KI als des Teufels Werkzeug: Bücherverbrennung 2.0

KI als des Teufels Werkzeug: Bücherverbrennung 2.0

Kulturgutbuch: Scannen, in die KI einspeisen, zerstören? (Symbolbild:Pixabay)

Literaturkenner, Buchverlage und Antiquare werfen zunehmend Big Data und Big Tech, den Torwächtern der sogenannten Künstlichen Intelligenz (KI) mit ihren Platzhirschanbietern, vor, ohnehin systematisch als Informationsträger und Kulturgut abgeräumten Bücher, wo immer sie sie in die Finger kriegen, in einem unsanften Scan-Prozess zu zerstören. Weltweit häufen sich Berichte von zahlreichen Antiquariaten, welche meist an zentralen und größeren Orten ihren Sitz haben. Auffallend große Mengen gebrauchter Bücher wurden plötzlich und offen systematisch verkauft. Und eine bitterböse Vermutung macht nun die Runde – von London bis Sydney, von Paris über Berlin bis New York: Bücher in gewaltigen Mengen werden mutmaßlich von KI-Unternehmen aus den USA weltweit aufgekauft, Bücherregale leergeräumt, danach offenbar in Lagerhallen massenweise gescannt und zum „Training“ der „Künstlichen Intelligenz“ als Vorlage verwendet.

Das alles klingt – wie bei KI eigentlich immer – erstmal harmlos, bevor dann dahinter die Teufelsfratze zum Vorschein kommt. So heißt es seitens Google dazu: “Wir respektieren das Urheberrecht, arbeiten in Partnerschaft mit anderen und geben Verlagen die Kontrolle darüber, wie ihre Inhalte verwendet werden.” Nachtigall, ick hör dir trapsen! Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen – die Renten sind sicher – “Schatz, ich zieh ihn raus, bevor ich komme”! Willkommen im Zeitalter der realen und virtuellen Lügen! Und Google desinformiert weiter: Mit dem ehemaligen Projekt „Google Books“ habe man angeblich, angeblich “…Hunderten von Bibliotheken weltweit geholfen, gemeinfreie Werke für zukünftige Generationen zu digitalisieren – und dabei die physischen Exemplare unversehrt zurückgegeben.” Hahaha! Tatsächlich wird Google ganz aktuell in einer Verlagsklage vorgeworfen, explizit Daten aus „Google Books“ unter Verletzung von Urheberrechten zum Training seiner KI-Software Gemini genutzt zu haben. Der Konzern äußerte sich unter Verweis auf „ein laufendes Verfahren“ nicht weiter dazu. Wie sieht es  diesbezüglich beim Mitbewerber OpenAI aus? Bezeichnenderweise reagierte dieser auf eine Anfrage der “Deutschen Presse-Agentur” (dpa) erst gar nicht.

Mehr Kulturzerstörung wagen

Verdächtige Aufkauf-Aktionen, bei denen auch seltene Bücher und nicht mehr verlegte Exemplare zusammengekauft werden, erregen auch in den Fachbranchen Verdacht. So berichtet Markus Brandis, Vorsitzender des Verbandes deutscher Antiquare, von zahlreichen Fällen, in denen Buchhändler und Antiquare plötzlich ungewöhnliche Bestellungen erhalten hätten. Innerhalb weniger Monate hätten einzelne von ihnen dadurch Gewinne im sechsstelligen Bereich gemacht, so Brandis: “Das ist schon bemerkenswert.” Meist seien die Bestellungen nachts eingegangen; die Auftraggeber kämen oftmals aus Nordamerika. Bestellt worden seien vor allem “Ladenhüter”, also Bücher, die schon lange in den Regalen standen und nicht nachgefragt wurden. So wird das Geschäft der Antiquare durch diese dubiosen Käufer kurzfristig zwar belebt, aber langfristig spricht Brandis jedoch von einer “Barbarei”, die er “schärfstens” ablehne.

Der Grund auch hier: KI-Unternehmen scannen und digitalisieren alle Bücher, die sie in die Finger bekommen – und nach Abschluss dieses ominösen Prozesses werden die Bücher gewohnheitsmäßig zerstört. Dies sei, so Brandis, für die Branche generell nicht unbedingt das Hauptproblem, denn von den meisten erfassten Büchern gebe es schließlich viele gedruckte Exemplare; viel entscheidender jedoch sei hierbei wieder einmal die Frage nach dem Urheberrecht. Thomas Koch, Pressesprecher beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, spricht von einer “sehr besorgniserregenden Entwicklung” und einem “klaren und massiven Verstoß gegen das Urheberrecht”. Vermutet werden hinter den Käufen große KI-Entwickler. In Bezug auf das US-Unternehmen Anthropic, Betreiber der KI-Software Claude, gibt es dafür auch konkrete Belege: Anthropic kaufte in großem Stil Bücher, um KI-Software zu trainieren. Dies ging aus Gerichtsunterlagen hervor, die im Rahmen einer Urheberrechtsklage von Autoren gegen das Unternehmen veröffentlicht wurden. Darunter befand sich demnach auch ein internes Planungsdokument, welches knapp die Ziele eines dubiosen Vorhabens mit dem Namen “Project Panama” umschrieb.

“Project Panama“ als Destruktion

Project Panama ist unser Vorhaben, alle Bücher der Welt destruktiv zu scannen”, heißt es darin ganz ungeniert. Gemeint ist damit in schonungslos brutaler Offenheit das absichtliche Zerstören von Büchern im Scan-Prozess. Dabei werden zum Beispiel Buchrücken abgetrennt. Die Kommentare der Auftraggeber klingen geradezu nach sadistischer Freude, lustvoller Zerstörungswut und krimineller Energie – das satanische Arschgesicht der KI-Industrie, Vernebelungstaktik inklusive: Auf Anfrage der dpa teilte Anthropic lakonisch mit: “Claude wird auf einer Mischung von öffentlich zugänglichen Web-Daten, kommerziell erworbenen Datensätzen und selbst generierten Daten trainiert.” Die Beschaffung von Büchern sei in der gesamten KI-Branche ein weit verbreiteter Ansatz für das Training großer Sprachmodelle. Jedoch, so wurde versichert: “Bei keinem unserer Programme zum Datenankauf werden seltene oder antiquarische Bücher zerstört.” Das mag man glauben oder nicht. Bloß: Wer beobachtet und kontrolliert das eigentlich? Natürlich niemand – wer auch sonst?

In den eher zaghaften Berichten der hiesigen Hirnlosmedien ist – wenn überhaupt – vom „Schreddern“ die Rede, was jedoch angesichts einer sich immer diabolischer in aktive Szene setzenden EDV-„KI“ eher wie eine Verharmlosung klingt. Das Skandalöse daran ist das Makabre darin: Wer sich als halbwegs gebildeter Endzeit-Deutscher angesichts solcher Krachmeldungen zurücklehnt und bei dem aktuell gemeldeten Horror-KI-Inferno alleine bloß wehmütig das einstige Gutenberg-Volk der literaturfreudigen Dichter und Denker memoriert, frei nach dem Motto „Wie wir ins totale Nichts abstürzten“, dem fallen hier unweigerlich markante Abgründe der deutschen Geschichte ein wie etwa die Bücherverbrennungen durch die National-Sozialisten, welche ab den 1930er Jahren die wahre „Zierde“ des deutschen Lumpenbürgertums (heute, frei nach Ulf Poschardt, analog „Shitbürger” oder „Bückbürger“ oder einfach elaborierte Kothaufen) waren. Ob Bücher nun verbrannt, verbannt, verboten oder sonst wie vernichtet werden, soll aber an dieser Stelle relativ egal sein – doch antizivilisatorische Barbarei ist und bleibt nun einmal kulturlose Barbarei. Eine symbolische Vernichtung bestimmter Werke, die nicht im Sinne einer toxischen Ideologie verfasst waren, ist insofern ein klar umrissener Vorgang, der direkt auf ein unerwünschte Andersdenken und Andersschreiben abzielt.

Aus Buchstaben werden “Digitalstaben“

Wenn also einst eine mit allen sozialistischen Brackwassern gewaschene Kaderkommunistin Angela „FDJ“ Merkel Thilo Sarrazins Klassiker “Deutschland schafft sich ab” für “nicht hilfreich“ erklärte, mit einem faktischen Bann belegte und damit für die Verfemung und Marginalisierung eines untadeligen und seriösen SPD-Politikers (!) sorgte, dann lernen wir daraus, dass Bücher bis auch heute noch so brisant wie Sprengstoff sein können – zumal es immer schon bestimmte Schlüsselpublikationen oder auch Monumentalwerke waren, die Geschichte schrieben, gerade weil sie im Bereich von Politik und Religion unschicklich und aus Sicht der Herrschenden unrühmlich waren. Im angebrochenen Zeitalter der Digitalisierung wird nun der einst bahnbrechende, gute alte Buchdruck zunehmend durch elektronisch flatternde Buchstaben (künftig dann “Digitalstaben”?) ersetzt. Von einem „KI-Zeitalter“ welches die zuletzt schon modernisierte „Medien- und Informationsgesellschaft“ ablösen werde, ist die allenthalben Rede; schaut man aber ganz konkret hin, welche Flurschäden die sogenannte KI – meist ergänzt durch anachronistische natürliche menschlich Blödheit – bereits verursacht hat, dann muss man sich um die Zukunft der Spezies Homo sapiens größte Sorgen machen.

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Da „hackt“ KI zuerst benachbarte Computer und dringt ohne kontrollierende Aufsicht in fremde Datennetze ein, sorgt für technische Fehlsteuerungen ohne Ende, und auch vom unsozialen KI-Kahlschlag in den kreativen Berufen gibt es weltweit immer mehr schlechte Nachrichten… und nun wird das bisherige KI-Machwerk noch um einiges erweitert und erweist sich mit zunehmender Gefräßigkeit und ihrem Drang zum Aufsaugen aller verfügbaren verbliebenen analogen Daten – eben auch der gedruckten Literatur – als noch fataler.

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9 Kommentare

  1. Monumentalwerke, die Geschichte schrieben, werden also systematisch vernichtet.

    Danach kann man die diesbezügliche Geschichte per Knopfdruck löschen, und weg ist sie. Grad so, als hätte es sie nie gegeben!
    Wer dann danach sucht, findet entweder nichts oder etwas frei erfundenes.

    Na, klingelt’s?
    😜

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  2. Am Ende diesser Entwicklung (nach einigen Generationen) steht:
    Es wird keine Vergangenheit geben, nur jene, was den Menschen als solche vorgestellt wird.
    „Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit.
    Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft.“ – sagte unser Meister G. Orwell.

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  3. Vom Rohstoffhunger der Algorithmen: Warum das Schreddern von Büchern keine Bücherverbrennung ist – die Realität aber dennoch brisant bleibt

    In der aktuellen Debatte um Künstliche Intelligenz sorgt derzeit wieder ein historischer Großvergleich für moralische Schnappatmung: Eine „Bücherverbrennung 2.0″ fände statt, weil Technologiekonzerne weltweit Antiquariate aufkaufen, die Buchrücken abtrennen, die Seiten durch Hochleistungsscanner jagen und die Reste entsorgen. Unterstellt wird dabei nicht selten eine gezielte Zensur und die Auslöschung unliebsamen Wissens.

    Ein nüchterner Blick in die US-Gerichtsakten und die Berichte der Antiquariatsverbände zeigt: Der Vorgang ist real und juristisch dokumentiert. Die hysterischen Deutungen halten einer Überprüfung jedoch nicht stand. Was sich tatsächlich abspielt, ist kein ideologischer Bildersturm, sondern ein handfester Verteilungskampf um den wertvollsten Rohstoff des 21. Jahrhunderts: unverfälschte menschliche Sprache.
    Was tatsächlich belegt ist: Die Fakten aus den Gerichtsakten
    Der Vorwurf des systematischen Zerstörens physischer Bücher ist keine Verschwörungstheorie, sondern Gegenstand harter juristischer Auseinandersetzungen in den USA.

    „Project Panama“: Im Verfahren Bartz v. Anthropic vor einem kalifornischen Bundesgericht wurde offengelegt, dass das KI-Unternehmen Anthropic unter diesem internen Projektnamen Millionen gedruckter Bücher aufkaufte und destruktiv scannte (Abtrennen der Buchrücken für den automatischen Einzug).
    Die „Central Library“: Die Scans flossen zusammen mit über sieben Millionen Titeln aus Schattenbibliotheken (u. a. LibGen, Pirate Library Mirror, Books3) in einen internen Datenbestand, der laut Akten für den dauerhaften Zugriff durch Hunderte Mitarbeiter vorgehalten werden sollte.
    Bestätigung durch Antiquare: Auch der Verband deutscher Antiquare (Markus Brandis) bestätigte ungewöhnliche, meist nächtliche Großbestellungen aus Nordamerika, die einzelnen Händlern sechsstellige Umsätze bescherten.
    Der Unterschied zu Google: Nicht alle Konzerne verfahren gleich. Google erklärte im Zusammenhang mit Google Books, physische Exemplare unbeschädigt an die Partnerbibliotheken zurückzugeben – destruktives Scannen ist demnach kein branchenweiter Standard, sondern eine unternehmensspezifische Praxis.

    Entscheidend ist jedoch das Urteil von US-Bezirksrichter William Alsup: Er stufte das destruktive Scannen legal erworbener Bücher als rechtmäßige Nutzung (Fair Use) ein, da die bloße Formatwandlung eines gekauften Exemplars transformativen Charakter habe. Die Verurteilung und der historische Vergleich von rund 1,5 Milliarden US-Dollar – der bislang höchste Urheberrechtsvergleich der US-Geschichte – erfolgten ausschließlich wegen der illegalen Nutzung von Raubkopien aus Piratenseiten. Es handelte sich also um ein Urheberrechts- und Schadensersatzverfahren, nicht um einen Prozess wegen „Gedankenvernichtung“.
    Warum die Zensur-Diskussion an der Realität vorbeigeht
    Die Behauptung, Tech-Konzerne kauften gezielt bestimmte Denker oder Narrative auf, um sie dem Diskurs zu entziehen, scheitert an der schlichten Mathematik des maschinellen Lernens.

    Sprachmodelle benötigen keine ideologisch selektierten Bestände, sondern statistische Masse und thematische Breite. Die Antiquare berichten folgerichtig nicht von gezielten Aufkäufen seltener Erstausgaben oder politischer Manifeste, sondern von der Abnahme palettenweiser „Ladenhüter“ – also Büchern, die teils seit Jahrzehnten unverkauft in den Lagern standen.

    Der Begriff der „Bücherverbrennung“ ist daher eine krasse historische Fehlkategorie:

    Bei einer Bücherverbrennung vernichtet ein totalitäres Regime Gedanken, um deren Lektüre und Weitergabe zu verhindern.
    Beim destruktiven Scannen zerschneidet ein Scanner den Einband, um den Text digital einzulesen, zu verarbeiten und zu nutzen.
    Der wahre Treiber: Gegenmittel gegen den Modellkollaps
    Hinter dem massenhaften Aufkauf alter Papierbestände steckt keine Zerstörungswut, sondern die wachsende Panik vor der Entropie des Internets.

    Informatiker und Forscher beschreiben seit Jahren das Phänomen des Modellkollapses (Model Collapse), unter anderem prominent in Nature (Shumailov et al., 2024) analysiert: Wenn künftige KI-Generationen überwiegend mit Texten trainiert werden, die ihrerseits bereits von KIs generiert wurden, verliert das System seine statistische Varianz. Die feinen Ränder des Wissens – Nuancen, seltene Fakten, unkonventionelle Gedankenketten – werden weggeglättet. Das Modell degeneriert durch rekursive Daten-Inzucht.

    Das Scannen alter Bücher ist kein Auslöser des Modellkollapses, sondern der Versuch der Konzerne, ihm zu entkommen. Weil das frei zugängliche Netz mit synthetischem Text kontaminiert ist, flüchten die Entwickler in die analoge Vergangenheit: Sie brauchen zwingend unberührte, vor dem KI-Zeitalter von Menschen verfasste Originaltexte.
    Die Illusion der Kulturbewahrung: Privatisierung statt Archiv
    Ebenso verfehlt wie der Zensurvorwurf ist allerdings das Marketing-Narrativ der Tech-Konzerne, man rette das literarische Erbe der Menschheit für die Ewigkeit.

    Echte Kulturbewahrung, wie sie Archive, Nationalbibliotheken oder HathiTrust betreiben, erfordert drei Grundprinzipien: öffentliche Zugänglichkeit, wissenschaftliche Zitierbarkeit und institutionelle Langzeitverfügbarkeit.

    Anthropics „Central Library“ und ähnliche Konzerndatenbanken erfüllen keines dieser Kriterien:

    Die digitalisierten Volltexte sind weder für Forscher noch für die Öffentlichkeit einsehbar.
    Nach dem Training existiert das Werk im Modell nicht mehr als geschlossener Text, sondern nur noch als amorphe Wolke statistischer Wahrscheinlichkeiten (Gewichtungen). Man kann ein bestimmtes Buch aus einem neuronalen Netz weder verifizieren noch herauslesen.
    Die gesammelten Scans liegen in geschlossenen Firmensilos, deren Existenz rein von betriebswirtschaftlichen Entscheidungen abhängt.

    Der Vorgang bedarf keiner hysterischen NS-Vergleiche, um als problematisch erkannt zu werden. Die reale Brisanz liegt auf der Hand: Großkonzerne kaufen das analoge Gedächtnis der Menschheit auf, um ihre eigenen Systeme vor dem statistischen Verfall zu retten, und sperren die daraus gewonnenen Volltextarchive hinter verschlossene Firmentüren.

    Das ist keine Bücherverbrennung. Es ist die industrielle Einhegung und Privatisierung eines Kulturguts, das bisher der Allgemeinheit gehörte – verwertet als bloßer Rohstoff für die nächste Modellgeneration.

    Quellen und Nachweise:

    Wiggin and Dana LLP: Bartz v. Anthropic: First Court Decision on Fair Use Defense in LLM Training (Juristische Analyse zur Fair-Use-Einstufung des Buchscannings)
    Authors Guild: Bartz v. Anthropic Settlement: What Authors Need to Know (Details zum 1,5-Milliarden-Dollar-Vergleich bezüglich Schattenbibliotheken)
    Authors Alliance: Anthropic Wins on Fair Use for Training its LLMs; Loses on Building a „Central Library“ of Pirated Books (Dokumentation zu „Project Panama“ und der internen Speicherung)
    Neue Zürcher Zeitung (NZZ): Kaufen, scannen, vernichten: warum KI-Firmen gebrauchte Bücher aufkaufen (Berichterstattung über die Mechanismen des industriellen Buchaufkaufs)
    Verband deutscher Antiquare / GMX: Antiquare in Sorge: KI-Firmen kaufen wohl massenhaft Bücher – und zerstören sie (Stellungnahme des Verbandsvorsitzenden Markus Brandis zu den Großbestellungen)
    Shumailov, I. et al.: AI models collapse when trained on recursively generated data (Nature, 2024 – Grundlagenforschung zur Degeneration von KI-Modellen durch synthetische Trainingsdaten)

  4. Hier wiederholt sich Geschichte. In den 1980zigern kamen Videorekorder auf und es wurden Raubkopien von amerikanischen Filmen erstellt. Dann kamen DVDs und das Spiel wiederholte sich. Jetzt sind die amerikanischen KI-Unternehmen in die Rolle der Raubkopierer geschlüpft. Sie kaufen ein Buch, scannen es, behaupten dreist, die eingelesenen Informationen seien ihr Eigentum und vermarkten diese Kopien milliardenfach. Trump hat ja sein Land offiziell zum Piratenstaat erklärt. Die USA sind ein Verbrecherstaat.

  5. Im Zusammenhang mit der Erforschung der Entstehung des Christentums und Kirchengeschichte habe ich auch ohne KI schon den „kollektiven und gesteuerten Aspekt des effektiven Vergessens“ beobachten können. KI setzt jetzt offenbar noch eine Verschärfung hinzu und hintenherum die Zensur.

    Wer kennt heute noch den bedeutendsten Kritiker des Christentums, einen Karlheinz Deschner, einen Kritiker wie Heinz-Werner Kubitza, eine kulturellen Einordner wie Harald Specht, gar einen Gerd Lüdemann oder noch schlimmer einen Hermann Detering, auch eine letztlich immer noch gemäßigte Uta Ranke-Heinemann oder einen Rudolf Augstein und viele, viele andere, die entdeckt haben, dass es sowohl bei der Entstehung des Christentums und auch in der überlieferten Kirchengeschichte massiv und erheblich mehr Ungereimtheiten als glaubwürdige Elemente die Grundlage des heutigen Wissens sind?

    Man tut schon immer so, als würden Bücher ein Mindesthaltbarkeitsdatum enthalten, das mit zeitlichen Abstand zur Veröffentlichung in ein toxisches Machwerk übergingen. Einer KI bedürfte es letztlich dazu überhaupt nicht.

    Bildungsferne, kulturelle Ignoranz und Anbiederung an eine vermeintliche Aufklärung leisten gerade nichts, was irgendwelche Erkenntnisse hervorrufen und fördern könnten. „Denken statt glauben“ ist nichts, was in unserer Zeit noch eine Rolle spielt. Und dabei könnten gerade auch in diesem kulturell-religiösen Bereich mehr Kenntnis über das Christentum auch Kenntnisse über den Islam liefern. Denn ohne Judentum und ohne Christentum gäbe es keinen Islam. Jesus und Maria finden sich erstaunlicherweise auch im Koran. Aber wer weiß das, und wen interessiert dieser verblüffende und aufschlussreiche Zusammenhang? Mit wenig Bildung und wenig Wissen liefert man sich leider nur anderen Interessen aus. Und das ist gewiss nichts Neues.

  6. Erst einmal zur Klarstellung: Ich halte von ‚KI‘ überhaupt nichts! Meine Erfahrungen mit KI sind eindeutig: Sie erzählen einem im Brustton der Überzeugung irgend einen Unfug – und wenn man ihnen beweist, dass sie Unfug erzählen, entschuldigen sie sich oder haben sich ‚unklar ausgedrückt‘ – um dann noch mehr und anderen Unfug zu erzählen. KI treibt die Preise für Hardware und Energie in astronomische Höhen ohne einen adequaten Nutzen zu liefern, vernichtet volkswirtschaftlichen Wohlstand und treibt die Inflation (= Enteignung) an.
    Aber trotzdem ist dieser Artikel größtenteils Blödsinn: Da werden also weltweit jeweils EIN Expemplar irgendwelcher in Massen aufgelegter Bücher gekauft, die ohnehin niemand mehr lesen möchte: Da mag vielleicht die eine oder andere Perle der Weisheit dabei gewesen sein – aber größtenteils handelt es sich um uralte Ladenhüter im Stile des ADAC-Reiseführers von 1976 oder irgend welche inhaltlich inzwischen völlig veralteten Sachbücher.
    Der Scanvorgang ist natürlich destruktiv: Zum Scannen muss der Buchrücken abgeschnitten werden, um die einzelnen Blätter in einem Scanner schnell einziehen zu können. Was das mit ‚diabolischer, sadistischer Freude, lustvoller Zerstörungswut und krimineller Energie‘ eines ’satanischen Arschgesichts der KI-Industrie‘ zu tun hat erschließt sich wohl nur dem völlig verwirrten Geist des Autors. Von der unsäglichen Wortwahl ganz zu schweigen!
    Tatsächlich schreibt das amerikanische Urheberrecht inzwischen genau diese Vorgehensweise vor – und das auch für Konzerne geltende Eigentumsrecht erlaubt diesen mit ‚ihren‘ Büchern zu machen, was sie wollen. Dabei werden die Informationen in den Büchern ja nicht einmal vernichtet – zumal Weltweit fast immer noch tausende identische Bücher irgendwo zu haben sind. Im Gegenteil: Durch die Transformation ins Digitale wird hier Wissen konserviert, das ansonsten in irgend welchen Antiquariaten spätestens mit deren Abwicklung für immer im Altpapier-Container verloren gegangen wäre!
    Der ganze Artikel strotzt vor mit religiösem Eifer vorgetragenem Fanatismus und völliger Unwissenheit in der Sache.
    Oder frei nach Dieter Nuhrs: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“

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