenberg von der Pest heimgesucht. Viele Menschen starben – die meisten Professoren verließen die Universität Wittenberg und flohen nach Jena. Luther aber blieb und nutzte sein Haus teilweise als provisorisches Krankenhaus. Auch eines seiner Kinder erkrankte an der Pest; die kleine Elisabeth, seine erste Tochter, starb 1528 daran. Auf die Frage eines befreundeten Theologen zur Positionierung während der Epidemie antwortete er: „Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde. Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht.“ (Luthers Werke, Band 5, Seite 334 ff.)

Den Verbotsfetischisten von heute möchte ich exakt diesen Tipp des großen Reformators weitergeben: Vertraut auf Gott und handelt selbstverantwortlich – dann sind staatlich zu kontrollierende Verbote nicht mehr nötig!

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20 Kommentare

  1. @Die Forderung nach Verboten und staatlichen Eingriffen.

    die Forderung nach Macht – und die einzige Überzeugung : besser zu sein als alle anderen und das Recht zu haben, allen anderen Vorschriften im eigenen Interesse zu machen !
    Und die Skrupellosigkeit – mit Lug und Trug sich ihren Vorteil zu verschaffen – keine Verbindung mit der Wahrheit, sondern immer zum eigenen Vorteil reden !

    Sie wissen nicht, was Wahrheit ist – es interessiert sie nicht – sie wollen sich nur einen Vorteil verschaffen !
    Beispiel mRNA-Gen-Modifikation – es interessiert sie nicht, was da drin ist – es interessiert sie nicht, welche Folgen es für die Gen-Modifizierten Zwangs-Mutanten hat – es interessiert sie nur der Vorteil, den sie davon haben, anderen die Spritze aufzuzwingen !

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  2. Diese Abschweifungen ins Theologische sind wenig hilfreich und erfordern Widerspruch. Da wäre zum einen das Konzil von Nicäa, bei dem letztlich der Kaiser Konstantin selbst dafür sorgte, dass die „Dreieinigkeit“ zum Dogma wurde, was bis dahin keineswegs die herrschende Auffassung war. Diese Sicht gilt bis heute. Für ihn war dies nur eine naheliegende politische Entscheidung, die das Imperium einigen sollte. Egal …

    Dieser Ambrosius war ebenfalls eine zwielichtige Gestalt, die bereits ahnen ließ, was man sich künftig unter „Christentum“ vorzustellen habe. Als die ach so friedfertigen Christen wieder einmal einen heidnischen Tempel zerstörten, setzte er sich mit aller Kraft dafür ein, dass der Kaiser seine Wiedergutmachungs-Entscheidung zum erlittenen Schaden zurücknehmen musste.

    Wer das Evangelium eher falsch verstanden hat, ein Müntzer oder ein Luther sei dahingestellt. Luther sollte man immer seine Hetzreden gegen Juden und auch gegen Bauern entgegenhalten, die an Deutlichkeit und Menschenfeindlichkeit nichts zu wünschen übriglassen. Er war nicht der Einzige, der als Kirchenmensch Menschenrechte zu tiefst verachtete und entsprechende Hetzreden verfasste. Auch seine Obrigkeitsgläubigkeit ist historisch verständlich, aber nur noch das. Luthers „Freyheit“ dürfte sich nur geringfügig von der „Freiheit“ einer Frau Faeser unterscheiden!

    Nachdem ich mich selbst jahrzehntelang mit der Entstehung, dem historischen Hintergrund und „der Entwicklung des Christentums“ beschäftigt habe, kann ich nur Karlheinz Deschners Werke, insbesondere die „Kriminalgeschichte des Christentums“ und „ Abermals krähte der Hahn“ als Lektüre wärmstens empfehlen. Dass der Islam heute als Bedrohung für den christlich geprägten Westen auftritt, rechtfertigt keineswegs nunmehr über den eigentlich religiösen Rahmen hinaus kulturell als Angegriffene zu reagieren und all die Verbrechen, die sich dieses Christentum leistete, nun als „atheistische Mitbetroffene“ zu verteidigen und so nebenbei zu glorifizieren.

    Religion jedweder Art mag bei bildungsfernen oder bei sozialisierten (hier: nur Erziehung gemeint!), leichtgläubigen Menschen einen Halt in ihrem Leben geben, mag man konstatieren, aber für alles andere und alle anderen sind sie durchweg Last und gewiss keine Lösung oder gar Erlösung.

    Das Grundgesetz enthält ausreichend Orientierung und einer Orientierung an einer Bibel oder einem Koran bedarf es ganz gewiss nicht. Das Problem ist nur, dass sich die Politik zunehmend aus dem geistigen Rahmen verabschiedet – doch das tut man seit rund 2000 Jahren auch von der Bibel.

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    • Danke für Ihren fundierten Kommentar sowie Ihre abschließenden zwei Absätze, denen ich voll und ganz zustimme. Ich möchte nur noch ergänzen, dass Luther nicht nur die Juden hasste, da sie sich von ihm nicht bekehren lassen wollten, sondern auch sehr engagiert war was die Hexenverfolgungen betraf – er war eben auch ein „Kind seiner Zeit“, deshalb sollte man ihn auch nicht als Heilsgestalt darstellen, die er nicht war – falls es jemals etwas derartiges gegeben haben sollte…

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      • Vorsicht! „Kind seiner Zeit“ ist eine Verharmlosung! Auch Adolf Hitler war kein „Kind seiner Zeit“ und seine Morde an Juden lassen sich damit nicht relativieren. Hitler setzte nur genau das um, was ein Wortführer – nicht weniger als das! – zuvor schriftlich an Forderungen niedergelegt hatte. Beide bestimmten maßgeblich (wenn auch nicht ausschließlich) den „Geist der Zeit“!

    • Lieber Justus, zu hundert Prozent d’accord mit Ihnen. Speziell zu Luther: Er war alles andere als ein Heiliger. Seine Hetzschrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ (Titel in heutigem Deutsch) aus dem Jahr 1525 sollte man gelesen haben, bevor man mit Luther gegen Müntzer argumentiert.

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      • Sie rennen bei mir nur offene Türen ein? Nur der Grund erschließt sich mir nicht!

        Aus meinen „aktiveren Zeiten“ habe ich noch ein großes Plakat mit „Luther-Sprüchen“. Neben Leküre etc. braucht mit niemand etwas über „Luther“ zu erzählen!

  3. „(…)Goethe hatte sich gewundert, daß die Pest überall dort auftrat, wo die Pestärzte herumfuhren und den verängstigten Menschen ihre Pest-Medizin (Latwerge) verabreichten.
    Goethe empörte sich, daß man „die frechen Mörder“ nicht nur nicht bestraft, sondern sogar noch lobt und hinterließ um 1797 seine furchtbare Entdeckung – daß nämlich der angebliche Erfolg der Schulmedizin auf Lug und Trug beruhte mit Behandlungen, deren Notwendigkeit sie erst selbst in die Welt gesetzt hatte(…)“   

    „Macht brauchst Du nur, wenn Du etwas Böses vorhast.
    Für alles andere reicht Liebe um es zu erledigen.“

  4. „Zu Beginn des 4. Jahrhunderts – kurz bevor das Christentum in vielen europäischen Ländern zur Staatsreligion auserkoren wurde “

    Falsche Wortwahl.
    Die haben sie sich mit Gewalt genommen und Blut und Leichen hinterlassen.
    Die Christen brachten Leid und Elend. Sie vernichteten uraltes Wissen. Spalteten Mann und Frau. Die Frau, die gleichberechtigt und gleichwertig war, wurde zu etwas Niederem gemacht. Die German vergötterten ihre Frauen. Nein, anders. Für uns Germanen war die Frau eine fleischgewordene Göttin.
    Für mich, als Germane, sind es die Frauen immer noch. Sprich, die erfolgreichen Frauen. Die Mütter! Sie sind für die Erziehung des Nachwuchses zuständig. Es gibt keine wichtigere Aufgabe, als diese. Der Mann sorgt dafür, dass die Frau dieser Aufgabe nachgehen kann.

    Christen? Juden? Moslems?
    Für mich gibt es da keinen großen Unterschied. Sie sind nur Finsternis in wenigen Schattierungen.

    Der Weg des Menschen hier auf dem Planeten der Lügen ist ein anderer, als der, den diese Religionen vorgeben. Sie führen uns in die Irre.

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    • Völlig richtig! Die halten sogar die Menschen von der wirklichen Spiritualität, der Verbundenheit mit der Schöpfung, ab. Sie sollen verhindern, daß diese zu sich selber finden.

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  5. https://uncutnews.ch/taeuschung-der-mrna-impfung-strafanzeige-wegen-amtsmissbrauchs-gegen-den-hoechsten-politischen-repraesentanten-der-schweiz-die-anzeige-ist-der-schluessel-zur-entlarvung-dieser-dystopischen/

    Quelle: uncutnews.ch – 03.01.2023

    Lest den Artikel bis zum Ende, denn durch WHO + WEF droht uns allen auf der Welt, das sich auch die hiesige Regierung für die Selbstaufgabe unseres Landes und unserer Bürger durch Ratifizierung im Sinne des Faschismus o.a. Organisationen einsetzt !
    Die Freiheit wäre kaputt, kaputter geht schon gar nicht mehr !

    (…)

    • @denn durch WHO + WEF
      na ja – die Herrscherlinie scheint noch etwas weiter zu gehen !
      Nach dem, was ich so aufgeschnappt haben geht es so :
      Rockefeller foundation – CIA – WEF
      Und irgendwo unter Rockefeller sind dann noch die nützlichen Neureichen angesiedelt :
      Soros, Gates, Schwab, Bezos, Zuckerberg, Musk – und wie die Kleinen da alle heißen,
      und dann kommen viel weiter unten die Lakaien – die Young Leader, die in den Regierungen ihre eigenen Völker zu Gunsten der Finanzeliten verraten und verkaufen !
      Die werden etwas gebauchpinselt, indem man ihnen erzählt, wie toll sie sind und das sie kosmopolitische globale Helden sind – und die sind so naiv, den Schwachsinn zu glauben – können aber jederzeit ausgetauscht werden – und wenn sie allzu sehr stören, werden sie ge-Epsteined ! Also das bei denen dann auch Angst im Spiel ist, glaube ich schon – berechtigte Angst vor der CIA !

      WHO & WEF sind nur nützliche, aber jederzeit austauschbare Humanresourcen im Tretboot für die Herren auf dem Sonnendeck ihrer Yacht !

  6. Ausgerechnet den Bibelfundamentalisten Luther als Gegenpol zu Müntzer anzuführen, läßt mich ein weiteres Mal ratlos fragen, was soviele Menschen, besonders auch Theologen, finden an dieser finstersten aller Gestalten, die Deutschland je hervorbrachte. Er unterscheidet sich nicht im Mindesten von den Zeitgenossen, die Hexen verbrennen ließen und ihre Mitmenschen bei der geringsten Abweichung vom rechtmäßigen Glauben der Folter oder auch dem Tod überantworteten. Zur Folge des Wirkens von Luther gehören auch blutigste Religionskriege, die Europa Jahrhunderte verwüsteten.

    Luther-Kostproben gefällig?

    • Zum Krieg:
    „In solch einem Krieg ist es christlich und ein Werk der Liebe, die Feinde getrost zu würgen, zu rauben, zu brennen und alles zu tun, was schädlich ist, bis man sie überwinde. Ob es wohl nicht so scheint, daß Würgen und Rauben ein Werk der Liebe ist, weshalb ein Einfältiger denkt, es sei kein christliches Werk und zieme nicht einem Christen zu tun: so ist es doch in Wahrheit auch ein Werk der Liebe.“

    • Zu dauerschwangeren Frauen:
    „Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“

    • Zu Hexen:
    „Mit denselben soll man keine Barmherzigkeit haben. Ich wollte sie selber verbrennen.“

    • Die bekannten Worte Luthers zu den „Jüden und ihren Lügen“ und daß sich die Nationalsozialisten auf ihn beriefen lasse ich hier, weil von Justus erwähnt, mal weg. Ein einziges Mal las ich in einer theologischen Schrift: wären die Landesfüsten Luthers Rat gefolgt, hätte der Holocaust schon im 16. Jahrhundert stattgefunden.

    Daß Luther das Wort „Freyheit“ selbstverständlich nicht im modernen Sinn verstand, geschenkt.

    Das Konzil von Nicäa und die ihm folgende Glaubensdoktrin:
    3 = 1
    war der Beginn einer weiteren Dogmen-Lehre, des pränizenischen Christentums, das sich im Laufe der Jahrhunderte einer eigenständigen bösartigen Religion entwickelte: dem Islam.

    Luther hat das Evangelium schon ganz richtig verstanden, ansonsten unterschreibe ich jeden Satz von Justus‘ Kommentar!

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  7. Da haben wir 1,) wieder das gefährliche alleinige Denken in „gut“ und „böse“ etc.. anschaulich von Ihnen präsentiert bekommen. 2.) Deschner hat völlig unseriös gearbeitet und ist keine zitierfähige Quelle (übrigens auch für „Nicht-Christen“) – da er in SEINEM (verständlichen und nchvollziehbaren – immerhin wurde ihm von Kirchenvertretern übel mitgespielt) Furor den Kardinalfehler begangen hat, die Meßlatte heutiger Erkenntnisse an alte Zeiten anzulegen. Aber was waren das ja auch für Trottel, diese mittelalterlichen Menschen, dass sie noch keinen Merzedes-Benz fuhren.. 😉 – DAS ist so ungefähr die Argumentationsschiene von Deschner. Der Antisemitismus von Luther unterscheidet sich nicht vom Antisemitismus seiner Zeit – da unsere heutige Messlatte anzulegen, ist – naja- zumindest gewagt, wenn nicht unseriös. Der Vergleich Faeser und Luther ist schlicht und ergreifend falsch. Da muss ich fragen, ob Sie meinen Text überhaupt gelesen haben, oder ob Sie gleich von der Begrifflichkeit „Kirche“ getriggert wurden. Da ich ein hoffnungsloser Philanthrop bin, gebe ich Ihnen den christlich-geschwisterlichen Tipp, sich mit den Arbeitsweisen seriöser Geschichtswissenschaften vertraut zu machen. Vielleicht sollten Sie, wenn das Christentum Sie so interessiert, auch über Deschner (und mehrere Jahrhunderte zurück) hinaus diverse theologische Schriften lesen. z.B. Abälardus, Meister Eckart, Albertus Nagnus, William von Oggham, Thomas Morus, Hroswita von Gandersheim, etc.pp.. es ist müßig, die heutige moralische Meßlatte an vergangene Zeiten zu legen – Meine Fresse waren die Römer blöde, weil sie noch glaubten, die Sonne drehte sich um die Erde – diese Spasten! 😉 ….

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    • Einspruch: Das 5. Gebot „Du sollst nicht töten“ kannte auch Luther. Dieses Gebot ist allgemeingültig. Es schließt niemanden aus, weder aufständische Bauern noch Hexen, noch Juden (um nur einige Beispiele zu nennen). Es ist geradezu falsch, ein ethisches Gebot zeitabhängig zu sehen, denn es ist überzeitlich.

      • Das 5. Gebot lautet korrekt „Du wirst nicht töten“ – Die „10 Gebote“ wurden von Dr. Martin Luther sehr einfühlsam als „10 Gebote“ übersetzt, weil im Originaltext eben KEINE Verbote stehen, sondern, wie er es übersetzt hat: „10 GEBOTE“ – Deshalb Danke für Ihren Hinweis, denn dieser gibt mir die Gelegenheit, die Stoßrichtung meines Artikels noch einmal deutlich zu machen: Stichwort „Gottvertrauen und Selbstverantwortung“ – Die 10 Gebote stellen kein Gesetz dar, das speichelleckerisch und buchstabengetreu einzuhalten ist, sondern sie sagen etwas über die Freiheit. Wahre Freiheit hat man, wenn man sich innerhalb dieser Gebote bewegt. Man kann sie übertreten – aber dann begibt man sich selbst in die metaphorische ägyptische Sklaverei zurück. Deshalb übersetzte Luther GENIAL den entsprechenden Passus mit „Gebote“. Es ist der Treppenwitz der Geschichte, dass es 500 Jahre nach Luther (!) IMMER noch Menschen gibt, die die 10 Gebote als 10 Verbote fehldeuten…

        • Interessant diese Unterscheidung zwischen „Geboten“ und „Verboten“. Könnte jemand mal die ältesten Texte übersetzen/wiedergeben?
          Auch das Strafrecht enthält offenbar nur „Gebote“, die aber gleichwohl Bestrafungen nach sich ziehen (können)?
          Ein obrigkeitsmäßiges Gebot dürfte jedenfalls uneingeschränkt einem Verbot entsprechen.
          Waren Verstöße gegen die Gebote – nicht nur gegen die zehn, sondern die hunderte andere, die man hinzuerfand -im Rahmen der Religion jemals sanktionsfrei?

  8. Ihr Freiheitskaempfer , die ihr befreit die Unfreien in die Unfreiheit und FREIHEIT bruellt und meint es sei der Mensch nun euch zu gehorchen frei . Fuer eure Freiheit bedank‘ ich mich , denn ohne euch da wuesst ich nicht : Der mich befrie’n muss , dass bin ich ! ( Hans Scheibner aus “ Ein Lied fuer meine besonderen Freunde“ ) . Selber fuehlen , empfinden , forschen , entdecken und denken , was mich mit meinem Schoepfer verbindet und auf diese Verbindung bauen und vertrauen . Sie zeigt sich in jedem Geschoepf , das mir begegnet und in jedem Kruemel „nichtbelebter“ Natur bis hin zu den Sternen .

  9. Nun wollen wir mal unsere alten Germanen getrost an der Torfeiche stehen lassen, lieber Rudolf Müller. Ansonsten müssten wir anfangen, die unzähligen Moorleichen nachzuzählen, die vom großen Herzog Widukind abwärts so über die Jahrhunderte lebendig versenkt wurden. Auch bin ich mir nicht ganz sicher, ob die verehelichte Damenwelt es heute gutheißen würde, wenn sie ihrem verstorbenen Mann durch Erdrosseln ins Totenreich folgen müssten, allerdings erst, nachdem der Tross seiner Vasallen sie ein letztes Mal in publicum „beglückt“ hatte. So zumindest beschreibt es ein arabischer Kaufmann, der der Beisetzung eines Warägerfürsten beiwohnen durfte.
    Trotzdem würde ich gegen unsere germanischen Vorfahren heute keine Metoo-Kampagne lostreten. Alles hat eben seine Zeit.
    Geschichte versteht sich nur aus derselben. Wollte man sämtliche Geschichtsgrößen aus der Lutherzeit und fortfolgende mit der Antisemitismusmuslatte meßen, müssten wir die Hälfte unserer Geschichtsbücher schwärzen. Es ist eine teutsche Unsitte, möglichst jede Persönlichkeit unserer ruhmreichen Geschichte vom Sockel zu zerren. Dem Mönch aus Wittenberg verdanken wir nicht nur die Hochdeutsche Sprache. Mit seiner Bibelübersetzung hat er den Deutschen Gottes Wort erst Nahe gebracht und sie nach Wahrhaftigkeit streben lassen. Den Freiheitsbegriff hat er so treffend formuliert, dass er bis heute Gültigkeit besitzt. Ein Thomas Münzer reicht da nicht heran. Das Hundertfünzigprozentige hat uns noch nie gut getan. Und eine Frau Faeser weiß gar nicht, wovon wir hier reden. Interessant für mich war eine persönliche Begegnung mit einem anderen großen Deutschen, den Gott am Sylvestertage zu sich gerufen hat. Vor vielen Jahren stellte ich mich dem damaligen Kardinal Ratzinger als Vertreter jener Glaubensgruppe vor, deren Gründer einst die katholische Kirche gerettet hat. Der Kardinal zögerte nur eine Sekunde, bevor er lächelnd antwortete „da haben Sie nicht ganz
    unrecht“. Der geschichtsbewanderte Ratzinger wusste wohl um den völligen moralischen Verfall der katholischen Kirche zur damaligen Zeit. Es war Luther, der ihre Reformation erzwang.
    Freuen wir uns also über die Lichtgestalten unserer deutschen Geschichte und lassen wir sie in unserem Olymp der Großen. Auch ihr Leben hatte Licht- und Schattenseiten. Kein Schwarz oder Weiß- sondern viel Grau, Diffuses und manchmal schwer Erklärbares. Und trotzdem strahlt ihr Stern über die Jahrhunderte bis in unsere heutige Zeit. Wem das vergönnt war, vor dem wollen wir uns in Ehrfurcht beugen. Gott zur Ehre und uns Menschen zum Wohlgefallen.
    Ein frohes und gesundes Neues Jahr Ihnen allen!

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  10. https://www.tichyseinblick.de/meinungen/affaere-schoenbohm-beamte-meutern-gegen-ministerin-faeser/

    „GROLL WEGEN PERSONALENTSCHEIDUNG

    Affäre Schönbohm: Beamte meutern gegen Ministerin Faeser“

    Quelle: tichyseinblick – von Josef Kraus – 3.1.23

    Für mich die schlechteste Regierung seit Bestehen der BRD mit einem
    Kanzler + IM, wo beide u.a. dem vorsätzlichen Totalversagen zuzuordnen sind.
    Gäbe es eine funktionierende, unabhängige Justiz, wären beide u.a. schon längst
    justiziabel.
    IM macht mit der Masseneinwanderung Demokratie, Recht, Land, Sicherheit und Deutsche fertig !
    Das nennt man Vorsatz ein Land zu destabilisieren und noch viel mehr negatives.

  11. @Jürgen R. – Interessanter Aspekt! Haben Sie etwa auch die dramatischen Schilderungen, der Gräueltaten der marodierende Bauern gelesen – oder finden Sie es nachahmenswert, Menschen mit anderen Meinungen Gliedmaßen abzutrennen, sie zu vergewaltigen oder einfach gleich die Kehle durchzuschneiden? Stellen Sie sich einfach einmal vor, Sie wären z.B. nicht nur Fussballfan einer bestimmten Mannschaft, sondern gar Fanbeauftragter dieses Vereins. Hooligans dieser Mannschaft marodieren in einer fremden Stadt und richten einen erheblichen Personen- und Sachschaden an. Beklatschen Sie diese Marodeure oder verdammen Sie sie? – Prima! JETZT haben Sie sich ziemlich genau der Ursache für Luthers Positionspapier „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ (Titel in heutigem Deutsch)“ angenähert! Bitte nicht einfach irgendein Zitat bringen, sondern BITTE auch die Zitate in den Kontext stellen. Es ist mir klar, dass – gerade heute – in dieser vom NeoManichäismus geprägten Zeit die Versuchung jeden Tag größer wird, die einfachen schwarzweiß-Lösungen zu übernehmen – mein Artikel war eine Bitte, diesem trügerischen Gedankengang nicht unvoreingenommen zu vertrauen. Schade!

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