Konservativ trotz rotgrüner Übermacht und linker Identitätspolitik?

Konservativ und traditionsbewusst: Ein Auslaufmodell? (Symbolbild:Imago/PictureAlliance)

Die aktuelle Zeitgeistentwicklung, insbesondere seit der Jahrtausendwende, geht hierzulande – insbesondere im Westen – ganz klar in eine sehr bestimmte und eindeutig als „anti-konservativ” zu bezeichnende Richtung; hauptsächlich induziert von jenen Generationen, die in einem bis dato unvorstellbaren Wohlstand weitgehend sorgenfrei aufgewachsen sind. Für große Teile dieser „Millenials“ ist es von daher kaum noch eine Option, an liberal-konservativen Positionen festzuhalten – geschweige denn, an deren Weiterentwicklung mitzuarbeiten.

Die Prinzipien von Leistung, Ordnung, Vernunft und Wahrheit sind einer scheinbar beliebigen, lustlosen und unambitionierten Lebensführung gewichen, die zunehmend von Zukunftsangst, Weltuntergangsstimmung und Minderheiten-Glorifizierung geleitet wird. Nicht dass dies eine grundlegend neue Erkenntnis wäre. Denn auch schon zu Zeiten der alten Griechen beklagte man stets eine verweichlichte, unbotmäßige und aufsässige Jugend.

Nichts bleibt, wie es war

Nichtsdestotrotz: Viele erstrebenswerte Errungenschaften, die noch in den 1980-er und 90-er Jahren sehr verlockend für Heranwachsende waren, stellen mittlerweile für viele Jugendliche absolut keine Notwendigkeit mehr dar. Dies gilt wohlgemerkt zumeist nur für jene Teile der Jugend, die auch politisch aktiv sind: Eigene Mobilität auf zwei oder vier Rädern, Selbstständigkeit, Kritik an der Staatsführung oder auch eine freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit werden in den sich selbst als „woke” (wörtlich: aufgewacht) bezeichnenden Gruppen urbaner Herkunft als nicht mehr „zeitgemäß“ erachtet.

Man ordnet sich der Einfachheit halber lieber einem Kollektiv von scheinbar Gleichgesinnten unter, wie beispielsweise den Klima-, Umwelt-, oder auch „Antirassismus”-Aktivisten, stellt eigene Ziele, Hoffnungen und Wünsche zugunsten eines „höheren Guten”, namentlich für die „Rettung der Welt” zurück, und möchte alle anderen zwingen, dasselbe zu tun. Härte, Zähigkeit oder Entbehrungen kennt man indessen eigentlich nur noch aus Computer-Games oder von Netflix-Serien.

Vom Lehrenden zum Lernenden

Wie konnte es zu solch einer Entwicklung kommen? Eine Abiturientenquote in 2020 von über 60 Prozent läßt auf den ersten Blick ein eigentlich allgemein hohes Bildungslevel vermuten. Zum Vergleich: noch in den 1970er Jahren waren es gerade einmal etwas mehr als 20 Prozent eines Jahrgangs, die die Hochschulreife erreichten. Wenn man sich jedoch die aktuell vermittelten Lehrinhalte einmal genauer anschaut, wird man feststellen, dass die didaktischen Mittel des Lehrkörpers eher auf ein stupides Auswendiglernen von volatilen, teilweise sogar nutzlosen Fakten ausgerichtet sind, deren Halbwertzeit schon morgen abgelaufen sein kann.

Ein kritisches und eigenständiges Denken der Schülerschaft ist hingegen eher unerwünscht. Mit dem Ergebnis, dass ”Fridays for Future”, „Extinction Rebellion” sowie ähnlich gelagerte Gruppierungen, deren Existenzgrundlage größtenteils auf irrationaler Angst basiert, einen regen Zulauf erhalten. Wenn die Welt aufgrund des anthropogen verursachten Klimawandels untergeht, braucht man schließlich auch keine tiefgreifende Bildung oder Besitz mehr, so deren Credo. Wir sterben sowieso alle.

Kaum noch attraktiv scheint es zudem für große Teile der identitär-linken Bewegung zu sein, denen die Vokabel „Nazi“ für alle Andersdenkenden nur allzu
leicht über die Lippen kommt, sich für bewährte Konzepte, analytische Vorgehensweisen und überlieferte Traditionen zu interessieren. Man verortet sich in diesen oft gymnasialen und universitär geprägten Kreisen lieber als modern = „progressiv”, gibt sich links, bunt und Antifa-affin, ohne aber die vielschichtigen Grundlagen des Marxismus oder dessen Weiterführung, des Existenzialismus, näher verstanden zu haben. Letztgenannter philosophischer Strömung, vor allem ihren französischen Vordenkern Sartre, Camus oder Foucault, ging es abseits ihres sozialistischen Unterbaus nämlich primär um eines: um Freiheit und Selbstbestimmung.

Linke Identitätspolitik dominiert alles andere

Man muss bei der politischen Willensbildung zukünftig also genau und differenziert hinschauen, um nicht blind und intellektuell wehrlos einer blökenden Herde von konzeptlosen Besserwissern hinterher zu laufen. „Dagegen” zu sein um jeden Preis, eine typische Art von Radikalopposition, ist leider eine Attitüde, welche die im Moment vorherrschenden Zustände staatlicher Repression überhaupt erst ermöglicht hat.

Man wähnt sich auf der moralisch richtigen Seite – und läuft doch blindlings in die eigene Unfreiheit. Ohne dies jedoch aktiv zu realisieren, da man ja in seiner digitalen Welt, der eigenen „Filterblase“ und den sozialen Medien wirksam davon abgeschirmt wird. Zumeist in kindlich-origineller „Bubble-Sprache.“ Ausgerechnet die prominente Politikerin Sahra Wagenknecht von der Linksparte hat zu diesem Thema ein bemerkenswertes Buch („Die Selbstgerechten“) verfasst.

Wie kann es uns gesamtgesellschaftlich also gelingen, diese jungen Menschen wieder „in die Spur” zu bekommen? Dergestalt, dass sie die oft substanzlosen, linken Heilsversprecher und Kollektivisten wieder klar erkennen, ferner argumentativ widerlegen können? Sie wieder willens und in der Lage sind, einen veritablen Eigensinn zu entwickeln?

Unbetreutes Denken

Ganz einfach; man sollte ihnen wieder nahelegen, eigenständig zu denken, Kausalketten zu verfolgen und methodisch Schlüsse zu ziehen. Die Kant’sche Devise Sapere Aude eben. Und dazu noch etwas Goethe, Tolstoi und Hermann Hesse könnte auch nicht schaden. Viele Dinge, die sich zu gut oder zu schlimm anhören, um wahr zu sein, sind es nämlich meist auch nicht. Sie halten keiner seriösen, empirischen Überprüfung stand. Dies gilt es zu beweisen und offen darzulegen. Längst wissen wir, dass derjenige, der seine grundgesetzlich legitimierten Freiheitsrechte zugunsten einer fragwürdigen Sicherheit aufgibt, am Ende beides verlieren wird. Das weltweite Ziel einer bis ins Detail überwachten Disziplinargesellschaft mittels des sog. pan-optischen Staatswesens ist bei genauer Betrachtung eigentlich auch für schlichte Gemüter kaum noch zu übersehen.

Wie kann man als mündiger, aufgeklärter Bürger die ganz offensichtlichen und globalen Machtansprüche der Big Tech-, Big Pharma-, Big Money– und Social-Media-Konzerne denn mit scheinbar humanistischen Ansichten und linksorientierten Wirkungsweisen in Einklang bringen? Dass hier schon ein Widerspruch an sich vorliegt, sollte eigentlich von jedem gymnasialen Mittelstufler mittels eines ausgebildeten und analytisch-rational arbeitenden Verstandes a priori erkannt werden können.

Die subtextuelle Entscheidungshilfe kann in diesem und ähnlich gelagerten Fällen wohl nur eine Rückkehr zu bewährten Mustern und Bildungshistorien darstellen. Denken ohne Leitplanken, gewissermaßen. Denn auch Wissenschaft, Forschung und Zeitgeist gilt es stets zu hinterfragen – speziell wenn selbige so „staatshörig“ sind wie bei uns. Zudem wäre es ratsam, eben nicht nur Dogmen, Axiome und Paradigmen aus einer theorielastigen, grünlinks eingefärbten Gegenwelt wahrzunehmen, nur weil dies halt bequemer ist. Deren Art von „offizieller Wahrheit” verbreitet nämlich zumeist nur den aktuellen Stand des Irrtums. Macht ratlos, ängstlich und denkfaul.

Demokratischer Vitaminmangel

Immer wieder eine wichtige These: Wer nichts weiß, muss alles glauben. Wer hingegen logisch schlussfolgernd, also deduktiv zu Erkenntnis gelangt, dem kann man so leicht nichts vormachen oder Angst einjagen. Dies behutsam der bereits „hirngewaschenen“ Jugend zu vermitteln, wird ein langsamer und schleichender Prozess werden. An dem sich jedoch jeder verantwortungsbewusste und patriotisch gesinnte Bürger gemäß seiner Möglichkeiten einbringen kann. Aufklärung ersetzt Ideologie, ist hierbei die oberste Maxime.

Wenn es gelänge, den gemeinhin als rückständig und reaktionär angesehenen Konservatismus wieder neu zu beleben und mit „charismatischen“ Personen zu besetzen, so wie Robert Habeck und Annalena Baerbock dies für die Grünen sehr erfolgreich vorexerzierten, hätten wir möglicherweise wieder eine reelle Chance zum Gegensteuern. Aber das spießige Image des Konservatismus, teilweise noch geprägt von Kohl und Reagan, Strauß und Thatcher, haftet weiten Teilen der „gutbürgerlichen“ Parteien leider immer noch an. Selbst wenn deren in der Vergangenheit herbeigeführte Entscheidungen in der Sache größtenteils richtig waren, erregten sie doch immer wieder den Unmut und Widerstand der jungen Generationen. Tugend, Ordnung und Anstand mit der Brechstange durchzusetzen geht im 21. Jahrhundert eben nicht mehr.

Dunklen Seiten der „guten Menschen“ offenlegen

Die „List der Vernunft” muss sich also von alleine Bahn brechen. Genau hier scheint das Problem zu liegen. Diese alten, autoritären Zöpfe gilt es abzuschneiden. Auf Youtube machen bereits einige durchaus coole, jüngere Liberal-Konservative von sich reden. Manche von ihnen generieren schon enorme Reichweiten, beispielsweise Anabel Schunke oder auch „Neverforgetniki.“ Auch Tim Kellner operiert recht erfolgreich aus dem medialen „Underground”.

So erreichen wir die im Moment zu Recht als Lost Generation bezeichnete Klientel an verzweifelten und angsterfüllten jungen Bürgern und können ihnen – möglicherweise auch über Ansprechpartner und Vertrauenspersonen, die auf ihrer Augenhöhe und in ihrem Duktus sprechen – wieder Mut, Vertrauen und Zuversicht geben, eine positiv konnotierte Lebenseinstellung vermitteln. Darüber hinaus gilt es, die hochtourige „Verbotsrhetorik”, der sie gerade unterliegen, wieder etwas abzubremsen. Wie das geht? Ganz einfach: Wir teilen Artikel, Videos und Vorträge von jungen, hippen Youtubern, Influencern und Autoren, die auf unserer Wellenlänge liegen, nicht nur mit unseresgleichen – sondern eben auch mit unseren Kindern, Enkeln und deren Freunden. So schaffen wir weitere Multiplikatoren und mehren die Einsicht. Nur so könnte es mittelfristig klappen, ein Umdenken zu bewirken.

8 Kommentare

  1. Charismatische Personen wie Robert Habeck und Annalena Baerbock.

    Im Ernst?

    Wer Robert Habeck und Annalena Baerbock für charismatisch hält, gehört doch selber zur Lost Generation.

  2. Ist Kultur zur Folklore verkommen, die nur noch für Touristen gepflegt wird? Die Leitmedien täuschen! Ich lese gerade ein Buch, das mein Verständnis für das menschliche Dasein vertiefen kann: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bonny Ware, Australien, 2011.

  3. Konservativ ist genauso schädlich und hemmend wie links. Beides taugt nicht für Problemlösung, allenfalls für Problemschaffung. Flexibilität, geistie Flexibilität, kennen beide Seiten nicht, dafür Verbote, Reglementierung, immer mehr Gesetze, ausschließlich Bestrafung, einseitig natürlich, und Problemschaffung ohne Ende. Dummheit ist kein Monopol der Linken, Dummheit ist gleichmäßig verteilt. Führungspersönlichkeiten gibt es dort nicht und bei den Linken erst recht nicht, allenfalls Schwätzer und Möchtegernführungskräfte.

    • Ich habe den Eindruck, dass Sie „konservativ“ mit den EHEMALS KONSERVATIVEN Parteien CDU/CSU verwechseln.

      „Verbote, Reglementierung, immer mehr Gesetze, ausschließlich Bestrafung, einseitig natürlich, und Problemschaffung ohne Ende“ ist eine Beschreibung der Unionsparteien unter Merkel. Das war aber keine konservative Politik, sondern durch und durch ökosozialistisch. Merkel war (und ist) Kommunistin, keine Konservative. Dementsprechend hat sie im eigenen Land „den Klassenfeind“ bekämpft, den Kapitalismus, und ist mit ihrem Zerstörungswerk schon sehr weit gekommen.

      Dass es bei den linksgrünen Unionsparteien keine Führungspersönlichkeiten gibt mag auch daran liegen, dass die Intelligenten und Fähigen dieser Parteien in hohem Maße zur AfD abgewandert sind. Dort GIBT es Führungskräfte, z.B. eine hochintelligente und energische Frau wie Alice Weidel, nur können diese nicht zum Zuge kommen, weil die AfD durch die linksgrüne Dauerpropaganda aus allen Rohren in den letzten Jahren ständig und unverdient in die Nazi-Ecke gerückt worden wurde, wodurch sie für viele Propagandaopfer unter den Wählern unwählbar zu sein scheint.

      Auch bei den ECHTEN Linken gibt es Führungspersönlichkeiten, z.B. Sahra Wagenknecht. Die hat übrigens dieses hochinteressante Buch „Die Selbstgerechten“ über die heutigen Pseudolinken geschrieben, das diese Klientel treffend charakterisiert, und deren behauptete „Linksliberalität“ als weder links noch liberal entlarvt.

      Dummheit mag zwar heute in den Altparteien gleichmäßig verteilt sein, was man auch an der sehr mediokren Besetzung der Parlamente erkennt. Die Laufbahn Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal ist halt nicht geeignet kompetente Politiker hervorzubringen, die ein Land vernünftig zu regieren in der Lage sind. Diese „Laufbahn“ bringt nur Politiker hervor, denen es an Wissen, logischem Denken, praktischer Vernunft, Realitätssinn, vor allem aber an Ideologiefreiheit fehlt. Das dürfte zu der von Ihnen beobachteten mangelnden geistigen Flexibilität des aktuellen politischen Personals der Altparteien erheblich beitragen, vor allem der ideologische Dogmatismus, der zwangsläufig die geistige Beweglichkeit hemmt.

      Nochmal zum Thema „konservativ“: Der echte Konservative will einen funktionierenden freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat, wie wir ihn vor Merkel wenigstens noch zu einem großen Teil hatten. Er ist auch frei von solchem ideologischen Unfug wie dem Gender-Gaga mit 555 selbsterfundenen Geschlechtern, Klimahysterie, Migrations-Romantik etc. Der echte Konservative ist für Ausgleich und offenen und produktiven Diskurs anstelle ideologischen „Wir-sind-mehr-und-wir-wissen-alles-besser“-Geschwätzes. Die Rückkehr zu Vernunft, profundem Wissen, Logik, und Augenmaß ist das eigentliche Ziel des echten Konservativen, und das käme ALLEN zugute. Kein echter Konservativer hätte jemals eine Politik angezettelt, die Deutschland zerstört und zum Gespött der restlichen Welt macht!

      Und noch etwas: Geistige Flexibilität ist nicht vom politischen Wertesystem des Einzelnen abhängig. Geistig flexibel kann jeder sein, der die entsprechenden Voraussetzungen dazu mitbringt: Wissen, logisches Denkvermögen, geistige Unabhängigkeit und Kreativität (siehe oben). Wenn Konservative und echte Linke (NICHT LINKSEXTRREME) sich unter diesen Voraussetzungen zu einem vernünftigen Diskurs zusammenfänden, wäre das ein Segen für unser Land. Mit gutem Willen von beiden Seiten kann man immer Lösungen finden, mit denen beide leben können.

  4. DOKU

    https://www.fuldainfo.de/waschke-und-wulff-erwarten-rhetorische-abruestung-von-cdu-politikern/ 10.2.22 Streit zwischen der CDU Fulda und der R2G-extremen Gruppe „Fulda-stellt-sich-quer!“ mit DKP-Vorsitzenden

    i68 – 10.02.2022 18:06
    Wie sich jemand nennt, so muß er noch lange nicht sein, siehe die DDR, angeblich „Demokratische“ Republik, darüber kann auch -wie es hier die SPD-Linksaußen Waschke, Fulda, tut- mit schönklingenden Etiketten und Phrasen nicht hinweggetäuscht werden. Denn wo bei einem Verein ein langjähriger DKPist, also unbeirrter Anhänger einer DDR-Moskau-Agentur bis 1990, Vorsitzender ist, da wird wohl kaum die edelste Demokratie-Treue nach GG-FdGO vorherrschend sein!
    Die SPD -weit mehr noch der, unter Billigung der dortigen SPD-Linksaußen, von der DKP+PDS geflutete DGB- hat seit 1970 zunehmend die Distanz zum Rot-Extremismus wie DKP/VVN und zuletzt LINKE=PDS =SED/KPD aufgegeben, die heutigen links-extremen Jusos sind der PDS und DKP ähnlicher als der guten alten moderat-linken SPD der 50er bis 70er mit Schuhmacher, Erler, Schiller, Leber.
    Wie die rechts-bürgerliche Bewegung (nach 1945 in CDU und FDP strikte demokratisch) vom legitimen Konservatismus zum bösen Nazismus, hatte auch immer die linke Bewegung von der redlichen SPD zur USPD und KPD eine Ausfransung hin zu asozial-kriminellen Gruppen, die mental und real sich im Üblen von Nazis kaum unterschieden: KPdSU und KPD/SED. Der SPD-Vorsitzende Schumacher sagte dazu 1950: „Kommunisten sind rot-lackierte Faschisten. Ohne ihre Haltung wäre die Möglichkeit für die Nazis, an die Regierung zu kommen, nicht gegeben gewesen.“
    Die SBZ/DDR war in den ersten Jahrzehnten ab 1945 auch eine Hölle (wie: Weiterbetrieb des KZ Buchenwald) für die Menschen, siehe 17.6.53 und 13.8.61, das milderte sich erst später, war aber bis 1989 noch schlimm genug. Wer dann DDR-nah war, kann sich so wenig rausreden wie ein Hitler-Fan.
    Unter Adenauer und bis in die 70er war der Anti-Kommunismus oft menschlich zu hart (ich habe es selbst erlebt, etwa wenn eine lokale ältere Kommunistin bei der Post ein Paket in die DDR aufgab), aber heute wünschte man sich als Demokrat den Adenauer-Kurs zurück angesichts der feist-dreisten Art, wie etliche Kommunisten der PDS+DKP auftreten, ganz ähnlich wie in der Weimarer Republik. Z.B., wenn man von denen hört, am schlimmsten die Jugendgruppe solid: „Antifa ist Handarbeit!“ und ACAB „Alle Bullen sind Bastarde!“

    • „Wie die rechts-bürgerliche Bewegung (nach 1945 in CDU und FDP strikte demokratisch) vom legitimen Konservatismus zum bösen Nazismus, hatte auch immer die linke Bewegung von der redlichen SPD zur USPD und KPD eine Ausfransung hin zu asozial-kriminellen Gruppen, die mental und real sich im Üblen von Nazis kaum unterschieden: KPdSU und KPD/SED.“

      Ich würde weder das eine noch das andere als „Ausfransungen“ bezeichnen. Die rote Linie liegt doch wohl jeweils da, wo die totalitäre oder eben asozial-kriminelle Gesinnung beginnt. Bei keinem echten Demokraten, ob rechts oder links, werden Sie so etwas finden. Der Demokrat zeichnet sich dadurch aus, dass er Andersdenkende respektiert, auch wenn er ihre Meinung nicht teilt. Der Totalitäre will die Andersdenkenden unterdrücken, wenn nicht gar auslöschen.

      Wenn ich heute bestimmte Aussagen und Forderungen von linken oder grünen, aber auch von ebenfalls linksgrünen Unions-, SPD- oder FDP-Politikern höre, so kann ich nur konstatieren: Seit Beginn der Corona-„Pandemie“ werden bei diesen Personen die totalitären Bestrebungen immer lauter und deutlicher. Scholz will „keine roten Linien mehr“, Habeck schafft gerade die Möglichkeiten der Bürger, sich gegen die grauenhaften Windparks zu wehren, einfach mal eben ab (oder hat es vor), Boris Palmer möchte gerne Beugehaft für Impfunwillige und ist bereit, sie „bis zur Vorlage der Impfbescheinigung“ auch mal hungern zu lassen („kein Geld mehr“) – usw. usw. usw. – es gibt erschreckend viele Beispiele aus den letzten Monaten.

      Die totalitäre Menschenverachtung, die diese Gestalten umtreibt, ist doch nicht zu überhören. Für eine Partei, die „rechts-bürgerlich“ (wie die alte Union) oder „links-bürgerlich“ (wie die alte SPD) oder echt liberal ist (wie die alte FDP), müsste es also ein Leichtes sein, solche „Ausfransungen“ zu erkennen und sich von diesen Ausfransenden zu trennen – in geistiger Distanzierung und im konkreten Parteiausschluss.

      War der alte Antikommunismus zu hart? Vielleicht. Oder nicht hart genug, denn heute werden wir von Kommunisten regiert und drangsaliert. Und was den zu harten Umgang mit Andersdenkenden betrifft: Mit welchem Adjektiv würden sie es bezeichnen, wenn ca. 20 – 25 Millionen Staatsbürger vom sozialen Leben ausgeschlossen werden und sich noch nicht einmal ein paar Schrauben im Baumarkt kaufen können, weil sie nicht bereit sind, sich der Gentherapie namens „Impfung“ zu unterziehen?

      Mit 60+ kann ich mich noch gut an die Zeiten der alten Bundesrepublik erinnern. Daran, dass man Kommunisten von allem ausgeschlossen hätte, jedoch nicht. Man wollte sie nicht im Öffentlichen Dienst haben. Wenn ich sehe, wie seit der allzu schnellen Abschaffung des Radikalenerlasses Lehre und Forschung von den Kommunisten okkupiert wurden, wodurch sie ihren „Marsch durch die Institutionen“ schaffen konnten, findet ich das im Rückblick nicht nur verständlich. Es wäre richtig gewesen. Ich möchte keine Nazis in Schulen und Universitäten sehen. Aber auch nicht die Linksextremisten, die sie heute bevölkern und genauso totalitär wie Nazis agieren.

      • Das ganze jetzige R2G-Milieu sind -bis auf das bißchen Rest in sozial- keine echten Linken mehr (siehe Wagenbachs Kritik) gemäß früherer Prägung, sind Etikett- und Lifestyle-Linke; schon der ganze übertriebene Kult um Frauen-Kram, Homos, komische Minderheiten, Transen usw. hat mit alt-links nichts zu tun!
        Leider aber ist das deutsche Volk in seinen Wählern auch in fette Dekadenz verfallen und so gewissenlos, daß es das und das viele andere Negative duldet bis mitmacht. Die Wahlresultate seit ewig pro Vernichtung (und da ist der Merkelismus, und die wäre wiedergewählt worden bei Antritt!, nur das Extrem dessen, was längst schon im Gange war unter Kohl und Schröder-Fischer) von allem, was mal an Deutschland gut war, sind ja kein Zufall, kein Irrtum mehr, auch kein Betrug.
        Die heutigen seichten neureichen R2G-Dekadenzler würden weder zur alten SPD noch zur alten KPD passen, die beide bei aller Kritik doch noch lebens- und volksnah, geerdet im traditionellen Leben waren. Weder in der DDR noch den SU-abhängigen Staaten des Ostblocks hat es diese Verwerfungen, Perversitäten gegeben, unterhalb der Diktatur war das Leben noch mental normal, von gesundem Menschenverstand getragen, ebenso in der BRD bis in die späten 70er.
        Es gibt und gab aber (warum auslassen?) inhaltlich Überschneidungen (und das zeigen ja etliche Wechsel, teils von Promis) zwischen SPD und KPD sowie CDU-CSU (früher deswegen erfolgreich am rechts-nationalen Rand fischend) und jetzt AfD zu NPD und Nazis (patriotisch-demokratischer Konservatismus zu rechts-reaktionärem ultra-autoritärem Nationalismus), Hitlerhat jaauch beim rechts-kons. Bürgertum viele Wähler gehabt, von denen dann -siehe die Eliten-Kreise des Widerstands- bis 1945 etliche böse erwacht sind. Der Unterschied ist das Verhältnis zur Demokratie und Freiheit, weswegen ich mich auch scharf von der Putin-Poussiererei bei AfD und PI abgrenze.

  5. Es sind die Mittisten vor allem in CDU-CSU, aber auch in der SPD, dazu der rechte Flügel der FDP, die das alles per Wählen durchgewunken, so GRÜN und PDS mächtig gemacht haben, was zum heutigen Übel geführt hat, obwohl sie privat oft ganz anders reden. Und es gibt nur noch eine ganz kleine Hoffnung, daß sich das ändern wird hin zur Wende. Es gibt allerdings eine Minderheit der Jugend, welche das R2G-Spiel nicht mitmacht.

Kommentarfunktion ist geschlossen.