Mittwoch, 17. Juli 2024
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Journalismus als reine Propaganda und ohne jede Debatte?

Journalismus als reine Propaganda und ohne jede Debatte?

Nur noch sagen, was systemkonform ist (Symbolbild:Shutterstock)

Die “re:publica” als „Konferenz für die digitale Gesellschaft“ ist das Stelldichein der modernen linken woken Publizistik. Auf der diesjährigen Ausgabe dieses jährlichen Events von Ende Mail waren zwei seither vielbeachtete Wortmeldungen besonders entlarvend: Zum einen die des “Journalisten” Tilo Jung, der den Journalismus propagandanah gestalten will, und der Autorin Carolin Emcke, die mal eben die Diskussionskultur in Deutschland abschaffen will. Laut Duden ist Propaganda die „systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen.“ Diese Definition entspricht genau dem Berufsbild des modernen Journalismus, das der 38-jährige Journalist Tilo Jung in Berlin so beschrieb: „Journalisten sollen die Leute darüber informieren, was sie wissen sollen – nicht, was sie wissen wollen.

Die entscheidende Frage dabei ist: Wer bestimmt, was “sie” – also die Bürger – wissen sollen? Hier bieten sich dann das links dominierte Establishment und die Ampel-Regierung an. Ganz im Gegensatz dazu verpflichteten sich einst noch echte Journalisten à la Hanns-Joachim Friedrichs, die Realität abzubilden und die Themen, die die Menschen bewegen, zu vermitteln – und das möglichst objektiv und ausgewogen. Das folgende Diktum von Friedrichs gilt auch heute noch: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ Mit der obigen Definition Tilo Jungs hingegen wird Journalismus umfirmiert in einen Haltungsjournalismus, Gesinnungsjournalismus, Erziehungsjournalismus, Staatsjournalismus oder Klimajournalismus. So mancher Leser der Mainstream-Medien wird sich fragen: Haben wir diesen ach so modernen Journalismus nicht bereits heute schon? Wie dem auch sei: Der neue, auf der “re:publica24” in Berlin proklamierte Journalismus passt nicht zum Meinungspluralismus der Demokratie, sondern eher zu einem totalitären System. Und dieses wollen wir in Deutschland nicht!

Diskussionskultur abschaffen

Carolin Emcke, Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016, und Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), setzen sich auf in Berlin dafür ein, Diskussion, Dialog und Meinungsstreit abzuschaffen; natürlich auch und gerade im Journalismus, vor allem im Hinblick auf die großen Themen wie Corona, Migration, Krieg und Klimawandel. Demnach sind abweichende Meinungen und Kritik unerwünscht, da hinderlich. Basta! Wer das nicht glauben mag, bitte anhören. Die junge Journalistin Larissa Fußer von “Apollo-News” entgegnet diesem ungeheuerlichen Statement der Friedenspreisträgerin: “Ich habe noch nie ein so brennendes Plädoyer für Engstirnigkeit gesehen.” Denn seit jeher läuft natürlich jede Diskussion im Pro- und Kontra-Format ab: Argumente und Gegenargumente werden vorgebracht, begründet und im gerne auch überaus heftigen Meinungsstreit gegeneinander abgewogen mit dem Ziel, Argumente zu widerlegen oder einen Kompromiss zu erzielen.

Fortschritt heißt, dass sich die besseren Ideen im Diskurs durchsetzen. Wissenschaftlicher Fortschritt ist nichts anderes als ein Prozess fortlaufender Falsifizierung von Theorien. Diese Diskussionskultur ist seit der Aufklärung gültig. Das hat nichts mit “Rahmung” zu tun, wie Ehmke meint, die wörtlich sagte: „Ich würde wirklich dazu aufrufen, dass niemand, der eingeladen wird, in einer Rahmung, die Pro und Contra heißt, teilzunehmen, ich würde wirklich inständig darum bitten, das ist einfach, es muss, es muss aufhören, wir müssen aufhören, diese Rahmung zu bedienen, ja, es wird uns beständig vorgemacht, es gäbe zu allen Fragen gleichermaßen wertige, gleichermaßen vernünftige einander widersprechende Positionen – das ist mit Verlaub einfach Bullshit. Wir müssen es abschaffen. Es ist auch eine Form der Selbstverdummung, wenn wir uns in einem Pro-und-Contra-Format nur vereindeutigen müssen.

Emcke versus Kant

Und Emcke weiter: „Nein wir müssen es abschaffen, es führt genau zu dem, was dann anschließend als Spaltung der Gesellschaft thematisiert wird und wiederum von denselben Talkshows thematisiert wird, die vorher es kreiert haben. Also jeder, der eingeladen wird, wirklich, jeder, der dazu eingeladen wird, übrigens auch noch aus einem anderen Grund, ja, weil in dem Moment, in dem Frau Kemfert eingeladen wird pro oder contra zu ganz egal welcher Frage sich zu äußern, wird sie anfangen, nicht nur darüber nachzudenken, was sie eigentlich denkt zu einer bestimmten Frage. Sie wird nicht nur einfach erörtern und darin möglicherweise auch Selbstzweifel, Ambivalenzen, Unsicherheiten mitthematisieren, sondern sie wird die ganze Zeit nur gegen die andere Position arbeiten. Es ist auch ’ne Form von Selbstverdummung.“ Die andere Position oder abweichende Meinung ist also Dummheit…und Disput damit schädlich, laut Emcke. Und sie meint auch noch: “Wenn wir in diesem Pro und Contra Format uns vereindeutigen müssen, wo Dinge komplizierter sind. Also bitte lesen sie den Kram nicht, gehen Sie bitte nicht in Formate, lassen Sie sich nicht einladen zu diesen Formaten … es ist wirklich eine systematische Zerstörung von vernünftigem, rationalem, differenziertem Diskurs … Man muss es abschaffen.

Nur zur Info: Der Diskurs (lateinisch sinngemäß für “Umherlaufen“) steht für ein hin- und herlaufendes Gespräch. Ohne Pro und Kontra gibt es keinen Diskurs. Was beinhaltet Diskurs für Carolin Emcke, wenn sie diesen abschaffen will? Nichts mehr. Es ist das Ende des mündigen Bürgers – und der Anfang des Bürgers als unmündiger Untertan. Immanuel Kant schrieb: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung. … Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.

Was hier eigentlich absurd ist

Emcke hingegen erklärt Selbstdenken zur Selbstverdummung, da das Gespräch als das sokratische Prinzip zwischen Personen, die sich “ohne Leitung eines anderen” (also ohne Vorgabe von Experten, Eliten oder Moderatoren) des eigenen Verstandes bedienen, ihrer Meinung nach Verdummung ist. Auf sowas muss man erstmal kommen. Doch auch ihre “re:publica“-Gesprächspartnerin Claudia Kemfert opponiert ganz offen gegen den Meinungsstreit, vor allem in der Wissenschaft: “Auch die Virologen sind wirklich entsetzt, auch in der Zeit, wo ja Corona lief, wie die Medien damit umgegangen sind, dass es immer dieses Pro und Contra überall gab und ein Christian Drosten dann da sitzt und sagt, was passiert hier mit mir, was ist denn da los und mich auch mal gefragt hat, so nach dem Motto bei den Klimawissenschaftlern ist es ja schon immer so, also und er das nicht kannte, dass er plötzlich angezweifelt wird in seiner Kompetenz, ja der weltweit führende Forscher, Virologe, den wir weltweit haben, wird dann irgendwie in den Medien angezweifelt usw. Der kannte das alles nicht. Ist alles total absurd.

Total absurd ist hier etwas ganz anderes: Emcke wie Kemfert plädieren letztendlich dafür, dass sachliche, auch konträre Argumente durch Glaube, Freiheit durch Haltung sowie Wissenschaft wieder durch Doktrin ersetzt werden müssen. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als einen Rückschritt der deutschen Gesellschaft in die Zeit vor der Aufklärung. Was die drei “hochkarätigen” Redner Jung, Emcke und Kemfert auf dieser – natürlich steuerfinanzierten – Veranstaltung in Berlin propagieren, ist nur noch ungeheuerlich, da es auf einem kompletten Umbau, eine vollständige geistige Enteignung der Gesellschaft und ein Ende von Debatte und Meinungsfreiheit hinausliefe. Noch viel ungeheuerlicher freilich ist das Fehlen von Kritik, Skepsis, Widerspruch, Aufschrei und Contra in den Medien schon heute, in einem Zustand also, der Emcke noch immer viel zu verschwurbelt, weil pluralistisch ist.

8 Responses

  1. Demokratie abschaffen!
    Das ist die Agenda. Und wie vor 90 Jahren finden sich genügend rückgratlose Opportunisten, die zu allem bereit sind, was angeordnet wird.
    Und sich dabei stets auf der richtigen “Seite” wähnen.
    “Jung, Emcke und Kemfert” ist da nur die Spitze des Eisbergs.

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  2. Das einzige Erfreuliche ist die Weiterentwicklung der KI. Das wird zumindest dafür sorgen das eine ganze Menge von diesen ARSCHLÖCHERN in Zukunft es mal mit richtiger Arbeit probieren müssen.

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    1. @KI
      hat mit Intelligenz zwar nichts zu tun, aber mit geringerer Vergeßlichkeit und schnellerer Datenverarbeitung – außerdem muß jeder Betrug angewiesen werden und kann nicht auf der unteren Ebene gewinnbringend angesetzt werden. Die ganze Mittelschicht in Politik und Justiz wird überflüssig !
      Da, wo Hand angelegt und Schweiß vergossen wird, tut die KI gar nichts !
      Dafür wird die ganze selbsternannte Elite mit “irgendwas mit Medien und sozial” überflüssig, und an der Spitze wird der Futtertrog nur noch für wenige da sein !
      Es wird noch lustig – also Popcorn bereitstellen, zurücklehnen und genießen !
      Wenn erst einmal die ganzen Corona-Juristen plötzlich feststellen, das sie trotz all ihrer Willfährigkeit überflüssig geworden sind, wird es spannend ! Ob sie dann noch den Schutz des neuen KI-Regimes haben werden ? In jedem Fall werden och viele Rechnungen zu begleichen sein !

  3. Wir erleben die wehrhaften Demokraten in voller Blüte.
    Frau Professor Doktor Doktor Kemfert hat ja einige Zeit in Moskau und St Petersbirg “gelehrt”. Das ist nun das Ergebnis kommunistischer Unterwanderung

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  4. Der Autor hat ein sehr oberflächliches Geschichtsverständnis, wenn er Hanns-Joachim Friedrichs als “echten Journalisten” feiert. Der war genauso ein verlogener Propagandist derselben Hintergrundmacht. Doch anscheinend hatte Kaiser sich in den Jahren seiner Tätigkeit in der BRD wohlgefühlt und stellte keine kritische Fragen, obwohl doch andauernd sehr fragwürdige Dinge geschahen und die BRD auf einem – vorsichtig ausgedrückt – fragwürdigen Fundament aufgebaut ist.

    Das Grundproblem des Journalismus ist so alt wie selbstverständlich. Die Journalisten wollen von ihrer Tätigkeit leben und müssen das schreiben, was ihren Geldgebern gefällt. Vor der Einführung des Internets war die Verbreitung von Meinungen ohnehin kostspielig, so dass die Geldgeber grundsätzlich nur sehr reich waren. Am Ende war der Journalismus immer das Sprachrohr der Hochfinanz manchmal durch ein seltsames Staatskonstrukt verschleiert (z.B. NS, DDR).

    Schon in Balzacs “Verlorenen Illusionen” wird das Grundproblem des Journalismus angesprochen. Schaut euch den Trailer der rezenten Verfilmung an, da wird in der Konfrontation des idealistischen Novizen mit dem zynischen alten Hasen alles amüsant auf den Punkt gebracht:

    Durch die Einführung des Internets hat sich kurz des Chance eines wahrheitsorientieren Journalismus ergeben, da es auf einmal nicht teuer war, seine Meinungen weltweit zu verbreiten. Doch durch Sondergesetze (“Volksverhetzung” etc.) hatte der in Europa nie eine echte Chance. Die Etwicklung in den USA zeigt jedoch auch, dass auch die Dummheit, Bequemlichkeit und Geiz der Rezipienten für die Chancenlosigkeit dieses Journalismus verantwortlich waren.

    Lustig finde ich es immer, wenn besonders üble Lügner als Journalisten mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden – als ob es auch die anderen Journalisten gäbe!

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  5. “Drosten…, der weltweit führende Forscher, Virologe, den wir weltweit haben…”.??! Hust! Mit Verlaub: dazu fällt mir nichts mehr ein! In einem Kommentar wurde er als wirrologischer Volldrosten bezeichnet. Das dürfte der Wahrheit näher kommen.

  6. “Journalismus ist etwas zu veröffentlichen, was andere nicht wollen, daß es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.”
    George Orwell