Klopapier-Rationierung – Ein Fall für Ampel und Gerichte

Eine Glosse für den Allerwertesten

Der heilige Gral der Pandemie (Foto:Shutterstock)

Lieferengpässe auf allen Gebieten! Zu Beginn der Corona-Entdeckung Anfang letzten Jahres horteten die Verbraucher Toilettenpapier auf Teufel komm‘ raus. Und das kam so: Jemand sah beim Nachbarn, dass dieser mehr Toilettenpapier kaufte als sonst. Das muss mit Corona zu tun haben, mutmaßte er, setzte sich ins Auto und holte ebenfalls Toilettenpapier. Das beobachtete der andere Nachbar und dachte bei sich: Mit diesem Corona muss es schlimm werden! Sprach’s und fuhr in den Supermarkt, um sich den Kofferraum vollzuladen. Die Vorräte in den Regale nahmen bald ebenso schnell ab wie die Coronazahlen selbst.

Auch jetzt wird wieder vieles knapp – auch Papier. Vorerst nicht nur jenes für den Hinterausgang, sondern das als „Druckmittel“ und Informationsträger: Verlage und Buchdruckereien klagen über Engpässe. „Bevor sich das mit dem Toilettenpapier wiederholt, brauchen wir eine Regelung„, sagten die Ampel-Partner in Berlin, und beschlossen schlecht informierten Kreisen zufolge: „Lasst uns das Problem im Koalitionsvertrag regeln!“ Gesagt, aber noch lange nicht getan… weil das gar nicht so einfach ist mit der Mangelverwaltung.

Aus nächtlichen Beratungen soll nun gerüchteweise der Verhandlungsstand durchgesickert sein, wieviel Toilettenpapier dem Volk zur Verfügung stehen soll: Die Grünen sagten als Ökopartei, sowenig Papier wie möglich, jeweils drei Blatt müssen reichen! Vorwisch, Hauptwisch, Fertigwisch, basta! Denn das sei nachhaltig – „der Erfolg liegt auf der Hand“.

Erfolg liegt auf der Hand

Die FDP ist freizügiger und billigt uns angeblich vier Blatt je „Geschäft“ zu: Neben Vor-, Haupt- und Fertigwisch gönnt sie uns noch einen Polierwisch.

Die SPD setzt noch eins drauf mit fünf Blatt – gemäß Lenin der meinte, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Vor dem Polierwisch besteht sie noch auf einem Kontrollwisch.

Spart euch die Einigung, meinte der bestellte Mediator, der nebenbei Mathematiker ist. Er hat errechnet, dass das bald noch verfügbare Toilettenpapier im Ernstfall nur für zwei Blatt am Tag reicht: „Durch eure Lockdowns ist der Onlinehandel dermaßen explodiert, dass Zellstoff als Papier-Rohstoff für die vielen Verpackungen verbraucht wurde!“ Denn schließlich wurde auch Toilettenpapier wurde frei Haus geliefert.

Ernst beiseite: Nicht jede Latrinenposse ist erdacht. Eine davon könnte sogar vor dem Bundesarbeitsgericht landen – ein denkwürdiger Fall aus meinem früheren DGB-Kreis Rastatt, der vor dem Landesarbeitsgericht Freiburg verhandelt wird und vielleicht bis vors Bundesarbeitsgericht in Erfurt gehen wird . Doch dann wäre wahrlich „die E(h)r‘ furt“…

4 KOMMENTARE

  1. Nun gut, man hätte denen ja auch Korken geben können – gut gestöpselt übersteht rüstiger Darm einen Arbeitstag.

    Zur allgemeinen Papierproblematik: Mal wieder erweisen sich „Grüne“ als Oberumweltsünder. Insbesondere Frau Baerbock, als sicher kenntnisreiche Mutter, hätte in dieser Debatte darauf hinweisen sollen, nein: müssen, daß so ein Toilettenpapier auch beidseitig benutzt werden könne (ähnlich dem Taschentuch). Das würde 50% des abrollbaren Papiers einsparen, was in etwa 50% des CO2-Verbrauchs einer Hydroxikalzentrifuge bei Nennbetrieb Ebene 3 bedeutet, um mal einen allgemeinverständlichen Vergleich zu bringen, wie sie ihn zum vorlese bekommen soll. Ihr selbst erklärte man, es handele sich dabei um 4,2 Wurzelkobolde zum Quadrat hoch gaga, was die Völkerrechtlerin mühelos zu verstehen wusste.

  2. Naja, die Luft zum atmen haben sie uns ja auch schon rationiert. Mal sehn wann sie Wasser und Energie rationieren.. Wir haben es doch so gewäh…wollt, oder? Andersdenkende sind ja jetzt im New-Speech Querdenker und Veerschwörungstheoreiker. Obwohl, am System kratzen die nicht auch wirklich, oder? Und ich denke das da unser Dillema zu suchen ist. Denn die Mehrheit ist den drei Affen gleich, aber ganz Systemkonform. Mal ein bisschen weiter bis ganz rechts, dann ein bisschen weiter bis ganz links. Nur keiner kann mir erklären was das mit rechts und links zu tun hat. Brauch man mir auch nicht erklären. In diesem System ist alles käuflich. Und was sich nicht den herrschenden Käufern anpasst wird platt gemacht. Das nennt man heute kapitalistschen Wettbewerb, welch eine schön verwaschene Bezeichnung für kapitalistischen Konkurenzkampf. Marx hilft da weiter. Aber der wird ja besonders in Deutschland geschasst. Die Gründe dafür liegen im System. Und solange Linke käuflich sind wird sich daran auch nichts ändern. Aber es sind dann auch keine Linken mehr.

  3. ich muss mal nachsehen, wier es bei REWE, LIDl, NETTO…. ausseht.
    Doch zur Not gibt es ja auch Zeitungen, oder?

Comments are closed.