Holt die Polizei, aber zackig! – Die Deutschen, ein Volk von Blockwarten und Spitzeln

Miesepeter mit Haltung (Symbolbild:Pixabay)

Mir graut schon davor, wenn in diesem Winter der typische deutsche Wachhund wieder auf den Plan tritt. Dieser Wachhund döst fröhlich weiter, wenn es tatsächlich einmal notwendig wäre einzuschreiten, zum Beispiel, wenn Schreien und Poltern in der Nachbarwohnung auf Gefahr für Leib und Leben eines Familienmitglieds hindeuten. Oder jemand in der Straßenbahn übel von einer Gruppe von Raufbolden angegangen wird. Denn das Wohlergehen anderer ist nicht die Motivation dieser Menschen, sie sehen sich selbst als verlängerten Arm der Ordnungsmacht. Was gut und richtig ist, das entscheidet man nicht nach einem inneren Wertekompass, sondern nach offiziellen Vorgaben. Und die werden nicht hinterfragt.

Während der Prä-Impf-Ära machten Politiker-Cartoons die Runde, in denen Merkel und Seehofer sich einen Spaß daraus machten, sich absurde Vermummungsmaßnahmen auszudenken, um das Volk auf seine Gehorsamkeit zu testen. Ob die Leute sich wohl auch Pappnasen aufsetzen würden? Eigentlich war das Maskentragen allen lästig, aber gerade das machte die Corona-Jünger so aggressiv. Nachdem in den Medien verbreitet worden war, dass einzelne Ärzte ein wenig großzügig mit befreienden Attesten umgegangen waren, stand plötzlich jeder Befreite unter Generalverdacht, sich seines erschlichen oder gefälscht zu haben (was einem übrigens auch mit einem Schwerbehindertenausweis passieren kann, wenn man um einen Sitzplatz bittet). Wahrscheinlich waren die meisten noch nicht einmal vom Nutzen der oft widersprüchlichen Vorschriften überzeugt – aber Vorschrift ist Vorschrift! In Dutzenden Videos wurden Ausraster gegen Maskenlose im Supermarkt dokumentiert. Man hätte den Spieß einmal umdrehen müssen: „Ihr Geschrei erzeugt so viel CO2, dass Deutschland auch diesmal wieder seine Klimaziele nicht erreicht! Gerade jetzt fällt in der Arktis ein Eisbär von der Scholle!„.

Prädestiniert als Ordnungshüter

Vielleicht wird es im Winter selbsternannte Wärmeprüfer geben. Unter dem Vorwand, sich eine Rolle Toilettenpapier leihen zu wollen, kommen sie in die Wohnung – und während man das begehrte Gut aus dem Nachbarraum holt, messen sie rasch die Raumtemperatur. 17,3 Grad! Und dann steht nach ein paar Minuten die Polizei vor der Tür und nimmt einen als russischen Schläfer in Gewahrsam. Eine Duschkontrolleurin hatte ich schon einmal in der Wohnung unter mir wohnen. Die ältere Dame glaubte zu wissen, dass tägliches Haarewaschen Erkältungskrankheiten fördert und betätigte, wenn ich unter der Brause stand, gerne ihre Toilettenspülung mehrfach – was durch den Druckabfall in der Leitung dazu führte, dass ich al dente gekocht wurde. Das gab sie sogar offen zu. Gegen derlei Erziehungsversuche hege ich spätestens seit diesen Jahren tiefste Abneigungen. Die Dame hatte vor ihrer Pensionierung ein Wohnheim für alleinstehende männliche Migranten geleitet und war daher prädestiniert als Ordnungshüterin. Als Bezirksbürgermeisterin von Neukölln hätte sie wahrscheinlich Wunder gewirkt, aber wenn jemand auch im Privatleben die Lust an der Beaufsichtigung anderer Menschen nicht verliert, kann einen das in den Wahnsinn treiben.

Solche Menschen geben einem einen Vorgeschmack darauf, wie es ist, unter einem totalitären Regime zu leben, in einer Gesellschaft, in der jeder ständig auf jeden aufpasst. Bekanntlich ist das in Chinas Sozialpunktesystem schon Realität – es gehört zum guten Ton, jeden noch so kleinen Fehltritt seines Nebenmenschens behördlich anzuzeigen. Ich bin vorsichtig dabei geworden, Menschen zu verurteilen, die in der Diktatur nicht zum Helden werden. Allerdings würden die meisten Diktaturen weitaus weniger effektiv funktionieren, wenn nicht so viele Bürger enormen Belastungseifer an den Tag legten. Aus purer Giftigkeit. Der Nachbar hört BBC oder guckt Westfernsehen? Einfach mal ignorieren! Was juckt es dich?

Nun kommen wir auch behördlich dem Totalitarismus zumindest in Nordrhein-Westfalen ein Stückchen näher – und ich fürchte, das wird deutschlandweit Schule machen: Ein Meldenetzwerk soll demnächst alle rassistischen und queerfeindlichen Bemerkungen auch „unterhalb der Grenze der Strafbarkeit“ erfassen.

(Screenshot:Twitter)

Es ist im Grunde genommen das gleiche System wie bei Facebook: Nicht was tatsächlich strafbar ist, wird zensiert, sondern alles, was irgendjemandem sauer aufstößt. Es ist vollkommen richtig, dass man sich in Deutschland juristisch gegen Beleidigungen zur Wehr setzen kann, wir wollen schließlich kein Häuflein von rücksichtslosen Barbaren sein. Aber ebenso gibt es gute Gründe dafür, dass Menschen Konflikte auch einfach einmal unter sich ausmachen sollten. Die Gerichte in Deutschland sind teilweise mit Lappalien so ausgelastet, dass richtig schwere Jungs aus der Untersuchungshaft entlassen werden müssen, weil Fristen versäumt wurden. Und das sind dann oft gerade diejenigen, die berechtigt dort saßen.

Sollen diese Meldestellen etwa dazu dienen, den Rahmen der Strafbarkeit zu erweitern, so lange, bis schließlich auch die berühmt berüchtigten Mikroaggressionen justiziabel sind? Oder müssen ein paar arbeitslose Parteifreunde mit Posten versorgt werden? Vielleicht etwas von beidem. Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass wieder ein paar lautstarke Minderheiten einen neuen Spielplatz bekommen haben und ein neues Zensurinstrument geschaffen worden ist. Man sammelt dort schließlich nicht zum Spaß – und sei es nur deshalb, weil unsere Sprache wieder einmal politisch korrekter werden muss. Das Wort „Kartoffel“ wird aber sicher nicht auf der schwarzen Liste landen.

12 Kommentare

  1. Tut mir leid, aber ich kann das Gejammer nicht mehr hören, denn ihr wolltet es so. Von wem sind diese Unfähigen und ideologisch Verblendeten denn gewählt worden? Die Wahlbeteiligung lag bei etwas über 56%, heißt, etwas über 43% war es egal, wer ins Amt kommt. Also konstatiere ich: wie gewählt, so geliefert oder habt ihr gehofft, dass die CDU die große Wende bringen würde? Ob CDU, SPD, Grüne oder Gelbe, alles eine Partei, nur mit verschiedenen Namen, damit es nicht so auffällt. Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets und frage mich, was ist aus den klar denkenden, sehr direkten und nicht mit Worten und Ansichten hinter dem Berg haltenden Menschen meiner Heimat geworden? Duckmäuser und Angsthasen, die sich, fremdbestimmt, ins Bockshorn jagen lassen und sich von der Grünen zu Denunzianten unfunktionieren lassen und sich damit selbst disqualifizieren? Unsere Vorfahren, Bergleute und Stahlarbeiter, sowie alle anderen, die sich jemals für den „Pott“ eingesetzt haben, rotieren im Grab oder wenden sich ab mit Grausen. Steht auf und wehrt euch, in dem ihr die wählt, die sich für euch und eure Heimat einsetzen. Für die Bundestags- und Landtagswahlen ist es zu spät, aber denkt dran, man sieht sich immer zweimal im Leben. Ich habe die Schnauze voll von dem Gejammer, egal aus welcher Ecke und aus welchem Bundesland es kommt. IHR könnt es ändern, in dem ihr euch informiert und darauf achtet, was getan und gesagt wird. Kündigt eure Presseabos, schaltet die ÖR ab und nutzt die alternativen Medien und euren Verstand, in dem ihr euch selber informiert und denkt. Euer Verstand nutzt sich nicht ab, wenn ihr ihn gebraucht.

    • Also von der Bundestagswahl scheinst Du ja nicht zu reden, denn die hatte eine Wahlbeteiligung um die 76%. Dieses ewige Nachgeplapper von „wie gewählt, so geliefert“, aber gleich darauf den Hinweis bringend, dass es sowieso egal ist, wer gewählt wird, weil eh alle gleich sind, ist reichlich unangemessen.

      Ja, es ist egal, wer gewählt wird und ich bin auch überzeugt davon, dass eine AfD an der Regierung sich ganz anders präsentieren würde als viele glauben. Demokratische Wahlen nutzen rein gar nichts, wenn das Ergebnis nicht ebenfalls demokratisch ist. Und hier liegt das eigentliche Problem.

      Die Nichtwähler würden gar nichts ändern. Die sind einfach nur diejenigen, die begriffen haben, dass es überhaupt keine Rolle mehr spielt, wer gewählt wird. Wir haben als Ergebnis der letzten Wahl eine Ampel-Koalition, die sich nur aus Wahlverlieren zusammensetzt. 75% wollten keinen SPD-Kanzler und 85% keinen Vize-Kanzler und keine Außenministerin von den Grünen, die uns jetzt in den wirtschaftlichen Total-Kollaps hineinmanövrieren. Demokratie am Arsch…

      Das Problem sind die Menschen, die meinen nach den Wahlen hätten sie nichts mehr zu melden. Die Bürger in diesem Land sollten längst die Politiker in die Spree geworfen haben für all den Verrat, den sie am bunten Deutschen Volk begehen.

      • Nein, ich rede von der Landtagswahl in NRW. Du hast Recht, das Problem sind die Bürger, die, eingeschläfert von den Öffentlich-Rechtlichen und der Printpresse, alles schlucken, was ihnen vorgesetzt wird und so nicht aus ihrer Komfortecke herauskommen müssen. Die Wenigen, gemessen an der Zahl der sich verringernden deutschen Bevölkerung, die selbständig denken und sich wehren, schiebt ganz schnell in die rechte Ecke und schon geht das große Distanzieren los, denn mit Schmuddelkindern spielt man ja nicht. Ich bin im „Pott“ aufgewachsen und war es gewohnt, dass man sich nicht scheute, seine Meinung klar zu kommunizieren, ohne Rücksicht, wie es aufgefasst wurde. Heute kenne ich meine Heimat nicht mehr und hatte vor der Wahl gehofft, dass sich der streitbare Geist wieder durchsetzt. Dem war leider nicht so. Wenn man allerdings nachfragt, hat sie niemand gewählt. Die Nichtwähler sollten sich darüber klar sein, dass auch sie die Leidtragenden sind, wenn solch ein Bündnis, von Regierung kann da ja nicht reden, in die Ämter gehievt wird. Aber es ist jedem seine persönliche Entscheidung, die er, auch zum Nachteil aller anderen, trifft.

  2. Spatestens durch Clorona wurde deutlich sichtbar, daß einige Buntesbürger mit demokratischer Grundordnung heillos überfordert sind.

    Den (Kampf-)Begriff „Köterrasse“ kann ich mittlerweile (leider) nachvollziehen.

  3. @stand plötzlich jeder Befreite unter Generalverdacht
    ja – und ich habe in Geschäften folgenden Anschlag gesehen :
    „wir akzeptieren keine ärztliche Maskenbefreiung“

    Im Grund eine Mithilfe bei der regierungsseitigen Körperverletzung durch die Merkel-Windel !
    Und leider – so wie es aussieht – ein perfektes Verbrechen : es wird für die meisten CORONA-kriminellen ohne Folge bleiben !

  4. Gegen jeden „Köter“ hilft ein Tritt in den Hintern !!!!

    Oder doch (leichte) Schläge auf den Hinterkopf??

    • Weil wir stinklangweilig sind, kaum musische Talente wie Musik und Filme haben, nur wenig an interessanter Persönlichkeit besitzen, von nichts eine Ahnung haben aber alles besser wissen, uns überall ungefragt einmischen und jeden mit unserer Weisheit beglücken wollen…
      Wir tanzen nicht, wir singen nicht, dafür maschieren wir unterwürfig im Gleichschritt und sind ständig nur am meckern!
      Richtig unsympathische A-Holes eben…

    • Naja – gefühlte 25% bei uns sind „normal“ und interessant.

      Vom medial-politischen Komplex der BRD wurde eine Looser- / Opfer-Kultur „etabliert“ – im Gegensatz zur „Victory-Culture“ der Amerikaner am anderen Ende der Skala.

  5. Nach meiner Einschätzung braucht es keine Anweisung von oben, damit man fremde Leute denunziert.Manch einer weiß auch ohnedies, was sich schickt.

    Persönliches Erlebnis: Durch das 9-Euro-Tickett sind die Straßenbahnen jetzt randvoll, der Tag ist heiß, die Luft zum Schneiden. Also ich drängle mich rein (mit Maske!), und ein freundlicher Mann bietet mir sogar einen Sitzplatz an. Wie ich so sitze, merke ich, dass ich keine Luft mehr kriege (ich habe was an der Lunge), und zupfe ein wenig an der Maske herum, um gewissenlos ein bisschen Luft an mich ranzulassen.Ich hätte ja sogar eine ärztliche Bescheinigung bekommen, dass ich keine Maske tragen muss, aber das wollte ich nach all dem Hickhack mit Maskenbefreiungsbescheinigungen meiner Ärztin nicht antun.

    Plötzlich ein Frauenaufschrei: „Sie da, setzen Sie die Maske richtig auf!“ Jemand kichert im Waggon. Ich fühlte mich nicht angesprochen. An meiner Haltestelle wollte ich mich gerade vom Sitz erheben, als ich plötzlich das Antlitz einer ältlichen Jungfer vor mir sehe, die mich anheischt: „Wenn Sie schon eine Kindermaske aufsetzen, dann wenigstens richtig! Ich will nämlich nicht krank werden!“ Auf meine Frage,
    was die Dame meine Maske anginge, schob sie nach: „Ich will nicht sterben!“ Das war vor zwei Wochen.

    Erlebnis Nummer 1. Erlebnis Nummer 2:
    Wieder Straßenbahn. Ich steige ein und zieh mir ganz langsam die Maske übers Gesicht. Gegenüber
    sitzt ein junger Mann – ohne Maske!!! Plötzlich zwei Leute vom Ordnungsamt wie aus dem Erdboden gewachsen, die den jungen Mann anherrschen, eine Maske aufzusetzen. Hat keine bei, sagt er. Für solche Fälle ist das Ordnungsamt gerüstet und einer Hüter der Regierungsanweisungen reicht ihm eine
    OP-Maske, zieht sie aus der Tasche!!! Der junge Mann bedankt sich. Ob er über den Übereifer
    der beiden Ordnungsschergen grinste, konnte ich wegen der Maske nicht erkennen. Das war vor einer Woche. Ich weiß nicht, ob die beiden Ordnungshüter zufällig mit der Straßenbahn fuhren oder ob sie abgesandt waren vom Bürgermeister oder Senat, die Maskenverächter herauszufischen. Ich traue das aber unserer Giffey Letzteres zu.

Kommentarfunktion ist geschlossen.