Jenseits von Gut und Böse: Helge Lindhs peinliche ÖRR-Apologetik

Helge Lindh, der Mann für die unterste Schublade (Foto:Imago)

Wer immer noch Hoffnungen hegt, dass der Skandal um die geschasste RBB-Intendantin Patricia Schlesinger – und all die weiteren seither bekanntgewordenen Details der Abgründe aus dem öffentlich-rechtlichen Moloch – eine grundsätzliche Strukturreform des Rundfunksystem und eine Zäsur für die Gebaren von ARD und ZDF nach sich ziehen würde, der möge ruhig weiterschlummern und träumen. Man braucht sich nur die Einlassungen des „medienpolitischen Sprechers“ der SPD, Helge Lindh, zu Gemüte zu führen, die dieser die Woche auf dem (passenderweise von ARD und ZDF gemeinsam betriebenen) Sender Phoenix zum Besten gab.

Lindh, neben Karl Lauterbach wohl der mit Abstand verhaltensauffälligste deutsche Politiker, versicherte dort, wie großartig und unentbehrlich doch der ÖRR sei. Auf die Frage des Service-Moderators, was den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus seiner Sicht ausmache, durfte der Wuppertaler „SPD-Freak“ unwidersprochen fabulieren: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist aus meiner Sicht (…) gewiss ein Bollwerk gegen Desinformation, gegen die Fusion von Information, für Qualitätsjournalismus.” Bar jeder Selbstironie fuhr Lindh fort: Man müsse auch „deutlich machen”, dass es sich hier um eine „ausgesprochen demokratische Form der Information” handele, die „insbesondere auch unabhängig von politischer Beeinflussung” sei. Dies sei „eine Kostbarkeit, die wir dringend verteidigen sollte.

Die Kostbarkeit besteht zumindest im Fall von Phoenix vor allem darin, dass Politiker der etablierten Parteien dort kontrafaktischen Schwachsinn verbreiten dürfen, ohne irgendwelche Berichtigungen oder peinliche Rückfragen befürchten zu müssen: Denn tatsächlich lässt sich eine stärkere politische Beeinflussung als beim öffentlich-deutschen Rundfunk gar nicht vorstellen, wie ein Blick auf die aktuelle Zusammensetzung des ZDF-Verwaltungsrates zeigt:

(Screenshot:Facebook/Netzfund)

Lindhs groteske Falschbehauptung blieb nicht nur unwidersprochen, sondern der Moderator fragte – als Steilvorlage zur nochmaligen Verdeutlichung der Kernaussage, nach: „Verstehe ich sie also richtig, sie wollen darauf auch nicht verzichten?“. Daraufhin legte Lindh wunschgemäß noch einmal nach und behauptete, es sei „die dümmste Schlussfolgerung aus dem jetzigen Skandal, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schleifen und abzuschaffen.“ Vielmehr müsse man ihn „stärken“. Es sind Äußerungen, die einmal mehr die Richtigkeit des  Sprichworts untermauern, wer den Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.

Abgesehen davon, dass der ÖRR in allem so ziemlich das diametrale Gegenteil dessen ist, was Lindh zusammenschwadroniert, zeigt die Attitüde, mit der der Phoenix-Moderator im Stile eines Lehrers diese absurden Lobhudeleien für seine Arbeitgeber abfragte, wie eng die Symbiose zwischen ARD/ZDF und weiten Teilen des Parteienstaates ist. Lindh fällt allerdings nicht zum ersten Mal als beflissener Lautsprecher zur Befriedigung von Interview-Fragestellern in direkten oder indirekten Staatsdiensten auf: Als einer, der den Islam servil und unkritisch mit einer Leidenschaft verteidigt, die selbst für die politische Linke außergewöhnlich ist, gab er bereits ausführliche Interviews im Staatsender des Erdogan-Regimes,
in denen er allen Ernstes forderte, muslimische Einrichtungen unter besonderen Schutz zu stellen, weil diese von dem allgegenwärtigen Islamhass deutscher Rechtsextremisten bedroht seien.

Nützlicher Idiot auch für Erdogan-Propaganda

Darin erklärte der „nützliche Idiot” Lindh dann etwa dies: „Das rassistische Denken hat nicht geendet mit dem Zweiten Weltkrieg. Wir haben einen ethnisch orientierten Rassismus und einen solchen, der bei der Religion einsetzt. Und bei Menschen, die zum Beispiel aus der Türkei gekommen sind (…), kommt beides zusammen.” Zum Entzücken seines türkischen Interviewers reproduzierte Lindh exakt die Lügenmärchen über das rassistische Deutschland, die der Erdogan-Sender für seine Propaganda braucht. Kein Wort natürlich darüber, dass zu den gefährlichsten echten Rechtsextremisten, die in Deutschland ihr Unwesen treiben, die türkischen Ultranationalisten der „Grauen Wölfe“ zähen, deren Moschee Lindh gerne und bereitwillig medienwirksam besuchte – obwohl diese vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Im letzten Jahr inszenierte sich Lindh mit einem an peinlichster Selbstkarikatur nicht mehr zu überbietenden Foto als „hart zupackender” Helfer im Flutgebiet in Nordrhein-Westfalen und schrieb dazu: „An der Seite des THW. Am Nachmittag bin ich zu einer Bekannten an die Friedrich-Engels-Allee gefahren, um anzupacken und mir einen Eindruck zu verschaffen“. Den Sandsack, den er dabei präsentierte, hielt er mit einer derart lächerlichen Unbeholfenheit, dass die ganze Aktion zur bundesweiten Farce geriet. Die anwesenden THW-Helfer, die sicher Wichtigeres zu tun hatten, als zur unfreiwilligen Staffage bei der Selbstdarstellung einer politischen Witzfigur zu werden, dürften darüber insgeheim wenig begeistert gewesen sein.
Das also sind die letzten Mohikaner, auf die man bei den Öffentlich-Rechtlichen offenbar zurückgreifen zu müssen meint… zur Selbstberuhigung und Bestätigung der eigenen vermeintlichen Unverzichtbarkeit. Einen deutlicheren Beweis, dass dieses System am Ende ist, könnte es nicht geben.

15 Kommentare

  1. welch ausnehmend gut getroffenes Titelfoto, das offensichtlich den geistigen Zustand bestens zeigt und das gleich Stellvertretend für die gesamten links-grünen Volksgenossen. Mehr braucht man eigentlich nicht mehr dazu schreiben: Hurra wir sind verblödet!

    • Der Kerl ist wirklich so widerlich wie er aussieht und seine Anbiederung an den Islam ist einfach nur zum dauerfremdschämen! Für mich sieht er aus wie der typische Schlüssellochgucker, Ar**hkriecher und „Jugendbetreuer“, wie man sie aus einschlägigen Nachrichten kennt!

  2. Wie Lauterbach hat er das Direktmandat gewonnen, der entfleuchte Edathy übrigens auch mehrfach. Wie beim GRÜNEN Höhenflug ist klar: Deutschland schafft sich ab – mit 90% Zustimmung in freien Wahlen! Adenauer um 1950: Das deutsche Volk ist krank, neigt zum Wahn!! 1933/45: Mit dem Braunen Wahn in den Untergang, liefenauch Millionen mit, ab 1980 jedes Jahr immer mehr: Mit dem GRÜNEN Wahn in den Untergang!

    • Mir reicht es langsam, von politischen Nieten und Fanatikern dreimal in den Untergang geführt zu werden, allein in den letzten 150 Jahren! Wie schön könnte alles sein, lebten wir noch in den Grenzen von 1914, und hätten uns aus allem einfach rausgehalten! Aber manchen Menschen reicht es einfach nicht, friedlich und vorzugsweise glücklich ihr Leben zu leben! Und für diese paar Idioten müssen dann Millionen einfacher Menschen blutig ausbaden, was diese Psychopathen uns einbrocken!

  3. Wenn man viel international unterwegs ist, lohnt es sich von dem ein Bild dabei zu haben. Überall dort wo die Menschen über die Politik klagen, holt man das Bild hervor und bekommt danach den Rest des Abends Freibier, ein Bett für die Nacht, ein reiches Mahl und viele mitleidige Worte spendiert.

  4. Beim rbb sollen unerlaubt belastende Daten gelöscht worden sein. Die juristische Direktorin verneint das, wissen tut es die Staatsanwaltschaft nicht.Warum? Weil sie bisher auf eine Durchsuchung der Büroräumlichkeiten des rbb verzichtet hat, und sich mit freiwilligen Akten-Herausgaben zufrieden gab. Nur mal so nebenbei, für den Normaldoofie, der immer noch nicht glauben kann, das in der Scheißhaufen-Veranstaltung BRD gewisse Personen und -gruppen ÜBER dem Gesetz stehen.

  5. Ein sehr treffender Artikel zum Zustand des ÖRR und zum Zustand derjenigen Parteien, denen jener platt-propagandistisch dient. Es fehlt nur eine kleine Information, um sich auch ein Bild vom politischen Zustand dieses Landes zu machen:
    Dieser psychisch in auffälliger Weise und offensichtlich unheilbar an Realitätsverweigerung leidende „nützliche Idiot“ Helge Lindh wurde in seinem Wahlkreis (Wuppertal I) direkt gewählt mit 37,3 % der Stimmen.
    Ich kann nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass eine Kommunikationsbasis mit einem Großteil meiner Mitbürger nicht mehr existiert.

    • Helge Frederik Lindh (* 6. Dezember 1976 in Wuppertal) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.Im Jahr 1999 trat Lindh in die SPD ein und wurde 2012 Beauftragter für Politische Bildung im Vorstand der SPD Wuppertal. Er war bei den örtlichen Jusos aktiv und ist Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Wuppertal. Er engagierte sich in diversen Arbeitsgruppen der SPD in Wuppertal.[2]Lindh wurde nach eigenen Aussagen im März 2018 Opfer von Hackern. Sein Facebook- und Twitter-Account wurden gehackt, um rassistische Nachrichten zu verbreiten. Sein Amazon-Account wurde gehackt, um Hundekotattrappen und Korane an seine Adresse liefern zu lassen – bezahlt mit seiner Kreditkarte.[6]
      Sagt alles Wiki,und das liest sich wie jeder „Lebenslauf“ dieser Marionetten aus der Muppet Show Bundestag!

  6. Ist das nicht der Spezialdemokrat, der mit auf der
    Welle von Faschismus in Tateinheit mit Volkszüchtigung tanzt?
    Wer wählt denn noch diesen Haufen von Versagern und Volksgegnern?

  7. Ich muß hinnehmen, daß dieser Herr ein wichtiger SPD- Genosse ist. Es ist deshalb sicherlich auch angebracht, seine jeweiligen Absonderungen an die Leser weiterzuleiten.
    ALLERDINGS IST ES ABSOLUT UNNÖTIG; DAS GANZE MIT EINER PHOTOGRAPHIE ZU ILLUSTRIEREN!!!

  8. „Lindh: „Das rassistische Denken hat nicht geendet mit dem Zweiten Weltkrieg. Wir haben einen ethnisch orientierten Rassismus und einen solchen, der bei der Religion einsetzt. Und bei Menschen, die zum Beispiel aus der Türkei gekommen sind (…), kommt beides zusammen.”

    „«Adolf Hitler verherrlichte den Islam» Hunderttausende Muslime kämpften für das Dritte Reich.
    Einige führende Nazis scheinen vom Islam regelrecht begeistert gewesen zu sein: Heinrich Himmler sprach von einer «Heldenreligion», die «für Soldaten praktisch und sympathisch»
    sei.
    Hitler kam immer wieder auf den Islam zu sprechen, fast immer dann, wenn er über Religion im Allgemeinen sprach. Den Islam, den er als starke und aggressive Krieger-Religion verherrlichte, stellte er einem angeblich verweichlichten Katholizismus gegenüber.
    Im kleinen Kreis schwärmte Hitler ja auch vom Wein und den Jungfrauen, die den Muslims für die Zeit nach dem Tod versprochen würden. Der Islam, so sagte er, könnte selbst ihn noch für die Religion begeistern.
    https://www.bazonline.ch/adolf-hitler-verherrlichte-den-islam-996257318649

    In einen der zahllosen Hitler-Dokus im TV wurde erwähnt, dass Hitler sich den Islam als Staatsreligion gut vorstellen konnte. Keine Quelle. Passt alles nicht zu der Aussage von Lindh.

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