
Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Biogas eine erfolgreiche und günstige Methode sei, den CO2-Ausstoß zu minimieren. Dabei wird unterstellt, dass der CO2-Ausstoß bei Biogas gleich null ist. Aber ist es das? Zunächst muss deutlich ausgesprochen werden: Biogas hat gegenüber „russischem Gas“ beim Verbrennen keinerlei unmittelbaren physikalischen Vorteil. In beiden Fällen wird Methan verbrannt. In beiden Fällen entsteht nahezu die gleiche Menge CO2 pro Kilowattstunde. Es wird kein Gramm CO2 weniger aus dem Schornstein freigesetzt. Biogas ersetzt lediglich die Menge fossilen Gases, die andernfalls verbrannt worden wäre.
Der behauptete Vorteil entsteht ausschließlich durch eine bilanzielle Betrachtung des Kohlenstoffkreislaufs. Pflanzen nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf, daraus entsteht Biomasse, daraus Biogas, und bei der Verbrennung wird das CO2 wieder freigesetzt. Theoretisch ein Kreislauf. Praktisch jedoch entstehen entlang der gesamten Kette zusätzliche Emissionen: Diesel für Aussaat und Ernte, energieintensive Düngemittelproduktion, Lachgasemissionen aus Böden, Transport zur Anlage, Aufbereitung des Gases und mögliche Methanverluste. Institutionen wie das Umweltbundesamt oder das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, auch bekannt als “Weltklimarat”) kommen zwar zu dem Ergebnis, dass Biogas im Durchschnitt günstiger abschneidet als fossiles Erdgas – aber die Differenz ist häufig moderat, nicht fundamental. Von „Null-Emissionen“ kann jedenfalls keine Rede sein. Zudem beruhen diese Berechnungen auf Annahmen: Wie hoch sind die Methanverluste? Wie intensiv wird gedüngt? Welche Erträge werden unterstellt? Bereits kleine Veränderungen dieser Parameter können die Bilanz deutlich verschieben. Es ist daher legitim zu fragen, ob ein Kritiker mit anderen – ebenfalls vertretbaren – Annahmen zu weniger günstigen Ergebnissen gelangen würde.
In vielen Fällen nicht wettbewerbsfähig
Die Überlegenheit von Biogas ist also kein naturgesetzlicher Befund, sondern das Ergebnis eines Modellrahmens. Entscheidend wird die Diskussion jedoch bei den Kosten. Und hier fällt die Bilanz deutlich härter aus. Biomethan ist häufig erheblich teurer als fossiles Erdgas. Je nach Marktphase und Produktionsart kann der Preis im Extremfall bis zum Dreifachen dessen betragen, was fossiles Pipelinegas kostete. Wenn man – wie es Befürworter gerne mit günstigen Annahmen tun – den unteren Bereich der Preisspanne nennt, wirkt der Unterschied moderat. Betrachtet man jedoch den oberen Bereich, also das bis zu Dreifache, wird die wirtschaftliche Belastung deutlich sichtbar. Dass sich Biogas dennoch ausbreiten konnte, lag maßgeblich an politischen Fördermechanismen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Ohne garantierte Einspeisevergütungen und regulatorische Unterstützung wäre es in vielen Fällen nicht wettbewerbsfähig gewesen. Die Mehrkosten verschwinden nicht – sie werden verlagert: auf Verbraucher, Unternehmen oder Steuerzahler.
Damit stellt sich die zentrale Frage: Ist eine moderate, modellabhängige CO2-Reduktion eine Verdreifachung der Kosten wert? In einer wettbewerbsorientierten Volkswirtschaft sind Energiepreise ein Standortfaktor. Dauerhaft höhere Energiekosten schwächen Industrie, Investitionen und Kaufkraft. Eine Energiepolitik, die diese ökonomische Dimension ausblendet, riskiert strukturelle Nachteile. Zusammenfassend lässt sich also sagen: Biogas ist weder emissionsfrei noch physikalisch überlegen. Sein Vorteil ergibt sich aus bilanziellen Annahmen mit begrenztem Abstand zu fossilem Erdgas. Gleichzeitig kann es – im ungünstigen Fall – bis zu dreimal so teuer sein wie das fossile Vergleichsprodukt. Wer die ökologische Differenz betont, sollte daher ebenso offen die ökonomischen Nachteile benennen. Nur dann entsteht eine ehrliche und vollständige Debatte.
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5 Kommentare
Corona-Fonds der EU: In Italien versickerten 150 Milliarden Euro spurlos
https://nius.de/ausland/news/corona-fonds-eu-italien-versickerten-150-milliarden-euro
Erinnert irgendwie auch ein wenig an Griechenland. Griechenland bekam über viele Jahre viele EU-Fördergelder, es wurden viele Milliarden aus der EU nach Griechenland seit dem EU-Beitritt 1981 gepumpt.
Die Schulden stiegen immer weiter. Bis dann ca. 2010 das böse Erwachen kam.
Und dann fragten sich alle: Wo ist das ganze Geld hin, welches nach Griechenland gepumpt wurde? Warum ist Griechenland fast pleite und warum hat Griechenland extrem hohe Schulden ?
ABer die westlichen (Pseudo-)Demokraten mit den Steuergeldern auch nicht besser umgehen können als die Sozialisten.
Schaut mal auf die Staatsschulden in Japan, wo nach dem Zweiten Weltkrieg nie Sozialisten an der Macht waren. DIe Japaner sind noch viel extremer verschuldet als die DDR.
DIe USA haben auch eine gigantische Staatsschuldenquote und die US-Republikaner haben diese hohe Staatsschuldenquote in den USA mitzuverantworten.
Dieses gigantische Schuldeberg in Griechenland haben nicht die Sozialisten angehäuft. Es waren auch nicht die Sozialisten, die Griechenland heruntergewirtschaftet haben. Nein! Es waren die Schwesterparteien von der CDU/CSU (Nea Dimokratia) und SPD (PASOK)!
Nach der Militärdiktatur waren diese zwei Parteien in Griechenland abwechselnd an der Macht und hatten systematisch durch Misswirtschaft, Korruption und Steuergeldverschwendung das Land in den Schuldensumpf geführt.
heruntergerwirtschaftet.https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Regierungschefs_von_Griechenland
Ich habe immer noch diese Hetze von 2015 in den Ohren, als in Griechenland zum ersten Mal die demokratisch sozialistische SYRIZA an die Regierung in Griechenland kam. Es wurde prophezeiht, dass es der endgültige Untergang von Griechenland sein würde. In Deutschland wurde in den Foren viele dreiste Lüge verbreitet, dass die Sozailisten Griechenland heruntergewirtschaftet hatten. Die deutschen Medien betrieben auch beisspiellose Hetze gegen diese Partei. DOch nach 4 Jahren 2015-2019 ist Griechenland nicht untergegangen. Griechenland entwickelte sich unter SYRIZA auch wirtschaftlich gut.
DIe SYRIZA-Partei hat im STaatsapparat ordentlich aufgeräumt im Gegensatz zu den Schwesterparteien von der CDU/CSU (Nea Dimokratia) und SPD (PASOK) und hat Griechenland wirtschaftlich auf den Erfolgskurs gebracht!
Diese Hetze wurde damals mit Absicht betrieben um unter anderem auch zu verschleiern, dass es die Schwesterparteien von der CDU/CSU (Nea Dimokratia) und SPD (sozialdemokratische Partei namens PASOK) waren, die Griechenland in den wirtschaftlichen und finanziellen Abgrund seit dem Ende der Militärdiktatur geführt haben, und nicht die Kommunisten oder die Sozialisten!
Ich will den Sozialismus hier keinesfalls verteidigen! Stalin war ein Massenmörder, keine Frage. Aber es gibt auch demokratische Sozialisten (siehe z.B. Frankreich (Hollande), Amtsvorgänger von Macron).
AUch Venezuela ist so ein Beispiel, an dem sich viele West-Kapitalisten gerne abarbeiten. Ja Venezuela leidet unter einer schweren Krise, wo Sozialisten an der Macht sind. Verschwiegen wird aber immer, dass es vor der MAchtergreifung der Sozialisten in Venezuela den Menschen nicht besser ging. Venezuela war auch vorher ein sehr armes Land. Die UNO hat sogar offiziell durch eigene Berechnungen bestätigt, dass die Zahl der armen Menschen mit extrem niedrigen Einkommen in Venezuela unter den Sozialisten sogar um über 15 Prozentpunkte gesunken ist (seit 1999 bis heute).
Völlig ignoriert wird bei der Biogaserzeugung die Tatsache, dass im hohen Maße hochwertige Nahrungsmittel vernichtet werden.
Subjektiv – Vergleich Biogas zu dem Wunder Wasserstoff und bei Erdgas das Thema LNG-Gesamtbilanz berücksichtigen. Jedem hier ist bekannt, es geht bei diesen Gesamtthemenkomplex nur um Ideologie. Biogas … Holz ist da doch fast ein wenig vergleichbar. Mehr will ich nicht schreiben, da es eine unendliche Geschichte würde und den Gesamtrahmen sprengt.
ohne CO2 gibt es auch kein Biogas oder?
Volliodiotenakademikerblöddiskussion
„Dabei wird unterstellt, dass der CO2-Ausstoß bei Biogas gleich null ist. Aber ist es das?“
Das ist schnurz!
CO2 ist vorbei!
Bzw. war nie schuldig.
Biogas kann man zumindest autark herstellen.