INSA-Politikerranking: Verlogene Demoskopie

INSA-Politikerranking: Verlogene Demoskopie

Rankings für die Tonne (Symbolbild:Grok)

Das INSA-„Politikerranking“ ist keine Rangliste der 20 beliebtesten Politiker Deutschlands. Es ist die Rangliste von 20 Politikern, die INSA und ihr Auftraggeber zuvor selbst für die Befragung ausgewählt hat. Wer überhaupt auf diese Liste kommt und wer wieder verschwindet, und warum, folgt undurchsichtigen, geheimen Kriterien. Aktuell stammen von den 20 Personen sieben Politiker aus der  CDU/CSU, vier sind von der SPD, von Grünen drei, von der AfD zwei, von den Linken zwei, von der FDP einer und vom BSW einer. Die vollständige aktuelle Rangfolge beginnt mit Boris Pistorius, Cem Özdemir und Hendrik Wüst und endet mit Katherina Reiche und Friedrich Merz. Stellt man das den aktuellen INSA-Wahlwerten gegenüber, wird die Schieflage sichtbar: Die AfD liegt bei 28 Prozent, hat aber nur zwei von 20 Plätzen, also zehn Prozent des gesamten Politikerfeldes. Die Union liegt bei 21 Prozent, stellt aber sieben der 20 Personen, also 35 Prozent. Die SPD erreicht nur 12 Prozent, stellt trotzdem vier Personen, also 20 Prozent der Liste. Die Grünen kommen bei 13 Prozent auf drei Politiker, die Linke bei elf Prozent auf zwei, FDP bei fünf Prozent auf einen und BSW bei drei Prozent ebenfalls auf einen.

Ein Politiker-Ranking muss nicht proportional nach Parteistärke besetzt werden. Aber genau deshalb ist entscheidend: Nach welchem Kriterium werden die Namen ausgesucht? Bekanntheit? Regierungsamt? Parteivorsitz? Medienpräsenz? Wahlergebnis? Persönliche Relevanz? Eine Regel dafür ist nicht erkennbar. Und die Liste wird laufend verändert. 2024 fanden sich dort unter anderem Olaf Scholz, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Christian Lindner und andere damalige Spitzenpolitiker. Scholz konnte im September 2024 noch von Platz 14 auf Platz 18 „abstürzen“, Weidel von 17 auf 13 steigen. Ende 2024 wurden unter anderem Pistorius, Söder, Wagenknecht, Merz, Weidel, Habeck, Lindner und Lauterbach miteinander verglichen. 2026 verschwinden wiederum Personen wie Jens Spahn oder Christian Dürr aus dem Feld, während andere neu aufgenommen werden. Noch im April 2026 war Dürr auf Rang 13 und Spahn sogar Schlusslicht des Rankings; beide gehören heute nicht mehr zu den 20.

Viel Theater

Ein Politiker kann nicht nur „steigen“ oder „fallen“. Er wird von INSA einfach aus dem Rennen genommen. Ein anderer wird eingesetzt. Trotzdem werden die Ergebnisse regelmäßig wie eine Hitparade „Deutschlands beliebtester Politiker“ präsentiert. Das ist – pardon – gelogene Scheiße. Noch problematischer ist das Messverfahren. Rund 2.000 Menschen werden gefragt, wie sie die vorgegebenen Politiker auf einer Skala von 0 = sehr schlecht bis 10 = sehr gut bewerten. Aus diesen Bewertungen wird ein Mittelwert gebildet. Die früher verbreiteten Werte wie „53,1“ waren also keine 53,1 Prozent Zustimmung, sondern beispielsweise schlicht ein Durchschnitt von 5,31 auf einer Zehnerskala, mit zehn multipliziert. Damit lässt sich wunderbar Theater produzieren: Bewegt sich ein Politiker beispielsweise von 3,41 auf 3,27, sind das gerade einmal 0,14 Punkte auf der eigentlichen Zehnerskala. Trotzdem kann daraus durch die enge Lage der Kandidaten ein spektakulärer Sprung über mehrere Rangplätze werden. Genau dieses Problem hat die Publikation „Übermedien“ anhand früherer INSA/“Bild“-Rankings detailliert gezeigt: Winzige Änderungen der Durchschnittsnote wurden zu „Sprüngen“, „Abstürzen“ und „Umfrage-Hämmern“ aufgeblasen.

Hinzu kommt ein statistischer Haken: Die Politiker sind unterschiedlich bekannt. Wer von einem großen Teil der Bevölkerung überhaupt nicht gekannt wird, wird nur von dem verbleibenden Teil bewertet. Übermedien dokumentierte 2024 Fälle, in denen rund ein Drittel der Befragten bestimmte Politiker gar nicht kannte, während Olaf Scholz eine Bekanntheit von 99 Prozent hatte. Trotzdem wurden die Mittelwerte anschließend nebeneinander als „Beliebtheit“ dargestellt. Und selbst die Grafik kann den Eindruck noch verstärken: Bei früheren “Bild“-Darstellungen begannen die Balken nicht bei Null. Dadurch sahen relativ kleine Bewertungsunterschiede optisch sehr viel größer aus. Mein Fazit: Es handelt sich um eine „gelogene Umfrage“ – die erhobenen Zahlen können mathematisch durchaus korrekt sein, aber die Bezeichnung „Deutschlands beliebteste Politiker“ suggeriert wesentlich mehr, als tatsächlich gemessen wird.

Intransparent ausgewählte Liste

Wer in die Auswahl gelangt, ist intransparent; wer herausgenommen wird, verschwindet aus dem Vergleich; Parteienstärken spiegeln sich in der Kandidatenauswahl überhaupt nicht wider; Bekanntheitsunterschiede verzerren die Vergleichbarkeit; minimale Notenänderungen erzeugen spektakuläre Rangbewegungen; und die mediale Darstellung macht daraus politische Sieger und Verlierer. Manipulieren muss man dafür nicht einmal die Rohdaten – es reicht, Auswahl, Skala und Präsentation geschickt zu konstruieren.

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Das Problem am INSA-Ranking ist nicht, dass die Zahlen gefälscht sind. Das Problem ist, dass aus einer intransparent ausgewählten 20er-Liste, winzigen Durchschnittsunterschieden und ständig wechselndem Personal eine scheinobjektive Hitparade namens ‚Deutschlands beliebteste Politiker‘ gebaut wird. Das ist ein Schlagzeilengenerator. Im aktuellen INSA-Politikerranking von heute, 11. August 2026, liegt Boris Pistorius (SPD) mit 4,9 Punkten auf Platz eins. Dahinter folgen Cem Özdemir (Grüne) mit 4,4 auf Platz zwei und Hendrik Wüst (CDU) mit 4,2 auf Platz drei. Neu in die Liste eingestiegen ist Manuela Schwesig (SPD) mit 4,1 Punkten auf Platz vier. Danach folgen Markus Söder (CSU) mit 4,0, Alexander Dobrindt (CSU) mit 3,9, Wolfgang Kubicki (FDP) mit 3,9, Julia Klöckner (CDU) mit 3,9 und als zweiter Neueinsteiger Thorsten Frei (CDU) mit 3,9 auf Platz neun. Alice Weidel (AfD) erreicht mit 3,8 Punkten Platz zehn, unmittelbar gefolgt von Sahra Wagenknecht (BSW) mit ebenfalls 3,8 auf Platz elf. Auf den weiteren Plätzen stehen Franziska Brantner (Grüne) mit 3,6, Ines Schwerdtner (Linke) mit 3,6, Lars Klingbeil (SPD) mit 3,6, Heidi Reichinnek (Linke) mit 3,5, Tino Chrupalla (AfD) mit 3,4, Katharina Dröge (Grüne) mit 3,4, Bärbel Bas (SPD) mit 3,4, Katherina Reiche (CDU) mit 3,2 und schließlich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit nur 2,6 Punkten auf Platz 20.

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11 Kommentare

  1. Artikel 20 GG

    https://dejure.org/gesetze/GG/20.html

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Artikel 146 GG

    https://dejure.org/gesetze/GG/146.html

    Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

    ,,Hinter die Kulissen zu schauen heißt zu erkennen: Hinter der demokratischen Fassade wurde ein System installiert, in dem völlig andere Regeln gelten als die des Grundgesetzes.
    Das System ist undemokratisch und korrupt, es missbraucht die Macht und betrügt die Bürger skrupellos.”

    ,,Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde.
    Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.“

    -Hans Herbert von Arnim, Staatsrechtler

    „Mit großer Sorge beobachten wir die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen von Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums. (…) Völker sind (biologisch und kybernetisch) lebende Systeme höherer Ordnung mit voneinander verschiedenen Systemeigenschaften, die genetisch und durch Traditionen weitergegeben werden. Die Integration großer Massen nichtdeutscher Ausländer ist daher bei gleichzeitiger Erhaltung unseres Volkes nicht möglich und führt zu den bekannten ethnischen Katastrophen multikultureller Gesellschaften. Jedes Volk, auch das deutsche Volk, hat ein Naturrecht auf Erhaltung seiner Identität und Eigenart in seinem Wohngebiet. Die Achtung vor anderen Völkern gebietet ihre Erhaltung, nicht aber ihre Einschmelzung („Germanisierung“).“

    -Heidelberger Manifest von mehrereren Heidelberger Universitätsprofessoren 1981

  2. Mit Satire läßt sich das bizarre Lügen-Kasperle-Theater der im eigenen (buntvielfältigen) Erbrochenen erstickenden BRD leichter ertragen…;-)

    ,,NUR noch 26 Tage und die Panik STEIGT! Alle gegen den EINEN! 💥⚡️Tim Kellner #PolitSatire #Comedy “

  3. Der Bunzelbürger will doch verar… werden.
    Man muss ihm nur lange genug einreden, das dies die wichtigsten Personen Buntlands sind.
    Eben alles Theater für Lieschen Müller und Otto Doofkopp.
    Die durchsichtigen Fäden der Marionetten erkennt nur, wer versucht hinter die Kulissen zu blicken.

    Ich nehme ausdrücklich die Leser der freien Medien heraus.

  4. Da ich den Spiegel schon seit vielen Jahren nicht mehr lese weiß ich nicht, ob es das heute noch gibt.
    Früher gab es da eine Politikerrangliste, bei der nicht nach der Beliebtheit gefragt wurde, sondern danach, ob dieser Politiker in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen soll.
    Als mögliche Antwort gab es auch noch „Diese Person ist mir unbekannt“.
    Das war deutlich aussagekräftiger als die vermeintliche Beliebtheit.

    Pistorius ist doch nur deshalb so „beliebt“, weil sein Durchschnittswert nicht durch Negativbewertungen nach unten gezogen wird. Denn dafür agiert er einfach zu blass und unbedeutend.

  5. Dass dieses „Ranking“ schlichte Volksverdummung ist, ist mir klar geworden, als ich feststellen musste, dass da immer noch Politiker aufgeführt wurden, die längst nicht mehr im Amt waren.
    Warum z.B. Frau Weidel seit Jahren immer auf dem letzten Platz rangiert, obwohl die AfD doch stetig gestiegen ist und gewiss auch mit ihrem Namen verbunden ist, lässt schon staunen …
    Wie ein Kriegsertüchtiger wie Pistorius der beliebteste Politiker in Deutschland sein könnte, ließe sich wohl auch nur mit kompletter Volksverblödung erklären …
    Alles künstlich „aufgehübscht“ … – aber das muss man erst mal verstanden haben!

  6. Lügenmärchen des Tages:

    Putins angebliche Angst vor kleinen russischen Splitterparteien:

    Wahlen in Russland
    Zu gefährlich für Putin
    Die russische Oppositionspartei Jabloko wurde von der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Ein Grund dürfte ihre wachsende Popularität sein.
    https://taz.de/Oppositionspartei-von-Wahlen-in-Russland-ausgeschlossen-Zu-gefaehrlich-fuer-Putin/!6203452/

    Und erneut machen die westlichen Mainstream Medien denselben Fehler wie schon bei Nawalnyj, die den guten russ. Oppositionellen Nawalnyj immer wie einen Heiligen verehrt haben, obwohl er ein Rassist und ein Faschist war (selbst FOCUS hat nach seinem Tod darüber berichtet). Und ich erinnere außerdem daran, dass er auch bei einer fairen demokratischen Wahl in Russland nie und nimmer auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, gegen Putin die Wahlen in Russland zu gewinnen. Habt ihr euch nie gefragt, warum die deutschen Mainstream Medien beispielsweise nie über die vielen ANti-Nawalnyj Massendemos in Russland gegen den Faschisten Nawalnyj berichtet hatten, als er noch am Leben war?
    Und warum wurde im Westen immer wieder die Lüge verbreitet, dass Putin angeblich Angst vor Nawalnyj gehabt hätte, weil der Nawalnyj eine echte polit. Konkurrenz für Putin dargestellt bzw. eine Gefahr für Putin’s Machterhalt gewesen sein soll?
    Das ist doch wirklich einfach nur lächerlich!
    Nawalnyj lag bei Umfragen, auch bei unabhängigen westlichen Umfragen, nie bei über 5%, sondern immer nur zwischen 2% – 4%!
    Über die echte politische Opposition in Russland haben die westlichen Medien in all den Jahren als Nawalnyj noch am Leben war eigentlich nie berichtet, sondern immer nur über den Faschisten und Rassisten Nawalnyj, der nie eine Chance gegen Putin gehabt hätte. So sehen die Tatsachen aus, welche die westlichen Mainstream Medien bis heute verleugnen und einfach nicht wahrhaben wollen!

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