Im Focus: Viel Falsches zum Faschismus

Geschichtlich grotesk schiefe Vergleiche im „Focus“ (Collage:Jouwatch)

Auf ein unglaublich niedriges geistiges Niveau hat sich die Zeitschrift „Focus” in ihrer neuesten Druck-Ausgabe hinunterbegeben: Fast die Hälfte der Regierungen Europas, darunter die Schwedens und Italiens, werden da in in einem Beitrag des Redakteurs Uwe Wittstock in Verbindung mit Mussolini und Hitler gebracht, während an der Mainstream-Politik kein einziges Problem erkannt wird. Der Text beginnt mit einer historischen Schilderung von Benito Mussolinis Machtübernahme in Italien 1922 und einem Rückblick auf die anderen faschistischen Systeme der Zwanziger und Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Dies ist noch verständlich, daraus kann man ja etwas lernen, da wollen wir nicht wieder hin. In diesem Zusammenhang wird im Vorübergehen auch ein neues Werk des Historikers Thomas Weber sowie einiger Fachkollegen, „Als die Demokratie starb”, erwähnt.

So weit, so gut – jedoch entpuppt sich dies nur als eine Art Einleitung, und danach wird schnell klar, worum es dem Autor wirklich geht. Er möchte den Bogen zu heute schlagen. Im Prinzip auch noch nicht verwerflich – dieses Bogenschlagen erfolgt beim Autor jedoch auf eine Art, die doch einige Kommentare erfordert. In einem großen Rundumschlag wagt er es, über Politiker, Parteien, Regierungen und Ereignisse zu urteilen, bei denen doch ein bißchen mehr Differenzierung nötig gewesen wäre. Alles vom Folgenden sei jedoch quasi die heutige faschistische Wiedergeburt, so der Artikel Wittstocks.

Rundumschlag, wie’s gerade paßt

Putin, die „Machthaber Ungarns, Polens und der Türkei„, die frischgewählte italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, ihr Landsmann Silvio Berlusconi, die „neue liberalkonservative Minderheitsregierung in Schweden“ (seit wann ist liberal schlimm?) aufgrund ihres Angewiesenseins auf die Schwedendemokraten, die FPÖ in Österreich, Marine Le Pen, die SVP der Schweiz, die Dansk Folkeparti (die aber längst von anderen in der Wählergunst überholt wurde), der Brexit, Donald Trump, natürlich die AfD, später im Text noch Jair Bolsonaro, und noch so manche Personen und Dinge mehr. Das alles sei die Reinkarnation des Faschismus oder pflastere den Weg dorthin.

Fotos unterstreichen diese Stoßrichtung: Da erblickt man auf einem Mussolini und Hitler, darum herum drapiert finden sich im Uhrzeigersinn Giorgia Meloni, der weißrussische Diktator Lukaschenko (oder auch Lukaschenka, dies ist die weißrussische Namensgestalt), eine Nazi-Parade 1937 in Berlin, Björn Höcke (das war vorherzusehen!), Putin mit barem Oberkörper in Macho-Pose, Marine Le Pen und der „Sturm auf das Kapitol”. Damit wird suggeriert: Alles eine Soße. Dabei handelt es sich um eine unglaubliche Vereinfachung, die doch zweifellos unzulässig ist und in die Irre führt. Durchaus richtig wäre es gewesen, an einigen der genannten heute lebenden Personen Kritik zu üben, sie vielleicht sogar niederzuschreiben. Alle genannten in einen Topf zu werfen – das jedoch nicht, denn da bestehen doch ganz erhebliche Unterschiede.

Dagegen EU, Nato und Biden: Alles ganz super

Das ist aber nicht die einzige intellektuelle Glanzleistung (ironisch gemeint!) des Autors. Nein, nein, mit dem Verriß sind wir noch nicht fertig. Wie der Verlauf des Textes zeigt, gibt es eine zweite Meisterleistung, und die ist noch ungeheuerlicher: Es findet sich nicht der geringste Hinweis auf etwaige Verfehlungen der Mainstream-Politik, nicht die leiseste Andeutung, daß da vielleicht etwas schiefläuft, nicht die kleinste Bemerkung – nicht einmal zwischen den Zeilen. Der Text sagt de facto aus, an EU, Nato und Biden sei alles ganz super. Die gebe es ja zum Glück, da könne man froh sein. Dazu kommt Herrn Wittstock nicht die geringste Kritik oder einschränkende Bemerkung in den Sinn. Die Regierungen Merkel und Scholz werden nicht ausdrücklich erwähnt, aber wahrscheinlich fiele ihm dazu auch nichts anders ein als Daumen rauf, ganz toll.

Der Autor offenbart damit ein primitives Schwarzweißdenken, das nicht mehr zu überbieten ist. Denn mehr als ein Plus gegen Minus, als ein Toll gegen Mist, als ein Gut gegen Böse kann er nicht erkennen. Oder verkauft er nur seine Leser für so blöd? Nein, er scheint von Dingen, die er zusammenschreibt, wirklich überzeugt zu sein, schreibt mit Verve und Engagement. Im Zusammenhang damit fehlt Herrn Wittstock jedes Verständnis dafür, wie es denn zu den von ihm gebrandmarkten Phänomenen kommen konnte. Nicht einen Moment lang stellt er sich diese Frage – dabei wäre doch genau das der interessante Punkt gewesen. Das Bohren nach Kausalzusammenhängen, das eigene Nachdenken, die tiefergehende Analyse: Das ist nicht seine Welt. Tatsache ist: Als im Mainstream noch einigermaßen normale Politik mit gesundem Menschenverstand gemacht wurde, hatten Parteien und Personen von den Rändern keine Chance. Heute hat sich die Welt jedoch erheblich verändert. Da wären beispielsweise zu nennen die Errichtung des bürokratischen Monsters EU mit Demokratiedefizit, die permanenten weiteren Einschränkungen der Meinungsfreiheit durch immer neue Gesetze, der Angriffskrieg der Nato auf Serbien 1999 und die später erfolgte völkerrechtswidrige Abtrennung des Kosovo.

Corona-Maßnahmen im Land des Nationalsozialismus

Und, erst recht, die Errichtung einer Zweiklassengesellschaft aus Gespritzten und Ungespritzten in der Corona-Zeit: Die ersten hatten mehr Rechte, die zweiten weniger Rechte, waren sogar Outlaws, wurden unflätig beschimpft und verdammt. Übrigens weist im genau gleichen „Focus”-Heft an anderer Stelle Jan Fleischhauer auf Burkhard Müller-Ullrichs Internet-Seite „Ich habe mitgemacht” hin, die – Stand Anfang letzter Woche – bereits 1.581 Haß- und Hetz-Aussagen aus der Corona-Zeit gesammelt hat. Fleischhauer merkt an: „Es gruselt einen, wenn man sich durchscrollt. Der Ton ist so unbarmherzig, wie man ihn sonst nur aus Diktaturen kennt.” Man hört manchmal, der Faschismus komme heutzutage oft aus der Mitte der Gesellschaft. Dem möchte man zustimmen, jedoch auf etwas andere Art, als der Satz gewöhnlich gemeint ist: Der Faschismus hat sich nämlich gerade in der Corona-Zeit beispielsweise in all diesen kleinen Blockwarten und Spritzeneinpeitschern gezeigt. Und das hätte das wahre Thema von Wittstocks Aufsatz werden können.

Wurde es jedoch nicht. Hat er von den grundgesetzwidrigen drastischen Grundrechtseinschränkungen rein gar nichts mitbekommen? Hat er sich die Maske aus Versehen über die Augen und über die Ohren gezogen? Und das Erläuterte ist längst noch nicht alles, was sich an Übergriffen und Fehlentwicklungen anführen ließe. In vielen Fällen wird sogar umgekehrt ein Schuh draus: Gerade von denjenigen Akteuren, die Wittstock an den Pranger stellt, wurde und wird versucht, dem Unheil entgegenzuwirken, und manchmal gelang dies sogar. Gucken wir mal genauer auf einige von ihnen: So hat in Italien Giorgia Meloni sofort nach Amtsantritt die dortige restriktive Corona-Politik beendet. Dafür wurde sie gewählt, das hat sie getan.

Umfragewerte kommen nicht aus dem Nichts

Freilich wurde das nördlich der Alpen, im Reich von König Karl dem Wissenden, in den Medien nicht an die große Glocke gehängt – brächte es doch die Politik hierzulande in Erklärungsnot. Frau Meloni fiel die historische Aufgabe zu, die Freiheit wieder herzustellen, und die löste sie. Das hat mit Mussolini rein gar nichts zu tun, sondern verkörpert das Gegenteil. Inzwischen liegt Melonis Partei in Umfragen sogar noch deutlich über dem Wahlergebnis, nämlich bei 30 Prozent. Wenn ferner Herr Wittstock die FPÖ erwähnt, so muß doch darauf hingewiesen werden, daß Herbert Kickl, wie sehr oder wie wenig man sonst mit seinen Meinungen übereinstimmt, sich ganz entschieden für die Abschaffung der drastischen Corona-Maßnahmen Österreichs (die mit denen Deutschlands einhergingen, sie mit der Impfpflicht sogar übertrafen) eingesetzt hat. Der Brexit ist und bleibt negativ geframed, so auch bei Wittstock – aber eingeräumt werden muß doch, daß die Briten sich damit dem Wahnsinns-Superstaat EU entzogen haben und jetzt wieder ein unabhängiges Land sind, das seine eigenen Entscheidungen fällen darf.

Kommen wir zu Deutschland, so stellen wir fest, daß die AfD in Umfragen zur Zeit bei 15 Prozent steht. Wie könnte denn das sein, wenn die Politik von CDU bis Linke, von Merz über Lauterbach bis Wissler, so makellos wäre? Deren Politik wird anscheinend vielerorts als so unterirdisch identifiziert, daß für viele Wähler die sogenannte rechtspopulistische Partei das kleinere Übel ist (falls sie nicht zu Nichtwählern werden). Wenn die Ampel und Nancy Faeser, wie sie ankündigen, weitere Anreize für die Zuwanderung setzen, werden sich unter den neuen Zugewanderten auch wieder solche mit Messern befinden, wie die Erfahrung seit 2015 lehrt – und die werden gerne mal eingesetzt.

Dilemma unserer Zeit

So wurde ja erst vor wenigen Tagen, am 5. Dezember, die 14jährige Ece S. im baden-württembergischen Illerkirchberg von einem Eritreer auf dem Schulweg erstochen (im besagten Focus-Heft wird dieses Thema nur sehr kurz angesprochen). Dabei ist Ece S. lediglich eines in einer langen Reihe von Opfern. Wenn das so weitergeht, dann benötigt man keine Glaskugel, um zu wissen, daß die Werte der AfD noch steigen werden.

Folgendes ist doch das große Dilemma unserer Zeit: Mainstreampolitik und -presse ist das Gefühl für Demokratie, Freiheit und rechtschaffenes Handeln abhanden gekommen. Sie setzen sich nicht mehr für sie ein, halten sie anscheinend in Wirklichkeit für gefährlich. Sie haben diese Werte ersetzt durch ihre Besserwisserei. In diesem Spannungsfeld kommen – wenig verwunderlich – europaweit andere politische Kräfte empor. Wer dies nicht möchte, der muß bei sich selbst anfangen und besser werden. Auch täte es vielen gut, mehr Toleranz aufzubringen für Positionen, die sie zwar nicht teilen, die in einer Demokratie aber ebenfalls eine Existenzberechtigung haben. Wahr ist auch die Diagnose folgender Tristesse: Die Illiberalität eines Herrn Orbán ist nichts, was deutschen Verhältnisse in irgendeiner Form gegenüberstünde, sondern einfach nur das Spiegelbild der Illiberalität Deutschlands. Die Herausforderung besteht heute gerade darin, in diesem Wust der Verhältnisse geistig zu manövrieren, seinen eigenen Standpunkt noch finden zu können, zu seinen Prinzipien zu stehen und Widerspruch zu äußern, wann immer man das für nötig befindet. Das Bild ist viel komplexer und schwieriger, als es uns der „Focus”-Artikel vormalt.

Jetzt schlägt’s dreizehn

Ein weiterer der geistigen Ergüsse Wittstocks über das Thema Faschismus sei kurz wiedergegeben: Zum Glück habe es ja vor einigen Tagen die Razzia gegen die böse „Reichsbürger-Verschwörung” gegeben. Man merkt ihm seine große Erleichterung an. Dieser Razzia wendet sich im übrigen auch in derselben Focus-Ausgabe ein eigener Artikel zu. In diesem werden wir belehrt, wie unheimlich gefährlich dieses Kaffeekränzchen gewesen sei und von was für einem Heidenglück wir deshalb sprechen können, daß das – vermutlich auf einem Bierdeckel notierte – Schattenkabinett dingfest gemacht wurde. Dabei fanden die Einsatzkräfte genau eine (!) einsatzfähige Schußwaffe. Da sollte man sich mal in Burkina Faso oder bei staatlich geprüften Islamisten in anderen einschlägigen Ländern erkundigen, ob das für einen Umsturz ausreicht. Und Roland Tichy spöttelt, bei den Möchtegern-Putschisten handle es sich um „zum großen Teil Herren fortgeschrittenen Alters, die sich dem Zugriff der Polizei vermutlich mittels eines Treppenlifts entziehen wollten.
Der Obermacker der Verschwörer heißt übrigens Heinrich XIII. Prinz Reuß. Der dreizehnte! Ja, die 13 ist ja eine Unglückszahl, da kann es einem auch mal passieren, daß man verhaftet wird…

Gegen Ende des Artikels rutschen dem Autor dann doch noch zwei vernünftige Sätze heraus, von denen er aber wahrscheinlich gar nicht erkennen kann, wie richtig sie sind: „Der Kampf um die liberale Demokratie wird nicht einfach werden. Wer Sie verteidigen will, kann das nicht von alten Komfortzonen aus tun.” Ja, viele kritische Deutsche wollen genau das: die liberale Demokratie verteidigen.

Erwartungen an den Journalismus

Aber gegen wen ist das am notwendigsten? Gegen diejenigen, die tatsächlich die Macht haben, die Demokratie zu beschädigen, und dies auch tun! Wittstocks Artikel kommt selbst aus einer geistigen Komfortzone: nämlich aus der Überzeugung, er müsse vieles gar nicht hinterfragen. Aufgeweckte Leser wollen jedoch von Journalismus, daß er differenzieren, weiterdenken und Anregungen geben kann. Die Verkaufszahlen einschlägiger Printmagazine sinken in Deutschland; ein Lied davon kann auch der zum „Focus” in Konkurrenz stehende „Spiegel” – und zwar nicht erst seit der Relotius-Affäre – singen. Wir verstehen jetzt auch, warum. Grund dafür sind unter anderem solche einfältigen Schwarzweißmalereien wie die hier besprochene, anstatt die Analyse auf ein neues Level zu heben.

Man blättert zurück zum Cover des „Focus” und erfährt: 4,90 Euro wollen die dafür haben. Falls sich jemand Sorgen macht: Das Exemplar habe ich mir nicht gekauft, sondern es stand mir gratis zur Verfügung. Bevor jetzt aber jemand zum Kiosk rennt: Das Geld ist nicht nur weg, es ist unglücklicherweise sogar in die eigene Verblödung angelegt. Dieser Verriß eines „Focus”-Artikels ist kein Selbstzweck, sondern soll dazu dienen, sich vielleicht wirklich mal darüber Gedanken zu machen, in welch vielfältiger Gestalt der Faschismus zurückkehren kann – und ob er das nicht schon seit einer ganzen Weile tut. Äußern wir uns dazu!

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17 Kommentare

  1. Machen wir uns nichts vor: Solche armleeligen Gazetten wie „Focus “ sind nicht mal als WC-Papier zu gebrauchen…wer sein Geld für diesen Müll aus gibt, ist wirklich zu bedauern…

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  2. „Die erste Stadt in Europa will die Bewegungsfreiheit der Menschen massiv einschränken. Du darfst dich nur noch dort bewegen, was du innerhalb von 15 Min spazieren erreichen kannst. Für alles andere brauchst du eine Genehmigung von der Stadtverwaltung. Überwacht wird das ganze mit Straßensperren und Kameras…“

  3. Ich war mal in Oxford und habe mich schon über die Sitzbänke gewundert die alle ballig sind damit keiner darauf liegen kann und sitzen ist darauf auch sehr unbequem. Kurz gesagt eine ungemütliche Stadt. Radfahren ist da auch nur schlecht möglich weil es kaum ordentliche Radwege gibt. Mich hat eigentlich nur die alte Uni interessiert und deren Gebäude habe dabei festgestellt das es keine Uni ist wie wir sie in Deutschland kennen sondern besteht aus 38 einzelnen Colleges die mit Sicherheit die Ideologien der einzelnen Gründer aus den vielen Jahrhunderten verbreiten. Da kommt dann eben solch ein Blödsinn heraus.

  4. Wissenschaft muss nicht unübersichtlich sein. Jedenfalls kann die Politikwissenschaft zum Phänomen „Faschismus“ Wertvolles beisteuern.
    So kann man die vielen Merkmale des Faschismus in zwei Kernmerkmale zusammenfassen. Diese sind:
    a) die programmatische Einrichtung einer Diktatur
    b) die Anwendung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung.

    Selbstverständlich ist es wichtig, mögliche Vorzeichen und Anbahnungen dieser Kernmerkmale kritisch und genau zu beachten. Solche Vorzeichen und Anbahnungen sind
    für a) eine schleichende Entdemokratisierung
    für b) die Akzeptanz und Förderung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung.

    Beispiele für „schleichende Entdemokratisierung“:
    – Die Missachtung und Unterminierung von gültigen Gesetzen (Aufenthaltsgesetz, Asylgesetze, Art. 16a GG) ist eine Unterminierung des Parlaments (Bundestag), das diese Gesetze gemacht hat.
    – Die Missachtung und Quasi-Abschaffung der nationalen Grenzen ist eine Abschaffung des Parlaments, denn ein Parlament hat nur politische Gestaltungsbefugnisse (deren Einhaltung über Exekutive und Judikative sichergestellt werden sollen) in einem fest definierten geographischen Bereich. Wenn die Grenzen abgeschafft werden, wird auch das innerhalb dieser Grenzen zuständige Parlament de facto abgeschafft. Es ist also kein geschichtlicher Zufall, dass die Parlamentarisierung einherging mit der Bildung von Nationen.
    – Die Verunglimpfung der Demokratie als zu schwach (zur Lösung anstehender Probleme) ist ein beliebtes Argument der Faschisten gegen die Demokratie. In den 1920ern diffamierten die schwarzen und braunen Faschisten die Demokratie als zu schwach gegen den Bolschewismus (das sind die roten Faschisten). Die grünen Faschisten von heute diffamieren die Demokratie als zu schwach, die Umweltprobleme zu lösen, z.B. Jorgen Randers (in einem Interview der Öko-Zeitschrift „enorm“) oder Göring-Eckardt („Es gibt ökologische Wahrheiten jenseits der Mehrheitsentscheidung.“).
    – Die Schleifung der Grundrechte: Im Zuge der Covid-19-Hysterie wurde das Recht auf Unversehrtheit der eigenen Wohnung ausgesetzt und das Recht auf körperliche Unversehrtheit fast ausgehebelt. Der mündige (d.h. selbstdenkende) Bürger wurde als „Querdenker“ diffamiert, wenn er beim Denken zu anderen Ergebnissen kam als die Bundesregierung.
    – Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz wurden durch handverlesene Personalbesetzung von seiten der Regierung zum „Regierungsschutz“ umgebaut.
    – Mindestens seit 2013 werden die Koalitionsabgeordneten durch den Koalitionsvertrag verpflichtet, alle Gesetzeseingaben der Regierung in den Bundestag durchzuwinken, was mit der namentlichen Abstimmung im Bundestag dann von den Koalitions-Parteibonzen kontrolliert wurde. Dies hat in der letzten Legislaturperiode dazu geführt, dass alle (!) Gesetzes eingaben der Regierung durchgewunken wurden. Alle! Ergo: Die Regierung hat die Gesetze gemacht. (Das ist übrigens der erste Satz des Hitler’schen Ermächtigungsgesetzes.)

    Beispiele für „die Akzeptanz und Förderung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung“:
    – Als ein „falscher“ Ministerpräsident in einem Landesparlament gewählt wurde, wurde ein „Antifa“-Mob instrumentalisiert, der gegen dessen Privathaus und Familie Druck ausübte. Der verfassungsgemäß Gewählte trat zurück.
    – Als nach einem Mord an einem Mädchen durch einen Migranten einige Demonstranten gegen die Merkel’sche unbegrenzte, gesetzeswidrige Einwanderung demonstrierten (mit Schldern „Merkel muss weg“), organisierte die SPD-Dreyer gemeinsam mit dem DGB einen kostenlosen Bustransfer der sog. „Antifa“ dorthin, damit dies gewaltbereite Gruppe die Demonstranten drangsaliert und schikaniert.
    – Die gewaltbereite sog. „Antifa“ wird durch die Bundesregierung mit Steuergelder versorgt.

    Man muss Hans-Georg Maaßen recht geben, wenn dieser sagt: „Wir erleben derzeit eine schwere Krise der parlamentarischen Demokratie.“

  5. Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor hier noch mal klat gestellt hätte, dass die Wurzeln des Faschismus im linken Lager liegen und NationalSOZIALISMUS, wie der Name schon sagt, auch eine Form des Sozialismus, also links ist.
    Das wird bei unseren linksgrünen Weltverbesserern gern verdreht oder verschwiegen und kann gar nicht oft genug wiederholt werden!

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    • Alle Faschisten, vom roten über den schwarzen hin zum grün-braunem blicken alle auf den selben Vater, Moses Hess, dessen Schriften mehr als wirr sind

    • @ DeepestBlue:
      Ja, es lohnt immer, diese Tatsache herauszustellen, dass also die Linksideologie die Blaupause aller faschistischen Systeme ist. Die in meinem obigen Post herausgestellten zwei Kernmerkmale des Faschismus machen dies deutlich:
      Kernmerkmal 1: die programmatische Einrichtung einer Diktatur
      Kernmerkmal 2: die Anwendung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung.

      Für die Linksideologie heißt das:
      Zu Kernmerkmal 1: Diktatur des Proletariats (die programmatische Einrichtung einer Diktatur)
      Zu Kernmerkmal 2: Revolution (die Anwendung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung).

      Es ist also kein geschichtlicher Zufall, dass alle (!), seit 100 Jahren alle (!) Umsetzungen der Linksideologie im Faschismus (hier: rotem Faschismus) nicht nur endeten, sondern von Anfang an faschistische Diktaturen waren.

  6. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor hier noch mal klat gestellt hätte, dass die Wurzeln des Faschismus im linken Lager liegen und NationalSOZIALISMUS, “

    Die Nationalsozialisten waren AntiMarxisten udn gläubige Christen. Während die Sozialisten schon immer Atheisten waren.
    Nach Ihrer Logik wäre der Bismarck auch ein Linker Sozialist gewesen. Informieren Sie sich doch bitte, was er alles eingeführt hat.
    Sie werden staunen.
    Heutzutage werden Begriffe wie „Kommunist“ und „Nazi“ oder „Rassist“ viel zu inflationär gebraucht. In den USA werden sogar Biden, Obama udn H. Clinton als Kommunisten beschimpft, obwohl Obama (8-jährige Amtszeit als US Präsident) das komplette Gegenteil eines Sozialisten war.
    (neoliberale Reformen, Kürzung von Sozialleistungen, unter Obama die meisten Abschiebungen von Illegalen als unter den Amtsvorgängern , Obama bekam sogar den Spitznamen „Deporter in chief“, Verteilung von Billionen für die Reichen Großkapitalisten udn für die Banksters, Zerschlagung der linken Occupy Wall Street Bewegung wurde unter Obama durchgeführt)

    Wer neoliberale Politik mit linker Marxistisch sozialistischer Politik gleichsetzt, hat von Wirtschaftspolitik überhaupt gar keine Ahnung. Genau das wird in den USA sehr häufig gemacht, sogar unter den (Pseudo-) Intellektuellen….

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  7. Danke für den Beitrag! „Rundumschlag, wies gerade passt. “ Und bei politischen Definitionen passt es. Grundlage für heutige Faschismus Definitionen sehen sie in der Wikipedia. Diese Grundlagen sind dermaßen unglaubwürdig, das solche Schreiber wie der bei Fokus ( einem renommierten Blatt für politisch verblödete Massen) erwähnte, gar nicht merken das sie grundlegend falsch fahren. Sie können es aber auch nicht, wenn sie nicht aus dem Osten kommen oder sich mit politischen Definitionen von dort nicht auskennen. Die meisten in Europa mal von Russland abgesehen haben nie eine Faschismus Definition gesehen haben. Sie kennen nur den Holocaust. dieser Begriff ist keine Faschismus Definition, sondern eine Verkürzung und Begriffsklitterung des Begriffs. Wer es ernst meint sollte die Leute anhören die diesen begriff geschaffen haben weil sie ohne ihn nicht überlebt hätten. Ich sage hier mal Georgii Dimitroff. Auch Mussolinis Begriff ist nur eine Verkürzung des Faschismus Begriffs der alles was dieses System zu dem macht was es ist außen vorlässt. bei Interesse stelle ich die Dimitroff Definition gern hier ein. Sie entstand zur Verteidigung von Dimitroff durch ihn selbst beim Reichstagsbrandprozess. Das und seine Verteidigung selbst hat ihm das Leben gerettet. Von den USA können wir die globale Variante des Begriff Faschismus sehen und mit Dimitroffs Definition vergleichen. Aber Dimitroff war Kommunist. Ich weiß das dieser Satz jetzt viele davon abhält sich mit diesem Begriff zu befassen. Aber da sind sie nicht allein und sitzen in einem Boot mit den Eliten der USA-GB -EU und das millionenfach!

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