Mittwoch, 24. Juli 2024
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Gresham’s Law – ein zeitloses Gesetz

Gresham’s Law – ein zeitloses Gesetz

Ökonomische ähneln ökologischen Verdrängungskämpfen (Symbolbild:Pixabay)

Die folgende kleine Glosse ist bereits einige Jahre alt; das tut aber ihrer Aussage keinen Abbruch. Sie holt etwas Vergangenheit in unseren derzeit tristen Alltag. Vielleicht lacht sogar einer? Greshams Gesetz wurde zuerst bei der Analyse von Geldgeschäften erkannt und formuliert. Vereinfach besagt es dies: Wenn ein Staat zwei Sorten Zahlungsmittel in Umlauf bringt, wovon eines offensichtlich weniger werthaltig ist als das andere, so wird das minderwertige Geld das Höherwertige aus dem allgemein zugänglichen Kreislauf verdrängen. Sind zum Beispiel Silbermünzen und Banknoten zum gleichen Nennwert im Umlauf, so werden die offensichtlich werthaltigen Edelmetallmünzen gehortet und verschwinden in den Tresoren. Die minderwertigen Banknoten dagegen gelangen als alleiniges Zahlungsmittel in den Zahlungskreislauf. Dieser Prozess der Verdrängung ist einleuchtend und läuft offenkundig so ab. Immer und überall.

Dieses Gesetz kann ohne weiteres auch auf die Politik angewandt werden. Im Wettstreit der Politiker kommt man rasch zu einem Punkt, an dem die Souveränität über die eigene Person aufgegeben werden muss. Ab einem bestimmten Grad werden Menschen mit einem soliden Anspruch auf Selbstachtung, Würde und Anstand den Wettbewerb verlassen und das Feld den in Bezug auf diese Kriterien weniger anspruchsvollen Aspiranten räumen. Die Klügeren geben nach und ermöglichen so die Herrschaft der Dummen. Ein klassisches Sammelbecken für solche Leute – leider nicht das einzige – stellt das Europaparlament dar: Hier sehen wir hunderte von Personen, die über Jahrzehnte hinweg einem abstoßenden Prozess des Weglobens, Hochhangelns und Wegbeißens unterworfen wurden, gleichzeitig aber dem Wahn des Auserwähltseins und Elitären verfallen sind, worin sie, durch vollkommen überzogene finanzielle Zuwendungen, auch noch zusätzlich bestärkt werden. Die Medien tun das Ihrige hinzu, um diese Leute in ihre realitätsferne Blase zu sperren. Ein weiteres, immer wiederkehrendes Beispiel sind auch die Wahlkämpfe in den USA, Deutschland und anderen “Demokratien“.

Analogien zu Dr. Faust

Man denkt hier daran, was Goethe seinen Dr. Faustus sagen lässt, als er die Herstellung des Sublimats aus Quecksilberoxid und Salzsäure beschreibt, also die Reaktion sowie die anschließende Destillation und Sublimation in den damaligen Retorten der alchimistischen Zunftmeister: “Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier, mit einer weißen Lilie vermählt. Und beide dann bei offnem Flammenfeuer, von einem Brautgemach ins andere gequält.” Um bei der chemischen Variante dieser Parabel zu bleiben: Martin Schulz ist ein klassisches, schulmäßiges Beispiel dieser Spezies. Einst ein roter Leu, wurde er so wie das rote Quecksilberoxid mit der weißen Lilie, mit der Salzsäure des Geldes vermählt.  Er ist das von Goethe beschriebene Sublimat: Hübsch anzusehende, hochtoxische weiße Kristalle, die nach Ingestion – sprich: nach den Wahlen – Siechtum und frühen Tod für altersarme Rentner bedeuten (in diesem Fall durch die von der SPD geschaffene Agenda 2000). In den 1960 Jahren wurde die in der japanischen Minamata-Bucht grassierende Itai-Itai-Krankheit (wörtlich übersetzt: “Aua-Aua-Krankheit”), auf Quecksilbervergiftungen zurückgeführt;  und analog dazu werden die SPD-Wähler nach der Wahl ihren Schmerz ebenfalls zum Ausdruck bringen müssen. Übrigens: Wer der Chemie kundig ist, weiß auch, dass sich das Sublimat bei thermischer Belastung davonstiehlt. So wie der spezialdemokratische Hoffnungsträger.

Nichts anderes als Gresham’s Law hat Politiker wie Bush, Reagan, Nixon, Blair, Berlusconi, Pofalla, Roland Koch oder Clinton hervorgebracht, um nur einige zu nennen. Nichterwähnte sollten sich an dieser Stelle keinesfalls als exkulpiert fühlen. Ein vorläufiger Kulminationspunkt ist Trump; wobei die Aversion gegen ihn ein purer Neidkomplex ist, rein emotional begründet und ohne sachlich fassbaren Hintergrund. Er ist das gleiche Produkt des Systems wie alle anderen auch. Er hat lediglich die bereits etablierten Gestalten unerwarteterweise mit ihren eigenen Waffen, – nämlich Lug und Trug – düpiert und geschlagen. Man hatte seiner unglaublichen Impertinenz nichts Gleichwertiges mehr entgegenzusetzen. Aber das wird nicht so bleiben. Die Medienindustrie wird für künftige Kämpfe in Schubladen greifen, die noch weit unter der vielzitierten untersten liegen werden. Auch ein Trump wird seinen Meister finden.

Am Labyrinth der Macht gegraben

Wie immer bietet die Natur auch hier einen Beweis für die universelle Gültigkeit von Gesetzen an. Man muss es nur sehen und begreifen können. Füchse sind relativ zierlich gebaute Tiere. Dachse dagegen sind kräftige Burschen mit stabilen muskelbepackten Knochen. Ein kräftiger Dachs kann bis zu 15 Kilogramm wiegen, während Füchse selten über 7 Kilogramm hinauskommen. Jäger, die schon Dachse gejagt haben, wissen, dass diese unerschrockene Kämpfer sind. Einen wirklichen Kampf der beiden würde der Fuchs nicht ungerupft überstehen. Füchse gehören zur Familie der Hunde. Dachse sind eine Spezies der Marder. Der Dachs, als geborener Gräber, legt Baue an, die häufig mit Füchsen geteilt werden. Diese ziehen dort dreist einfach als Untermieter ein. Nicht selten gelingt es ihnen dann später durch ihre olfaktorische Impertinenz, den Dachs zu vertreiben. Das ist ebenfalls Gresham’s Law in der Natur – womit die weitreichende Gültigkeit des Gesetzes hinreichend untermauert wäre. Zur Erläuterung dazu noch ein Halbstarken-Schmäh von 1966, aus der gute alten Zeit: „He, Du! Du scheinst ein Fuchs zu sein. Zwar nicht so schlau, aber Du riechst so.

War der vormalige Plakatekleber aus der Pfalz nicht auch ein kräftiger Dachs? Zeit seines Lebens hatte er an seinem gigantischen, verborgenen Labyrinth der Macht gegraben. Meisterhaft die Vorratskammern, bis an die Decke voll mit Bimbes. Genial angelegt die Fluchtröhren, oder besser Ausfluchtröhren. Die blinden Eingänge, in denen sich ungebetene Eindringlinge verloren. Top-Secret das subterrane Mausoleum, für die unzähligen und sprichwörtlichen Leichen im Keller. Ein Bauwerk für die Ewigkeit. Genauso lange, gedachte der alte Dachs nämlich dort auszuhalten. Winterspeck für Jahrzehnte war auch vorhanden. Aber dann machte er den Fehler seines Lebens. Im Übermut seiner Machtfülle, gewährte er einem unscheinbaren, tölpelhaften Fuchswelpen, den niemand ernst nahm, Unterschlupf. Das war, obwohl vom Publikum für lange Jahre unbemerkt, der Anfang vom Ende. So wurde der in Ehren ergraute pfälzische Dachs eines Tages, schmählich von übelriechenden Füchsen aus seinem Bau vertrieben. Damit nicht genug, er verlor sogar seinen mühsam erwühlten Titel als Ehrenresident. Eine unerträgliche Schmach, die nur unvollkommen durch reichliche Gaben von Saumagen und Pfälzer Wein behandelt werden konnte. So sitzt er heute mit Micky, seinem Bruder im Geiste, an der Mannatafel über den Wolken und hält Ausschau nach dem Superfuchs einer neueren Generation. Das muss ein Meister Reineke sein, der den festen Willen haben muss, in neue Niederungen, nicht nur olfaktorischer Natur vorstoßen zu wollen. Eine große Herausforderung. Wer wird sie annehmen? Und wie wird er es anstellen, den Kohl’schen Dachsbau den Usurpatoren zu entreißen?


Der vorstehende Text vom Tom Prox, dem “Ranger, der nur aus der Hüfte schießt” (Selbstbeschreibung), erschien in erweiterter Form bereits vor mehreren Jahren. Die vorliegende Fassung wurde leicht gekürzt.

2 Responses

  1. Wobei Kohl hier eher einer Giftnatter Unterschlupf gewährt haben könnte. Das war im Grunde auch folgerichtig:
    Eine Häsin hätte ihn (also den Kohl) vermutlich noch viel eher aufgefressen 🙄

  2. Der Autor schein über ein hohes, leicht “näselndes” Allgemein -und Intrinsik-Wissen zu verfügen. Aber auch er ist dem
    allgemeinen mediengesteuertem Trump-Defätismus erlägen… – leider!