Jung und konservativ: Erstwähler (re)präsentieren die wahre Jugend

Von wegen nur Linksaktivisten und Klima-Fanatiker: Viele Erstwähler ticken bürgerlich (Foto:Imago)

Deutschlands Medien sind erwacht. Denn sie wurden kalt erwischt. Ihre Dauerpropaganda für Greta und die Grünen, der Hype um „Fridays for Future“ und die lauten Linkstöne von Grüner Jugend und Jusos hatten über viele Monate wie eine medial gestützte self-fulfilling prophecy angemutet: Die Jugend ist links. Punkt. Greta wurde zum Superstar aufgeblasen, keine Talkshow ohne die Abgasbetroffenheit der FFF-Sprecher, ständig und immerdar in den Medien die systemkritische Klima-Jugend, welcher die ökolinke Politik der Angela Merkel nicht links genug war. Nun erweist sich die Realität als Schock – denn wenn die Jugend gar nicht so links ist, wie es immer und überall den vorsätzlich suggerierten Anschein hatte, dann waren diese Aussagen in den Medien nichts als Propaganda, faustdicke Lügen und öffentlich-unredliche Manipulation. Der Wind dreht sich.

Wie Deutschlands Jugendliche wirklich ticken, zeigte eine differenzierte, repräsentative Nachwahlbefragung von Infratest Dimap. Diese ergab eine eindeutige Präferenz der Erstwähler sowohl für die Grünen als auch für die Liberalen. Damit ist eine Grün-Tendenz zwar nicht ganz falsch, aber sie ist eben nur eine von zwei mindestens gleich großen Strömungen der Generation U18.  Das Ergebnis war eindeutig und unwiderlegbar. Versucht man den Grünschleier der Manipulation und Meinungsmache noch etwas mehr zu reduzieren, wird es immer interessanter: So bemerkte die „NZZ„, dass es regional noch weitere Unterschiede vor allem zu Lasten der Grünen gibt: Viele Kids finden Greta schlicht doof und peinlich, sie fahren gerne Auto und wollen auch die geisteskranke Gendergaga-Ideologie keinesfalls übernehmen. Die Schweizer Zeitung, eine Art „Westpresse“ der Gegenwart, schreibt: „Schaut man sich die rund 1.100 Gemeinden in Baden-Württemberg isoliert an, ist die Korrelation stärker, insbesondere bei jungen Männern. Dazu passt eine weitere Nachwahlbefragung von Infratest Dimap: Gemäss dieser erreichte die FDP im Südwesten bei den unter 25-Jährigen sogar einen Anteil von 26 Prozent der Stimmen – 2 Prozentpunkte mehr als die Grünen.

Greta finden viele doof und peinlich

Was diese Jungwähler so denken und sagen, das wird in deutschen Medien teilweise auch nach der Wahl weiterhin munter ausgeblendet, denn es könnte den eigenen propagandistisch aufgeladenen Inhalten schaden und die Koalitionssondierungen zulassen grüner Inhalte torpedieren. Vor allem würde es peinliche Fragen aufwerfen nach eklatanten Fehlgewichtungen der eigenen Bericherstattung während des Wahlkampfes. Denn, Hand aufs Herz, liebe Leser: Wie oft haben Sie in den vergangenen Monaten junge Liberale in öffentlich-rechtlichen Talkshows gesehen, die dort öffentlich sagen durften, was in den Programmen der Julis steht – etwa dies: „Die Jungen Liberalen sind der Überzeugung, dass alle Geschlechter gleichberechtigt sind und dass die Meinungsfreiheit sowie die Möglichkeit, sich so auszudrücken, wie man es möchte, zentrale Säulen für eine liberale Demokratie sind. Die Entscheidung, ob und in welcher Form gendergerechte Sprache verwendet wird, ist eine höchstpersönliche. Staatliche Institutionen wie Universitäten dürfen deswegen keine Verpflichtungen zu bestimmten Formulierungen im Sinne der gendergerechten Sprache festlegen, die Verwendung darf weder positive noch negative Folgen nach sich ziehen. Private Arbeitgeber entscheiden auch künftig – wie schon jetzt – eigenständig über ihre dienstbezogene Kommunikation„? Im Gegensatz dazu kam die Klimajugend penetrant zu Wort, zugeschaltet als Anklägerschaft teilweise sogar in den Kandidatendiskussionen per Zoom-Videobord.

Die Wahlerergebnisse der Bundestagswahl, in Bezug auf Jung- und Erstwähler, haben den öklinken Programmmachern und Propagandisten ihren Lügenteppich unter den Füßen weggezogen. Um sich nicht weiter als in Diensten parteilicher Propaganda stehende Gehirnwaschanlagen lächerlich zu machen, schwenken nun viele um und machen auf erstaunte Berichterstattung. Der „Spiegel„, der schon lange nicht mehr ohne streng ökolinken Zeigefinger berichten kann, rudert zurück, neben die unverleugbare Überraschung tritt der Versuch, selbiges ja nicht zu oppositionell wirken und möglichst keine Ansichten von Anti-Grün-Wählern zur Sprache kommen zu lassen: „Wer an junge Menschen denkt, die sich politisch engagieren, der oder die denkt vielleicht an Greta Thunberg oder Luisa Neubauer. Der Erfolg von Fridays for Future scheint zu belegen, dass die Jugend grün denkt und wählt. Zur Wahrheit gehört aber mehr: Denn einer aktuellen Spiegel-Umfrage zufolge bevorzugen immerhin 30 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die Union oder die FDP. Über alle Altersgruppen hinweg sind es nur vier Prozentpunkte mehr.“ Das Magazin, das sonst die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat: Plötzlich gibt s sich kleinlaut und bass erstaunt.

Bass erstaunte Nachwahl-Berichterstattung

Und trotzdem werden, selbst im luziden Moment der vermeintlichen Selbstkritik, hier gleich wieder die alten Lügen aufgetischt; sinngemäß: Na sowas… das dominante Bild der Jugend sei doch seit Jahren gerade durch Fridays for Future und die Klima-Zukunftsangst der Kids geprägt gewesen, und von einem Zuspruch ausgerechnet für die Liberalen sei nichts zu merken gewesen! Typischer Fall von kognitiver Verzerrung deutscher Haltungsjournalisten: Dies war stets ihr Zerrbild der deutschen Jugend, kein realistischer kritischer Querschnitt. Selbst wenn sich irgendwo nur knapp 30 FFF-Hanseln auf Plätzen trafen (oder fast gar keiner kam), obwohl doch Hunderte angekündigt waren, las sich dies in den Mainstreammedien anschießend zum Beispiel so: „Erneut haben zahlreiche junge Aktivist*innen gegen den Klimawandel protestiert und der Bundesregierung eine zu rücksichtsvolle Politik gegenüber der Autoindustrie vorgeworfen.“ In diesem Geist wurde Luisa Neubauer in Talkshows eingeladen und hofiert, wo sie ihre verinnerlichte sozialistische Dreistigkeit ausleben durfte und oft unwillkürlich an die „Debattenkultur“ im Propagandastaat DDR erinnerte. Auch Neubauer war natürlich „die Jugend“, die gegen das uneinsichtige Polit-Establishment engagiert und leidenschaftlich ihre Forderungen artikuliert. „Die Jugend“. Ich, Luisa, bin die Jugend.

Neu ist diese Art von medialem Aktivismus nicht. In den Siebzigern sprachen linke Polit-Emanzen, militante Abtreibungsbefürworterinnen und Neo-Suffragetten wie Alice Schwarzer immer auch gleich im Namen „aller“ Frauen, obwohl es sehr, sehr viele Frauen gab und gibt, welche den Femanzen-Dogmatismus von Hardcore-Lesben und speziell „Emma“ niemals leiden konnten. Heute maßen sich die „queeren“, diversen, trans-, cis- oder sonstwie buntgeschlechtlichen Ankläger des spießigen heteronormativenm Restbürgertums ja auch an, vermeintlich im Namen aller Schwulen, Diversen, Transen oder Lesben zu sprechen – was natürlich blanker Unsinn ist: Homosexuelle gibt es in allen Parteien, auch bei FDP, CDU und sogar der AfD (auch Alice Weidel hat sich dazu öffentlich bekannt und lebt mit ihrer Lebensgefährtin zusammen). Der probate Trick dabeu: Linke deklarieren ganze Bevölkerungsgruppen als ihr politisches Eigentum, sie maßen sich an, im Namen einer Minderheit exklusiv und totalitär zu sprechen – und grenzen dabei die aus, die nicht in ihr verengtes Weltbild passen.

Ganze Bevölkerungsgruppen als politisches Eigentum

In diesem Ungeist haben Grüne und grüne Medien „ihre“ ökolinke Jugend verhätschelt, gepusht und zum angeblichen Massenphänomen hochgejazzt – und eine andere Jugend daneben kann und darf es eben nicht geben. Hinter dieser Mixtur aus Wahrnehmungsverzerrung und Realitätsverweigerung lauert ein totalitärer Ungeist, der ebenso unbelehrbar ist wie gefährlich. Wenn die „Real-Sozialismus“ dann erstmal total regiert – von Rot-Rot-Grün an aufwärts -, dann wird bald davon die Rede sein, das „ganze“ Volk sei ausnahmslos links, und die wenigen Uneinsichtigen müssen bekriegt werden. Auch das kennen wir aus der Vorwende-DDR, wo der Ruf „WIR sind das Volk“ nicht umsonst als  Parole der oppostionellen Bürgerrechtler gegen die SED-Bonzokratie erschallte, die sich bis zum ihrem letzten Moment in Wandlitz als wahre Interessenvertretung der werktätigen Mehrheit, „des Volkes“ wähnte und mit „Wir“ stets das ganze Land meinte, auch sich dieses dieses von ihrer Traumwelt vollständig entfernt hatte.

Der Mythos, die Jugend sei links, setzt sich neben dem gehypten Klima-Fankultur auch in der angeblich woken, sensiblen Sprache der Kids fort. Tatsächlich ist in der jungen Generation der Widerstand gegen den von Altlinken und akademischen Nerds durchgesetzte Gender-Wahn besonders ausgeprägt: Klare Kante gegen die abstruse linke Sprachpolizei – so denken in Wahrheit hunderttausende Jugendliche in Deutschland. Die Julis, die in Wahrheit also einen ebenso großen Rückgrat unter den Jugendlichen haben wie die Nachwuchsgrünen, schießen dagegen seit langen allen Rohren. Inzwischen tauchen Sie  auch mal in erfrischend meinungsfreudigen Debatten auf „Bild Live“ auf und machen klar, was sie von der politisch korrekten Vollidiotie in diesem Lande halten. So erklärt etwa Katharina Wieking, Kreisvorsitzende der Julis in Hannover: „Wir lehnen politisch motivierte Eingriffe in die gewachsene Struktur unserer Sprache ab„; es sei vielmehr wichtig, eine Ansprache zu finden, die alle Menschen mit einbeziehe. Extrem kritisch sehen die Julis, dass die Verwaltung ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorschreibe, eine ideologisch geprägte Schreibweise zu verwenden – wenn etwa Wählerinnen und Wählern nun „Wählende“ werden. „Werden diese dann nach der Abgabe ihrer Stimme eigentlich „Gewählthabende“ genannt?„, fragt Wieking.

Wider den ökolinken Totalitarismus

In ihren Verlautbarungen sind die jungen konservativen und liberalen Jugendlichen schon längst erkennbare Gegner des ökolinken Totalitarismus, der in unserer Gesellschaft alles an die Wand drückt, was nicht im Gleichschritt mitmarschiert. Den Grünen ist es ein Graus: „Fahrverbote für Fahrzeuge mit in Deutschland gültigen Betriebserlaubnissen und Zulassungen kommen einer Enteignung gleich. Dies kann sich eine aufgeklärte und mobile Gesellschaft nicht gefallen lassen. Auch die Vorschläge einer KFZ-Kennzeichenüberwachung zur Durchsetzung der Fahrverbote ist ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Bürgerrechte. Stattdessen sind nachhaltige Konzepte für die Mobilität vor allem in Großstädten gefordert.“ So steht es ebenfalls im Programm der Julis Baden-Württemberg.

Wie die Berichterstattung ausgesehen hätte, hätten die Macher politisch orchestrierter AgitProp-Talkshows Meinungsbilder dieser jungen Menschen ebenso geframed oder totalisierend gezeichnet wie im Fall der grünen Anhängerschaft, kann man sich leicht ausmalen (zumindest hätten die entsprechenden Schlagzeilen dieselbe Berechtigung   gehabt wie die linksgrünen Parolen, die uns ständig eingehämmert wurden): Jugend gegen Links! Jugend gegen Gendersprache! Jugend gegen totalitären Ökowahn! Jugend gegen die politisch korrekte Kastration unserer Demokratie! Jugend gegen Greta! Dies wäre jedich gänzlich undenkbar gewesen – und zeigt die Parteilichkeit der Medienlandschaft.

Kommt der menschgemachte politische Klimawandel?

Vielleicht waren die Umfragen und das tatsächliche Wahlverhalten der Erstwähler ja ein heilsamer Schock. Ein Umdenken scheint bereits einzusetzen, vielleicht bahnt sich ja ein Erdrutsch an: Schon geben erste Hauptschriftleiter deutscher Zeitungen neue inhatliche Leitlinien aus; der denunziatorische Pöbelkampf gegen „Rrrrrrächts“ zur Einschüchterung nichtkonformer Subekte scheint einstweilen an sein (propagandistisches) Ende zum kommen: So erwähnt der Chefredakteur der „Nürnberger Zeitung“ (NZ) ausführlich den hohen Wähleranteil bei den Jungen für die CSU, der nun eben nicht länger ignoriert und diffamiert werden dürfe: „Offenbar gibt es da draußen im Lande sehr viele Menschen, die nicht glauben, dass der grüne und von ‚Fridays for Future‘ vertretene Weg zu mehr Klima- und Umweltschutz der richtige ist …. Es könnte sich um junge Menschen handeln, die für vorgeblich ‚falsches‘, weil als klimaschädlich bezeichnetes Verhalten nicht mit Steuern und Verboten bestraft werden, sondern mit Anreizen motiviert werden wollen, ‚richtig‘ zu leben. Und es könnte sich um junge Menschen handeln, die dank eines aufgeklärten Blicks in die Vergangenheit wissen, dass erst das Streben des Menschen nach Fortschritt und neuen Technologien das Leben besser macht‚, lässt NZ-Chefredakteur Stephan Sohr die Leser an seinem geistigen Wandlungsprozess in Echtzeit teilhaben.

Aufklärung, Fortschritt, Meinungsfreiheit? Anscheinend kommt der menschgemachte politische Klimawandel. Die ökolinke PC-Hegemonie beginnt zu wackeln, die Gegner des in Teilen längst faschistoiden Mainstreams sortieren sich neu, stellen sich auf, sind plötzlich nicht mehr wenige, sondern -zigtausende im ganzen Land. Die kommende Regierung unter Einbeziehung der FDP dürfte ein spannendes Projekt werden. Sollte es die CDU jetzt noch schaffen sich zu „entmerkeln“ und wieder zu ihrem ursprünglichen Markenkern zurückfinden, als akzeptable moderne Partei für Konservative und Bürgerliche aufzutreten, dann wird es im Bundestag endlich mal wieder eine echte, inhaltliche Real-Opposition geben, die sich anders als bislang die AfD nicht mehr pauschal in die Nazi-Schmuddelecke abdrängen lässt. Für SPD und Grüne könnte es dann unbequem werden. Warten wir ab, ob die „wahre“ Jugend die kommende Ampel zum Wackeln bringen wird…

4 KOMMENTARE

  1. Also – gegen den COROMNA-Terror scheinen sie nicht gewählt zu haben – was da abläuft, haben sie wohl nicht verstanden !

  2. Na ich weiß nicht, das klingt mir hier etwas zu optimistisch. Ich würde es ja gerne glauben, aber noch immer haben z. B. bei der Bundestagswahl viel zu viele ihr Kreuz bei „weiter so“ gemacht.

    Ich befürchte, es muß erst noch viel schlimmer kommen, ehe die Mehrheit des deutschen Michels aufwacht.
    Wenn ich da so an meine Diskussionen auf Arbeit denke – ala: das kam doch in der Tgesschau, da wurde doch im Fernsehn drüber diskutiert, die Zahlen des RKI sind doch eindeutig :-), usw. – alternative Medien sind des Teufels – auch ihr hier in ANSAGE :-p – wir sind doch alles Nazis…

  3. ZITAT: „Werden diese dann nach der Abgabe ihrer Stimme eigentlich „Gewählthabende“ genannt?„

    Ich vermute, die möchten eher als Auserwählte bezeichnet werden.

  4. Die Tage lud Bundespräsident Steinmeier „die Jugend“ ins Bellevue, unter (natürlich!) irgendeinem englischen Begriff.
    Inwieweit die meines Erachtens sinnfreie Veranstaltung medialen Widerhall fand, vermag ich mangels Konsum des ÖR kaum beurteilen, aber immerhin war dazu gestern was im Deutschen Lügen Funk (DLF). Wie erwartbar kamen zwei Jugendliche zu Wort, ein Klimamädchen und ein „Mihigru“.
    Daß „die Jugend“ sorgfältigst gefiltert wurde im Vorfeld, darf angenommen werden. Einer von der Jungen Alternative oder gar der Identitären war sicher nicht dabei.
    So bastelt sich der Staatsfunk propagandistisch „die Jugend“ zusammen.
    Kennt man irgendwoher.

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