Journalistische Standards Fehlanzeige: “Mannheimer Morgen“ druckt geschwärztes Interview mit AfD-Abgeordneten ab

Journalistische Standards Fehlanzeige: “Mannheimer Morgen“ druckt geschwärztes Interview mit AfD-Abgeordneten ab

So sieht das Ergebnis aus, wenn ein AfDler vom – allen Politikern zugestandene – Recht auf Autorisierung eines Interviews vor Veröffentlichung Gebrauch macht (Screenshot:MannheimerMorgen)

Diese selbstgleichgeschalteten Medienmitläufer merken absolut gar nichts mehr: Der „Mannheimer Morgen“ (MM) hat ein Interview mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Heinrich Koch zum Vorwand genommen, um als weiteres Mainstream-Medium wieder Breitseiten gegen die AfD zu feuern. Das Interview, das im Rahmen von Kochs Funktion als AfD-Fraktionsvorsitzender des Mannheimer Gemeinderats geführt wurde, erschien in weiten Teilen geschwärzt. „Nein, da ist uns nicht die Druckerschwärze ausgelaufen. Und das ist auch kein Pixel-Fehler in der App. Nur der Versuch eines AfD‑Politikers, die Pressefreiheit zu beschneiden“, textet MM-Chefredakteurin Miriam Scharlibbe dazu.

Ein Hohn sondergleichen: Tatsächlich handelt es sich um eine bizarre Umkehr der Tatsachen. Denn jeder Interviewte hat bei Zeitungsinterviews das Recht zur Autorisierung, das heißt: anders als bei Live-Interviews etwa in Online-, Radio- oder Fernsehinterviews hat er vor Veröffentlichung die Möglichkeit, die Endfassung zu autorisieren und vor Freigabe entsprechende Kürzungen vornehmen. Journalisten haben dieses Recht zu respektieren, das selbst bei Bild- und Toninterviews, die aufgezeichnet werden, besteht. Es wird vor allem dann angewandt, wenn nicht das gesprochene Wort gilt, sondern von der Redaktion ein Transkript oder eine Art ausformulierte Interviewfassung aus einem Dialog erstellt wird. So war es auch im Fall von Koch.

Klimaideologie und Sippenhaft

Erkennbar hatte das Mannheimer Lokalblatt aber im Sinn, Koch möglichst schlecht dastehen zu lassen. Bei Scharlibbe klingt das so: Aus dem zweistündigen Gespräch sei ein schriftliches Interview entstanden, das Koch im Zuge der Autorisierung um zwei Drittel habe kürzen wollen. Antworten, die seine Ämterfülle auf Bundes- und Regionalebene betreffen, und seine Ausführungen zum Klimawandel und den Rekordtemperaturen des Sommers, fehlten nach der Kürzung zum großen Teil. Koch habe sich auch geweigert, sich zu einem WhatsApp-Status seiner als Stadträtin arbeitenden Ehefrau Silke Koch zu äußern, in dem diese Bilder von muslimischen Frauen in Burkinis mit „Dreck“ beschriftet hatte – eine Frage, die korrekterweise dann an Kochs Frau und nicht an ihn zu richten gewesen wäre, wenn man nicht die gegen AfDler übliche Sippenhaft zugrundelegt  „Sogar die Fragen unseres Redakteurs wollte Koch ändern“, empörte sich Scharlibbe. Die Autorisierung von Interviews sei hierzulande zwar üblich, stelle aber „keine Einladung zum Eingriff in die journalistische Freiheit“ dar.

Dass Koch um Streichung einzelner Antworten bat, mag der Chefredakteurin zwar nicht passen – aber sie muss es dennoch akzeptieren. Koch hätte das Interview auch komplett zurückziehen können. Interessant wäre es zu wissen, wie vielen nachträglichen Änderungen das Blatt bei anderen, genehmeren Politikern bereitwillig zugestimmt hat. Fraglos hätte der MM Kürzungen bei jedem anderen Interviewpartner irgendeiner anderen Partei anstandslos akzeptiert. Doch hier, bei der Schwefelpartei AfD, witterte man erkennbar  die Gelegenheit, die angebliche Ablehnung der Meinungsfreiheit ausgerechnet durch die AfD (selten so gelacht!) “sichtbar“ zu machen, indem die gekürzten Passagen schwarz abgedruckt wurden.

Wer spielt hier unfair?

Es handelt sich um einen einzigartigen Vorgang, der immerhin den unbeabsichtigten Effekt hat, dass jedem Leser sogleich die absolute Ungleichbehandlung dieser Partei auch maximal voreingenommene “Journalisten“ ins Auge fällt. „Kaum eine Partei schimpft so sehr über freie Medien und Journalismus, wie die AfD. Sie will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen, schließt Journalisten von Veranstaltungen aus und schreckt auch nicht davor zurück, Reporter zu beschimpfen. Begründet wird dies gerne mit einem angeblich unfairen Umgang der Medien mit AfD-Politikern“, rotiert Scharlibbe weiter – ohne zu realisieren, dass sie selbst hier gerade den ultimativen Beweis für die Richtigkeit dieser AfD-These erbringt. An Kochs Vorgehen, moserte sie weiter, lasse sich erkennen, dass es „vielen AfDlern nicht um Fairness“ gehe, auch nicht darum, „Fragen zu beantworten oder Raum für andere politische Ansichten zu haben. Denn immer, wenn Journalisten genau diesen Raum öffnen, werden darin geltende Spielregeln mit Füßen getreten“. Fairness lässt jedoch vor allem der MM selbst missen.

Wenn man den genauen Hergang und Kochs tatsächliche Änderungswünsche auch nicht kennt, legt schon allein Scharlibbes aggressive Tirade mit ihren Unterstellungen und Falschbehauptungen den Verdacht nahe, dass es sich auch bei dem “Gespräch“ mit Koch in Wahrheit wieder um ein Verhör eines AfD-Politikers durch maximal voreingenommene linke Überzeugungsaktivisten in der Larve von Journalisten gehandelt haben muss, bei dem der Delinquent mit Suggestivfragen traktiert wurde, um ihn in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.

Die AfD benennt reale journalistische Defizite

Ein unvoreingenommener Faktencheck hätte Scharlibbe ihre Vorurteile selbst aufzeigen können: Zunächst einmal schimpft die AfD in keiner Weise über „freie Medien“ (abgesehen davon, dass unter diesem Begriff die unabhängigen, nicht systemkonformen Medien verstanden werden, zu denen die AfD sehr gute Beziehungen pflegt und deren ständige Diskriminierung und Bekämpfung durch den Linksstaat sie anprangert!). Stattdessen identifiziert sie die ideologisch einseitigen Mainstream-Medien, die eine klare Anti-AfD-Agenda verfolgen, richtigerweise als Misstand. Und die AfD-Forderung nach Abschaffung des grotesk parteiischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird übrigens von Millionen frustrierten Zwangsgebührenzahlern geteilt und ist eine legitime politische Forderung.

Werbung

Es ist zu befürchten, dass sich diese maliziöse Grundhaltung des „Mannheimer Morgen“ gegenüber der AfD auch in der Interviewführung mit Koch niederschlug und man dessen – vermutlich mehr als begründete – Streichungen nun als willkommenen Vorwand nutzt, um genau das über die Partei zu schreiben, was man ohnehin im Sinn hatte. Ohne Kochs Version der Ereignisse bleibt jedenfalls der Eindruck, dass hier wieder einmal ein tendenziell linkes Provinzmedium mit Riesengetöse einen Skandal konstruiert hat, um die Haltungsduftnoten zu setzen und sich wichtig zu machen.

Werbung

13 Kommentare

  1. …EINE ZENSUR FINDET NICHT STATT…

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

    Artikel 5

    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. EINE ZENSUR FINDET NICHT STATT…

    https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html

    1. Nur weil etwas schwarz auf weiß in einem Gesetzbuch steht, ist es noch lange nicht Wirklichkeit.

      Das steht dort zur Beschwichtigung der Bevölkerung. Sie soll an die Worte glauben.
      Das ist wie der Käse in einer Mausefalle, auf den die Mäuse immer wieder hereinfallen.
      Die Bürger sind da wie die Mäuse und fallen immer wieder auf den Käse (die Worte) herein. Das gilt insbesondere für den Artikel 20 GG.

      Sogar die im „Grunzgesetz“ garantierten Grundrechte konnten während Corona ausgesetzt werden, angeblich wegen einer Ausnahmesituation.
      Wenn so etwas möglich ist, wird die Regierung immer wieder Ausnahmesituationen herbeiführen, denn Macht korrumpiert. Und der sich als der Souverän fühlt (das verdummte Volk), läßt sich das gefallen und hetzt gegen jene, die gegen die staatliche Willkür Widerstand leisten.

      Nicht schön aber schön blöd.
      😜

  2. Wer liest denn so ein Käseblatt?
    Verkaufen die überhaupt noch gedruckte Exemplare?
    Und wem gehört die Zeitung? Der SPD etwa?
    Ab damit ins🚽! 😂😂😂
    😜

    1. „Wir sind nach wie vor mehr“: Prinzen-Sänger macht Wahlkampf für Schwesig und gegen die AfD
      Der Sänger der Prinzen, Sebastian Krumbiegel, wettert in einem Wahlkampfvideo für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gegen die AfD. Die Wähler sollten bei der Stimmabgabe darauf achten, dass ihr Kreuz auf dem Wahlzettel „keine Haken hat“. Weiterlesen auf apollo-news.net

  3. Wenn dem interviewten Heinrich Koch die ursprüngliche Version vorliegt, wäre es doch mal interessant, wenn er diese im einzelnen kommentiert veröffentlicht, damit klar wird, wer hier was und warum tut.

  4. Mainz: Somalische Hass-Influencerin Naiima A : Taucht sie jetzt unter?

    https://www.rheinpfalz.de/rheinland-pfalz_artikel,-somalische-hass-influencerin-taucht-sie-jetzt-unter-_arid,5930032.html

    Naiima A. sollte wegen eines Strafbefehls vor dem Amtsgericht Mainz erscheinen. Die Verhandlung dauert jedoch nur wenige Minuten. Und nährt einen Verdacht.

    Nach 15 Minuten des Wartens ist es beschlossene Sache: Die somalische Influencerin Naiima A. aus Mainz muss insgesamt 5400 Euro Strafe an die Landesjustizkasse Rheinland-Pfalz zahlen. Im Jahr 2023 hatte die Frau auf Tiktok ihre Zuschauer in einem Livestream dazu aufgefordert, verfeindete Landsleute umzubringen und Fotos von deren Leichen zu machen.

  5. Dieser Vorgang hat mich als Leser des MM irritiert und wirft in der Tat einige Fragen auf. Zutreffend ist die Erkenntnis, dass der Mannheimer Morgen traditionell die Altparteien „gut aussehen“ lässt und gegen die AfD immer wieder mit grenzwertigen ode verfälschenden Darstellungen daherkommt und die Sachverhalte eben aus stramm linker Sicht darstellt.
    Aber was hat denn der Interviewte an den geschwärzten Stellen tatsächlich gesagt – und warum wollte er es nachträglich nicht so den Lesern darbieten? Sollten seine Aussagen „journalistisch bearbeitet“ und so wiedergegeben bzw. widergegeben werden oder ist bei ihm die Erkenntnis gereift ist, dass er da Unsinniges von sich gegeben hat?
    Allein schon der Umfang der Schwärzungen ist irritierend. Da hülfe es sicher, wenn sich der Betroffene mal selbst zu Wort melden würde.
    Wenn er tatsächlich Gesagtes hat streichen lassen, dann verfehlt die „Schwärzungskritik“ und die Berufung auf ein „Autorenrecht“ gewiss die hier vorgetragene Rechtfertigung.
    Aber egal, wie es auch sei: In jeder Partei gibt es Dummschwätzer, deren Aussagen man nicht auf eine ganze Partei übertragen darf oder sollte. Ob der hier Interviewte dazugehört, ist aufgrund der „merkwürdigen Sachlage“ noch nicht zu entscheiden – und weder zu verteidigen, noch zu kritisieren.

  6. politidioten unter sich… respekt… alice feg das pack ausser landes wir sind das volk und wir entscheiden wer und was….

Werbung