Hurra, wir werden gegängelt!

Fesselt mich bitte, ich will kein Egoist sein! (Symbolbild:Imago)

Der Vorwurf des „Schwurblers“ oder des „Schwurbelns“ ist linker Neusprech für „ich habe keine Ahnung, wovon du redest, aber wenn es von dir kommt, muss es falsch sein” oder „du könntest eventuell recht haben, aber ich würde mir eher den großen Fußzeh mit einer rostigen Axt abhacken, als das zuzugeben.” Kurzum: Er wird gebraucht, um Diskussionsunlust auszudrücken und den Gegner als Schaumschläger zu disqualifizieren. Nun gibt es Menschen, die tatsächlich die Taktik des Verwirrens durch imposant klingende Wortgebilde gern anwenden. Allerdings kann man diese keineswegs einer politischen Ecke zuordnen, und mit etwas Selbstbewusstsein lassen sie sich auch leicht entlarven: Man muss sich einfach nur dumm stellen und darum bitten, den Sachverhalt doch noch einmal allgemeinverständlich zu erläutern. Das nenne ich gern die „Inspektor-Columbo-Methode“: Wirke harmlos, vertraue auf den Narzissmus deines Gegenübers und locke es in die Falle.

(Screenshot:Twitter)

Unsere Jungautorin Marie gibt sich erzürnt und verwundert darüber, dass Bürger existieren, welche das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht gutheißen. Vielleicht ist sie tatsächlich noch zu jung, um zu begreifen, was dieses Urteil bedeutet – einen Freibrief nämlich, künftig bei jeder echten oder konstruierten Notlage die Bürger ihrer Grundrechte zu berauben. Mit der rückwirkenden Zustimmung zum „Osterlockdown“ nämlich sagte das Gericht nichts anderes als „es wird schon okay gewesen sein, da fragen wir mal nicht näher nach, wie unser Führungspersonal es begründet hat“.

Oder aber unsere Marie gehört zu jenen jungen Menschen, für die „Freiheit“ nur noch ein abstrakter Begriff ist, ja schlimmer noch, das Synonym für die Abwesenheit von Sicherheit. Denn persönliche Freiheit bedeutet auch Verantwortung: Man muss mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen leben und kann sich zudem, wenn eine totalitäre Phase vorbei ist, nicht auf „Befehlsnotstand“ berufen. Kein Wunder, dass es in Deutschland derzeit so chaotisch zugeht: Wir haben eine Bundesregierung – die alte und die neue nehmen sich da nichts -, die Verantwortung gern nach unten durchreicht, vor allem, wenn eine effektive Maßnahme mit Kosten verbunden ist. Diese Regierung trifft nun auf Bürger, welche von ihr erwarten, ihnen genau zu sagen, wo es lang geht, weil sie es offenbar nicht fertigbringen, die Schutzmaßnahmen, die sie für nötig erachten, selbständig in die Tat umzusetzen. Aus freiheitsverachtenden Maries, die begierig die Anweisungen aus dem Corona-Hauptquartier erwarten, werden mit fortschreitendem Alter dann später jene Nachbarschaftswächter, die während des Lockdowns Kindergeburtstage anzeigen. Auch wenn sie nicht sicher wissen, ob von kuchenessenden Kindern tatsächlich eine Gefahr für Leib und Leben ausgeht: Wenn es eine Vorschrift dazu gibt, dann muss diese auch gnadenlos angewandt werden.

Regelhinterfragung als Anstiftung zur Anarchie

Es verwundert nicht, dass die Maries dieser Welt den Wunsch nach bürgerlichen Freiheiten mit Egoismus gleichsetzen, denn er kollidiert heftig mit ihrem eigenen Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle. Es ist das „wo kämen wir denn hin”-Prinzip, das aus jedem Hinterfragen von Regeln gleich eine Aufforderung zur Anarchie herausliest. Natürlich braucht eine Gesellschaft Normen, um ein reibungsloses Miteinander zu gewährleisten, aber wer sagt, dass diese sich nicht ab und an einer Sinnprüfung unterziehen sollten?
Mit dem Vorwurf des Egoismus ist es leicht, seine Mitmenschen zu manipulieren. Das kennen wir von „Freunden“, die uns vorwerfen, egoistisch zu sein, wenn wir nicht permanent nach ihrer Pfeife tanzen – bis uns dann klar wird, dass dies eine verdammt einseitige Verpflichtung ist. Von solchen Menschen kommt nämlich selten etwas zurück, noch nicht einmal ein ehrlich gemeintes „Danke!“. Wenn Regierungen den Begriff „Egoismus“ ins Spiel bringen, bedeutet das ebenfalls meist nichts Gutes: Schlimmstenfalls muss man um sein Leben oder das seiner Liebsten fürchten, denn ist es nicht zum Beispiel egoistisch, als behinderter Mensch der Gesellschaft zur Last zu fallen? Genau so begründeten die Nationalsozialisten ihr Euthanasie-Programm.

Manchmal kommen mir die Maries vor wie die junge Frau in einem alten Blondinenwitz: Sie fällt tot vom Stuhl, als man ihr den Kopfhörer wegnimmt, über den sie beständig die Anweisung „einatmen, ausatmen“ bekommt. Viel fehlt bis zu diesem absurden Szenario bei den Maries auch nicht mehr.

5 KOMMENTARE

  1. @GEGÄNGELT
    das ist aber eine Verharmlosung !
    Das das Innenministerium von seinen Medien Horrorgeschichten anfordert und andere Positionen zensieren läßt, fällt eher unter Psychoterror – oder allgemein unter Terrorismus – nicht mit Bomben, sondern mit Worten ! Vielleicht kennen sie den Titel : „Sticks and Stones can break my bones, buit words can break my heart “
    Es gibt Leute, die das Regime noch ernst nehmen und ihnen vertrauen, und auf ganz perfide Art belogen und betrogen werden !

    Und das sie angeblich „niemand zwingen wollen“ – ist mehr als Hohn. Die Art der propagandagesteuerten Verfolgung und Vernichtung durch Verunmöglichung jedes Lebens ist übelste Erpressung, die Forderung, die Merz öffentlich machte und von dem Regime angestrebt wird : kein Arbeitsplatz für gesunde Menschen – ist Geiselnahme der ganzen Familie.

    Sie können sie ja „freiwillig“ gen-therapieren lassen – eine Forderung, die er Mafia Ehre macht – aber für einen Rechtsstaat eine Schande ist !

  2. Faschismus in Tateinheit mit Volkszüchtigungen, Freiheitsberaubungen, Erpressungen, etc. sind von und über die Politik bis zum von Merkels Gnaden eingesetzten Richter platziert, platziert
    gegen das Volk, man kann diese auch in die Schublade „Volksfeinde“ stecken.
    Gewaltenteilung, Grundrechte, Föderalismus, etc. sind faktisch abgeschafft.
    Demokratie, Menschenrechte, Freiheiten sind im Ars…….
    Ich wage eine Prognose, der Volkszorn wird sich bei Verantwortlichen zeigen.
    Denn sie haben es sich wahrlich verdient.
    Wo Hass-Prediger, Spalter, Rechtsbrecher mit Hilfe der Lügenpresse zu suchen
    und zu finden sind, das wissen (wollen) zumindest Menschen mit Verstand !
    Die anderen scheinen von der Nadel und dem Saft wohl bereits vernebelt und
    nicht mehr für voll zu nehmen.
    Diktatur lässt nicht nur grüßen, sie hat bereits durch Menschen verachtende Politik
    und Judikative massenhaft Einzug erhalten.

  3. In Österreich laufen neben den Warnstreiks folgende Gegenmaßnahmen:

    1. Eine große Anzahl von Arbeitnehmern lassen sich länger krank schreiben
    2. Sie meiden Geschäfte, wo nur 2G-Regelung gilt
    3. Sie meiden auch vielfach den Kontakt zu „Genadelten“.

    Bin echt gespannt, ob damit u.a. die Schmutzpolitik gegen das eigene Volk
    beendet wird.
    Hoffe, das wir in unserem Land gleichfalls, wie auch immer, gegen Willkür der
    Politik protestieren !

  4. Wenn ich mir als Ungeimpfter (Gesunder) ein Schutzhaftlager aussuchen kann, würde ich wegen der Seeluft etwas im Norden bevorzugen. Bitte nicht mehr als 500 Mann in der Baracke.

  5. Gängeln? Untertreibung des Jahrtausends!
    Real ist Deutschland und leider auch der größte Teil der Welt, besonders aber DE, ein Konzentrationslager in dem angeborene Naturrechte als Hafterleichterungen gegen Wohlverhalten teilweise und vorübergehend gewährt werden.

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