Im deutschen Nebel: Kennen Sie Hayek oder wenigstens Hegel?

Im deutschen Nebel: Kennen Sie Hayek oder wenigstens Hegel?

Kopf- und geistlos: Das deutsche Volk (oder was davon übrig ist) degeneriert nach Plan (Symbolbild:ScreenshotX)

Es ist schon einige Jahre her, vermutlich war es 1998 oder 1999, da eröffneten die beiden Herausgeber des im Rowohlt-Verlag erschienen „Jahrbuch Popkultur“, der VIVA-Gründer Dieter Gorny und der Hamburger Musikjournalist Jürgen Stark, in einem ihrer Jahresbände eine interessante Diskussion zum Thema „Brauchen wir ein pophistorisches Bewusstsein?“. Aus heutiger Sicht, zumal in diesem inzwischen nahezu vollständig verblödeten Land, mutet die Frage eher skurril an, zumal sie ein – scheinbar auch noch noch völlig irrelevantes – Randthema betrifft. Zumindest damals war dem aber ganz und gar nicht so – denn unter den von den Autoren redaktionell dokumentierten Antworten auf die genannte Frage kamen nicht nur entschieden bejahende Stimmen von Persönlichkeiten aus der damaligen Tonträger- und Unterhaltungsindustrie zu Wort, sondern auch Persönlichkeiten wie der damals noch lebende „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein (der heute sein abgewracktes Lebenswerk nicht ansatzweise mehr wiedererkennen würde) kurz vor seinem Tod im Jahr 2002. Die Mehrheit der Gastautorenbeträge antwortete auf die gestellte Frage nach der Notwendigkeit eines pophistorischen Bewusstseins mit Ja, und begründete dies durchaus geistreich. Augstein etwa resümierte geschichtsträchtig: „Meine besten Freunde waren Juden“ – womit er darauf anspielte, dass das Deutschland der 1920er Jahre mit seinen jüdischen Künstlern und Komponisten noch auf Augenhöhe mit der heraufziehenden US-Hollywood-Entertainment-Vormacht gewesen war, was sich dann aber änderte durch den jüdischen Exodus aus Deutschland, der auch die erste Boygroup der Welt, die genialen Comedian Harmonists, zerstören sollte und fortan im Land der Dichter und Denker für viele Jahre das Licht löschte.

Bezeichnend auch, dass es lange, bevor sich hierzulande die geistige Finsternis aus hohlköpfig-barbarischem National-Sozialismus und armselig-futterneidischem Real-Sozialismus in zwei Diktaturen ausbreiten konnte (mit schwersten Dachschadenfolgen bis heute!), neben dem weltoffenem, avantgardistischem Künstlerleben auch noch ein so genanntes „deutsches Geistesleben“ gab – ein anspruchsvolles Reflektieren und Sinnieren in Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik, in einer Salonkultur und gepflegten Debattenräumen. Diskurs ist eben nur da möglich, wo Menschen mit Geist und Verstand im kultivierten Umfeld aufeinandertreffen, sich austauschen und zuhören und ihre Ansichten offen reflektieren. Gibt man hingegen heutzutage, in Merkels kaputtregierter Resterampe Buntland, im Internet die Frage nach einem originär deutschen „Geist“ ein, werden einem tonnenweise antiquarische Bände offeriert, Druckwerke und Sammlerstücke, welche interessanterweise wie exotische Ware zu teils vierstelligen Beträgen gehandelt werden. Ist also demnach das geistige Leben der Deutschen inzwischen unter Staub begraben oder unterm Ladentisch verschwunden? Ist das, was die intellektuelle Kernsubstanz dieses Landes ausmachte, heute womöglich nur noch eine Vitrine in einem Museum?

Sonderbarer Grundton

Aufschlussreich ist hierzu ein Beitrag bereits aus dem Jahr 2020, der in der „Berliner Zeitung“ unter dem beinahe schon typisch inquisitorischen Titel „ Definition des deutschen Geistes: Wie sich die Deutschen konstruieren“ erschien. Es geht darin um eine harmlose Buchbesprechung, doch diese kommt  in einem sonderbaren Grundton daher, was schon alles verrät. Gegenstand der Rezension war das im C.H.Beck-Verlag erschienene Buch „Eine kurze Geschichte der deutschen Philosophie“, das wie ein fernes Signal aus einer anderen Zeit wirkt. Dessen Untertitel hatte hier schon beinahe den Charakter eines historischen Nachrufes: „Rückblick auf den deutschen Geist“. Schnell wechselte der Inhalt hin zu einer Erörterung „einer Vorstellung von deutscher Philosophie“. Das Buch des aus Mailand stammenden Philosophen Vittorio Hösle, dessen Vater ehemals das dortige Goethe-Institut leitete, atmet einen merklich antideutschen Zeitgeist – weshalb eine darin eingangs formulierte Frage wenig überrascht: „War die Entwicklung der deutschen Philosophie ein in sich geschlossenes, eigengeschichtliches Ereignis?“ Diese rhetorische Frage an den Weltkriegsverlierer und fortan auf ewigen erbschuldigen Nazi-Bösewicht beantwortet sich danach fast von schon von selbst – mit einem klaren Diktat: Nein!

Hösle, ein mutmaßlich schon frühzeitig „politisch korrekter“ Autor, schreibt dort strengstens: „Die Herauspräparierung einer eigenen Geschichte der deutschen Philosophie verkennt die realen Verweisungszusammenhänge in der Weltrepublik des Denkens … Ebensowenig fällt es leicht, Züge zu finden, die nur den deutschen Philosophen oder wenigstens allen von ihnen, gemeinsam sind.“ Und weiter im Text wider jegliche deutsche Identität: „Der Verdacht drängt sich auf, dass ‚deutsche Philosophie‘ ein artifizielles Konstrukt ist, das sich nichts anderem verdankt als dem Bedürfnis der deutschen Nation und des deutschen Nationalstaates, sich eine anspruchsvolle Identität zu verschaffen.“ Spezifisch deutsches Geistesleben wurde also dem nach 1945 auf ewig festgeschriebenen Paria der Weltgeschichte apodiktisch nicht mehr gegönnt; eine fatale Diktion, welcher sich viele deutsche Intellektuelle leider bereits ab den 1960er Jahren reihenweise angeschlossen hatten. Der deutsche Nationalmasochismus ward geboren: Wir sind nichts eigenes mehr, Deutschland bitte stets zuletzt!

Mehr Metaphysik als Physik

Diese Ansichten werden auch nichts gemindert dadurch, dass Hösle selbst leichte Zweifeln kommen, ob die Deutschen hier wirklich eine kulturgeschichtliche Ausnahme darstellen (er stellt fest, dass es „in den meisten Kulturen so etwas wie einen weltanschaulichen Mainstream gibt, der oft von demjenigen anderer Kulturen abweicht“). Nun tritt jedoch die „Berliner Zeitung“ in ihrer damaligen Hösle-Rezension auf den Plan – in der sie leicht fröstelnd und ebenfalls in taumelnder Irritation anmerkt: „Die Deutschen sind auch für Hösle da deutsch, wo sie das große Ganze interessiert. Mehr Metaphysik als Physik. Der Mainstream führt in die Irre – Sowie man das sagt, weiß man: Man lügt. Deutsch war schließlich eine der Hauptsprachen der Physik um 1900. Die zentralen Texte der Revolution des wissenschaftlichen Weltbildes wurden in deutschen Zeitschriften veröffentlicht. Max Planck und Albert Einstein arbeiteten in Deutschland. Sie waren keine Philosophen. Richtig. Aber sie haben die Philosophie des 20. Jahrhunderts stärker verändert als zum Beispiel der gewiss ja auch nicht einflusslose Martin Heidegger.“ Ja, wie denn nun , möchte man da fragen.

Aber dann geht es doch noch exekutorisch zur Sache, denn deutsche Identität soll, darf, kann es nicht und nie mehr wieder geben: „Vor allem aber gilt: Wenn es darum geht, historische Forschung zu betreiben, ist die Frage nach dem Mainstream exakt die, die in die Irre führt. Mit ihr bewegt man sich in den Klischees von angelsächsischem Empirismus, französischem Rationalismus und deutschem Geist. Das sind Konstrukte, die – wie Hösle ganz richtig schreibt – sich dem Bedürfnis verdanken, sich „eine anspruchsvolle Identität zu verschaffen“. Ein Bedürfnis, dem es von Anfang an um Abgrenzung geht, um das Starkmachen einer Differenz.“ – ein letztlich geistloser Lobgesang auf das anonyme Kollektiv, auf das Denken im Gleichschritt übernimmt hier politpolizeilich die alleinige Deutungshoheit, und das garantiert ohne identitäres Deutsch! Wir kennen das Ende der kranken Geschichte: Nach Adorno und Horkheimer und nach links offenem Anti-Geist blieb am Ende schließlich nichts mehr übrig vom deutschen Geistesleben. Das Sterben Deutschlands als manipulativ orchestrierter Fangschuss der antideutschen Strippenzieher in Brüssel, Davos oder Berlin oder auf elitären Milliardärsinseln ist nunmehr längst offen erkennbares Programm; die hier ausgebreitete Agenda bedeutet einen quasi exorzistischen Endsieg über die die kulturelle Identität der Deutschen.

Desorientiertes und leicht zu manipulierendes Dummvolk

Denn wo immer es noch gestaltende Kräfte unter Intellektuellen, in bedeutenden Medien oder den wenigen anspruchsvollen Nischen der Tagespolitik gibt, die öffentlich über das Hier im Jetzt und die Zukunft des Habitat Deutschlands mehrspurig reflektieren, sagen, was sie umtreibt und dafür niemanden um Erlaubnis bitten, sondern es einfach tun: Dort müssen diese Kräfte natürlich eliminiert werden – und das ist beinahe gelungen. Am Ende bleibt das, was dem heutigen Befund nahekommt: Ein zerrüttetes, kollektiv ungebildetes, geistloses, desorientiertes, leicht zu manipulierendes Dummvolk, welchem man dann auch erzählen, dass es 52 Geschlechter und menstruierende oder gar gebärende Männer gibt, wie natürlich auch produktive Fachkräftezuwanderung und einen Klimawandel, der bis in den Weltall hinaufreicht. Der letzte Rotz aus der zitierten „Berliner Zeitung“ lautete damals übrigens: „Man will sich unterscheiden. Wer dem nicht folgt, der begeht Verrat am Nationalcharakter.“ Wehe also, du willst dich unterscheiden und eztwas anderes sein als ein Aborigino, ein Eskimo oder ein Mongole (aktuell könnte man noch ergänzen: oder ein Grönländer)! Sorry, die Identität “Deutscher” gibt es nicht – unterscheiden Sie sich gefälligst woanders respektive anderweitig! Deutsche haben unterschiedslos und beliebige Sandkörner zu sein – und bitte dabei brav das deutsche Maul halten!

Jetzt haben wir den Salat – und sind am Ende angekommen. Ist es Ihnen noch gar nicht aufgefallen, dass wir heute Gräben, Spaltung und ein Lagerdenken zwischen zwei ausdifferenzierten politischen Paradigmen haben, die keinen Diskurs mehr führen können, dazu massive Veränderungen der parteipolitischen Landschaft, Umbrüche und Unruhen jeder Art zuhauf? Dass wir eine Entkernung und Umwertung aller   erleben? Dass Krieg und Frieden wieder beliebig zur Disposition stehen, während wir politisch kaum noch eine Wahl haben, weil Bevormundung, Diktat, “Alternativlosigkeiten” und somit Fatalismus ohne Ende herrschen – es aber eben kein Geistesleben mehr gibt? Keine politischen Denkschulen, keine richtungsweisenden Diskursführer, kurzum: keine echten Denker mehr, die auch Kontroversen auf Augenhöhe führen und aushalten? Das Ende vom bösen Lied: Es gibt zwar Streit bis zum Hass, aber keine offene Systemdebatte mehr. Keine politische Theorie leuchtet am Himmel oder bis zum Horizont, kein neuer Hayek oder andere Ökonomen erklärt uns ihre Ansätze vom neuen liberalen Paradies. Keine Freigeister oder konservative Vordenker holen uns geistig raus aus dem tiefen Schlammassel, in dem wir hier sitzen. Niemand steigt mehr mit frischen Ideen in den Ring und entwickelt jenseits des Blockdenkens der öden Lager neue Perspektiven. Die Bretter vor den Köpfen wirken wie auf ewig angezimmert. Es gibt kein Entrinnen.

7 Antworten

  1. Freigeister oder konservative Vordenker gibt es schon, nur hört ihre Stimmen kaum einer, weil sie im Lärm der Idiotie untergehen.
    😜

  2. Übrigens:
    Ob ein Hösle etwas schreibt oder sich in dasselbe macht, interessiert mich nicht die Bohne.
    😜

  3. Als im Krieg geborener kann ich nur eines sagen, dass bis ins Jahr 2000 es wirschaftlich immer steil bergauf ging. In den Jahren nach 2000 fing der geistige VERFALL der EU-Politik an. Der Grund ist einzig und alleine in der um sich greifenden „geistigen VERBLÖDUNG“ der LINKEN Politik von Merkel bis Merzel. Leider ist es trotz KI. nicht möglich, „erbsengroße Gehirne“ auf Norm- Größe auzublasen, weil auch die Forschung an „geistiger Leere“ leidet.

    FAZIT:…In Deutschland, in den westlichen Länder der EU, sowie im UK, wird das Leben von einem alles verhindernden und erstickenden dichten und schwarzen Gewölle aus Angst, Bedenken, Regulierung, Bürokratie, Verordnungen, Vorschriften und Gesetzen erstickt. Es ist eine tatsächlich bleierne Zeit. Selbsthass, links-grün-woker-ideologischer Wahn zur Weltenrettung – der nichts anders als der schlecht kaschierte Drang zur Weltherrschaft ist – Verhinderung von allem Neuem bei gleichzeitiger Zerstörung der Sozialkassen und der Energieversorgung, dadurch zwingend der Industrie, des Gewerbes und des Handwerks und in der Folge natürlich des Wohlstands.

    Dazu bräuchte man eine Kettensäge:…Alle Verordnungen und Gesetze der letzen 30 Jahre der EU und Deutschlands einfach für ungültig zu erklären, könnte so ein Befreiungsschlag sein, der, wie in Argentinien, ungeahnte Kräfte entfalten würde. Die Zahlungen an alle TERROR–NGOs einzustellen ist auch dringend geboten. Die Entwicklungshilfe und die Sozialgesetzgebung wieder auf die Füße zu stellen wäre ebenso ein unbedingt notwendiger Befreiungsschlag. Auch bei Subventionen sollte man sich von Argentinien und Javier Milei inspirieren lassen und sie mehr oder minder ersatzlos streichen. Daher ist AFD..wählen wichtig…!!!

    1. Kling für mich nicht nach der Stimme einer Sozial abgehängten Gröhlbacke, die ihr Heil (berechtigter Weise) bei der Alternative gefunden zu haben scheint .
      Auch in dieser Partei fehlt es immer an gutem Personal, dass nicht nur, wenn erst einmal mit Amt und Titel versehen, die Fähigkeit zu Gestalten abhanden kommt .

      Treten Sie in die Partei ein und übernehmen sie Verantwortung. …..meine Empfehlung!
      Das Zeitfenster für umfangreiche Reformen schließt sich immer schneller, weil die gut Orchestrierten Angriffe auf unser Land und unsere Identität mittelfristig als Irreversibel einzustufen sind.

      Beste Grüße aus dem Herforder AfD- Kreisverband
      Christof

  4. Eilmeldung von Alexander Raue !

    https://youtu.be/a4tpb1LTYYM

    Vermietertagebuch – Alexander Raue

    „Merz zieht Notbremse – Einladung für neue Allianz mit 6 Ländern bereits verschickt!

    Gestern Abend hat unsere Bundesregierung die Bombe platzen lassen und die europäische Union faktisch beerdigt. Ganz Still. Ohne Pressekonferenz. Ohne Schlagzeilen.
    Die Bundesregierung hat intern einen Brief verschickt – mit einer klaren Botschaft: Mit der EU geht es nicht mehr weiter. Dieser Brief ging an 6 andere Länder und es wurde eine neue Allianz vorgeschlagen: Weniger Staaten. Mehr Macht.
    Wenn dieser Plan aufgeht, dann ist die EU Geschichte & das wird eine heftige Kettenreaktion auslösen!“

    Wollen wir uns nichts vormachen, diese unsägliche Regierung wird mit fast 100%iger
    Wahrscheinlichkeit niemals wollen, das Deutschland aus der EU austreten wird !!!

    Interessant ist auch, das Ungarn sich nicht unter den „6 Ländern“ befinden soll !
    Im übrigen alles, was dieser Kanzler 2. Wahl anstrebt, ist zigmal zu hinterfragen und nicht zu vertrauen !
    Soll die neue „Allianz“ auf Weisung von BlackRock ins Leben gerufen werden?
    Denn alles bzw. fast alles was dieser Sauerlänger anpackt, ist erst einmal nicht beachtend wert !!!

  5. Antwort einer Gründoofen.
    Hegel kenn ich nicht, aber
    Hagel hatten wir bei uns in
    der Stadt schon mal.