Gegenwartsgroteske mit dystopischen Zügen: „Was wir lieben mussten“ von Werner Bräuninger

Gegenwartsgroteske mit dystopischen Zügen: „Was wir lieben mussten“ von Werner Bräuninger

Autor Werner Bräuninger (l., im Gespräch mit Flavio von Witzleben): Konstruktive Prophetie (Foto:ScreenshotYoutube)

Der Publizist Werner Bräuninger ist eigentlich als Sachbuchautor bekannt; auch auf Ansage! schreibt er sporadisch und. Mit seinem Roman “Was wir lieben mussten” stieg er 2021 zum zweiten Mal seit 2019 in die Belletristik ein – und legte ebenso beklemmendes wie packendes Werk vor, das die Fehlentwicklungen der Gegenwart quasi grotesk auf die Spitze treibt. Es lohnt, auf dieses Buch heute erneut aufmerksam zu machen – denn mit dystopischen Untertönen spielt die – aus damaliger Sicht in der Zukunft liegende – Handlung in den Jahren 2024 und 2025. Darin werden die katastrophalen Tendenzen unserer Zeit bis hin zu einem Bürgerkrieg eskaliert, der mit schweren Waffen ausgetragen wird. Als positiver Gegenentwurf zu Michel Houellebecqs “Unterwerfung” präsentiert Bräuninger hingegen einen positiven Ausgang – und eine Vision, in der Geist und Menschlichkeit über eine verbrecherische Politik siegen können.

Im Zentrum stehen zwei Außenseiter: Der Deutsche Tobias Fechter und der Ägypter Riad, die durch die allgemeine Not zu Quereinsteigern in der Politik werden. Ihnen gelingt es, den Gedanken der Remigration – der organisierten Rückwanderung – im Westen, in Afrika und im Orient populär zu machen. Eine enorme Rückwanderungswelle setzt ein, die das Unvorstellbare möglich – und für die Akteure plausibel – erscheinen lässt. Bräuninger verleiht dieser Idee Glaubwürdigkeit und zeigt in befreiender Weise, wie intellektuelle und humane Kräfte am Ende eine rohe, dysfunktionale Realität überwinden.Die Handlung ist dabei extrem spannend und stilistisch brillant umgesetzt: Figuren wie die unheilvolle “Meduse” erinnern an Angela Merkel und das von ihr hinterlassene “Dunkel-Deutschland”; “Defend Identity” paraphrasiert die Identitäre Bewegung, und die Seuche “Virad-1” unverkennbar an die Corona-Pandemie.

Zeugnis friedlicher Verständigung zwischen Kulturen

Bräuningers Roman ist eine faszinierende Melange aus Dichtung und Wahrheit, ahnungsvoll und doch stellenweise auch resignativ zugleich. Er provoziert permanent die Frage: Wie nah ist diese Prophetie unserer Realität? Die durchweg positiven Buchbewertungen auf Amazon zeugend davon, wie sehr das Buch Leser bewegt hat; eine Rezension schwärmt förmlich: “Was für ein Roman! Was für ein Stoff! Ich habe es an einem Abend verschlungen. Bräuninger lässt einem das Blut gefrieren vor dem, was uns blühen könnte, wenn nicht gegengesteuert wird.” Der Rezensent lobt die facettenreiche Herausarbeitung der Protagonisten und zieht ebenfalls den Vergleich zu Houellebecq, wobei hier der Ausgang für Deutschland und Europa am Ende glimpflich, wenn nicht positiv ist.

Das Buch kann neben seinen fraglos Unterhaltungswerten gelesen werden als Zeugnis friedlicher Verständigung zwischen Kulturen, vielleicht sogar als eine Form des literarischen Widerstand wie einst Ernst Jüngers “Marmorklippen”. Denn indem Bräuninger thematisch immer wieder aktuelle Debattenthemen wie Migration, Identität und politischen “Extremismus” aufgreift, beleuchtet er zugleich die katastrophale Fehlentwicklung der derzeitigen Politik in Europa.

Remigration als Verheißung

Und es ist kein Zufall, dass Remigration – bis vor kurzem noch ein unschuldiger, wertfreier Begriff, der zuvor den meisten unbekannt war und rein technisch die Rückkehr von Migranten in ihre Herkunftsländer aus unterschiedlichen Gründen und Motiven beschreibt – hier zum zentralen Hebel für Veränderung wird: Die zunehmende innenpolitische Destabilisierung durch importierte Gewalt, Islamismus und Parallelmilieus lässt sich nur durch freiwillige Anreize für Auswanderung oder konsequente Abschiebungen nicht asylberechtigter und erst recht krimineller Migranten erreichen.

So gesehen ist “Was wir lieben mussten” ein durchaus konstruktives Werk: Als es erschient, mutete der Autor dem Leser eine düstere nahe Zukunft zu, doch er lässt sie hoffnungsvoll enden. Jetzt, da die darin entworfenen Ereignisse in der Gegenwart nicht erfüllt sind, während die Zustandsbeschreibungen der Handlung die Wirklichkeit von heute präzise trifft, machen sie das Buch noch bemerkenswerter.  In Zeiten gesellschaftlicher Spaltungen wirkt dieses Sujet provokativ und mutig. zugleich Zusammenfassend ist “Was wir lieben mussten” ein Muss für alle, die die Irrungen und Wirrungen der Zeitläufte umtreiben und die dystopische Literatur schätzen. Indem das Buch warnt und inspiriert gleichermaßen und zeigt, dass Wandel möglich ist, hat es auch eine politische Botschaft. Mit seiner prophetischen Kraft müsste es zur Pflichtlektüre werden – bevor es zu spät ist…

3 Antworten

  1. „Die zunehmende innenpolitische Destabilisierung durch importierte Gewalt, Islamismus und Parallelmilieus lässt sich nur durch freiwillige Anreize für Auswanderung oder konsequente Abschiebungen nicht asylberechtigter und erst recht krimineller Migranten erreichen.“

    Dieser Satz ist unsinnig. Vermutlich fehlt das eine oder andere entscheidende Wort.

  2. ZITAT: „Der Rezensent lobt die facettenreiche Herausarbeitung der Protagonisten und zieht ebenfalls den Vergleich zu Houellebecq, wobei hier der Ausgang für Deutschland und Europa am Ende glimpflich, wenn nicht positiv ist.“

    Am Ende konvertieren alle Moslems zu Jägerschnitzel mit Pilzen. Da haben wir noch mal Schwein gehabt. 🙂