Hollywood im Würgegriff von Big Tech, Ideologie und Macht

Hollywood im Würgegriff von Big Tech, Ideologie und Macht

Wer kommandiert die Traumfabrik? (Symbolbild:KI)

Hollywood war einst die Traumfabrik der Freiheit. Heute droht es zum Schauplatz eines Machtkampfes zu werden, in dem Big Tech, KI und Politik um die Kontrolle unserer Geschichten ringen. Auf den ersten Blick wirken manche Meldungen recht unscheinbar, doch sie entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als Symptom einer viel größeren Entwicklung. Eine solche Nachricht kam dieser Tage aus dem fernen Kalifornien: Amazon hat überraschend entschieden, den nahezu fertig produzierten Spielfilm „Artificial“ über den OpenAI-Chef Sam Altman doch nicht selbst zu veröffentlichen. Nanu? Hat Jeff Bezos etwa persönlich verhindert, dass dieser Film erscheint? Der beinahe fertiggestellte Spielfilm über den legendären KI-Gründer sollte ursprünglich gesichert bei Amazon erscheinen; Regisseur Luca Guadagnino gilt als einer der renommiertesten europäischen Filmemacher unserer Zeit doch als Amazon dann überraschend ausstieg und erklärte, der Film sei „anderswo besser aufgehoben“, begann sofort die Spekulation. Der Grund liegt auf der Hand: Amazon ist längst nicht mehr nur Filmstudio, sondern zugleich einer der wichtigsten Geschäftspartner von OpenAI. War der Rückzug als wirklich nur eine wirtschaftliche Entscheidung? Oder wollte Amazon vermeiden, einen Film zu veröffentlichen, der einen der wichtigsten Geschäftspartner des Konzerns in einem kritischen Licht erscheinen lässt? Beweisen lässt sich das nicht. Doch allein die Tatsache, dass diese Frage heute ernsthaft gestellt wird, zeigt, wie grundlegend sich die Machtverhältnisse in der Unterhaltungsindustrie verändert haben.

Seit Ende 2025 sind zwischen Amazon und OpenAI milliardenschwere Kooperationen entstanden. OpenAI nutzt die Rechenzentren von Amazon Web Services, gleichzeitig investiert Amazon selbst enorme Summen in das KI-Unternehmen. Damit entsteht ein Interessenkonflikt, der weit über einen einzelnen Film hinausgeht. Kann ein Konzern wirklich völlig unabhängig einen kritischen Film über einen seiner wichtigsten Geschäftspartner veröffentlichen? Beweisen lässt sich eine Einflussnahme nicht. Doch bereits der Verdacht genügt, um eine grundsätzliche Debatte auszulösen.

Hollywood ist längst kein gewöhnliches Filmgeschäft mehr

Hollywood war immer auch ein Ort wirtschaftlicher Interessen. Neu ist jedoch, wer heute die größten Akteure sind. Die entscheidenden Spieler heißen längst nicht mehr nur Paramount, Warner Bros. oder Universal. Sie heißen nun Amazon, Apple, Google, Meta, Netflix und OpenAI. Diese Unternehmen produzieren nicht nur Filme oder Serien. Sie kontrollieren Cloud-Infrastrukturen, entwickeln die leistungsfähigsten KI-Systeme der Welt, betreiben Streamingplattformen, soziale Netzwerke und investieren Milliarden in Medienunternehmen. Zum ersten Mal in der Geschichte wachsen Technologie, künstliche Intelligenz und Unterhaltung zu einem einzigen Machtkomplex zusammen. Doch Hollywood war schon immer mehr als Unterhaltung. Es verkauft nicht nur Filme. Seit Jahrzehnten exportiert die amerikanische Filmindustrie Werte, Lebensstile und gesellschaftliche Leitbilder in alle Welt. Millionen Menschen beziehen ihr Bild von Geschichte, Politik, Familie, Krieg oder gesellschaftlichen Konflikten nicht aus wissenschaftlichen Büchern, sondern aus Filmen und Serien. Natürlich darf Kunst Haltung zeigen. Sie soll provozieren, Debatten anstoßen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen.

Problematisch wird es jedoch, wenn sich die Macht über diese kulturelle Meinungsbildung immer stärker in den Händen weniger Konzerne konzentriert. Denn wer entscheidet, welche Geschichten erzählt werden, welche Themen Aufmerksamkeit erhalten und welche Perspektiven kaum noch vorkommen, beeinflusst zwangsläufig auch den öffentlichen Diskurs. Es geht deshalb nicht um die Behauptung einer zentral gesteuerten Propaganda. Es geht um eine viel grundlegendere Frage: Wie pluralistisch kann eine demokratische Gesellschaft bleiben, wenn immer weniger Unternehmen darüber entscheiden, welche Bilder, Erzählungen und Botschaften Milliarden Menschen täglich erreichen? Wer die Kultur prägt, prägt langfristig auch das Denken einer Gesellschaft. Deshalb ist die Vielfalt der Stimmen kein Luxus. Sie ist vielmehr eine Voraussetzung für eine lebendige Demokratie.

Milliarden schaffen Abhängigkeiten

Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind enorm. Amazon und OpenAI arbeiten inzwischen in milliardenschweren Partnerschaften zusammen. OpenAI nutzt die Infrastruktur von Amazon Web Services, während Amazon gleichzeitig Milliarden in den Ausbau dieser Zusammenarbeit investiert. Netflix setzt künstliche Intelligenz bereits ein, um seine Empfehlungsalgorithmen zu verbessern. Disney experimentiert mit KI-gestützten Anwendungen für seine weltbekannten Figuren. Google entwickelt gemeinsam mit Produktionsfirmen Werkzeuge, die Filmproduktionen günstiger und schneller machen sollen. Jeder dieser Schritte erscheint für sich betrachtet logisch. In ihrer Gesamtheit verändern sie jedoch die Spielregeln. Denn wo Milliardeninvestitionen entstehen, entstehen zwangsläufig auch wirtschaftliche Abhängigkeiten. Und genau dort beginnt die entscheidende Frage: Wie unabhängig kann Kunst noch sein, wenn ihre Geldgeber zugleich Gegenstand ihrer Geschichten sind?

Und der nächste Machtkampf läuft bereits auf Hochtouren; Während Amazon seinen Einfluss ausbaut, entsteht möglicherweise bereits das nächste Medienimperium. David Ellison, Gründer von Skydance Media und Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison, hat mit der Übernahme von Paramount einen der traditionsreichsten Hollywood-Konzerne unter seine Kontrolle gebracht. Gleichzeitig kursieren seit Monaten Spekulationen über weitere Zusammenschlüsse in der Branche. Immer wieder fällt dabei auch der Name Warner Bros. Discovery. Ob es tatsächlich zu weiteren Übernahmen kommt, bleibt offen. Unübersehbar ist jedoch der Trend. Immer größere Medienhäuser geraten unter die Kontrolle weniger finanzstarker Konzerne und Investoren. Damit konzentriert sich nicht nur wirtschaftliche Macht. Es konzentriert sich auch die Macht darüber, welche Geschichten erzählt, finanziert und weltweit verbreitet werden.

Wenn Wirtschaft und Politik verschmelzen

Noch bedeutsamer ist jedoch eine andere Entwicklung. Die großen Technologieunternehmen gehören heute zu den einflussreichsten politischen Akteuren der Vereinigten Staaten. Sie investieren Milliarden in Lobbyarbeit, verhandeln mit Regierungen über KI-Regulierung, Datenschutz, Kartellrecht und staatliche Großaufträge. Ihre Vorstandsvorsitzenden pflegen enge Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern, unabhängig davon, welche Partei gerade regiert. Gerade in den vergangenen Jahren wurde sichtbar, wie selbstverständlich sich Spitzenmanager der Tech-Branche im politischen Zentrum Washingtons bewegen. Öffentliche Auftritte bei Amtseinführungen, intensive Gespräche mit Regierungen und milliardenschwere Verträge zeigen, wie eng wirtschaftliche und politische Interessen inzwischen miteinander verflochten sind. Das bedeutet nicht automatisch politische Einflussnahme auf einzelne Filme oder Serien. Doch es verändert die Rahmenbedingungen. Je enger Politik, Wirtschaft und Medien miteinander verbunden sind, desto größer wird die Gefahr, dass wirtschaftliche Rücksichtnahmen kreative Entscheidungen beeinflussen.

In der öffentlichen Debatte wird häufig über die Gefahren künstlicher Intelligenz diskutiert. Doch vermutlich stellen wir die falschen Fragen. KI ist nicht das eigentliche Problem; es ist ist primär nur ein Werkzeug. Entscheidend jedoch ist, wer dieses Werkzeug besitzt! Wenn dieselben Unternehmen die KI entwickeln, die weltweiten Rechenzentren betreiben, soziale Netzwerke kontrollieren, Streamingplattformen besitzen und gleichzeitig immer größere Teile Hollywoods übernehmen, entsteht eine Machtkonzentration, wie sie die Unterhaltungsindustrie bisher nicht kannte. Es geht deshalb nicht allein um technische Innovation. Es geht um die Kontrolle über Information, Kultur und öffentliche Wahrnehmung. Hollywood kennt diese Entwicklung bereits; dass wirtschaftliche oder politische Macht versucht, Einfluss auf Kunst zu nehmen, ist keineswegs neu. Während des Kalten Krieges zerstörte die berüchtigte „Black List“ die Karrieren zahlreicher Autoren, Regisseure und Schauspieler. Damals ging der Druck vom Staat und seinen Institutionen aus. Heute könnte die Einflussnahme subtiler erfolgen. Nicht durch offene Verbote, sondern durch wirtschaftliche Abhängigkeiten, strategische Partnerschaften und milliardenschwere Geschäftsbeziehungen – und durch ideologische Diktate wie Wokeness. Man muss einen Film nicht verbieten. Es genügt manchmal schon, wenn niemand mehr bereit ist, ihn zu finanzieren oder zu veröffentlichen.

Mehr als nur ein Film

Ob Amazons Entscheidung im Fall von „Artificial“ tatsächlich mit Sam Altman oder den Geschäftsbeziehungen zu OpenAI zusammenhing, werden wir vielleicht niemals erfahren. Möglicherweise gab es auch ganz andere Gründe. Doch genau darum geht es inzwischen gar nicht mehr. Der Fall macht sichtbar, wie eng Technologieunternehmen, Medienkonzerne und politische Macht inzwischen miteinander verflochten sind. Hollywood ist längst zum Schauplatz eines neuen Ringens geworden, nicht nur um Zuschauer, sondern um Deutungshoheit um Aufmerksamkeit. Und letztlich um die Frage, wer die Geschichten erzählt, mit denen eine Gesellschaft sich selbst erklärt.

Eine Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen. Sie braucht unabhängige Gerichte und unabhängige Medien. Sie braucht eine freie Kunst, die auch die Mächtigen kritisieren darf, unabhängig davon, ob diese im Weißen Haus sitzen oder an der Spitze eines Technologiekonzerns. Die eigentliche Herausforderung der Künstlichen Intelligenz besteht deshalb vielleicht gar nicht in der Technologie selbst. Sie besteht darin, dass wirtschaftliche Macht, mediale Reichweite, künstliche Intelligenz und politische Einflussmöglichkeiten zunehmend in denselben Händen zusammenlaufen. Wer heute die Daten kontrolliert, entwickelt die KI. Wer die KI kontrolliert, beeinflusst Informationen. Wer gleichzeitig die Filmstudios, Streamingplattformen und sozialen Netzwerke besitzt, prägt den öffentlichen Diskurs. Und wer den öffentlichen Diskurs prägt, gewinnt langfristig Einfluss auf das Denken einer Gesellschaft. Genau das ist die eigentliche Geschichte hinter dem Film Artificial: nicht ein einzelner Film, sondern die Frage, ob wir am Beginn einer neuen Ära stehen – einer Ära, in der wirtschaftliche Macht, politische Nähe und kulturelle Deutungshoheit enger miteinander verflochten sind als jemals zuvor.


Dieser Beitrag erschien auch auf dem Blog “Zwischen den Zeilen“.

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6 Kommentare

  1. Hollywood ist eine einzige Gehirnwaschanstalt, um den gesunden Geist der Menschheit mit Bewußtseinsmüll gezielt zu zerstören, voller z.T. satanistisch okkult veranlagter krimineller Geisteskranker. Und den Schund und die ganzen Lügen, die sie durch ihre Filme weltweit in den Kopf der Menschen gepflanzt haben, gehen auf keine Kuhhaut…

    „Um die Lügen der Gegenwart durchzusetzen, ist es notwendig, die Wahrheiten der Vergangenheit auszulöschen.“

    -George Orwell (1903–1950) britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist

    Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate-uber-lugen/

  2. Ein bisschen schmunzeln musste ich beim ersten Satz: „Hollywood war einst die Traumfabrik der Freiheit.“ – War es noch nie. Es war schon immer Ideologie-durchseucht. Gewiss weniger als heute, aber doch immer „die große Illusion“ von Freiheit, aufrechtem und gerechtem Kampf samt Sieg und individueller Überlegenheit.
    Richtig ist gewiss, dass die Manipulationen noch größer und die Hintermänner noch mächtiger geworden sind. Dies ist nicht zuletzt die Folge davon, das jegliche Bildung und jegliches Denken immer mehr der Oberflächlichkeit weichen müssen. Wer sich nur noch mit Action, Thriller, Krimis und KI-Helden-Stories füttert, der darf sich nicht wundern, wenn ihn dann andere steuern. Auch bei Sendungen auf YT schalte ich immer den Ton aus und schließe die Augen, wenn ich diese gnadenlos verdummende Werbung sehe. Wenigstens das, um mich noch etwas zu schützen.

  3. Sowas aber auch!

    Wer selber denkt, läßt sich nicht von Hollywood beeinflussen. So einem ist es völlig egal, was die da produzieren oder nicht.
    Problem gelöst.
    😜

  4. „legendärer KI Gründer“??????
    diese peinliche Witzfigur, der sich das „startup“ mit/bei Peter Thiel party im jaccuzi zusammen geholt hat… 😉
    ne Klitsche, die bloß illegal das Netz spiegelt & woke zensiert als LLM raus rotzen lässt, dumm wie Schimmelbrot.
    Verlust 2025: 38,5 Milliarden !!!

    diese KI/AI Blase platzt bald…

  5. @Sie braucht unabhängige Gerichte und unabhängige Medien.
    der ist gut – alte Bauernweisheit : sie können einem Menschen nichts erklären, wenn sein Gehalt davon abhängt, daß er es nicht versteht !

    Rothschild : “Gib mir die Macht über die Währung eines Landes (heute kann man sagen “der Welt”) und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.”

    „Wer die Nahrungsmittelversorgung kontrolliert, kontrolliert die Menschen; wer die Energie kontrolliert, kann ganze Kontinente kontrollieren; wer das Geld kontrolliert, kann die Welt kontrollieren.“
    Henry Kissinger

    Es gibt weder unabhängige Gerichte noch unabhängige Medien – normalerweise sieht man nur nicht, wie in den Hinterzimmern gelenkt wird !

  6. …Problematisch wird es jedoch, wenn sich die Macht über diese kulturelle Meinungsbildung immer stärker in den Händen weniger Konzerne konzentriert…..

    Problematisch? Nein ganz im Gegenteil!
    Der Markt entscheidet! Das ist auch richtig so in einem kapitalistischem System!
    Wie heist es nun immer öfter beim Kunden (Kinobesucher/DVD-Käufer) Go woke go broke!
    Das ist auch gut so!

    Nolans Odysee werde ich mir anschauen. Aber erst dann, wenn der Film kostenlos bei YT steht! Für den ungekürzten Film „Citizen Vigilante“ von Uwe Boll wäre (und bin) ich bereit Geld für die Film-DVD (nur mit und in deutscher Sprache) zu bezahlen!

    Ansonsten: Flennende Firmenhasser, verpisst euch nach Kuba!

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