Getrennte Inzidenzen Ungeimpfter und Geimpfter: Eine Mogelpackung?

PCR-Mania im Labor (Foto:Imago)

Seit Anfang November werden nun schon vom Robert-Koch-Institut (RKI) Inzidenzen veröffentlicht, die zwischen Geimpften und Ungeimpften unterscheiden. Diese Differenzierung soll vermeintliche Klarheit schaffen. Aus meiner Sicht sie ist jedoch nicht berechenbar, irreführend und setzt einen falschen Fokus auf das Infektionsgeschehen. Warum?

Die „Inzidenz“ bildet die Anzahl von Neuerkrankungen (gemeint sind hier weiterhin nur durch „positiven PCR-Test” bestätigte Fälle) innerhalb einer Personengruppe und eines bestimmten Zeitraums ab. Bis vor kurzem wurde hierbei stets die 7-Tages-Inzidenz unter 100.000 Einwohnern angegeben. So weit, so verständlich. Um nun allerdings die Inzidenz in einer bestimmten BevölkerungsUNTERgruppe zu kennen, benötigt man eine tiefere Datenbasis. Will man zum Beispiel konkret die Inzidenz der Geimpften berechnen, müsste man einerseits für jede positiv PCR-getestete Person den Impfstatus und andererseits den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung kennen. Hier aber beginnt schon das Problem.

Eine flächendeckende Abfrage des Impfstatus bei positiven Tests durch die Gesundheitsämter bei Ärzten oder Laboren scheint nach wie vor nicht zu erfolgen. Selbst wenn dies der Fall wäre, wäre immer noch die Impfquote der Gesamtbevölkerung (z.B. infolge statistischer Untererfassung) unbekannt – wie vom RKI selbst eingestanden. Mangels hinreichender Datenerfassung lässt sich eine Inzidenz unter Geimpften und Ungeimpften daher gar nicht zuverlässig berechnen.

Zwei unterschiedliche Testregimes

Doch selbst wenn es eine seriöse und wissenschaftlich belastbare Datenerfassung gäbe, wären beide Inzidenzen nur dann vergleichbar, wenn ihnen auch dasselbe Testregime zugrunde läge. Davon jedoch kann überhaupt keine Rede sein. Geimpfte wurden – zumindest bislang – weitaus weniger verpflichtend getestet als Ungeimpfte, vor allem, weil der Test für letztere zwingende Zutrittsvoraussetzungen im Rahmen der 3G-Bestimmungen war. Sogar der Umstand, dass Ungeimpfte für diese Tests selbst aufkommen mussten, wirkte der sich daraus ergebenden Schieflage nicht entgegen, dass die die einen überwiegend freiwillig und die anderen überwiegend gezwungenermaßen getestet wurden.

Es handelt sich bei den separaten Inzidenzangaben somit um einen irreführenden Vergleich, der aus meiner Sicht den realen derzeitigen Zustand verschleiern soll, dass zahlenmäßig mehr Geimpfte erkranken und versterben (siehe hier). Dies wird erreicht indem – ganz im Sinne der Impfkampagne – der Betrachtungsschwerpunkt vor allem auf ungeimpfte Menschen gelegt wird und diese zum Problem gemacht werden. So soll vom Versagen der Politik abgelenkt der Mehrheit der Bürger ein Schuldiger am Schlamassel präsentiert werden.

Man kann die – leider immer noch in sehr schlechter Qualität erfassten Daten – aber auch ganz anders aufbereiten. Dies habe ich versucht. Ich lege hierbei den Fokus auf die Erkenntnis, dass Covid-19 in seinen Auswirkungen stark altersabhängig ist, und stelle die Frage, ob durch das bisherige Pandemiemanagement denn wenigstens ein Schutz der besonders vulnerablen und anfälligen Alten erkennbar ist. Vergleicht man hierzu die Daten des RKI über die Covid-Fälle eines Zeitraums von etwas über vier Wochen zwischen Ende September und Anfang November aus 2021 mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 2020, so ist insgesamt ein Anstieg aller wesentlichen Parameter festzustellen: bei den sogenannten Fallzahlen, den Hospitalisationen und den Todesfällen („an und mit“ Covid verstorben, wohlgemerkt!).

Für den genannten Zeitraum ergibt sich bei den Hospitalisierungen folgende Gegenüberstellung:

Eigene Grafik (Datenbasis:RKI)

Der größte Anstieg bei Hospitalisierungen ist für Personen über 60 ersichtlich – und der Anteil hospitalisierter Covid-Fälle in dieser Gruppe im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

Bei den Verstorbenen sieht der Vergleich zwischen 2020 und 2021 so aus:

Eigene Grafik auf Datengrundlage RKI

Hingegen ist der Anteil über 60-jähriger an allen an Covid-Verstorbenen (jeweils „an und mit„) geringfügig gesunken. Der Grund ist, dass die Covid-Todeszahlen in der Altersgruppe der unter 60-jährigen etwa vervierfacht haben, während sie sich bei Personen über 60 Jahren im angeschauten Zeitraum nur verdoppelten.

Eigene Grafik auf Datengrundlage RKI

Dennoch sind weiterhin etwa 90 Prozent aller Todesfälle in der Altersgruppe 60+ zu verzeichnen – und das trotz einer Impfquote von geschätzt über 85 Prozent (!) in dieser Altersklasse.

So sind wir nun im zweiten Corona-Herbst wieder bei den Erkenntnissen von 2020 angelangt: Am meisten gefährdet waren, sind und bleiben ältere Personen, von denen viele oftmals mit zusätzlichen Risikofaktoren (Vorerkrankungen) belastet sind  Bei Menschen unter 60 Jahren ist das Risiko einer Hospitalisation hingegen nicht wesentlich höher als im Vorjahr, so dass aus dieser Altersgruppe auch keine größere Covid-bedingte Bettenbelastung als im Vorjahr zu erwarten ist.

Eigene Grafik auf Datengrundlage RKI

Kinder spielen nach wie vor bei der vorhandenen Datenbasis keine nennenswerte Rolle, sie erkranken äußerst selten schwer und stellen keinen Faktor für eine Überlastung des Gesundheitssystems dar.

So bleibt festzuhalten, dass das Gesundheitssystem vor allem politische Entscheidungen bedroht ist, die zu einem beispiellosen Bettenabbau im Intensivbereich inmitten der sogenannten Pandemie führten, ohne dass die Verantwortlichen dieser sich früh abzeichnenden Entwicklung rechtzeitig entgegenwirkt und auf zunehmendem Personalmangel sowie unattraktive Arbeitsbedingungen angemessen reagiert hätten:

Quelle:Intensivregister

Dies unterbleibt bis heute, stattdessen gerät der Pflegesektor durch die Diskussionen über eine berufsgruppenbezogene Impfpflicht weiter unter Druck, weil Kündigungen und damit weitere Versorgungsengpässe drohen. Hier, beim politischen Versagen in der Klinikversorgung und Intensivpflege, hätte längst angesetzt werden müssen. Diskussionen um eine Impfpflicht sind daher sofort zu beenden, um nicht noch mehr Schaden anzurichten, als es das desolate Pandemiemanagement ohnehin schon getan hat.

9 KOMMENTARE

  1. Die „Inzidenzen“ samt der zugrunde liegenden Tests sind totaler Kokelores, was jedem mit mehr als einer Hirnzelle Restverstand klar sein muß.
    Da draußen ist nichts, was nicht seit Hunderttausenden von Jahren um uns herum ist. Corona Viren stehen in medizinischen Enzyklopädien von 1989 bereits als „Common Cold“, also gemeine Erkältung.
    Das ist permanent um uns herum, im Winter mehr, als im Sommer. Der Drostensche Zufallsgenerator, der nichts anderes verursacht, als den Opfern dieser nasalen Vergewaltigung die hinteren Nasen-/Rachenbereiche zu schädigen, muß also regelmäßig bimmeln, weil Bruchstücke einer Corona-Viren-DNA selbstverständlich zu finden sind. Ist einfach normal!
    Weiters variieren diese Viren natürlich, der „Test“ zeigt aber nur das Vorhandensein eines prägnanten Bruchstückes, das für diese Gattung typisch ist an, sicher aber keinerlei Varianten oder sowas. Also auch das Lüge.
    Mit diesem Lügentest als Grundlage und den Phantasieparametern, wie „Inzidenzen“, ist die Diktion der Pandemie also endlos fortsetzbar, ohne daß dazu irgendetwas bemerkenswertes um uns herum wäre, außer natürlich entarteter Politschranzen samt psychotischer Sektierer, der Zeugen Coronas.
    Sonst nix.
    Kann man jetzt als Endlosband laufen lassen, Kokelores Test mit Kokelores Parametern und Kokelores Medienstory ergeben immer alles, was man will, weil es immer vorhanden ist.
    Selbst „Inzidenz“ 5000 ist also völliger Blödsinn. Das ist nichts, auch nichts großartig auszuwerten, weil es nichts bringt, Nonsens auszuwerten.
    Ebenso eine Lüge ist der Sumpfsuppenstatus, weil man krampfhaft verlogene Kriterien nutzt, um zu behaupten, es lägen Ungesumpfte im KH, während es fast ausschließlich welche sind, die gespritzt sind.
    Auch hier: Statistik Blödsinn, es gibt keine Ungesumpften Todkranken nach Wieler Definition, weil ja die Definition des Impfstatus bemüht wird, nachdem es im Atemwegskrankheitsfall eh keine Gesumpften gibt!
    Egal ob sie die Spritze hatten, oder nicht.
    Nun, es gibt nur eine Möglichkeit: Aufhören zu gehorchen, auf deren Gesabbel gar nicht mehr eingehen. Es gibt nichts zu „bemaßnahmen“.

  2. Vielleicht wählt die Generation 60+ einfach zu viel AfD, da kann man ja schon mal mit der Spritze nachhelfen…

    • Wenn Du es so sagst…
      Natürlich will man nachhelfen, aber nicht nur für die Generation Ü60, zu der ich sogar gehöre. Es fallen ja mittlerweile sogar mehr Junge um.
      Aber sicher: Die, die gefestigt sind und deshalb auch die einzige Partei wählen, die keine Extremisten hat und sich wenigstens um Freiheitsrechte kümmert, die will man natürlich ausschalten.
      Ich verstehe aber viele genau dieser Leute auch nicht, die immer wieder beteuern, es sei nicht so, wenn die Schranzen was von AfD = Impfgegner und Coronaleugner.
      Was soll das? Muß ich dem Feind was beteuern? Für mich: Ich mache keinerlei Hehl daraus, daß ich den Corona-Hoax nicht glaube und mittlerweile scharfer Impfgegner bin. Ich muß mich beim Feind nicht rechtfertigen, sondern eher mein Profil gegen ihn klar ersichtlich schärfen.

  3. Das mit den Intensivbetten grenzt an Subventionsbetrug. Faktisch stehen heute weniger Intensivbetten zur Verfügung, als vor der Pandemie. Obwohl für neue Betten 50.000 Euro das Stück an die Krankenhäuser gezahlt wurden. In Summe mind. 625 Mio. Euro, also 12.500 Betten.

    Zu dem vielzitierten Personalmangel wären seitens öffentlicher Stellen mal belastbare Zahlen wünschenswert, nicht nur Gerede. Am 11.05.2021 frohlockte die Tagesschau noch:
    „18.500 Pflegekräfte mehr als vor Corona“. Und der Trend würde sich fortstetzen.
    Im Sommer alle geflüchtet?

    Für die KH sieht das vor Corona so aus:

    Anzahl Krankenhäuser
    2010 = 2.064
    2019 = 1.914
    -7,3%

    Vollkräfte
    2010 = 833.624
    2019 = 951.254
    +14,1%

    Also, wo fehlt -bei jetzt deutlich geringeren Fallzahlen als 2019- Personal? Wo sind die Intensivbetten geblieben? Oder sind das nur Druckmittel, um (noch) mehr Barmittel zu erhalten?

  4. Sorry Frau Mertesaker aber da das RKI laut eigener Aussage nicht einmal weis, wie viele tatsächlich geimpft sind, können die so auch nicht wissen, welcher Infizierte geimpft und welcher ungeimpft ist.
    Aber ein Fakt aus den Intensivstationen und meine Quelle arbeitet seit Jahrzehnten dort, ist bereits mehrfach bestätigt und zwar, dass die Patienten auf Antigene getestet werden und wenn deren Zahl zu niedrig ausfällt, werden sie einfach umettiketiert auf ungeimpft, egal ob die 2,3 oder 4 Stiche erhalten haben.

    So kommt es dann dazu, dass z.b auf der Intensiv eines großen LKH´s südlich von Wien 18 Personen liegen, alle vollständig geimpft sind aber ans Ministerium 12 Geimpfte und 6 Ungeimpfte gemeldet werden.

    p.s.: einer so nebenbei, weil ich es gestern wieder einmal für mich ausgerechnet habe:
    Mein Risiko an Covid19 zu sterben, liegt in meiner Altersgruppe 55-60 bei 0,03 % !
    Ich habe also 99,97% Chance eine Covid Erkrankung zu meistern.
    Im Gegensatz dazu, liegt mein Risiko die Impfung betreffend um das fast 200 fache höher.
    Alles aus den offiziellen Zahlen berechnet und deshalb „so what ?“. Deshalb soll ich mich impfen lassen? lol…never !

  5. Nicht ganz eine Mogelpackung. Man muss die Ungeimpften ebenfalls schützen, man muss sie vorhalten. Den die Geimpften erkranken nicht nur genauso, sondern haben schwere und immer mehr tödliche Verläufe. Nun sollen alle geboostert werden, was die schweren Fälle, die schweren Nebenwirkungen und die Todesfälle steigen lässt. Wer in aller Welt soll dann Steuern zahlen, Beiträge in die Sozialkassen? Da braucht man die Ungeimpften wieder. Also wegsperren, damit sie nicht unnötig der Ansteckung durch Geimpfte zum Opfer fallen. Nicht nur Ironie, auch ein Körnchen Warhrheit darin.

  6. Um irgendwelche Inzidenzen zu errechnen – hatten die auch gar keine Zahlen.
    In der Zeit wo das testen kostenpflichtig war – ging doch gar keiner hin – wenn irgendwie zu vermeiden war.

    In meinem Ort habe ich in der Zeit die Apotheken im augenschein – gehnende Leere zu Testzeiten !!!!

    Und welcher geimpfter geht freiwillig zum testen?? Notfalls sogar in Quarantäne zu müssen.
    So blöd sind diese auch nicht.

    Wie schon B.Gates sagte : IMPFEN , IMPFEN sonst kommt ihr aus meiner PANDEMIE nicht raus.

  7. Naja … jetzt kommt es darauf an, wie man „ungeimpft“ definiert. Wenn es entsprechend dieser komischen Verordnung geht, dann ist ja alles ungeimpft. Es sind die, die nur eine Dosis erhalten haben, die alle Dosen erhalten haben und Symptome entwickelt haben bzw. noch keine zwei Wochen nach zweiter Impfung, dann die, die keine Auffrischung sich mehr abgeholt haben und natürlich die die wirklich keine Impfung abgeholt haben. Kurz gesagt, alle sind ungeimpft laut dieser Verordnung. Also kann man gleich alles beim Alten lassen. Oder man unterteilt in einmal geimpft, zwei mal geimpft, drei mal geimpft und gar nicht geimpft und genesen. Das wäre etwas ehrlicher.

Comments are closed.