Mittwoch, 29. Mai 2024
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In welche Kriege werden wir noch hineingezogen?

In welche Kriege werden wir noch hineingezogen?

Hat Verteidigungsminister Pistorius auch nur einen Schimmer davon, in welche potentiellen Kriegspläne seine Generäle eingeweiht sind? (Foto:Imago)

Aus einer Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) auf eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz, die eigentlich keine Antwort geben sollte, kann zwischen den Zeilen eine Antwort herausgelesen werden. Die hier dargestellten Erkenntnisse hatte der Verfasser schon am 14. März 2024 auf dem Portal “tkp” veröffentlicht. Einen Monat später erfolgte dann die besagte Anfrage, auf die nun diesen Montag, 13. Mai 2024, eine reichlich nichtssagende Antwort erhalten. Der ganze Vorgang findet sich hier dokumentiert. Wir erinnern uns: Am 19. Februar 2024 wurden vier deutsche Luftwaffenoffiziere angeblich vom russischen Geheimdienst abgehört, als sie die Möglichkeit eines Angriffs auf die Krim-Brücke bei Kertsch mit deutschen Marschflugkörpern besprachen. Ein Smalltalk vor der Zuschaltung des wichtigsten Teilnehmers, dem Inspekteur der Luftwaffe General Gerhartz, blieb dabei aber fast unbeachtet, oder falsch eingeordnet. Das ist nicht abwegig: Es macht keinen Sinn, vor der Vollzähligkeit der Runde mit dem eigentlichen Thema anzufangen. Schon deshalb muss sich das Vorgespräch um andere Themen gedreht haben.

General Gräfe berichtete darin , er habe in Singapur “diesen Schneider” getroffen, den “Nachfolger von dem Wolfsbach”, dem er schon mal von „unserem Plan“ erzählt habe. Damit wurde der Allerweltsname Schneider identifizierbar: Es handelt sich um den US-General Kevin B. Schneider, Kommandeur der Pacific Air Forces der USA. Weil der nicht für die Ukraine und Russland zuständig ist, kann es sich nicht um den Plan zum Einsatz deutscher Marschflugkörper gegen die Krim-Brücke gehandelt haben. Schneider ist aber für Taiwan zuständig. Weil sich der chinesische Geheimdienst in Singapur – bei einem dortigen chinesischen Bevölkerungsanteil von 70 Prozent – ziemlich unauffällig bewegen kann, wird er General Schneider in Singapur gut überwacht haben. Wenn dort vermutet wurde, dass der Plan von General Gräfe Taiwan betrifft, macht auch seine Überwachung Sinn: Aus dem Audio-Mitschnitt vom 19. Februar 2024 kann man hören, dass Gräfe vor dem Mikrofon gesessen haben muss, während die Stimmen der anderen Gesprächsteilnehmer aus einem Lautsprecher kamen. Es waren also chinesische Spione mit altmodischen Wanzen – und keine russischen Hacker.

Starker Tobak

Die Anfrage nach dem IFG begehrte auch Auskunft über das Land, das der Gräfe-Plan betroffen habe (eine Offenlegung des Plans selbst wurde nicht beantragt). Die Antwort lautete: „Es liegen keine antragsgegenständlichen amtlichen Informationen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) im Sinne Ihrer Fragestellung vor.“ Wenn das stimmt, bedeutet es faktisch dies: Deutsche Generäle entwerfen irgendwelche Pläne, berichten US-Generälen davon – aber das zuständige Ministerium weiß von nichts. Und diese Pläne müssen zudem auch noch den Pazifik betreffen – also eine Region, in der die Bundeswehr nichts zu suchen hat. Explizit hat der Verfasser gegenüber dem BMVg die Vermutung geäußert, dass der Plan Taiwan betrifft – was auch nicht bestritten wurde. Das ist schon starker Tobak.

Noch interessanter als der ominöse Gräfe-Plan jedoch ist die eher beiläufige Frage von General Gräfe an Oberstleutnant Florstedt nach dem Stand eines Dienstreiseantrags. Zunächst wurde kein Reiseziel genannt; nach ein paar Missverständnissen und der Frage „Welche Dienstreise meinst du denn jetzt?“ nannte Gräfe den Ortsnamen “Comalatra“. In der von “RT Deutschland” veröffentlichten Niederschrift des Gesprächs wird der Name mit „unverständlich“ angegeben. Die Audiospur ist allerdings ziemlich klar, nur die Schreibweise lässt sich nicht heraushören. Der Verfasser hat in seinem Artikel auf “tkp” geschlussfolgert, dass der US-Stützpunkt Comalapa in El Salvador gemeint gewesen sein muss. Einen Ort Comalatra oder Kumalatra gibt es nicht. Auch diesbezüglich ist der Hinweis wichtig, dass die Bundesluftwaffe in Mittelamerika nichts verloren hat. Die Antwort des BMVg auf die IFG-Anfrage nach dem korrekten Ortsnamen verweigerte die Auskunft mit dem formalen Grund, dass die Zustimmung des betroffenen Soldaten notwendig wäre. Sein Name und Dienstgrad, Oberstleutnant Florstedt, war aber längst öffentlich. Das gilt auch für den Ortsnamen, der nur bestätigt oder korrigiert werden sollte. Es ist auch interessant, dass das BMVg Dienstreisen als Privatsachen behandelt, ganz so, als wären es Urlaubsreisen; zwischen den Zeilen muss man die Nicht-Antwort als Bestätigung des vermuteten Reisezieles werten.

Auch noch Angriffskriege in Mittelamerika mitvorbereitet?

Nur stellt sich die Frage nach dem Zweck der Reise. Ein Urlaubsort ist der Stützpunkt Comalapa sicher nicht. Er liegt aber in der Nähe von Nicaragua. Florstedt ist Experte für den Einsatz von Marschflugkörpern. Jetzt braucht es nicht mehr viel Phantasie, um zwei und zwei zusammenzuzählen: Die Regierung Nicaraguas gehört nicht zu den Freunden der USA. Das Gleiche gilt für Kuba und Venezuela. Es macht also Sinn, wenn die USA für einen Tag X schon einmal die Zielkoordinaten militärischer oder politischer Ziele in ihre Raketen eingeben. Vielleicht werden sie danach auf eine Festplatte kopiert, und in den Raketen wieder gelöscht. Sie könnten dann aber auch schnell zurückkopiert werden. Die logische Schlussfolgerung ist also, dass ein deutscher Experte für den Einsatz von Marschflugkörpern nicht El Salvador, mit dem Deutschland kein Militärbündnis abgeschlossen hat, bei seiner Landesverteidigung unterstützt, sondern dass eine Militäraktion gegen das Nachbarland von El Salvador vorbereitet werden kann. Auch die Mithilfe bei einer solchen Planung wäre übrigens die Vorbereitung eines Angriffskrieges.

Vor dem Hintergrund der Klage Nicaraguas gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen Beihilfe zum Völkermord würde eine deutsche Beteiligung an einer Militäraktion gegen Nicaragua eine besondere Brisanz erlangen: Zwar hat Nicaragua dem Deutschen Reich am 12. Dezember 1941 den Krieg erklärt; dadurch wird über 82 Jahre später eine deutsche Beteiligung an einem Angriff der USA aber nicht zu einer Verteidigungshandlung. Die Verweigerung der Nennung des Reisezieles von Oberstleutnant Florstedt erhärtet diese Befürchtungen. Die Standardantwort der Bundesregierung auf Kleine Anfragen, insbesondere wenn sie von der AfD kommen, lautet: „Die Bundesregierung hat keine Kenntnis von…“ Aus dieser geballten Unkenntnis schließen viele Regierungskritiker: „Die Bundesregierung hat keine Ahnung!“ Diese Schlussfolgerung deckt sich auch mit der Wahrnehmung vieler Normalbürger. Die vorliegende Antwort des BMVg reiht sich hier nahtlos ein. Wenn aber das Verteidigungsministerium nicht weiß, was ihre Generäle auf der Welt so treiben und in welche Kriege sie unser Land hineinziehen können, wird die Unfähigkeit zur Gefahr.

11 Antworten

  1. 👺Alles Papier 🐯🐅 Tiger!!
    “Sie tragen gar seltsame Gewänder, und laufen planlos umher.😵‍💫

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  2. Kriegstreiber oder doch Kriegsteilnehmer ?
    Und das alles für einen dreckigen, sinnlosen Stellvertreter-Krieg ganz im Sinne der Krieg geilen politischen Amis. Junge Menschen sollen durch eine mögliche Wehrpflicht u.a. auch dazu gezwungen werden in Ausland ihr Leben, ihre Gesundheit zu verlieren, obwohl die Bundeswehr nur zur Verteidigung unseres Landes lt. Grundgesetz berufen
    ist !

    Der letzte Dienstgrad soll des jetzigen “SPD-Parteisoldaten”
    in Art eines Verteidigungsminister soll ehemals der Obergefreite der Bundeswehr gewesen sein.
    Quelle: Wikipedia

    Von Sachkunde und Wehrkunde kann bei diesem Typ wohl keine Kenntnis erwarten zu sein !

    Ein gestandener General gehört in die Position des Verteidigungsminister und kein Parteisoldat der SPD,
    als ein ehemaliger Obergefreiter !

    Ein reiner Parteisoldat, der keine Ahnung von der Bundeswehr hat ?
    Er wird genau, wie seine Vorgänger scheitern und spätestens nach der nächsten Wahl politisch ins unbedeutende versenkt werden !

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  3. (…) Wir zahlen ja auch die Kosten für die amerikanischen Kriege in Form von Millionen Flüchtlingen! Nur der doof Michel hat noch nicht mitbekommen, das seine Rente, seine KK Beiträge, seine Steuern usw. nur deshalb erhöht werden, weil wir diese Völkerwanderungen bezahlen müssen! Dazu noch 60.000 EU Beamte, welche uns nur noch mehr Kosten aufs Auge drücken!

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  4. London: Werden keine Vereinbarung zwischen Moskau und Kiew akzeptieren
    Das Vereinigte Königreich sieht “überhaupt keinen Sinn” darin, die Ukraine zu überreden, irgendwelche Friedensbedingungen zu akzeptieren, meint der britische Verteidigungsminister. Er halte es nicht für plausibel, dass Putin diesen Krieg gewinnen könne.
    Großbritannien wird keine Lösung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine unterstützen, die aus Londons Sicht Zugeständnisse an Moskau beinhalten würde. Dies verkündete der britische Verteidigungsminister Grant Shapps am Dienstag gegenüber Times Radio.
    https://dert.online/international/205763-london-werden-keine-vereinbarung-akzeptieren/

  5. Wir leben im Land der Lügen.

    Angeblich hat niemals jemand von irgendwas etwas gewusst.
    Fast alle machen immer mit aber keiner ist für das, was er tut, verantwortlich.
    Schuld sind immer andere.
    Ein Staat/Volk ohne Ehre.

    Pfui!

  6. @IN WELCHE KRIEGE WERDEN WIR NOCH HINEINGEZOGEN?
    nicht mehr viele – das Land hat keine Zukunft – und somit wird auch nicht mehr viele neue kriege aufnehmen, sondern aus der Geschichte verschwinden !

  7. Egal welcher Krieg, es kann nicht sein, dass Zivilisten mit Wehwehchen Krankenhausbetten blockieren, und zerfetzte Soldaten nicht betreut werden. Deshalb werden die Krankenhäuser im Rahmen der sie betreffenden Reform für die Bereitstellung von Betten bezahlt, während die Ausgaben für Behandlungen gekürzt werden. Nur halbleere Krankenhäuser machen die BRD kriegstüchtig.

  8. …”In welche Kriege werden wir noch hineingezogen?”….

    Antwort: In den Bürgerkrieg, der vor unserer Haustüre tobt!
    ::::
    Das Islamistennetz der SPD

    Recherchen von Apollo News zeigen, wie Islamisten und türkische Rechtsextreme ein einflussreiches Netz in der SPD gespannt haben, das bis in den Bundestag reicht. Die Partei selbst möchte das Thema ignorieren – schimpft stattdessen über unsere journalistische Arbeit und schickt Anwälte vor.

    ….Auch der Vorsitzende des Ortsverbandes Heddernheim, der nun für die SPD Frankfurt bei der Europawahl 2024 kandidiert, sieht auf dem Foto, das er selbst auf Facebook gepostet hatte, glücklich und vertraut mit Faeser aus – doch das Lächeln verging ihm, als Apollo News über genau dieses Bild und seine Personalie berichtete. Er hat Bezüge zur Muslimbruderschaft und der Salafistenszene – und ist nicht der Einzige.

    Auch wenn Lamjahdi uns vor Gericht zerrte, ließen wir uns nicht einschüchtern und recherchierten weiter. Dabei zeigte sich: Die SPD hat nicht nur in Frankfurt ein Problem mit dem radikalen Islam. Neben zahllosen Treffen von SPD-Ortsvereinen mit türkisch-rechtsextremen Gruppierungen, konnte Apollo News mehr als ein Dutzend SPD-Politiker und -Mitglieder identifizieren, die sich in fundamentalistischen, nationalistischen und islamistischen Kreisen bewegen – wobei auffällig viele Positionen in Integrations- und Ausländerbeiräten bekleiden. ….

    (Text Auszug)
    mehr hier

    https://apollo-news.net/das-islamisten-netz-der-spd/

    10
  9. https://www.freiewelt.net/nachricht/deutschlands-soehne-und-toechter-sollen-fuer-kiew-sterben-10096628/

    „Aber Ukrainer sollen sich in Deutschland vor dem Kriegsdienst verstecken Deutschlands Söhne und Töchter sollen für Kiew sterben.
    Die aktuellen Kriegspläne der Berliner Ampel sind ein weiterer Schritt in die Richtung, dass Deutschlands Söhne und Töchter ihr Blut für Kiew hergeben sollen, während sich Ukrainer vor dem Kriegsdienst in ihrer Heimat hierzulande verkriechen sollen.“

    Lest weiter im Link.
    Sie wollen unsere jungen Leute dort ganz im Sinne eines unsinnigen Stellvertreterkrieges f.d. politischen Amis verheizen, was i.d.R. mit dem Leben bezahlt werden muss !

    Während sich hier Ukrainer an unserem Bürgergeld, Wohnungen u.v.a. mehr laben, sich vielfach auf die faule Haut legen, sollen Deutsche und auch andere aus europäischen Ländern dort in den Krieg gegen Russland eintreten.
    Da muss man sich fragen, haben Politiker noch alle Sinne beieinander?
    Für den „Kriegsschärfer“ Pistorius u.v.a. kann man nur noch ärgste Verachtung zeigen !
    Einer der es bei seinem Wehrdienst nur zum Obergefreiten gebracht hat, da kommen begründete Zweifel der Sachkunde als Verteidigungsminister auf !
    Dort gehört ein gestandener Bundeswehrgeneral als Verteidigungsminister hin und nicht ein „SPD-Parteisoldat“.

    Ich will Frieden und auf gar keinen Fall einen Krieg mit Russland und Herrn Putin, der zum Atom-Krieg und Vernichtung allen Lebens führt.

    Was glauben Politiker, wer und was sie sind um uns ihre
    “Kriegsspielereien” aufzwingen wollen.

    Deshalb gilt um so mehr, massenhaft AfD wählen !