
Politik lebt vom Vertrauen und von Authentizität. Letzteres, also Echtheit, evoziert Ersteres, also Vertrauen. Anders gesagt: Es kann denknotwendig keine “Realness”, wie Rapper sagen, ohne Vertrauen geben. Nicht in der Politik und nicht in der Ehe. Vertrauten Sie einst der SPD Ihre Stimme an? Diese Vorschusslorbeeren wurden ausgemerzt wie einst Videokassetten – in dem Moment, als die Sozialdemokraten im Jahr 2005 nach einer zuvor kritisierten „Merkelsteuer“ eben der mit dieser bezweckten Mehrwertsteuererhöhung zustimmten, obwohl sie diese im Wahlkampf bis aufs Blut attackiert hatten. In der Großen Koalition setzten sie sie nicht nur durch, sondern akzeptierten sogar mal eben statt zwei Prozent satte drei Prozent Aufschlag auf die Konsumsteuern. Es war ein Vorgeschmack der Wahlbetrügereien, die seitdem ständig passierten und die Merz dann 2025 auf die Spitze trieb. Lügner haben vielleicht kurze Beine, jedoch verdammt viele Kinder.
Einer dieser Großspur-Lügenbolde hört auf den Namen Wolfram Weimer. Der Reichsschrifttums- und kultursekretär, offiziell “Staatsminister und Beauftragter für Kultur und Medien”, kritisiert jetzt die kursierenden Boykottandrohungen gegen Israel, und äußert präventive Empörung, sollte der jüdische Staat nicht beim ESC teilnehmen. Abgesehen davon, dass es für jedes Land eine legitime Entscheidung sein kann, nicht bei diesem internationalen Bad-Taste-Exzess der Katzenmusik mitzumachen, wirkt der Reichsstaatskultursekretär hierbei allerdings erschreckend verlogen und fügt sich nahtlos dem Dauerprinzip der Doppelmoral dieser Merz-Regierung: Denn es war die Bundesregierung, der Weimer angehört, die gerade beschlossen hat, keine Abwehrwaffen mehr an Israel zu liefern – und so verhindern will, dass Land der Juden wehrhafter gegen seine geschworenen Feinde wird. Und es war dieselbe CDU, der der parteilose Dampfplauderer Weimer seine Berufung zum ranghöchsten deutschen Kulturpolitiker verdankt und die dafür gesorgt hat, dass zigtausende bis potentiell Millionen Judenhasser mit muslimischem Hintergrund ins Land kamen und weiterhin kommen.
Wolfram, der Cancel-König
Warum also erzählt Wolfram Weimer so unstimmige Dinge? In der “Tagesschau” wird er so zitiert: „Cancel Culture ist keine Antwort — die Antwort sollte Vielfalt und Zusammenhalt heißen.“ Sollte der Wettbewerb zu einer „Bühne der Ausgrenzung“ verkommen, profitierten andere davon, gab der Politiker zu bedenken: „Russland etwa versucht längst, mit einer Neuauflage des alten Ostblock-Wettbewerbs ‚Intervision‘ eine eigene Gegenwelt aufzubauen.“ Abgesehen von dem hier transportierten infantilen Russenhass ist es auch insofern spannend zu lesen, was Herr Weimer über Cancel Culture sagt, als er selbst jemand ist, der in seinem eigenen Unternehmen Cancel Culture durchaus anwendet. Als ich vor einigen Jahren einen Artikel über den damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus bei „The European“ platzierte, das zur Weimer Media Group gehört, war ich überrascht: Zunächst wurde mein Artikel auf dem Debattenportal publiziert. In diesem ging es um Brinkhaus‘ schauderhaft larmoyante Rede zur Corona-Impfpflicht, die er mit den folgenden Worten und im vollen Bewusstsein deren Bedeutung beendete: „Stimmen Sie für das Leben.“
Doch wenige Tage nach der Veröffentlichung bemerkte ich, dass der Artikel nicht mehr verfügbar war. Also fragte ich beim damaligen Chefredakteur nach, was da los sei. Die Antwort war einfach wie schändlich: Brinkhaus hatte sich bei “The European” so sehr über den Artikel aufgeregt, dass er sogar eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Herausgeber – Weimer – zu canceln drohte, sollten der kritische Artikel nicht entfernt werden. Anstands- und umstandslos Weimer tat Brinkhaus den Gefallen – und wies den damaligen Chefredakteur an, meinen Artikel zu entfernen. Sowas lässt tief blicken.
Wolfram, der Apparatschik
Wie klein die Welt ist, wurde für mich deutlich, als ein lieber Bekannter bei einer Veranstaltung in Brinkhaus’ Wahlkreis diesen Vorgang unerträglichen Cancelns gegenüber Herrn Brinkhaus selbst zur Sprache brachte. Der damalige Spitzenpolitiker — inzwischen zum Randnotiz-Politiker herabgesunken — war sofort im Bilde des Skandals und reagierte cholerisch; er antwortete dem Fragesteller zwar nicht direkt, legte ihm aber sehr direkt ans Herz, welche Freunde und Genugtuung er über die Löschung des Artikels empfinde . So funktioniert emotionale Zersetzung. Was ich mit der Geschichte sagen will, ist simpel: Wolfram Weimer hat nicht nur Pech beim Denken, er steht auch prototypisch für den Apparatschik eines zunehmend faschistoiden Staates.
Möchte Herr Weimer sich nicht lieber einmal dazu äußern, dass seine Regierung vermutlich kurz davor steht, einen Staat anzuerkennen, der sich sogar noch „Palästina“ nennen mag, aber von Judenhass geprägt ist – so wie dies heute Großbritannien, Kanada und Australien schon mal taten? Dass er einer Regierung angehört, die gleichzeitig den Juden die Waffenhilfe versagt und die muslimischen Antisemitismus in Deutschland, wie täglich zu beweisen ist, nicht ansatzweise ausreichend bekämpft? Stattdessen einen möglichen ESC-Boykott zu kritisieren, ist ein Hohn.
Wolfram, der Mimikry-Intellektuelle
Wenn Politik von Vertrauen und Authentizität lebt, dann steht Wolfram Weimer für beides gerade nicht. Er verkörpert Cancel Culture und Verlogenheit wie kaum ein Zweiter in dieser gaskranken Regierung. Niemand sollte ihm glauben. Niemand darf diesem peinlichen Mimikry eines Feingeistes irgendeine Glaubwürdigkeit zuschreiben. Weimer sind jüdische Belange nämlich ganz egal. Ihm ist Israel schnuppe. Und dass er zwischen Horst und Gustav Mahler unterscheiden kann, bedeutet auch nicht, dass er sich für Kultur interessiert.
Weimer ist das Gesicht eines freundlich-debilen linken Boomer-Salonfaschismus, der weitverbreitet vor allem in jener CDU ist, der selbst er in scheindistanzierter Noblesse zwar nicht angehört, aber seine Politkarriere verdankt. Weimer cancelt, weil er argumentativ ungelegen ist. Wolfram, der Lügner, hat seinen Zenit selbst gewählt und überschritten, und dieser liegt „six feet under“ — natürlich nur metaphorisch. Sein Anstand speist sich aus dem einzigen Wert, den er authentisch verkörpert: der Erhaltungsfähigkeit von Macht und gesellschaftlicher Anerkennung. Herr Weimer, tun Sie diesem Volk den Gefallen und machen Sie einmal in Ihrem Leben etwas richtig: Treten Sie zurück und kommen Sie nicht mehr wieder.
- Auf Telegram teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Telegram
- Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
- Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken










3 Kommentare
Wenn Israel am ESC (EUROPEAN Song Contest) teilnehmen darf, dann bitteschön auch Indien und Guatemala!
😜
Watt denn – Australien wird doch auch immer eingeladen.
Welchen intellektuellen Dünnschiss hat dieser Wolfram Weiner schon von sich gegeben ? Ist er deshalb nicht auch ein leuchtendes Beispiel eines sich seit mindestens einem Vierteljahrhundert abspielenden ethisch-intellektuellen Abstiegs der einst größten Bildungsnation Europas, deren Berufsabschlüsse nicht nur in Europa selbst, sondern auch in Übersee stets Bewunderung und Staunen hervorriefen. Das deutsche Diplom, Flaggschiff für Leistung und Kompetenz, wurde leichtfertig auf dem Altar europäischer Gleichmacherei geopfert und durch einen nichtssagenden Studienabschluss mit der Bezeichnung „Master of Science“, auf Deutsch „Herr, Meister, Könner der Wissenschaft“, also weder Fisch noch Fleisch, ersetzt. So funktioniert Bildungsabstieg Herr Weimer, aber davon hatten Sie ja noch nie auch nur die geringste Ahnung.