Im Transenland: Überall „Deiwörsitie“

Grünen-MdB Markus „Tessa“ Ganserer (Foto:Imago)

Gestern quäkte in der Werbepause des Spielfilms Heidi Klums gewöhnungsbedürftige Stimme in mein Ohr: Auch bei „Germany’s Next Topmodel“ wolle man jetzt ganz auf „Diversity“ setzen – na da schau an! Als Vorgeschmack waren ein paar schon reifere Damen in eleganten Abendkleidern zu sehen, die über den Laufsteg wandeln – es sah sehr ästhetisch aus. Dann die jungen Mädchen, die oftmals in Outfits gepackt werden, bei denen ich mich frage, ob es hier noch um Schönheit geht oder die Weitervermittlung an eine Escort-Agentur für Kunden mit Unterwerfungsbedürfnissen. Aber fehlte da nicht noch eine Gruppe? Richtig, die Transfrauen – aber keine Sorge, im letzten Jahr waren sie dabei, und eine der Damen trug dann auch stolz den Titel davon.

Ich finde es einerseits verständlich, dass sich Transfrauen, die viel Energie und Zeit in ihr Erscheinungsbild investieren, in einem Schönheitswettbewerb mit Frauen ohne Y-Chromosom-Hintergrund messen möchten; schließlich möchte man wissen, ob die Bemühungen etwas gebracht haben. Nur: Geht es dann schlussendlich noch fair zu, oder haben automatisch alle anderen Frauen verloren, sobald eine Transfrau den Catwalk betritt? Nicht, weil sie weniger attraktiv wären, sondern weil der Hype um Transsexualität es fast unmöglich macht, den „Ex-Mann“ ohne schlechtes Gewissen auf einen hinteren Rang zu verweisen? Es ist dieselbe Falle wie beim Thema Rassismus: Ist einmal der Vorwurf gefallen, kann man ihn nie wieder ganz loswerden.

Immer toleranter als die Konkurrenz

Bei einem älteren oder molligen Model könnte es ja noch heißen „Sie hat einen respektablen vierten Platz belegt”; im Falle einer transsexuellen Viertplatzierten würde mit ziemlicher Sicherheit irgendeine Schlagzeile lauten: „Hat sich am Ende doch die Transphobie durchgesetzt?” Es können derzeit im Grunde alle nur verlieren. Ein Titel, bei dem sich nicht einmal der/die/das „Gewinner*In“ sicher sein kann, ob er/sie/es ihn auf Grund von objektiven Kriterien erhalten hat – das hat einen schalen Nachgeschmack. Wäre es nicht spannender gewesen, zum Casting zu gehen, ohne irgendetwas über die Transidentität zu verraten, und einfach zu schauen, was passiert?

Das hätte allerdings schon zu Beginn nicht zum Konzept der Sendung gepasst. Denn die Macher wollen sich selbst auf die Schultern klopfen können, weil sie so enorm tolerant sind, immer noch ein bisschen toleranter als die Konkurrenz – da muss man schon ordentlich was auffahren und es auch in die Welt posaunen. Zu diesem toleranten Image gehört es mittlerweile, jede Form von denkbarer Enttäuschung von Randgruppen fernzuhalten, auch wenn diese gar nichts mit dem zu tun haben, was sie zur Randgruppe macht. Also auch solche Rückschläge, die für alle anderen genauso frustrierend und enttäuschend sind – aber auch Erfolge schätzenswerter machen. Dahinter steckt wieder einmal der Gedanke, man könnte den Menschen Toleranz abpressen – was bekanntlich immer krachend scheitert.

Nun sind Schönheitswettbewerbe eher eine Randerscheinung und man kann der transsexuellen Kandidatin nicht per se unlautere Absichten unterstellen. Das ist in anderen Bereichen bekanntermaßen bereits nicht mehr auszuschließen. Vor allem, seitdem „mann“ noch nicht einmal mehr den hohen Preis einer operativen Geschlechtsangleichung zahlen muss, um als Frau anerkannt zu werden. Es genügt eine einfache Gefühlsbekundung – und schon wird Klaus zur Claudia.

„Sich-fühlen-als“ über alles

Die dramatischsten Folgen hatte dies in jenen Fällen, als sich Vergewaltiger plötzlich „als Frauen fühlten” und nach ihrer Verurteilung auch entsprechend inhaftiert werden wollten. „Ich fühle mich heute so huhnig”, sagte der Fuchs zur Henne. „Darf ich bei euch im Stall schlafen?” Während man liest, wie widerspruchslos diese beliebige Identitätsdefinition auch vor Gericht hingenommen wurde, kann man sich nur noch die Haare raufen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie in den USA ein Prozess eröffnet wird, aber als deutscher Staatsanwalt hätte ich die Klage mit der Anmerkung „Netter Versuch, aber verar… kann ich mich allein.” abgewiesen. Etwas weniger Furore verursachen Berichte über Männer, welche sich auf demselben Weg in weibliche Sportteams drängen und dort als selbstgefühlte Frauen reihenweise Titel abräumen.

Doppelt schräg wird es allerdings, wenn sich Politiker die von der eigenen Partei ins Leben gerufene Frauenquote zunutze machen. Das hat Markus Ganserer – der sich inzwischen „Tessa“ nennt (aber bezeichnenderweise rechtlich weiterhin als Mann gelten will) – getan, um an einen der begehrten Listenplätze der Grünen zu kommen, die eigentlich für Frauen bestimmt sind. Als solche fühlte sich Herr Ganserer nämlich plötzlich. Wer denkt, das habe ein Geschmäckle, wird im Handumdrehen mit den üblichen Vorwürfen konfrontiert: So erfährt gerade Alice Schwarzer bei Twitter einen mächtigen Shitstorm wegen ihres kritischen Artikels in der „Emma“ zum Thema. Sie geht dabei in eine ähnliche Richtung, die schon Joanne K. Rowling im Juste Milieu in Ungnade fallen ließ: Diese Transgender-Geschichte geht hauptsächlich zu Lasten biologischer Frauen, die gerade nicht nur ein Stück Identität verlieren, sondern auch unfairem Wettbewerb ausgesetzt sind, denn Durchschnittsmann und Durchschnittsfrau weisen nun einmal körperliche Unterschiede auf, was etwa den Muskelaufbau betrifft.

Quoten-Rosinenpickerei

So wie einige Befürworter der Frauenquote Rosinenpickerei betreiben, indem sie die Quote nur für Jobs mit guter Bezahlung fordern, möchten manche Transfrauen ebenfalls nur die schönen Seiten des Frauseins kennenlernen. Aber das ist nicht das einzige Problem, denn in der Diskussion werden auch längst überwunden geglaubte Rollenbilder wieder entmottet – und das durch die sogenannten „Progressiven“. Plötzlich gibt es wieder Hobbys und Interessen, die darauf hinweisen sollen, dass ein Kind sich im falschen Körper befindet. Früher nahmen Eltern vielleicht mit etwas Befremden wahr, wenn die Tochter sich statt für Puppen für das technische Spielzeug des Nachbarsjungen interessierte (das ging meiner Mutter jedenfalls so, mein Vater hatte keine Probleme damit). Niemand wäre jedoch auf die Idee gekommen, dass ich lieber ein Junge wäre, am wenigsten ich selbst. Heute müsste ich wohl befürchten, dass mir irgendjemand einredet, ich wäre genderfluid.

Aber es geht noch schlimmer. Bekanntlich können es gerade die politischen Kräfte, denen auch Herr Ganserer entstammt, gar nicht erwarten, dass auch die Geschlechtsangleichung möglichst früh durchgeführt wird – am besten noch vor der Pubertät, damit etwa ein Junge nicht zu groß wird. „Vox“ brachte am letzten Wochenende eine Dokumentation zum Thema Transsexualität, in der es unter anderem um eine Familie ging, deren Sohn schon im Kindergarten gern ein Mädchen sein wollte. Nun fragten die Eltern nicht etwa nach, was dem Kleinen daran so gut gefiele und ob er das nicht auch als Junge haben könnte; nein, man „akzeptiert das natürlich total” – und jetzt bekommt das Kind, das gerade einmal elf Jahre alt ist, Pubertätsblocker gespritzt, damit es keine männlichen Formen annimmt.

Mit der Hormonspritze zur Wunschidentität

Ich gestehe ehrlich: Mir war gar nicht klar, dass so etwas in Deutschland überhaupt erlaubt ist. Mein erster Gedanke war: Sind die bescheuert? Was machen die mit ihrem Kind? Und ich wurde den Gedanken nicht los, die Eltern hätten sich vielleicht selbst ein Mädchen gewünscht und lenkten nun ihr Kind in die „richtige“ Richtung. Die dem Jungen in den Mund gelegten Worte entsprachen zudem eindeutig nicht dem, wie ein Kind dieses Alters sich äußern würde. Wie soll man so etwas nennen? „Postnatale Wunschkindkorrektur“? Auch dafür fände sich wahrscheinlich politische Unterstützung.

Wo bewegen wir uns mit alledem hin als Gesellschaft? Viele Deutsche finden es jetzt schon schwierig, die eigene politische Meinung in ihrem Umkreis zu äußern – dafür dürfen wir dann unser Geschlecht nach Belieben ändern? Das scheint mir wieder eine dieser Scheinfreiheiten zu sein, die es Rot-Grün ermöglichen, Toleranz zu heucheln. Wenn ein erwachsener Mensch nach reiflicher Überlegung beschließt, sein Geschlecht zu wechseln, würde ich das jederzeit akzeptieren – aus Respekt vor seiner persönlichen Entscheidung. Allerdings sind wir inzwischen schon wieder an einem Punkt angelangt, dass dieses Thema mit seinen Fürs und Widers gar nicht mehr offen diskutiert und schon gar nicht die Motivation der Entscheidung hinterfragt werden darf. Der Mensch als Maschine, an dem nach Belieben etwas herumgeschraubt werden darf, damit es passt: Bei dieser Überzeugung muss man sich nicht wundern, dass viele Bürger auch glauben, eine Spritze schaffe mal eben ein Virus aus der Welt. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker – aber noch besser ist es, Sie halten ganz den Mund.

10 Kommentare

  1. Alles so nur möglich in einem extrem dekadent gewordenen Volk, Gesellschaft!! War da nicht die Zeit vor der sexuellen Befreiung (wo wir nachträglich erfuhren, daß sie von kriminellen Elementen -siehe Odenwaldschule und Otto Mühl, siehe Vorkommnisse in der Jugensbetreuung in Brelin usw.- für sich genutzt wurde!) besser, gesünder, als man diesen Bereich eher diskret hielt, aus der Öffentlichkeit rausnahm und sich dennoch (wer die Zeit erlebte, weiß ja von genug Fällen, wo als Extrem der elitäre Oberstudienrat für Germanistik 5 uneheliche Kinder hatte) die ein oder andere Freizügigkeit erlaubte??!
    Mag man in Einzelfällen Toleranz und Mitgefühl haben für Personen mit schweren Identitäts-Problemen, so nicht mehr bei dem aufdringlich-abstoßenden, schrillen asozial-perversen Getue mit Okkupierung der Öffentlichkeit der Transszene durch ihre Aktiven und Unterstützer!! Man schaue nur mal rein, was da so abgeht an Debatten bei twitter bei der PDS-Jugend Solid und der GRÜNEN Jugend, alsob das große politische Fragen wären.
    Aber immer wieder: Früher wäre dies nicht so möglich gewesen, es ist Schuld der einst noch bürgerlich-seriösen Kreise und Wähler bei CDU, FDP, SPD, die das alles dulden und teils mitmachen, obwohl ja die Transzene bei den GRÜNEN gut aufgehoben ist und nur einen minimalen Prozentsatz der Bevölkerung darstellt!!

  2. Die Realität sieht dann so aus:

    „Eine Frau, die ein Mann werden wollte und wieder Frau wurde“
    https://www.epochtimes.de/gesellschaft/trans-reise-in-die-sackgasse-eine-frau-die-ein-mann-werden-wollte-und-wieder-frau-wurde-a3691499.html

    Die Ursache sehe ich darin, dass vielfach die psychologischen Probleme eines Menschen so umgedeutet werden, er lebe im falschen Körper. Die Politik hasst die Psychologie wie der Teufel das Weihwasser, weil die Psychologie die Politik mühelos entlarvt. Deshalb werden die Menschen psychologisch dumm gehalten.

    Die fundamentalen Kritiker der Politik finden sich nicht etwa in der AfD, sondern unter den Psychologen.

  3. Eine „gewöhnungbedürftige“ Stimme… Es gibt viele Verdachtsfälle. FTM sind dabei schwerer auszumachen als MTF. FTM sind oft erstaunlich „schön“, jugendlich. Manche haben spektakuläres Haar, andere nicht. Gibt da welche in hohen Positionen. Man kann nur vermuten, man achte auf die Stimme, die Figur. Bei manch einem wurden kleine Narben von Kinnimplantaten ausgemacht. Ich nenne keine Namen. Wobei Namen manchmal Scherz und Hinweis sind. So etwa der berühmte Busfahrer. Also die MTF, die den Busfahrer in einem Film spielte. Hollywood ist voll von Transgendern. Schon „wood“ ist so ein Scherz. Andererseits eine ernste Sache, Okkultismus. Vereinigung der Pole, mit Erfolg.

  4. Ich habe bislang noch keine COVID-19 „Impfung“ injiziert bekommen, fühle mich aber als Transgeimpfter, der bereits drei Dosen erhalten hat. Ich gehe von einer entsprechenden Berücksichtigung nebst Wertschätzung meiner Gefühle aus.

  5. Ihr müßt die mit den eigenen Waffen schlagen. Wenn so ein Markus verlangt, Tessa genannt zu werden, stellt euch vor als „Zorglub, Imperator der Galaxie“ und verlangt, immer mit vollem Titel angesprochen zu werden. Wollen wir doch mal sehen, wem das zuerst zu doof wird…

  6. Olivia Jones turnt doch auch durch sämtliche Talkshows. Würde mich nicht wundern, wenn die früher oder später für die Grünen im BT landen würde ! Qualifikation: weiß ich nicht, aber Hauptsache divers !

  7. Ich bin wirklich nur noch sprachlos über die Nachrichten, insbesondere aus Deutschland. Wie soll man denn diesen Irrsinn hier in Ungarn seinen Bekannten erklären? Das glaubt doch ein normaler Mensch einfach nicht mehr. Ich hatte in meinem Job oft mit psychisch auffälligen Menschen zu tun, einige waren gelinde gesagt total durchgeknallt, aber was in Deutschland abläuft sprengt ja jeden Rahmen.

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