Gespiegelte Wahrheiten: Die veränderte Islam-Wahrnehmung seit 9/11

Gespiegelte Wahrheiten: Die veränderte Islam-Wahrnehmung seit 9/11

Frauen in Afghanistan: Als die Burka für westliche Medien noch absolut verpönt war… (Symbolbild:Imago)

Wie in den beiden vorigen Artikeln zu diesem Thema (siehe hier und hier) beschrieben, war der Online-Bereich des “Spiegel” nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sehr schnell auf einen islamverharmlosenden und anti-amerikanischen Kurs eingeschwenkt. Im gedruckten Magazin hielten sich die Lager aber noch einige Zeit lang die Waage. Doch spätestens mit der Sarrazin-Debatte 2010 hatte der “Spiegel” dann die Islamkritik gänzlich hinter sich gelassen. “Spiegel”-Gründer Rudolf Augstein, der sich damals in seinem letzten Lebensjahr befand, meldete sich als Herausgeber ebenfalls zu Wort: Er warf den USA „Hochmut“ und eine „Sheriff-Gesinnung“ vor. In seinem Beitrag heißt es: „Wer so vorgeht wie jetzt die Amerikaner in Afghanistan, der sorgt nicht für eine Eindämmung von Terrors – sondern fördert seine Ausbreitung. Wer ein bitterarmes Land in Schutt und Asche legt, ohne große Rücksicht auf eine Zivilbevölkerung, die Hunger leidet und schutzlos dem harten Winter ausgesetzt sein wird, der darf sich nicht wundern, wenn sich die Stimmung gegen ihn zu kehren beginnt. Schon ist klammheimliche Freude zu spüren über jeden Fehlschlag der Amerikaner, über jede politische Fehleinschätzung.

In der Rückschau lässt sich natürlich feststellen, dass vieles von dem, was Augstein prophezeite, auch eingetreten ist. Was er allerdings nicht ansprach, war, wie eine angemessene Reaktion auf die Terroranschläge denn sonst aussehen sollte. Denn keine Gegenmaßnahmen zu ergreifen hätte die Ausbreitung des Terrorismus ebenso befördert. Die Erfolgschancen der Militäroperation schätzte der “Spiegel” – absolut zutreffend – als sehr gering ein. Man könne die Taliban wohl kaum dauerhaft besiegen. Einer ihrer Kämpfer benannte klar die asymmetrische Kriegsführung, auf die sich die USA mit ihrem Afghanistan-Einsatz eingelassen hatten: „Wir Taliban rasieren unsere Bärte und verstecken uns. Auf ein Kommando sind wir alle wieder da.“ Ebenso wurde zynisch angemerkt, dass es unter der Regierung Clinton eine gewisse Sympathie zwischen den USA und den Taliban gegeben habe (beispielsweise war sogar eine Pipeline im Gespräch): „Es gab Zeiten, da haben sie sich richtig gut verstanden, die Taliban und die Amerikaner. Glyn Davies, ein damaliger Sprecher des US-Außenministeriums, sagte, die Vereinigten Staaten hätten ’nichts einzuwenden‘ gegen die in den Taliban-Gebieten praktizierte Form der islamischen Gesetzgebung.

Drastische Sprache

Der Artikel „Krieg im Schatten“ bediente sich drastischer Sprache: Um den “islamistischen Bazillus” von seinem Land fern zu halten, habe der damalige usbekische Machthaber Islom Karimow seit Monaten schon die Grenzen zu den Nachbarstaaten Kirgisien und Tadschikistan vermint. In Afghanistan ertönten „entsetzliche Schreie“, denn:  „Seit die Taliban in Afghanistan herrschen, gibt es kaum Geld mehr für Medikamente, fast alles wird für Waffen und Moscheen ausgegeben. […] Dabei hätte das unter der Knute der Taliban lebende Volk vor allem medizinische Hilfe dringend nötig. Seit die Gotteskrieger sein Land unterjochen, erkennt selbst Rafizada es kaum wieder: Männer dürfen sich nicht rasieren, Frauen erhalten nur selten eine Ausbildung – ohne männlichen Verwandten dürfen sie sich nicht auf den Straßen zeigen. Die Taliban wandeln viele Schulen in Koranschulen um. In den regulären Schulen lassen die Fanatiker aus den Bergen derweil das Mobiliar zerschlagen – ohne Bildung sind die Menschen leichter beeinflussbar. ‚Die erzeugen eine Nation von Analphabeten‘, empört sich Rafizada.

Ähnlich wie auch im Online-Bereich wurde darauf hingewiesen, dass jede Unterscheidung zwischen radikalen Taliban und gemäßigter Nordallianz hinfällig sei: „Im Alltag ist der Unterschied zwischen dem ‚Islamischen Staat Afghanistan‘ der Nordallianz und dem ‚Islamischen Emirat Afghanistan‘ der Taliban ebenso schwer auszumachen wie der Frontverlauf in Staub und Dunst am Hindukusch. Gegenüber dem Schleierzwang der Taliban gewährt die Nordrepublik Wahlfreiheit: Frauen dürfen selbst entscheiden, welche Farbe der Schleier zeigen darf, der das Gesicht zu bedecken hat: Blau, Weiß oder Rot. Tragen sie ihn nicht, ‚bekommen sie Schläge von ihrem Mann‘, gesteht Abdullah, Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes.

“Die grausamste Religionsdiktatur der Welt”

Die Niederlage des Talibanführers Mullah Omar wurde im “Spiegel” mit deftiger Schadenfreude quittiert: „Das Anwesen des obersten Steinzeit-Islamisten liegt in einem hoch gelegenen Endtal am Rande der Stadt. Die Sieger plünderten nach der Flucht des einäugigen Mullahs so ziemlich alles, was die Wunderwerke menschlicher Vernichtungskunst noch heil gelassen hatten. Und wo Omar einst über die höchste Vollendung des Werkes Allahs auf Erden meditierte, riecht es jetzt nach Fäkalien. Mancher Anti-Taliban-Krieger erleichterte sich mit Inbrunst im ehemaligen Hort der Macht.“ Bei der Durchsetzung ihrer strengen Wertevorstellungen offenbarten die Taliban eine seltsame Doppelmoral: „Abdul Baqi ist Tugendwächter, und er nimmt seinen Beruf ernst. Sieht er eine Frau auf der Straße, die ihr Gesicht nicht vorschriftsmäßig verhüllt, und sieht er sie so zum ersten Mal, knallt er ihr nicht gleich eine, sondern verwarnt sie erst mal streng. Sieht er sie noch einmal, gibt es drei Hiebe auf den Rücken. Für Männer, die glauben, sich rasieren zu müssen, sind sieben Peitschenhiebe Pflicht.

Und weiter: “In Afghanistan gibt es sogar ein Gesetz, nach dem alle Lebewesen auf Verpackungen zu übermalen sind. Also auch Frauenköpfe auf Shampootüten und Kühe auf französischen Weichkäseverpackungen. Nur nicht Hasen auf Playboy-Parfums, die in Kabul merkwürdigerweise immer noch gehandelt werden. Playboy-Häschen leben nicht, sagen die Taliban.“ Die Burka sei ein „Gespenstergefängnis für Frauen, dessen Gitterstäbe aus Stoff sie vom Rest der Welt, vom Rest des Lebens trennen.“ Und selbst da, wo es keine Pflicht war, empfiehlt es sich, sie zu tragen: „Bei den Taliban mussten wir die Burka aus religiösen Gründen anlegen, sonst wären wir eingesperrt oder gesteinigt worden, bei den Mudschahidin mussten hübsche Frauen die Burka aus Selbstschutz tragen, weil man sie sonst vergewaltigt hätte. Was macht das für einen Unterschied?“ Außerdem: „Gottes eigene Krieger wollten eine ideale islamische Gesellschaft aufbauen“, so „entstand die grausamste Religionsdiktatur der Welt“.

Krieg gegen Dämonen

Auch im gedruckten “Spiegel” war die Angst vor Rassismus und Islamphobie weit verbreitet. Das zeigt sich beim Blick nach New York: “Arabisch aussehende Taxifahrer müssen ihre Autos mit amerikanischen Flaggen schmücken, um überhaupt noch Fahrgäste zu bekommen. Zieht die Gefahr eines neuen Rassismus auf?” Und unter dem Titel „Der unsichtbare Feind“ hieß es: „Selbst das so genannte Racial Profiling, die gezielte Fahndung und Kontrolle auf Grund von Hautfarbe und ethnischer Zugehörigkeit, stößt jetzt auf breite Zustimmung. Auch 25 Prozent der Schwarzen und 37 Prozent der Hispanics, die bislang Opfer dieser verfassungswidrigen Polizeipraktik sind, finden die rassistische Fahndungsmethode nun ganz in Ordnung.

Unter dem Titel „Krieg gegen Dämonen“ widmete sich der “Spiegel” Splittergruppen wie der Partei Bibeltreuer Christen (PBC): „Die Grundstrukturen in christlichen und islamischen Fundamentalistenkreisen sind ähnlich. Opposition gegen die moderne westliche Gesellschaft, Sehnsucht nach den alten und einfachen Regeln der Schrift.“ Sicher vertrat die PBC diskussionswürdige gesellschaftspolitische Vorstellungen – mit Gewaltakten ist sie jedoch nicht aufgefallen. Auch mit Saudi-Arabien ging der “Spiegel” hart ins Gericht: Das Königreich sei ein „merkwürdiger Verbündeter“ im Kampf gegen den Terror: „Frauen haben weit weniger Rechte als etwa in Iran und dürfen nicht einmal ein Auto steuern. Die Strafen für Verbrechen sind mittelalterlich-fundamentalistisch, nach der rigidesten Auslegung der Scharia-Gesetzgebung: Hand-Amputation bei Dieben, öffentliches Köpfen, Peitschenschläge und für Ehebruch auch Steinigen. Das Praktizieren anderer Religionen neben dem Islam wird nicht geduldet, selbst nicht der verwandten monotheistischen wie Christentum und Judaismus. Wer auch nur privat einen katholischen Gottesdienst organisiert, wird verhaftet. Und einem, der zu missionieren wagte, drohte hier die Todesstrafe – wie in Afghanistan.

Brutstätten des Terrors

Und: “Wäre Saudi-Arabien nicht das Land mit den größten Erdölreserven (rund 25 Prozent), würde es wohl vom Westen wegen seiner Menschenrechtsverletzungen geächtet. Und wären diese Ressourcen für den Westen nicht so wichtig, müsste Saudi-Arabien im Licht der neuesten Ermittler-Erkenntnisse fürchten, in die Liste der geächteten ‚Schurkenstaaten‘ aufgenommen zu werden: als Brutstätte des Terrors. Denn die Legitimation des Königshauses ist durch den Wahhabismus begründet, eine fundamentalistisch-islamische Strömung. Sie ist de facto Saudi-Arabiens Staatsdoktrin – und Wurzel vieler Gewalttaten.“ Der gleiche Artikel schlug jedoch auch ganz andere Töne an: „Zunehmend bekennen sich intellektuelle Muslime in gemäßigten arabischen Ländern wie Jordanien und Marokko zu Reformen. Sie halten die Gegensätze zwischen den Menschenrechten, wie sie im Westen verstanden werden, und den Vorschriften des Propheten nicht für unüberbrückbar.

Die Attentäter von New York und Washington seien “…sicher so wenig ‚typisch islamisch‘, wie der israelische Terrorist Baruch Goldstein, der 1994 in der Moschee von Hebron über 29 Betende erschoss, ‚typisch jüdisch‘ ist. Und keiner kennt die Konfessionen der 6000 Opfer, die unter dem World Trade Center begraben liegen. Aber man weiß von libanesischen Bankern, ägyptischen Angestellten, pakistanischen Zeitungsausträgern, indonesischen Touristen. Noch nie starben wohl so viele Muslime bei einem Terroranschlag wie am 11. September. Sie endeten durch die Hand selbst ernannter Jünger Allahs, die nicht nur vier Passagiermaschinen gehijackt hatten – sondern auch eine ganze Weltreligion.

Drohender Überwachungsstaat schon damals

Der “Spiegel“ rieb sich auch am damaligen Bundesinnenminister Otto Schily. Dieser stelle „alle Bürger unter Generalverdacht“. Sein “Anti-Terror-Paket” rücke “82 Millionen Deutsche ins Zwielicht. Unbescholtene Bürger werden wie potenzielle Straftäter behandelt.“ Der Minister sei ein „Sicherheitsfanatiker“, es drohe der „Überwachungsstaat“. Zwar stimmt, dass im Rahmen der Rasterfahndung prinzipiell alle Deutschen in einem computergestützten System erfasst wurden; gleichermaßen verdächtig waren sie jedoch nicht. Die alte Oma aus dem Schwarzwald, die noch nie falsch geparkt hat und auch noch nie die arabische Welt bereist hat, musste sich keine Sorgen machen. Und auch sonst fast niemand. Ein besserer Vergleich wäre es gewesen, Menschen zu fragen, ob sie sich zum damaligen Zeitpunkt überwacht gefühlt haben. Dies dürften wohl nur die wenigsten bejahen.

Ein anderer Artikel hingegen zeigte sich solchen Maßnahmen gegenüber deutlich aufgeschlossener. Die Erfassung der Fingerabdrücke sei ein „lange fälliger Schritt: Wer per Touristenvisum ins Land käme und dann den Pass im Rhein versenkte, flöge beim Abgleich auf – und in die Heimat zurück. In Köln/Bonn etwa, wo eine Privatfirma für Sicherheit sorgt, haben 80 Prozent der Wachen keinen deutschen Pass. Ob einer davon islamistische Freunde hat, das weiß auch der Verfassungsschutz nicht.“ Der “Spiegel” bat den obersten islamischen Gelehrten Mohammed Sajjid Tantawi zum Interview. Dieser wiegelte ab, was ihm der Redakteur aber nicht durchgehen ließ: „Unsere Religion hat mit diesen schrecklichen Anschlägen auch nicht das Geringste zu tun. Außerdem bin ich der Meinung, dass religiöse Extremisten niemals an die Macht kommen sollten, weil unsere Religion dadurch Schaden nimmt”, so Tantawi. Darauf der “Spiegel”: “Dennoch gibt es viele islamische Rechtsgelehrte, die eine Glaubensinterpretation verbreiten, welche der Gewalt und dem Fanatismus Vorschub leistet.

Geheucheltes Mitleid

Ähnlich unnachgiebig hakte man auch im Gespräch mit dem iranischen Außenminister nach, der Mitleid mit den Toten des 11. September heuchelte, aber palästinensische Selbstmordattentate auf Nachfrage nicht verurteilen wollte. Dann wiederum sprach der “Spiegel” aber selbst von einem „Missbrauch des Islam zur psychischen Manipulation potenzieller Attentäter.“ Solche Berichte wie „Geteiltes Risiko“ hätte man 2015 lieber gelesen als die Jubelmeldungen der Bahnhofsklatscher zu vernehmen: „Aus Sorge vor Terroranschlägen wollen sich die Innenminister von Bund und Ländern auf ihrer Konferenz in dieser Woche auf einen neuen Verteilerschlüssel für Asylbewerber aus so genannten Problemstaaten einigen. Ziel ist es, Flüchtlinge speziell aus Afghanistan, Irak und dem Iran gleichmäßig auf alle Bundesländer zu verteilen, um die Sicherheitsbehörden einzelner Länder nicht zu überlasten. Staatsschützer rechnen damit, dass sich unter den Antragstellern aus diesen Ländern auch Personen befinden, von denen ‚erhöhte Sicherheitsrisiken‘ ausgehen. Allein in diesem Jahr nahm etwa Hamburg rund ein Viertel aller neuen afghanischen Antragsteller auf; den östlichen Bundesländern wurde kaum ein Afghane zugewiesen.“ Auch Schlagzeilen wie „Bodyguards unter dem Kreuz“ sind selten geworden: „Pakistans Christen fürchten zur Zielscheibe von Islamisten zu werden – aus Rache für die Bomben auf Kabul.

Die eindrucksvollsten Einblicke in die Motive der Terroristen erhält man nicht, indem man liest, was andere über sie schreiben, sondern indem man liest, was sie über sich selbst schreiben. Der “Spiegel” veröffentlichte das Testament Mohammed Attas, das dieser selbst verfasst hatte, sowie auch einen Leitfaden für Selbstmordanschläge. Liest man beides im Original, stellt man fest: “Doch, Terror hat mit dem Islam zu tun.“ Genau deswegen pochten die obersten Diplomaten um Außenminister Joschka Fischer auch darauf, die Schriftstücke unter Verschluss zu halten, denn „dieser Text könnte anti-islamische Reaktionen und geradezu einen Kulturkampf hervorrufen.“

Klartext gegenüber den heuchlerischen Kirchen

Der Online-Bereich der “Spiegel” hatte die Lage in Indonesien noch beschönigt. Doch im gedruckten “Spiegel” nahm man kein Blatt vor den Mund. Hier stellte man stattdessen ungeschnörkelt die Frage: „Jeder Muslim eine Bombe?“ Für den Artikel traf sich der Reporter mit einem Islamisten, der „Muslime zum Kampf gegen die christlichen Landsleute auf den indonesischen Molukken aufruft.“ Es heißt darin: „Vor allem aber in Indonesien, mit 200 Millionen Muslimen das bevölkerungsreichste islamische Land der Erde, spitzt sich die Machtprobe zwischen Regierung und militanten Gotteskriegern mittlerweile gefährlich zu. ‚Es gibt die Befürchtung, dass Indonesien zum größten Pulverfass der Welt werden könnte.‚“ An der „Heimatfront“ stehe die indonesische Präsidentin, die sich außenpolitisch den USA angenähert hatte, allein da. Ein anderer Islamist, der Indonesier für den Kampf an der Seite der Taliban im fernen Afghanistan anwarb, erklärte: „Wir Indonesier können alle freundlich lächeln, doch wenn jemand unsere Religion bedroht, wird jeder Muslim zur Selbstmordbombe.

Ein längerer Artikel widmet sich dem „verlogenen Dialog“ zwischen Kirchenvertretern und dem Islam. An dieser Stelle nur die besten Stellen zu zitieren, ist nahezu unmöglich, denn hier passte noch jeder Satz wie die Faust aufs Auge. Mit klaren Worten wird angeprangert, dass die hiesigen Bischöfe die Augen vor Christenverfolgung und Unterdrückung der Frau in fernen Ländern verschließen. Lange ist’s her, aber das gab es im “Spiegel” einmal.

“Turbanesische Sprachenvielfalt”

Nazi-Analogien zum Islam sind selbst „Nazi“, so jedenfalls der heutige Spiegel. Damals sah das noch ein wenig anders aus: So verriet ein Pakistani einem Reporter, Deutschland zu lieben – „wegen Adolf Hitler natürlich – und weil ihm einmal ein kleines Mädchen, es war in Stuttgart, den Weg gezeigt hat.“ Ein Vertreter der Taliban drückte seine Bewunderung aus: „Wir sind übrigens Arier wie ihr. Zeigt uns bei Gelegenheit das Geheimnis von Hitler – wie er es geschafft hat, die verschiedensten Völker zu vereinen.“ Der Konvertit Ahmed Huber trat gern bei der NPD auf und zeigte sich erfreut, dass der Bush-Regierung keine „Zionisten“ angehörten – woraufhin er damals noch ins Visier der Sicherheitsbehörden geriet. Einen Ägypter bezeichnete der “Spiegel” gar offen als „Islamofaschisten“.

Und im Gespräch gab der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy zu Protokoll: „Der Islam in seiner fundamentalistischen Form ist in gewisser Weise der dritte Faschismus, der grüne Faschismus nach dem braunen und dem roten.“ Der Krieg gegen den Terror stelle die Fahnder im Pentagon vor Herausforderungen, weil eben nicht genug Analysten Paschtu, Farsi oder Arabisch sprachen. Etwas salopp fasste der Spiegel diese Sprachenvielfalt als „Turbanesisch“ zusammen. In einem Artikel über das pakistanische Atomwaffenprogramm war leicht spöttisch zu lesen: „Dass es diese Wesen wirklich gibt, kann für einen gläubigen Muslim keinem Zweifel unterliegen; die Existenz der Dschinn ist in mehreren Suren des Korans einwandfrei bezeugt. Weshalb ein preisgekrönter pakistanischer Wissenschaftler, der Nuklear-Ingenieur Sultan Bashiruddin Mahmood, vor Jahren ein Projekt zur Lösung der Energiekrise auf islamischer Grundlage entwarf: Mahmood wollte Allahs rauchlose Feuergeburten als regenerative, noch dazu umweltverträgliche Wärmequelle erschließen.

Milde Scharia

Über Nigeria war zu erfahren, dass dort lediglich eine „milde Scharia“ eingeführt wurde. Sie gelte nur für Muslime, aber nicht für Christen: „Dagegen sind Taxen und Motorräder der Christen weiterhin für beide Geschlechter offen; sie müssen allerdings durch Aufkleber als ‚christlich‘ ausgewiesen werden. Gusaus christliche Taximotorräder-Vereinigung trifft sich sonntags abends vor der katholischen Fatima-Kirche zur Lagebesprechung. Ihr Vorsitzender, Ade Ademola, berichtet, bislang funktioniere der nach Religion getrennte Personentransport.

Ein Glanzstück jedoch war eine längere Titelstory unter dem Titel „Die unverschleierte Würde des Westens“, die das Jahr 2001 abschloss: „Nach den dramatischen Ereignissen vom 11. September, nach den Einblicken in die archaische Brutalität der Taliban-Diktatur, nach den wiederholten Selbstmordattentaten junger Palästinenser in Israel kann es sich der Westen immer weniger leisten, bloß mit staunender Ratlosigkeit auf dieses makabre Gottesgnadentum des Orients zu blicken. Der militante Islamismus taugt schlecht zum Objekt multikultureller Toleranz – er will nicht zuletzt eben diese Toleranz und die Gesellschaftsform, die sie als Norm anerkennt, auslöschen.

Unsere Art zu leben hat sich – doch geändert!

Und ganz unverblümt schrieb der damals: “Keine Frage: Gegen den militanten Islamismus muss sich der Westen, müssen sich Europäer und Amerikaner gemeinsam wehren – gewiss mit Waffen, vor allem aber auch mit einer Politik, die an ihre eigenen, anderen Werte glaubt und nur dann glaubwürdig sein kann. Im Westen schlug man sich immer wieder masochistisch an die eigene Brust: Was haben wir bloß falsch gemacht? Ist der Terrorismus nicht doch eine Gottesstrafe für unseren obszönen Wohlstand, für das andauernde Elend der Dritten Welt, für die ‚Demütigung‘ der arabischen Kultur seit dem Untergang des Osmanischen Reichs?

Der New Yorker Korrespondent des “Spiegel” erteilte dem Terrorismus eine klare Absage. Leider jedoch hat sich seine entschiedene Stellungnahme nicht bewahrheitet: „Wir werden unsere Art zu leben nicht ändern. Und erst recht nicht, wenn uns ein paar mittelalterliche Fundamentalisten, die ihre Frauen verschleiern und zu Hause einsperren, dazu zwingen wollen.“ Dass es anders kam, lag auch – und liegt weiterhin – an Medien wie dem “Spiegel”.

6 Kommentare

  1. Ich gebe ja zu, dass das Thema Israel hochkomplex ist, doch als „kultivierter Mittel-Europäer sollte vor der Endstufe HASS , alle Zivilisatorischen Mittel wie – VERNUNFT – LOGIK – HISTORISCHE und aktuelle FAKTEN- ausgeschöpft werden.

    Es gibt mehrere Zugänge zur Beurteilung [nicht Lösung], einen Lokalpolitisch individuellen, einen Geopolitischen, sowie letztlich einen Religiösen.
    Der Politische Islam kommt als Theokratisch Globales Krebsgeschwür daher, dass seine Metastasen rein Demografisch besonders in Europa streut.

    No Boarder – No Nation, Wokeness , Vielfalt und der Linke Fetisch der Klassenlosigkeit sind die Züge, mit

  2. Kann es nicht mehr hören und sehen wollen.
    Allerdings Tag für Tag wird es wiederholt Wirklichkeit,
    Wirklichkeit in den Straßen, auf den Plätzen, in den Parks,
    in Schulen, in Kindergärten, bei der ARGE, bei der Polizei,
    in den „Schmusekurs-Staatsanwaltschaften, Richtern
    bei den Gerichten“, wo u.a. die zahlreichen Gruppenvergewaltigungen,
    Morde durch Messer-, Macheten- und Axtchirurgen verhandelt
    werden.

    Hiesige und EU-Politik machen die „3 Affen“, „Nichts sehen, Nichts hören, Nichts wissen wollen !

    Habe irgendwo im Netz folgendes gelesen:
    „Als Deutscher hast Du bei dem „System“ die Arschkarte gezogen“.
    Traurig, aber wahr und es wird noch viel ärger kommen.
    Den Rest erledigt die Demographie !
    Wie lange wird es noch dauern, bis die „Islamische Republik Deutschland“ mit Kalifat und Scharia möglich und ausgerufen wird, wo wir Einheimische uns einem weiteren System zu unterwerfen haben und die politisch gewollte Minderheit sind???

    1. „Die links-islamistische Allianz ist da“ – Noam Petri im Gespräch

      Der islamistische Mob und das linksradikale Milieu finden immer stärker zueinander – insbesondere in ihrem Hass auf Israel. Dahinter verbirgt sich nur ein Hass auf den Westen insgesamt, sagt Noam Petri, der ehemalige Vize-Präsident der Jüdischen Studentenunion im Gespräch mit Max Mannhart.

  3. Der Bürgermeister von Berlin Kai Wegner (CDU) ebnet den Weg für Antisemiten in Berlin
    Kai Wegner ist ein ideales Beispiel für einen zweck-antisemitischen Opportunisten. Er posaunt keine judenfeindlichen Parolen, er greift Juden nicht an, er verbreitet keine Verschwörungstheorien – und doch ist er für die Juden seiner Stadt gefährlicher als jeder Linksparteifunktionär.

    Das jüngste Beispiel für Wegners judenfeindliche Politik: Die Stadt Berlin veranstaltete und förderte vergangenes Wochenende ein islamistisches Familienfest, auf dem zur Auslöschung Israels aufgerufen wurde. Kinder konnten in einer „Kreativ-Ecke“ Palästina-Fahnen ausmalen. Muslimische Männer beschwerten sich auf der Bühne, sie würden als Extremisten dargestellt. Ein Mädchen behauptete, Muslime würden in Deutschland „aussortiert und massakriert“.
    https://www.nius.de/kommentar/news/kai-wegner-ebnet-den-weg-fuer-antisemiten-in-berlin/24101a0b-29c8-423c-86fe-54e1b2b28bc3

  4. Die in diesem Lande bereits seit Jahrzehnten kultivierte Islamophilie ist für mich leider nicht rational nachvollziehbar. Was hat uns der Islam in den vergangenen 1000 Jahren gebracht ? Diese Frage stellte sich auch Papst Benedikt XVI. anlässlich seiner in der Universität Regensburg gehaltenen (Skandal)Rede vom 12. September 2006. Und hatte er damit nicht auch Recht und wurde er danach von der Größten Spalterin aller Zeiten nicht auch mit dummdreisten Kommentaren quasi gemaßregelt ? Hat Thilo Sarrazin den Islam nicht treffend in seinem Buch „Feindliche Übernahme“ als rückständig und den Fortschritt behindernd beschrieben ? Nebenbei bemerkt, haben sowohl Araber als auch Juden denselben Ursprung in den Wüsten der arabischen Halbinsel und auch den denselben Stammvater, Sem, sind demzufolge eigentlich beides „Semiten“. Aber irgendwo müssen die Araber einmal falsch abgebogen sein. Man vergleiche dazu nur einmal die Anzahl an arabische oder auch muslimische Wissenschaftler verliehenen Nobelpreise mit den an Juden vergebene Auszeichnungen.

  5. Trotz Trumps Forderung an Israel zur Einstellung der Bombardierungen: IDF setzt Angriffe fort
    Dutzende Menschen wurden am Samstag bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen getötet, obwohl US-Präsident Trump Israel dazu aufgefordert hatte, die Bombardierungen einzustellen. Innenpolitisch steht Netanjahu unter immer größerem Druck seitens der Familien der Geiseln, den Krieg zu beenden.

    https://rtde.press/der-nahe-osten/257945-trotz-trumps-fordrung-an-israel/

    Wann wird Trump endlich harte Sanktionen gegen die menschenverachtende rechtsextreme Regierung von Ministerpräsident Netanjahu verhängen ???