Kollaps der Aluminiumproduktion: Jetzt wird es ernst

Aluminiumproduktion (hier in Unna) (Foto:Imago)

Neues aus der Abteilung „Dinge, die uns in Deutschland nicht zu interessieren brauchen, weil wir uns um Wichtigeres zu kümmern haben“: Die Rohstoff- und Lieferkrise nimmt weltweit immer bedrohlichere Ausmaße an. Der – ursächlich vor allem durch die globale Corona-Psychose aus den Fugen geratene – Welthandel gerät zunehmend ins Stottern, die Selbstheilungskräfte des Systems sind empfindlich gestört und die vollumfängliche Abhängigkeit des langjährigen Exportweltmeisters Deutschland von Importen ruft sich in ihrer ganzen Tragweite schonungslos in Erinnerung. Nun droht der Aluminium-Industrie, ein weiterer „systemrelevanter“ Schlüssellieferant der gesamten Fertigungsbranche, ein europaweiter Produktionsstopp – und das noch vor Weihnachten.

Ursache sind ausbleibende Lieferungen des wichtigsten Legierungsmetalls Magnesium aus der Volksrepublik China, die mit einem Weltmarktanteil von 87 Prozent faktisch über ein Monopol verfügt. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, hat die Wirtschaftsvereinigung Metalle (WV Metalle) die Bundesregierung auf die Folgen des Lieferengpasses hingewiesen. Der Branchenverband erwarte, heißt es darin, „dass die jetzigen Magnesiumvorräte in Deutschland bzw. in ganz Europa Ende November 2021 erschöpft sein werden„. Bei einem Versorgungsengpass dieses Ausmaßes drohten somit massive Produktionsausfälle in der gesamten Aluminium-Wertschöpfungskette – „mit Sektoren wie der Automobil-, Flugzeug-, Elektrofahrrad-, Bau- oder Verpackungsindustrie sowie dem Maschinenbau.“ Ausdrücklich wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass bei Magnesium eine „fast vollständige Abhängigkeit“ von China besteht.

Mit ihrem Wehklagen sind die Metaller bei der Bundesregierung grade an der richtigen Adresse: Diese Kanzlerin hat nichts unversucht gelassen, um die einseitige Abhängigkeit Deutschlands von halb- und undemokratischen Regime zu vergrößern und auf die Grundversorgung im Elementarbereiche auszudehnen; besten Beispiel: Die von Merkel entgegen allen Warnungen aus dem In- und Ausland, vor allem der US-Verbündeten, durchgepeitschte Gas-Anbindung an Russland hat Deutschland erpressbar gemacht wie nie – mit der Folge, dass in diesem Winter die historischen höchsten Heizkosten anstehen und  Putin nach Belieben am Gashahn schrauben kann. Merkels krankhafter Multilaterismus hat das Leben für die Deutschen nicht sicherer, stabiler und berechenbarer gemacht; im Gegenteil. Das gilt für Gas, in zunehmendem Maße auch für die Stromversorgung – und für Rohstoffe, von deren Verfügbarkeit Konjunktur und Wohlstand direkt abhängen.

Deutschland unter Merkel abhängig vom Ausland wie nie

Und so ist auch die Abhängigkeit von China, seit langem bekannt, nie grundsätzlich reduziert worden; im Gegenteil. Nun droht Stillstand in Deutschland, das noch immer 630 Millionen Euro pro Jahr an „Entwicklungshilfe“ zahlt an China – welches die ganze Welt aufkauft und ökonomisch unterjocht. Bei ihren Besuchen dort verwandte sich Merkel, aufopferungsvoll und hart an der Grenze zu Günstlingswirtschaft und Amtsmissbrauch, für den Betrügerladen WireCard – doch die Sicherstellung von Rohstofflieferungen scheint ihr weniger wichtig zu sein, auch wenn von diesen Hunderttausende Arbeitsplätze abhängen. Denn jetzt droht ein europaweiter Aluminium-Produktionsstopp.

Dieser ist übrigens Folge einer extremen Energieknappheit in China. In deren Folge hatte hatte die Zentralregierung in Yulin und anderen wichtigen Provinzen und Bezirken der Magnesium-Industrie die Produktion stark eingeschränkt – und zum Teil die Stromversorgung der energieintensiven Betriebe eingestellt. Nach Angaben der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) beim Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe haben sich laut „dts“ die Magnesium-Preise im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als 10.000 US-Dollar pro Tonne verfünffacht.

Auch hier wirft die „Klima-“ und Energiewende ihre Schatten bereits voraus. In China ist die Energiekrise durch rasantes Wachstum und Nachholeffekte der Coronazeit, aber auch eine explodierende Verstädterung und teilweise auch die Pariser Klimaziele bedingt; sie ist allerdings nur temporärer Natur ist – weil sie zeitnah durch mehr installierte Leistung an Kohle- und Atomkraftwerken bewältigt sein wird. In Deutschland geht es in die umgekehrte Richtung: Hier werden die zuverlässigen Energieträger abgeschaltet – weshalb früher oder später blackoutbedingt die Bänder stillstehen werden. In der gegenwärtigen Rohstoffkrise können wir uns an diesen Zustand schonmal gewöhnen.

20 KOMMENTARE

  1. Hab im Mai eine Terassentreppe bestellt, nix Großartiges, nur Stahlrahmen und 14 Alu Stufen….da muß ich mich wundern, daß das dauert !

  2. Was soll dieser Blödsinn, dass Putin nach Belieben am Gashahn schrauben kann. Russland hat schon immer zuverlässig und pünktlich Gas zu moderaten Preisen geliefert. Im Gegensatz dazu wollen die USA ihr umweltschädliches Frackinggas deutlich teurer in die EU liefern.
    Der Autor sollte sich erst mal richtig informieren, bevor er diesen Unsinn in die Welt setzt!

      • Ja, natürlich – als die Ukraine Gas aus der Pipeline für sich abgezwackt hat !! Das ist auch im EU-Parlament bekannt, es wird aber nicht drüber geredet. Aber auch gerade deshalb wurde ja NS2 gebaut.
        Diese furchtbare u. total linksgedrehte „ZEIT“ ist für mich keine Info-Quelle.

      • Und eine vollständige Abhängigkeit von den USA macht die Sache besser? Russland als Lieferant von Gas und Öl nicht komplett auszuschließen, war die einzig richtige Entscheidung. Sonst wären wir jetzt nämlich von so einem Knallkopp wie Biden abhängig.

    • Ungarn hat Gott sei Dank ein fünfzehnjähriges Gaslieferabkommen mit Russland und hier fürchtet niemand einen Lieferengpass. Davon abgesehen haben wir die niedrigsten Energiepreise in Europa. Russland ist für die Einhaltung von Verträgen bekannt und hat einen untadeligen Ruf in der Beziehung, ganz im Gegensatz zu den USA.

  3. Die nächsten Monate werden sehr interressant. Eigentlich wird es mal Zeit für einen Kollaps. Die ganzen Umwelthüpfer und Corona-Wahnies brauchen mal nen Stromausfall, damit sie wach werden. Ich bin sooo glücklich, in USA zu leben.

  4. Laut der Allwissenden Müllhalde lässt sich Magnesium aus Meerwasser gewinnen, das sogar eine „attraktive kommerzielle Quelle“ dafür darstellt. Wenn Deutschland das als Anrainerstaat von Nord- und Ostsee nicht schafft, dürfte der Hund da wohl ganz wo anders begraben liegen …

    • Die Kaliindustrie in Deutschland dürfte über reichliche Mengen an Magnesiumchloridlaugen verfügen, welche als Abfall anzusehen sind. Darin ist das Magnesium in wesentlich höherer Konzentration, als im Meerwasser enthalten.

      Tja, wer nicht hören will, muss fühlen.

      • Herrlich! Aber ständig was von Nachhaltigkeit schwafeln … Alle deppert … Mehr sog i net …

  5. MAn kann Merkel vieles, sehr vieles nachsagen, aber eben nicht alles! Die Abhängigkeit von China ist das Ergebnis eines Prozesses, der im Westen aus Gier gestartet wurde. Jede Warnung vor den jetzt auftretenden Abhängigkeiten wurde von den Globalisten nieder gebügelt. Wer nicht in China fertigen ließ oder zukaufte, gehörte nicht in den erlauchten Club. Das Ergebnis sehen wir heute – alle Bänder stehen still, wenn der hinamann es will!

    • Stimmt, aber eine vorausschauende Kanzlerin (die seit 16 Jahren regiert) müsste geopolitische Abhängigkeiten erkennen und gegensteuern, statt sie zu reduzieren, und frühzeitige Alternatstrategien verfolgen.

  6. Wir bekommen auch Gas aus Norwegen und den Niederlanden. Wieso also machen wir uns jetzt durch Nordstream 2 abhängiger als wir es sowieso schon sind und auch immer waren? Wo sollten wir sonst noch relativ günstiges Gas in ausreichender Menge beziehen können?

    Russland erfüllt seine Verträge nach wie vor hundertprozentig. Wie seit Jahrzehnten. Die aktuellen Lieferpreise aus Russland wurden übrigens schon vor Monaten ausgehandelt. Gewünschte Mehrmengen werden natürlich auch den aktuellen Marktpreisen angepasst sein. Deutschland kann bei Putin kaufen – muss es ja aber nicht …

  7. „mit der Folge, dass in diesem Winter die historischen höchsten Heizkosten anstehen und Putin nach Belieben am Gashahn schrauben kann…“.

    Das kann man auch anders sehen. Bislang war Russland ein zuverlässiger Lieferant und Partner. Das Hickhack um Nord Stream 2, wo die USA einseitig ihre Interessen durchsetzen wollen, ist ein Teil des Problems.

  8. Der Gaspreisanstieg hat mit irgendwelchen „Putin schraubt am Gashahn“ Überlegungen überhaupt nichts zu tun. Die Analyse ist einfach falsch. Es wurde nichts gedreht, die Importe aus Russland laufen innerhalb der Transportkapazitaeten wie gehabt. Jeder Monat, in dem die Inbetriennahme von NoS2 vom Markt erwartet wurde, zeigte seit Wochen in den TTF/NBP Forwardkurven einen deutlichen niedrigeren Preis.

    Die Spotpreise sind durch höhere Nachfage, nicht gefüllte Speicher (teilweise haben sich Händler und Produzenten verzockt, viele sind waren nach der Krise durchgängig short) und durch Folgen der Energiewende verursacht.

    Beobachtet den TTF Preis ab erster Befüllung am 4.10. und ab kommender Inbetriebnahme, wenn es euch interessiert – politisch gefärbte Artikel wie von Zeit oder Spiegel sind eher eine lachhafte Quelle.

  9. @bab00n
    Richtig. Mit Nordstream 2 wird im Gegenteil der Ukraine ein Hebel aus der Hand genommen (Durchleitung). Deswegen sagte auch Schnatterinchen den Transatlantikern: „Sis Peiplein (NS2) kännot go in plees, it kännot start its Äcktschn.“

  10. Dass für China einstens Entwicklungshilfe vonnöten war, kann man noch nachvollziehen. Dass jedoch noch heute an eine der drei (?) größten Weltwirtschaften 630 Millionen Euro jährlich gezahlt werden, sollte unbedingt in eine Erfolgsbilanz der scheid/ternden Kanzlerin aufgenommen werden.
    Zum Glück ist in Deutschland ja strukturell (Schulen, Straßen, Bildung), edv- und steuertechnisch alles zum Besten bestellt, so dass wir schon mal ein paar Euro für Notleidende übrig haben …

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