Holocaustgedenktag: Die größte Grabpflege der Welt

Holocaustgedenktag: Die größte Grabpflege der Welt

Holocaust-Gedenken – mit der klaren Handlungsempfehlung, der staubigen Erinnerungskultur endlich Konsequenzen für die bedrohliche Gegenwart folgen zu lassen (Symbolbild:Imago)

Gestern war es wieder soweit: Jedes Jahr am 27. Januar gedenken sich deutsche Politiker zu Tode. Kränze werden mit der KZ-Gedächtnis-Miene, die letzten Holocaustüberlebenden – inzwischen teilweise im Supercentenarian-Alter – vor die Kameras gezerrt und Stolpersteine werden auf Hochglanz poliert, damit auch jeder sieht, über welchen toten Juden man grade drüberlatscht. In diesem ritualisierten, durch inflationäre jahrelange Nazi-Vergleiche und damit einhergehende Verharmlosung des Dritten Reichs längst zur hohlen Farce verkommenen buchstäblichen Schaulaufen der Selbstgerechten darf natürlich auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht fehlen. Zwar war diesmal Auschwitz der “Tagesschau” nicht die Eingansmeldung wert, dafür aber Meldung zwei und drei. Gezeigt wurden Jugendliche nach dem Besuch des Lagers, die berichteten, wie beeindruckt sie vom Konzentrationslager vor Ort waren. Anschließend zeigte die ARD dann eine – zumindest dem Titel nach – in die Gegenwart gewandte Extrasendung namens „Antisemitismus in Deutschland“. Zutreffend und auf bedrückende Weise beschreiben darin Juden, wie jüdisches Leben in Deutschland den letzten Jahrzehnten Schritt für Schritt zunehmend verunmöglicht wurde.

Ob in München, Frankfurt oder in Chemnitz: Überall werden Juden bedroht, und das Erste Deutsche Fernsehen zeigt das auch. Was hingegen ein aufgezeichnetes Interview mit Frank-Walter Steinmeier in einer Livesendung zu tun hat, der seine seelenlosen Allgemeinplätze verteilt, bleibt ein Rätsel. Weniger rätselhaft hingegen – weil es nunmal nicht in die Agenda passt – ist die Tatsache, dass innerhalb dieser 15-Minuten-Sondersendung mit keiner Silbe über die Tätergruppen gesprochen wird. Und dafür gibt es einen Grund – auch wenn ihn das linke Staatsfernsehen nicht wahrhaben will: Denn neben rechtem Judenhass, den es vereinzelt auch noch gibt, ist es vor allem linker und muslimischer Antisemitismus, der jüdisches Leben in Deutschland immer weiter gefährdet und erschwert. Geistig nachzuvollziehen, dass in Deutschland die größte Bedrohung von Menschen aus islamischen Ländern herrührt, muss wohl für das Juste Milieu und damit auch linke Medienschaffende der ARD eine schier unüberwindliche Hürde sein. Und auch für Steinmeier; der müsste dann nämlich seine Allgemeinplätze ablegen und sich endlich darüber “ehrlich machen”, dass die Politik, die er selbst spätestens ab 2015 mitgetragen hat, maßgeblich für die aktuelle Gefahrenlage für Juden in unserem Land verantwortlich ist.

Lerneffekt gleich Null

Doch ein Umdenken ist hier nicht zu erwarten. Juden kann und darf in diesem Land nur Ungemach von völkischen Nazis drohen (und allem, was man zu deren Wiedergängern erklärt); nur dann, wenn die Täter passen, sind sie “opferfähig”. Rührt der Judenhass indes von Muslimen her, dann sinkt der Nachrichtenwert gegen Null. Das ist kein Wunder in einem Land, wo man “Islamophobie” und “antimuslimischen Rassismus” permanent beschwört und viele Journalisten den Mythos verinnerlicht haben, Muslime seien heute in Deutschland quasi das, was damals die Juden waren. In diesem kaputten Mindset hat muslimischer Antisemitismus natürlich kein Platz, ebenso wenig wie im Denken israelfeindlicher Linken. Also verlagert man den Blickwinkel – von der Bedrohung der heute lebenden Juden hin zu den Toten der Vergangenheit, wo die Täter feststehen und deren Benennung niemanden in Verlegenheit bringt (mustergültig zu sehen in der Berichterstattung über die gestrige Synagogenschändung von Kiel). Der Herausgeber der “Jüdischen Rundschau”, Rafael Korenzecher, hat völlig recht, wenn er mit dem Satz „Nur tote Juden sind gute Juden“ die geistig entkernte Erinnerungskultur in Deutschland beschreibt.

Wie unangenehm muss es den Berufsbedächtigen und professionellen Stolperstein-Reinigungskräften aufstoßen, wann immer sie merken, dass sich die Juden von heute auch noch wehren, widersprechen und einen eigenen Willen jenseits der postnationalsozialistischen Moralkeule aufweisen können! Auch das ist ein Grund, warum sie tote Juden den lebenden vorziehen: Die wehren sich nicht und wirken wie ein Katalysator für die hauseigene Larmoyanz. „Es ist schon Wahnsinn, was damals passiert ist“, hört man in diesen Tagen öfter. Ja, ist es. Aber es ist nun mal geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Was man hingegen sehr wohl ändern und beeinflussen kann, sind die heutigen Verhältnisse, die Juden abermals existenziellen Bedrohungen Gefahren aussetzen und die Zukunft jüdischen Lebens in Europa in Frage stellen. Dies würde allerdings bedeuten, die Floskel “nie wieder” endlich ernst zu nehmen – und daran scheint die Mehrheit kein Interesse zu haben. Dem deutschen Betroffenheitsmilieu ist die größte Grabpflege der Welt wichtiger, als zukünftige Gräber zu verhindern. So verkommt die Erinnerungskultur zunehmend zum Kult und zu einem musealen Akt, der an die „Körperwelten“ erinnert: Das Gedenken an den Horror wird gewissermaßen hinter Sichtglas in Auschwitz und anderswo plastiniert. Doch während man bei Gunther von Hagens makabren Wanderausstellungen noch etwas mitnehmen konnte, hält sich der Lerneffekt rund um den 27. Januar anscheinend arg in Grenzen.

19 Antworten

  1. Henryk M Broder war vor Jahren schon ganz deutlich übder die „Erinnerungskultur“ !
    Ich hab dem nicht hinzuzufügen!

  2. Der von allen Deutschen „gewählte“ Bundesuhu wird auch wieder seine
    Saudummen Sprüche vom Teleprompter ablesen. Das Pampleth und das dumme Gesabber im Stil von Merkel und den SED Lefzen kann ich jetzt schon hören. Leider hört und kriegt ein großer Teil dieser verblödten Republik nicht mit, wessen Stunde geschlagen hat und wo der Hammer hängt.

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    1. Nein, nicht „das beste D. aller Zeiten“, sondern der mit großem Abstand peinlichste Bundesuhu aller Zeiten.

  3. Hier mal ein Dank an die Österreicher.
    Sie haben uns den ersten Weltkrieg
    eingebrockt.
    Und dann haben die den Postkarten-
    Maler exportiert.
    +++++
    Ohne die Opfer in irgendeiner Weise
    zu verunglimpfen.
    +++++
    Andere Länder haben auch Dreck am
    Stecken.
    Mao – Tse Dong ca. 56 Millionen Opfer.
    Josef Stalin ca. 23 Millionen Tote.
    Belgien im Kongo.
    Italien in Abessinien!
    Pol Pot Kambodscha.
    usw.

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    1. deutschland 27 millionen russische bürger ! WW2
      wo bleibt da die erinnerungskultur.

      grauselig diese doppelmoral

    2. Aber das waren doch gutrotgrüne Opfer,die werden nicht diskutiert!! BASTA ?! ABER WERDEN WIR STOLPERSTEINE FÜR DIE WELCOME OPFER BEKOMMEN ?? FRAGE FÜR DIE ANGEHÖRIGEN.MfG.

  4. Warum sollte der Grüßaugust das tun? War es nicht er, der noch bis 2020 den iranischen Mullahs, den größten Israelhassern, auch im Namen seiner Landsleute zum Jahrestag der Revolution gratulierte? https://www.israelnetz.com/steinmeier-verteidigt-glueckwuensche-an-den-iran/ und das Bundesverwaltungsgericht eine Veröffentlichung dieser Glückwunschschreiben verhinderte https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverwg-10c422-bundespraesident-informationszugang-informationsfreiheitsgesetz-iran-gratulation

  5. Damit wird der deutsche Michel nur Willig gemacht, weiterhin klaglos zu zahlen!
    Schaut man in die Geschichte haben die Kommunisten und Sozialisten wesentlich mehr Menschen auf dem Gewissen.
    Kein Ami macht heute den Rücken krumm, weil die Indianer ausgerotten worden sind! Und kein Engländer oder Franzose macht heute den Büßergang, weil sie in hunderten Jahren fremde Länder ausgebeutet und überfallen haben! Ohne diese Ausraubung wären diese Länder heute auf dem Stand von Drittländern! Sie haben bis heute nur überlebt, weil sie von ihren Raubzügen Vermögen gestohlen haben!
    Nur der >Michel läßt sich die Birne seit 100 Jahren weich klopfen!

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  6. Jeden Abend im Fernsehen ist irgenetwas über AH und seine Minister, 2. WK, Holocaust, die Deutschen sind schuld, usw, usw — die von der Regierung kontrollierten Medien tun das um ständig dieses Narrativ einzuhämmern damit die Deutschen nie ohne Schuldgefühle sind und die ganz Welt soll dann finanziell unterstützt werden — die schreien alle – „Grönland den Grönländern “ und “ Ukraine den Ukrainern “ , die ukrainische Kultur muss gerettet werden usw, usw, aber weghe du sagst “ Deutschland den Deutschen“ , oder die deutsche Sprache und deutsche Kultur muss gerettet werden >> dann bist du ein Nazi —

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  7. @Doch ein Umdenken ist hier nicht zu erwarten.
    warum auch – Hauptsache, Geld fließt. Und nach Norman Finkelstein ist es eine kleine Gruppe, die an der Holocaust-Industrie ordentlich verdient.

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  8. Is kla…

    „Unter dem Titel „Sühne für Auschwitz“ berichtet „Welt im Film“ über die Urteile im Krakauer Auschwitz-Prozeß von 1947/48.

    O-Ton: „Insgesamt kamen nahezu 300.000 Menschen verschiedenster Nationen im Konzentrationslager Auschwitz um. (…) Das Konzentrationslager Auschwitz bleibt als Mahnmal der Schande so erhalten, wie es heute steht. Zum bleibenden Gedenken an seine 300.000 Opfer.““

    — „Welt im Film 137/1948“ – https://v.gd/CAdfGY

    1. Und die Türen der Gaskammern waren aus Holz! Anscheinend da schon so dicht, das man keine Stahltüren gebraucht hat! Auch lüften war nicht angebracht so wie heute!

  9. Dass die millionenfache Ermordung der Juden ein abscheuliches Verbrechen war, wird niemand bestreiten wollen, der noch bei Verstand ist.
    Was aber ist mit den anderen Nationen, die über Jahrhunderte ebenfalls Juden verfolgt und ermordet haben?
    Da kann man ruhig einmal den Blick nach Polen, England, Frankreich oder Spanien und nicht zuletzt in die Ukraine richten. Wird in anderen Ländern, deren Herrscher und die Kirche ebenfalls dafür sorgten, dass die eingeborene Bevölkerung tausendfach ermordet wurde, ebenfalls eine derartige Trauerorgie gefeiert? Wo bleibt die Anerkennung für die russischen Befreier? Warum wird wohl in Südamerika nur spanisch und portugiesisch gesprochen und in den USA ein eingefärbtes Englisch?
    Diese nicht abstreitbare und nicht abgestrittene historische Schuld wird hierzulande jedoch zelebriert, obwohl die heutigen Deutschen daran keinerlei Schuld tragen und sich von einem derartigen Morden absolut distanzieren. Im Gegensatz zu anderen Völkern.

    „Schuld“ ist ausschließlich eine persönliche und keine gesellschaftliche oder politische Kategorie!

    Wenn doch überall und durchgehend ein derartiges „Geschichts- und Schuldbewusstein“ vorhanden wäre! So besteht jedoch der dringende Verdacht, dass dies vor allem zur Instrumentalisierung und als Baustein einer ewigen Schuldverpflichtung und zur Sicherung der Unterwerfung Deutschlands dienen soll.

    Was haben wir heutigen Deutschen mit diesen damaligen Mördern zu tun? Woher die Unverschämtheit, nur uns Deutschen offensichtlich eine massenhafte Verbrechensgesinnung als „genetisch“ bedingt zu unterstellen?
    Zu ergänzen wäre auch, dass wohl die wenigsten Deutschen sich nach einer „Kriegstüchtigkeit“ sehnen. Da sollte man nicht einiges durcheinanderwerfen wollen, sondern sorgfältig analysieren.

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    1. Schaut man sich Engländer und Franzosen an, welche über hunderte von Jahren fremde Völker überfallen und ausgeraubt haben, dann sollte man sich nur wundern, warum diese Länder sich nicht so idotisch benehmen wie die Deutschen!

  10. Die widerwärtige Heuchelei und damit die klammheimliche Verharmlosung der Millionen Opfer der Die widerwärtige Heuchelei und damit auch klammheimliche Verharmlosung der Millionen Opfer der Konzentrationslager veranlasste mich schon immer, solchen „gutmenschlichen Alibi-Veranstaltungen“ fernzubleiben, was in gleicher Weise auch für den 9. November gilt. Wie sagte doch der jüdische Publizist und Buchautor Henryk M. Broder so unvergleichlich treffend: „Man interessiert sich hierzulande nur noch für die toten Juden, die lebenden spielen dagegen keine Rolle“. Wie klug diese Worte gewählt wurden, zeigt sich im unfassbaren Beschluss des Berliner Senats, einen Gedenktag zur „Islamfeindlichkeit“ einzuführen. Deshalb frage ich diese schamlosen Berliner Politik-Karikaturen: Wer ist für die zunehmende Abneigung der Bevölkerung der „Religion des Friedens“ gegenüber maßgeblich verantwortlich ? Sind es diejenigen, die sich gegen die Hofierung der größten Feinde des Christen- und Judentums berechtigterweise zur Wehr setzen oder sind es nicht weit eher diejenigen, welche den Islam dazu benutzen, dessen angebliche Überlegenheit den „Ungläubigen“ gegenüber bei jeder sich bietenden Gelegenheit herauszustreichen ? Oder wie wär’s, auch einmal einen Gedenktag gegen Feindlichkeit der autochthonen Bevölkerung gegenüber auszurufen, so lange es diese überhaupt noch gibt.

    1. Dient dazu uns bei „Bezahl Laune“ zu halten!
      Kein Staat der Welt läßt so etwas mit sich machen!
      Siehe Amerika mit den Indianern oder Frankreich mit Afrika usw.

  11. NIE WIEDER Bericht eines Überlebenden:…Ernest Gross
    Vor 75 Jahren war ich nur Minuten vom Tode entfernt, ich wartete an den Krematorien von Dachau darauf, dass ich an die Reihe kam. Plötzlich fingen die deutschen Wachen an, ihre Waffen wegzuwerfen und rannten fort. Die US-Army war gekommen und hatte mich vor dem sicheren Tod gerettet…..Einer dieser Soldaten war Don Greenbaum, ein G.I. aus Philadelphia. Sechzig Jahre später begegneten Don und ich uns endlich, wir wurden enge Freunde und zusammen teilen wir unsere Geschichte, wo immer wir können: der eine war draußen und schaute hinein, der andere war drinnen und schaute hinaus, so dass wir stolz sagen können: niemals vergessen, niemals wieder.

    Meine Verbindung zu dieser Zeit: Mein Vater, geb. 1909 war Rotkreuz Fahrer im Rußland Feldzug und war 1944 Versorgungsfahrer im KZ. Ebensee (Waffenfabrik im Berg), einer Außenstelle von Mauthausen und transportierte jede Woche unter anderem Pferdefleisch von Ried /Innkreis nach Ebensee. Weil er nicht in eine Gruppe KZ Insassen gefahren ist und dadurch den LKW schwer beschädigte, wurde er vom Lglt. Stv. zum Tode verurteilt. Nach Rückkehr des alten Lagerleiters in Mauthausen dann allerdings wieder begnadigt.

  12. „Man kann nicht Millionen Juden töten und, auch wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, später Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen.“
    Karl Lagerfeld