Geoengineering: Wenn Staat und Wissenschaftler beginnen, Wettergott zu spielen

Geoengineering: Wenn Staat und Wissenschaftler beginnen, Wettergott zu spielen

Sprühflugzeug zur Hagelabwehr: Eingriffe in die Atmosphärenchemie sind weitaus häufiger als angenommen (Symbolbild:Imago)

Vom Aluhut zum Forschungsfeld? Was vor wenigen Jahren noch als Hirngespinst galt, ist heute wissenschaftliche und politische Realität. Der gezielte Eingriff in das Klimasystem – durch Aerosole, Wolkenmanipulation oder elektromagnetische Einflüsse – wird weltweit erforscht, getestet und teilweise bereits angewendet. Schrankenlos. Wohl bemäntelt mit dem Vorwurf der „Verschwörungstheorie“. Das hat jahrelang gut funktioniert. Denn wie sonst konnte eine Technologie, die in das globale Gleichgewicht der Natur eingreift, weitab von der öffentlichen Debatte zur Einsatzreife gelangen? Das US-israelische Unternehmen Stardust Solutions etwa plant laut dem Nachrichtenportal “Politico” vom 24. Oktober 2025 ab April 2026 den Beginn stratosphärischer Experimente.

Dabei sollen in rund 20 Kilometern Höhe reflektierende Partikel ausgebracht werden, um das Sonnenlicht zu streuen – finanziert mit 60 Millionen US-Dollar Risikokapital. Ohne parlamentarische Kontrolle, ohne Haftungsrahmen, ohne internationale Aufsicht. Dieses Beispiel alleine zeigt: Geoengineering ist keine Theorie mehr – es ist Praxis. Und es hat unabsehbare Folgen. Dennoch gibt es bis heute keine klaren Regeln, wer solche Experimente durchführen darf, wer für mögliche Schäden haftet und wer die Grenzen dieser Technologien festlegt.

Was unter Geoengineering verstanden wird

Geoengineering bezeichnet großtechnische Eingriffe, die Klima-, Wetter- oder Strahlungsprozesse bewusst verändern sollen. Dazu zählen Verfahren wie Solar Radiation Management (SRM), also das Einbringen reflektierender Partikel (etwa Sulfate oder Calciumcarbonat) in die Stratosphäre zur Abschwächung der Sonneneinstrahlung; Carbon Dioxide Removal (CDR), also technische Methoden zur Entfernung und Speicherung von CO₂; Wettermodifikation, also die gezielte Steuerung von Niederschlag oder Wolkenbildung durch chemische oder physikalische Impulse; und schließlich auch Ionosphären-Projekte, bei denen hochfrequente Radiowellen eingesetzt werden, um atmosphärische Schichten zu beeinflussen.

Unter dem europäischen Forschungsrahmen Horizon Europe werden entsprechende Programme gefördert. Dazu gehören etwa das Projekt “GENIE, das die ethische und politische Steuerung von Geoengineering untersucht, das europäische Forschungsnetzwerk EuTRACE zur Risiko- und Folgenabschätzung sowie die Climate Engineering Governance-Initiative der Heinrich-Böll-Stiftung.

Warnungen aus Wissenschaft, Politik und Sicherheitsforschung

Die Warnungen sind zahlreich, doch die Debatte findet kaum statt. Weder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch in großen Leitmedien wird ernsthaft darüber gesprochen, obwohl internationale Institutionen seit Jahren vor den Risiken warnen. Der Weltklimarat IPCC schreibt in seinem Sonderbericht “Global Warming of 1.5 °C von 2018, dass SRM „erhebliche Nebenwirkungen und unvorhersehbare regionale Effekte“ haben könne
Das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) bezeichnete Geoengineering ebenfalls bereits 2018 als „technisch unausgereift, ökologisch riskant und rechtlich ungeregelt“. Und sogar die Europäische Kommissionerklärte in ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember 2024, das Risiko unbeabsichtigter globaler Auswirkungen sei „inakzeptabel“.

Das Umweltbundesamt warnt, dass Aerosol-Einträge die Ozonschicht schwächen, die Strahlungsbilanz verändern und Extremwetter verstärken könnten. Das Planungsamt der Bundeswehr verweist in seiner Studie “Future Topic – Geoengineering” von 2012 auf militärische Doppelnutzbarkeit und geopolitisches Konfliktpotenzial. Und die VolkswagenStiftung resümierte 2023 auf ihrer Fachtagung „Plan B im Klimanotstand?“: „Technisch machbar heißt nicht ethisch vertretbar“. Die Bertelsmann-Stiftung warnte in ihrer Studie „Klimapolitik zwischen Innovation und Illusionen“ von 2022, Geoengineering könne zur politischen Illusion werden, die echten Klimaschutz verdrängt Und auch die Vereinten Nationen fordern im Rahmen des Übereinkommens über biologische Vielfalt ein weltweites Moratorium für jede Anwendung, „die Biodiversität oder menschliche Gesundheit beeinträchtigen könnte“. All diese Stimmen sprechen eine gemeinsame Sprache: Es gibt kein sicheres Geoengineering! Allein die AfD hat sich getraut, dieses heiße Eisen immer wieder anzufassen – und wurde dafür mit „Aluhüten“ beworfen. Doch wer rechtzeitig warnt, trägt keinen Aluhut, sondern Weitblick.

Lehren aus der Geschichte

Die Geschichte zeigt, dass der Mensch immer dann scheitert, wenn er glaubt, die Natur beherrschen zu können. Bereits in den 1960er-Jahren führte “Operation Popeye” in Vietnam durch künstlich erzeugten Regen zur Zerstörung ganzer Landstriche. Das ebenfalls US-amerikanische “Project Stormfury” (1962 – 1983) sollte Hurrikans abschwächen, verursachte jedoch massive atmosphärische Nebenwirkungen. In Großbritannien endete 1952 die “Operation Cumulus”, ein Experiment zur Wolkenimpfung über Devon, in einer tödlichen Flut. Das Harvard-Projekt“ SCoPEx”, ein Test mit Calciumcarbonat in der Stratosphäre, wurde 2021 nach massiven Protesten gestoppt. China setzte beim “Blue Sky Project” (2021) Wolkenaufhellung über Peking ein, um politische Großereignisse unter „perfektem Himmelabzuhalten. Und das amerikanische Hochfrequenz-Forschungsprogramm HAARP, das seit 1993 in Alaska betrieben wird, bleibt bis heute umstritten, weil es ionosphärische Schichten beeinflusst, deren Wirkung kaum vollständig verstanden ist. All diese Beispiele machen deutlich: Wer das Wetter verändern will, verändert immer mehr als das Wetter.

Könnten Extremwetter unbeabsichtigte Folgen von Geoengineering sein? Diese Frage stellen heute auch seriöse Wissenschaftler. Die Antwort lautet: Physikalisch ist es möglich, praktisch wäre es kaum steuerbar. Eingriffe in Wolken, Strahlung oder Luftströmungen verändern das empfindliche Gleichgewicht der Atmosphäre. Schon geringfügige Schwankungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Druck können genügen, um Niederschlagszonen zu verschieben oder Gewitterzellen länger zu stabilisieren, als es natürlich der Fall wäre.

Mein Antrag: Bundestagsdrucksache 21/2552

Werden beispielsweise Cloud-Seeding-Techniken oder Aerosolfreisetzungen in ohnehin feuchte Luftmassen eingebracht, kann theoretisch ein sogenannter Stau- oder Festhalteeffekt entstehen: Regen bleibt über einer Region hängen, anstatt weiterzuziehen. Solche Prozesse sind meteorologisch bekannt und können auch ohne menschliches Zutun auftreten. Kein Institut hat bislang belegen können, dass ein bestimmtes Extremereignis – auch nicht die Flut im Ahrtal – technisch ausgelöst wurde. Ebenso wenig kann aber ausgeschlossen werden, dass unbeabsichtigte Nebenwirkungen großflächiger Experimente ähnliche Effekte verstärken könnten. Das ist kein Verdacht, sondern Ausdruck wissenschaftlicher Vorsicht. Genau deshalb fordern IPCC, TAB, Umweltbundesamt und die UN klare Regeln, bevor jemand daran denkt, den Himmel als Labor zu benutzen und uns dabei ganz beiläufig – huch- unsere Gesundheit und unsere Lebensgrundlagen zerstört.

Mit der Bundestagsdrucksache 21/2552 hat die AfD-Fraktion erstmals ein umfassendes Regelwerk für Geoengineeringgefordert. Der Antrag verlangt eine Sicherheits- und Haftungsanalyse, ein öffentliches Register sämtlicher Forschungs- und Freisetzungsprojekte, ein internationales Moratorium für Solar Radiation Management sowie die Prüfung, ob Geoengineering unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt. In der Begründung heißt es:
Sobald wissenschaftliche Experimente am Himmel das Risiko bergen, menschliches Leben, Gesundheit oder Eigentum zu gefährden, ist der Staat verpflichtet, regulierend einzugreifen.” Das ist keine politische These, sondern eine juristische Notwendigkeit!

Der politische Auftrag

Deutschland steht an einem Wendepunkt. Forschung und Technik schreiten rasant voran, doch der Rechtsstaat hinkt hinterher. Wir wissen heute, dass Eingriffe in die Atmosphäre das Potenzial haben, das Weltklima, Ökosysteme und letztlich auch das Wetter über unseren Köpfen zu verändern. Ohne klar definierte gesetzliche Schranken riskieren wir, dass private Unternehmen oder militärisch-wissenschaftliche Komplexe darüber entscheiden, wann und wo es regnet – oder, härter formuliert: wann und wo solche Manipulationen zum Schaden der Menschen oder gar als Waffen eingesetzt werden. Geoengineering darf niemals zum Machtinstrument werden. Es braucht endlich ein deutsches Geoengineering-Gesetz, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, Forschung kontrolliert, Transparenz schafft und Haftung festlegt.

Wenn Technik beginnt, den Himmel zu verändern, muss die Politik den Boden bereiten. Die Gefahren dürfen niemals größer sein als der Nutzen. Der Schutz des Menschen und seiner Lebensgrundlagen darf nicht den Interessen von Forschung, Konzernen oder geopolitischen Experimenten geopfert werden. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung – nicht ihr Versuchskaninchen. Jetzt ist der Gesetzgeber gefragt – bevor Manipulationen des Wetters zur neuen Waffe des 21. Jahrhunderts werden.


Die Autorin ist Bundestagsabgeordnete der Alternative für Deutschland.

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5 Antworten

  1. Deutschland zahlt, der Rest kassiert – Klimawahn auf Bestellung
    Deutschland ist wieder Weltmeister – im Zahlen. Während China seinen Status als Schwellenland ausnutzt, Kanada neue Ölträume lebt und Großbritannien seine grünen Ziele offen begräbt, spielt Berlin weiter Klima-Messias.
    Auf der COP30 in Belém in Brasilien verpflichtete sich Kanzler Merz, ganz im Geiste der Ampel, zur Zahlung von 11,8 Milliarden Euro an Länder, die oft mit Rodung, Korruption und ideologischer Schaumschlägerei glänzen. In Brasilien rodet man den Regenwald, um Klimagipfel zu veranstalten – ein Symbol dieser schizophrenen Farce.
    https://www.unser-mitteleuropa.com/180837

    1. Ach, wenn das nicht klappt, läuft es wieder wie bei „Corona“: Dann ist es Long-Covid und bei mißlungenem Geoengineering ist es dasnn halt der „unaufhaltsame Klimawandel“!
      Nach dem Mottto „Da! Seht ihr!“
      Obwohl die Schuld dann nicht co2 und Methan hat, sondern die echten menschlichen Eingriffe.

      Sie haben sich alles gut durchdacht. Es gibt immer eine Antwort.
      Quasi geschfickt eingeschädelt!

  2. @doch die Debatte findet kaum statt
    was gibt es bei dem Gotteswahn der verrückten auch zu diskutieren ?
    Das geht nicht, deren Basis ist ihre geistige Überlegenheit, die sind nicht ansprechbar. Die einzige Sprache, das die verstehen, haben sie verboten ! Und die Resultate – so wie bei den Gen-Experimenten können sie dank ihrer Machtstellung vertuschen ! Kann man ganz aktuell bei den mRNA-Experimenten, der Hilfestellung im Ahrtal oder bei der letzten BT-Wahl verfolgen !

  3. Die „Global Warming Wirtschaft“ hat sich längst als Irrtum herausgestellt – jedenfalls wenn sie unterstellt, dass der Mensch dadurch natürliche Klimaschwankungen ausbremsen kann. Und ich bin mir sicher, dass sich dessen auch ALLE 50.000 (vor kurzem waren es angeblich noch 70.000!?) Konferenzteilnehmer bewusst sind. Wenn es dabei nicht um die von den Globalisten gewollte Entmündigung der Menschheit und um hohe Profite ginge, wären diese lächerlichen und teuren Klimakonferenzen längst Vergangenheit. Und für die teilnehmenden „Experten“ ist so ein Ausflug nach Brasilien auf Steuerzahlerkosten auch nicht ohne …!!!

    Was für eine Heuchelei! Muss es doch sowohl den EU-Abnickern als auch den Medienmachern und sogar medial gehirnverschmutzten Lesern klar sein, wie lächerlich (und leider auch böswillig) das alles ist. Wir können gottseidank das Klima nicht gravierend verändern und das schon seit Millionen von Jahren. Wir werden nur von hoch bestochenen Experten für BLÖD verkauft. Leider ist die Quote der Verblödeten Klima- Gläubigen noch immer sehr hoch, ähnlich bei der Giftspritze Corona!!!

  4. Unfassbar:

    „Ehrlich, nahbar und berührend“ – Habeck erhält steuerfinanzierte Lobeshymne in Filmformat
    Der gescheiterte „Bündniskanzler“-Kandidat Robert Habeck bekommt nach seinen Rückzug aus dem Berliner Regierungsviertel noch einmal volle Aufmerksamkeit. Laut Medien flossen 271.000 Euro Steuergeld in die Filmproduktion: „Jetzt.Wohin“, eine filmische Lobeshymne und erneute Sympathieschmonzette für den Grünen-Politiker.

    https://rtde.press/inland/261496-ehrlich-nahbar-und-beruehrend-habeck/

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