Holt unsere Jungs zurück ins Reich! Der DFB stellt Pseudomoral auch einen Funken Anstand gekonnt zur Schau

Holt unsere Jungs zurück ins Reich! Der DFB stellt Pseudomoral auch einen Funken Anstand gekonnt zur Schau

Abflug des deutschen WM-Kaders gen USA: Die Teilnahme wäre dringend zu überdenken… (Foto:Imago)

Anfang Juni 2026. Ein sezierter Buckelwal pulsiert immer noch im Herzen der Nation. Ricarda Lang verzeichnet drei Talkshow-Auftritte pro Tag. Der unsichere Kandidat Deutschland wird erneut des UN-Sicherheitsrats verwiesen. Hormuz bereitet unseren Zapfsäulen weiterhin Kopfzerbrechen. Als Konsequenz des sogenannten „Iran-Konflikts“ verlangt die AfD den Abzug der US-Armee – was diese zum Entsetzen der einstigen SPD-Pazifisten umgehend befolgt. Und Camp von Chicago hält sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB)  in der Causa Neuer & Wade bedeckt. Wir leben in Zeiten, in denen wir – nach Lothar Matthäus – “den Sand nicht in den Kopf stecken dürfen.“

Um den Kopf wieder frei zu bekommen, lohnt sich ein sportlicher Rückblick auf den Herbst des Jahres 1979: In Teheran hatten iranische Revolutionsgarden die amerikanische Botschaft gestürmt und sich zum Missvergnügen von US-Präsident Carter 66 Geiseln auserwählt. Der um die Wiederwahl zitternde Erdnussfarmer war eigentlich darauf fokussiert, gemeinsam mit seinem Sicherheitsberater und Alptraum aller weltweiten Nachrichtenvorleser, Zbigniew Kazimierz Brzeziński, die afghanischen Mudschaheddin nebst dem saudischen Bin Laden-Clan hochzurüsten. Das Ziel: Die Rote Armee in die Kriegsfalle zu locken. Die Greise im Kreml überhörten die Signale und leiteten damit den Anfang vom Ende der Sowjetunion ein.

Sind Sport und Politik zu trennen?

Zum Jahreswechsel 1980 verkündete der desperate US-Präsident die weltweite Blockade der Olympischen Sommerspiele in Moskau, wenn, ja wenn die Sowjets ihre Truppen nicht bis zum 20. Februar nach Hause holen würden. Da der Russe nicht auf Blitzkrieg spezialisiert ist, konnte er das Ultimatum nicht einhalten und zog sich erst im Februar 1989 zurück. In Bonn wuchs damals der Druck auf die sozialliberale Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt. Mit einem Boykott würde man die so mühsam angebahnte und auf Ausgleich bedachte Ostpolitik konterkarieren. Zudem gab es die RAF, die Neutronenbombe, den gerade unterzeichneten Erdgasdeal mit Moskau und den Kandidaten Strauss. Der 28-jährige Fechter Thomas Bach flehte als Vertreter der Olympioniken die Koalition an, Sport und Politik zu trennen und die Athleten nicht als Bauern auf dem Schachbrett der internationalen Auseinandersetzungen zu kompostieren. Daraufhin wurde er als „Kommunistenschwein” und “Vaterlandsverräter“ beschimpft.

Bei der Abstimmung am 23. April 1980 unterstützte eine große Mehrheit des Bundestags den Boykott. Die SPD und der Hindukush, das ist eine ganz spezielle Beziehung. Deutschland erwies sich beim „Zeichensetzen“ wieder einmal als treuester Vasall von USA und des NATO-Generalsekretärs Joseph Luns. Im Juli schickten 81 von 146 der eingeladenen Länder ihre Sportler zu den ersten Spielen im kommunistischen Ostblock. Elf westliche Länder, bzw. deren Nationale Olympische Komitees hatten einen Boykott abgelehnt. Dass man auch Zwischentöne treffen kann, zeigten die Teams aus Frankreich, Italien, der Schweiz und den Niederlanden. Sie mieden demonstrativ die Eröffnungszeremonie, während Großbritannien, Irland und Portugal nur einen einzigen Sportler abstellten. Nach seiner Wiederwahl und der parallelen Abwahl des von ihm verachteten Carter sagte Helmut Schmidt etwas Bemerkenswertes: “Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.” Wie Recht er hatte, bestätigte sich 1982: Brzeziński war über den elenden Kontostand der FDP informiert und schuf bei einigen ihrer Abgeordneten ein solide anwachsendes Misstrauen.

Boykott der Kicker-Games

Von diese historischen Rückblende zurück in die Gegenwart: In ein paar Tagen steht nur zwar keine Olympiade an – doch stehen beim DFB der jüngeren Geschichte Themen wie Moral, Ethik und Toleranz hoch im Kurs (und daneben natürlich auch noch ältere Tugenden wie Fairness, Vielfalt und Respekt). In diesem Sinne ordnet ein Mann mit einem ballähnlichen Kopf und dem passenden Namen Infantino an: „Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein“. Die nordamerikanische Fußball-WM wird die Welt begeistern mit einer „friedlichen und fröhlichen Atmosphäre.“

Doch da gibt es diesen unprovozierten völkerrechtswidrigen, aggressiven und terroristischen Krieg da unten mit Toten und über drei Millionen in die Obdachlosigkeit gebombter Mitmenschen. Es kann im Juni 2026 für Politik und Sport nur eines zählen: diese Kicker-Games zu boykottieren, ohne Wenn und Aber und verbunden mit all diesen Vokabeln, etwa Entrüstung, Scham und Verachtung vor allem gegenüber dem Kriegsregime des amerikanischen Gastgebers. Doch man hört nichts davon im Musterland der Ethik. Es gibt keine Brennpunkte, TV-Talks, parlamentarische Sondersitzungen und sich überschlagende Pressekonferenzen. Nicht einmal beim „Doppelpass“ oder im Kölner Kellergericht regt sich eine Stimme der Vernunft. Bislang gab es lediglich einen Zwischenruf der Amnesty-International-NGO. Dort befürchtet man die Möglichkeit von ICE- Repression gegen migrantische oder queere Communities und störende Obdachlose. So kann man die Sache natürlich auch angehen, aber: „ein Lothar Matthäus lässt sich nicht so einfach umdrehen wie ein Wiener Schnitzel.“

Brzezińsks neutestamentarisches Opus

Folgt man der Logik des kalten Kriegers Brzeziński bei seiner „Operation Cyclone“, dann soll der Boykott eines Sportevents für Frieden und Sicherheit auf der Welt sorgen, für Wohlstand, freien Handel und Glück. Obwohl seine „Schwerter zu Pflugscharen“-Denkschule zum Zusammenbruch des Ostblocks führte, nahm sein „War on Terror“ ab 1990 erst so richtig Fahrt auf – und gipfelt nun im pränuklearen Chaos.
In dem transatlantischen Kursbuch „Between Two Ages – die Rolle der USA in einem technetronischen Zeitalter“ aus dem Jahre 1970 steckte der humorlose Pole – er war auch Berater auch von Johnson, Nixon, Reagan, Clinton, den Bushs und Obama – die alternativlosen Ziele der Supermacht ab. Grob gesagt drehen sich die 170 Seiten um den eurasischen Feuerball Ukraine und im Weiteren darum, die Region zwischen Gibraltar und Wladiwostock in einen verwüsteten Großbalkan umzudekorieren. Das neutestamentarische Opus wurde nie ins Deutsche übersetzt. Man kann es heute als gebrauchtes Taschenbuch für knapp 600 Euro bestellen, wohingegen das deutsche Pendant „Mein Kampf“ mit 12 Euro fast als ein Schnäppchen daherkommt.

Wenn der Boykott von 1980 aber etwas bewirkt hatte, dann bei der Hierarchieauflistung der US- und NATO-Butler, wobei sich Deutschland als unumstrittener Tabellenführer erwies. In diesem April besteht nun die einmalige Chance, diesen Status abzuschütteln und sich zumindest auf dem Sektor des Ballspiels in den Augen der Weltgemeinde als souveräne Instanz zu erweisen. Nachdem Obama mehrfach bestätigt hatte, dass dieser ukrainische Maidan-Vorfall ab 2014 ein „US-Deal“ war und ist, müsste auf der Basis früherer Moral spätestens seither jeder Sportevent ein Tabu sein, an dem Nordamerikaner beteiligt sind; von Bidens späterer Nordstream-Ansage ganz zu schweigen. Deutsche Moral ist aber offenbar nur das, was unser Chef für Moral hält. Wie und wohin der Hase zu laufen hat, bekam der erfrischende Mehmet Scholl 2017 während des für den DFB so erfolgreichen Confed-Cups in Russland zu spüren: „Wir stehen im Confed-Cup-Halbfinale, die U21 zeitgleich im EM-Finale, wir hatten 33 Grad. Alles war perfekt. Und da kommen die wieder mit so etwas Negativem um die Ecke, so mit Russland-Doping und diesem Hajo Seppelt. Und dann habe ich nur gesagt: Die Story kommt raus oder ich gehe. Dann hieß es, dass ich mich nicht einmischen darf. Ja, und dann bin ich gegangen. Ich lass mir doch nicht von der ARD die Eier abschneiden.“ Ruckzuck wurde aus dem Hayali-Thinktank der woke Thomas Hitzlsperger aus dem Hut gezaubert, auch bekannt als Autor des Outing-Jahrhundertwerks „Mutproben.“

Endlosreihe an Auslandseinsätzen der befreundeten Weltpolizei

Nur sehr wenige Sportjournalisten definierten das Ausscheiden in der Vorrunde 2018 als klammheimlichen Protest gegen die Putin-Schreckensherrschaft. Und tatsächlich entwickelte sich der DFB in der Folgezeit zu einem Hort ritterlichen Edelmuts. Nicht Köpfe, sondern bunte Bälle sollten rollen, gegen Haß, Diktatur, Ausgrenzung Unterdrückung, Faschismus, Ungerechtigkeit und Menschenrechte, also nicht gegen, sondern für, natürlich. Ergriffen von rätselhafter Selbstbegeisterung erprobte man vier Jahre später in Katar ein neues Verweigerungsritual: Mouth wide shut, drei Spiele und mit Nancy an Bord ab nach Hause, wo der Mensch noch etwas gilt. Sollen sich doch Franzosen und Argentinier die Hände dreckig machen. Während sich Russland einen langen Tschetschenienkrieg leistete und seit 2022 als Folge des „US-Deals“ in der Ostukraine herumoperiert, lesen sich die von geschätzt 95 Millionen Pechvögeln garnierten Auslandseinsätze der befreundeten Weltpolizei schon etwas imposanter: Libyen, Grenada, Panama, Irak 1, Liberia, Bolivien, Haiti, Somalia, Kosovo, Kuwait, Irak (2x), Afghanistan, Libyen (2x), Irak (3x), Syrien, Libanon – und nun also, seit 2025, der Endsieg über den Iran. Dazu bemerkt der fränkische Veteran: „Es ist wichtig, das man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt.

Das erste Spiel dieser WM soll am 14. Juni in Houston um 12 Uhr Ortszeit gegen den Angstgegner aus Curacao stattfinden. Besser wäre: Sollte. Denn wenn „wir“ noch einen Funken Anstand haben – also das gesamte Parlament, die große und kleine Wirtschaft, Wissenschaft, die Medien-und Kulturkloake, die Kirchen und der DFB bis runter zu den Tip-Kick-Aktiven –, dann verbietet es sich, das texanische Stadion zu betreten. Nach dem Anstandsbesuch und einem Probekick gegen die USA heißt es sofort abzureisen. Der Kanzler hat derweil den Botschafter einzubestellen und ihn bis zum Kriegsende mit Fußfesseln zu versehen. Anstatt nostalgische Mehrteiler-Dokus über frühere Teams zu produzieren, haben unsere Funkanstalten, inkl. Phoenix und Arte die Aufgabe, uns über vergangene wie aktuelle Kriegsverbrechen der USA und seinen regionalen Söldners zu informieren, über blinde Zerstörungswut, entfesselte Bosheit und Raserei, Massenmord und homerischen Kriegswahn.

Das Stigma des Willigen ablegen!

Der Gratismut bei den hohlen “Respekt-und-Toleranz”-PR-Kampagnen und der Katar-Operette – geschenkt, so etwas kann passieren. Heute, hier und jetzt zeigt es sich, ob “UnsereDemokratie™” eine echte Haltung hat und so etwas wie Würde, Stolz und Courage. Wenn wir wirklich Eier haben, darf es keine deutsche WM- Beteiligung geben. Es darf keinen Pakt mit den Epstein-Psychopaten geben. Es darf überhaupt in diesem Jahr dort drüben keine WM geben. Sie sollte, wenn die Waffen schweigen als Zeichen der Versöhnung in Israel, Gaza und den Südlibanon nachgeholt werden. Und die Schule der 170 zerfetzten Mädchen vom 28. Februar, jenem Kollateralschaden als Purimgeschenk an die Perser, soll zum UNESCO-Wallfahrtsort und Weltkulturerbe erklärt werden, zum Pflichtbesuch für alle Teilnehmer, wie wir das von anderen Kultstätten her kennen. Was Deutschland beim Weltklima geschafft hat, wird ja wohl beim Fußball auch möglich sein: Das Stigma des Willigen abzulegen, Vorreiter zu sein und ein leuchtendes Vorbild für alle Nationen.

Rudi Völler meinte neulich: „Es kann durchaus sein, dass es heiß wird… Vielleicht wird es in Canada ein bisschen weniger extrem, aber in Mexiko und in den USA ist es in vielen Regionen heiß.“ Manche lesen da einen Trend zur Umkehr heraus wie auch die kleine Hoffnung, dass in den USA bis Mitte Juni das Kerosin ausgeht. Für das Land selbst wäre die umgehende Rückkehr des DFB-Clans, eingedenk aller Laptopexperten, Lactat-Messer und “Focus”-Hypnotiseure, von großem Vorteil. Die meist kräftigen jungen Männer könnten sich in den zwei Monaten nützlich machen: Beim Schul- und Brunnenbau, bei der Paketzustellung, beim Verlegen neuer Schienen oder als Unterstützung der DB bei der Ticketkontrolle. Auch Lehrkräfte bei Sprachkursen werden händeringend gesucht; ebenfalls eine Schwachstelle, auf die Lothar schon vor langer Zeit aufmerksam machte: „This are different exercises. Not only bumm.


Hinweis der Redaktion: Auf Ansage! schreiben verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Ansichten zu diversen Themen. Der obige Beitrag stellt eine subjektive Meinung dar und ist nicht notwendigerweise die der Mehrheit der Redaktion.

3 Kommentare

  1. „Herbst des Jahres 1979: In Teheran hatten iranische Revolutionsgarden die amerikanische Botschaft gestürmt und sich zum Missvergnügen von US-Präsident Carter 66 Geiseln auserwählt. Der um die Wiederwahl zitternde Erdnussfarmer war eigentlich darauf fokussiert, gemeinsam mit seinem Sicherheitsberater und Alptraum aller weltweiten Nachrichtenvorleser, Zbigniew Kazimierz Brzeziński, die afghanischen Mudschaheddin nebst dem saudischen Bin Laden-Clan hochzurüsten.“

    Tja, der Autor liebt die US-Republikaner so sehr, dass er gerne etwas wichtiges mit Absicht hier weglässt. Der Nachfolger von US-Präsident Carter, Ronald Reagan (Republikaner),der ein Lieblings-Präsident von Donald Trump ist, hat diese radikalislamischen afghanischen Mudschaheddin in seinen beiden AMtszeiten ebenfalls hochgerüstet und aktiv unterstützt. Ronald Reagan hat außerdem viele anti-christlichen und anti-katholischen Diktaturen in Lateinamerika unterstützt . Und er hat außerdem einen Völkermord in Guatemala mithilfe der CIA aktiv unterstützt…
    Der US-Republikaner Ronald Reagan,der 40. Präsident der USA, hat außerdem die Russen gehasst wie die Pest…

  2. Der höchste Wert im Fußball ist die Korruption und sind die Lügen! Anstand und Gradlinigkeit ist da nicht zu finden und schon gar nicht Nationalbewusstsein!