Frontbericht vom Endkampf gegen blau

Frontbericht vom Endkampf gegen blau

Heldenmutiger Widerstand: Kein Röstgut für “Faschisten“ (Fotos:ScreenshotFacebook)

Am Wochenende gab es wieder Vorstöße nazideutscher Truppenteile: Im 978 Einwohner zählenden Örtchen Osterby flogen zwei Angehörige der NSDAP-Nachfolgepartei auf, die an einem privaten Umzugsfest der Familie Dorow mit Grillwurst und Kinderschminken teilnahmen. Gerade so, als sei dies exakt 89 Jahre nach Eröffnung der Ausstellung „Entartete Kunst“ das Normalste der Welt! Einer sofort alarmierten, in Rekordzeit zugereisten antifaschistischen Sondereinheit aus dem Programm „Demokratie leben!“ blieb es vorbehalten, die reibungslose Durchführung des Geheimtreffens mit Lärm, Geschrei, Pride- und DGB-Fahnen zu verhindern.

Im Berliner Regierungsviertel versuchte gestern sodann ein Angehöriger desselben politischen Untermenschentums erfolglos, einen Gedenkkranz zu Ehren des Grafen von Stauffenberg abzulegen. Das unzulässige Gebinde wurde im Hof des Verteidigungsministeriums umgehend von einem Herrn namens Korenke zerstört, dessen Beruf offensichtlich darin besteht, bei geeigneten Gelegenheiten als “Großneffe der Widerstandsfamilie Bonhoeffer” aufzutreten.

Rumpeliges Schlachtfeld in der Kleingartenanlage

Und schließlich scheiterte in einem Freiluft-Café namens „Eule“ nahe des Berliner Gleisdreiecks ein AfD-Blauzi mit dem dreisten Versuch, im Container einen Latte Macchiato zu bestellen. Womit der Übergriffige nicht gerechnet hatte: Die „stabile“ Betreiberin Kristiana Elig (siehe Beitragsbild) erkannte sofort die Gelegenheit, ihrem dümpelnden Geschäft mit der braunen Brühe Schwung zu verleihen: Frohlockend berichtete die Kämpferin mit dem Antlitz einer bayerischen Milchbäuerin in einem abendlichen Video davon, wie sie sich dem „Volltroll“ todesmutig entgegengestellt und die Herausgabe ihrer edlen Köstlichkeit verweigert habe. Der Überrumpelte hätte noch verzweifelt einzuwenden versucht, sie als „Gastronomin“ müsse doch „voll neutral“ (!) sein – ein untauglicher Vorstoß, der am Iron Dome von Vielfalt und Toleranz abprallte. Mit der Frage, ob ein steifer Krawattenträger mit Abzeichen der Blauen tatsächlich stehenden Fußes „voll blickig ey“ in die selbstverliebt-esoterische Diktion der Berliner „Gastronomin“ verfallen ist, wollen wir uns hier nicht weiter aufhalten; der Geschlagene musste jedenfalls das rumpelige Schlachtfeld in der Kleingartenanlage mit hängenden Schultern verlassen.

Die ins immer noch unzureichend regulierte Netz gestellte Triumphade der Aufrechten zeigte sich dann allerdings weniger erfolgreich als erhofft: Es gab einen Shitstorm unterhalb der Strafbarkeitsgrenze und zahlreiche negative Bewertungen. Die genervte Kaffeeheldin gab sich in der nächsten Folge der Staffel nun trotzig: Man werde sie „nie, nie, nie zur Aufgabe zwingen!“ Soweit nachvollziehbar, schließlich wähnte sie sich ja selbst in einer Rolle, die andere zur Aufgabe zwingt. Womit die Gastronomierende inmitten ihrer berlintypischen Oase aus „Wildwuchs, Plastikstühlen, dem Sandkasten im LKW-Reifen, dem Flaschenbier und der fehlenden Toilette“ wohl nicht gerechnet hatte: Nun nahm der Fall erst richtig Schwung auf und geriet republikweit in die Schlagzeilen. Als Folge musste die welkende Weiße Rose die Kommentarfunktion unter ihrem Jubelvideo schließen und die Telefonnummer von der Website ihres Ladens nehmen.

Nicht nur blau, sondern auch noch Kaffee-Nazi

Nun war Schadensbegrenzung angezeigt: Ihr Sachstandsbericht wurde über Nacht um eine ganz entscheidende Ungeheuerlichkeit ergänzt. Denn Frau Elig war jetzt auch noch eingefallen, dass der Besteller ja nicht nur Mitglied der in Teilen erkennbaren Hitlerpartei, sondern auch ein veritabler Rassist sein muss – denn im Gedächtnisprotokoll tauchte jetzt plötzlich ein weiteres Opfer auf: Eine „Schwarze“. Der Kaffee-Nazi hätte nämlich „die hinter ihm sitzende“ Dame in idealtypisch-rassistischer Manier „beleidigt“, indem er sich darüber beschwert hätte, dass die schlürfende Person of Colour im Gegensatz zu ihm anstandslos ihren Kaffee bekommen habe.

Damit erscheint die Sache jetzt in einem völlig neuem Licht. Es braucht keine weiteren Erörterungen. Jedem ist klar: Der Typ hätte ohne jeden Zweifel auch einem Koalabär das Fell angezündet und das Ganze als Molotowcocktail auf einen der ganzjährig stattfindenden Christopher-Street-Day-Umzüge geworfen. Die frisch aktualisierte Version der Begebenheit fand prompt auch Eingang in die erleichterten Redaktionssitzungen des demokratischen Spektrums und gelangte von da aus in die freigegebene Kolumnen-Schlacht um die Deutungshoheit. Es sind keine Fragen mehr offen. Der Kampf geht weiter!

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10 Kommentare

  1. „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
    ―Albert Einstein
    https://gutezitate.com/zitat/110632

    Buchtipp
    Brigitte Witzer
    Die Diktatur der Dummen wie unsere Gesellschaft verblödet weil die Klügeren immer nachgeben

    Es ist eigentlich nichts mehr dazu zu sagen!
    Oder?!

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  2. Da dem modernen Nazi von heute aufgrund seiner antisemitischen Importe die Juden fast ausgegangen sind , brauchte er neue Sündenböcke und um im Ausland nicht negativ aufzufallen , verkleidet er sich seit Jahrzenten gerne als “ Antifaschist“….Also als Wolf im Schafspelz….Als AntiNaziNazi braucht er immer Feinde und die deklarriert er wahlweise als Schwurbler , als Querdenker , als Demokratieverachter ,als Putinversteher , als Coronaleugner , als Klimaleugner , als AFD Wähler , als Pegida , als Rassist . als Konservativer …Kurzum , alle , die nicht hassen und gleichschalten wollen , müssen bekämpft werden….Alles wie gehabt….Und die Russen will man ja auch zum 3 ten Mal ruinieren ….weil es zuvor ja so gut funktioniert hat .? …Sozialisten…..Die Plage der Menschheit…… Seit Jahrtausenden…

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  3. In Friesland ist zudem gerade noch verhindert worden, dass sicht dort ein Nazi zu Wahl stellen konnte. Ein hoch auf die tapferen Kämpfer für die Demokratie. Das wäre ja noch schöner… Das schlimme daran: für diese Leute ist das keine Satiere. Die glauben das tatsächlich.

    1. Das hat nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Wissen. Sichert ist geSichert rechtsextrem. Seine Sprüche im Internet und in Parlamentsreden lassen daran keinen Zweifel. Nur unterbelichtete AfD-Fans, die nicht mal in der Lage sind, richtiges Deutsch zu schreiben, wissen das natürlich nicht.

      Jo, und Rocco Burggraf mit seiner dümmlichen Verballhornung. Die „Eule“ gibt es da schon ewig. Von einem dümpelndes Geschäft kann keine Rede sein. Aber so ist das halt, wenn man kein Journalist ist. Dann muss man Dinge erfinden. Unter dem Deckmantel eines angeblich „kritisch-unabhängigen“ Journalismus versucht er, um Spenden zu betteln. Der falsch Abgebogene will offensichtlich nur die Ansichten der AfD durchzudrücken. Deine Anhänger kannst du für dumm verkaufen, aber nicht uns.

  4. „…das geht vom Rückenmark ins Gehirn und dann wirst du blöde und dann wählst du die SPD!“ (Alfred Tetzlaff, deutscher Philosoph)

  5. Donnerwetter, die Eule von der Kaffee-Bude hat todesmutig dem angeblich rechten Pöbel mal so richtig ein´s ausgewischt.
    Solche heldenhaften Leute brauchen wir hier – strunzblöde und sehend in den eigenen Untergang trapsend.
    Ob das die beste Marketingstragie für ihre Kaffee-Klitsche ist ziehe ich in Zweifel.

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