Konstanz und anderswo: Opfergedenken mit mieser Nazi-Keule verunglimpft

Konstanz und anderswo: Opfergedenken mit mieser Nazi-Keule verunglimpft

Der Volkstrauertag: Ein Datum nationaler Andacht – und kein Platz für linksfaschistische Anfeindungen (Symbolbild:Wikicommons)

Wenn selbst stille Orte des Gedenkens zum Schauplatz wütender Ideologie werden, zeigt sich, wie brüchig der gesellschaftliche Anstand in Brandmauer-Deutschland geworden ist. Ein Moment der Würde wird von NS-Vorwürfen überschattet, weil wieder einmal “die Falschen” es gewagt haben, um die Toten des eigenen Volkes zu trauern. Eigentlich ist der November die Zeit des stillen Gedenkens. Es wird an die Verstorbenen erinnert, aber explizit auch an die Betroffenen von Gewaltherrschaft. Nach Allerheiligen bzw. dem Gedenktag der Heiligen und dem katholischen Allerseelen feiern evangelische Christen den Toten-und Ewigkeitssontag. Deutsche begehen zudem – ungeachtet ihrer Konfession – den Volkstrauertag. Erstmals als Zeremonie im Reichstag 1922 offiziell praktiziert, titelte die Bezeichnung vier Jahre später die „Cellesche Zeitung“ zum eigentlichen Sinn und Zweck des Datums: Dieses solle „in erster Linie dem Ehrengedenken unserer im Weltkriege gefallenen Väter, Brüder und Söhne gewidmet sein… Es ist nur zu wünschen, daß sich diese ernste Feier recht tief und fest und feierlich, auch ohne viele Reden und Gesänge, aus dem ureigenen deutschen und menschlichen Empfinden heraus geltend macht in den Herzen des ganzen Volkes.

Bis heute nehmen die Verfassungsorgane an diesem staatlichen Akt teil. Und es gehört in vielen Dörfern und Gemeinden weiterhin zu einem festen Ritual im Kalender, an Stelen und Tafeln unter Anwesenheit kirchlicher Vertreter Appell und Erinnerung daran hochzuhalten, welche grausamen Folgen Diktatur und Konflikt haben. Explizit sollen alle Opfer im Mittelpunkt stehen, die in militärischen Auseinandersetzungen starben oder verwundet wurden. Der Tenor ist auf den expliziten Aufruf zu Frieden, Versöhnung und Nachdenklichkeit gerichtet. Wer hierin Anstößiges wahrnimmt, dem ist Empathie für die Tragödie jeder Schlacht fern. Takt, Reverenz und Format schmälern sich, werden sie gebunden an den Ursprung Hinterbliebener.

Kranzniederlegung als „NS-Heldengedenken“ verunglimpft

Es gehört also zu einer gängigen Tradition, mit Kränzen und Kerzen an den Gräbern innezuhalten, Bewusstsein zu schaffen und die Botschaft zu vergegenwärtigen, dass Rivalität stets mit Leid verbunden ist. Nichts anderes tat am vergangenen Sonntag auch die Alternative für Deutschland am Bodensee, als sie am 16. November auf dem Waldfriedhof in Singen am Hohentwiel ein entsprechendes Gesteck samt Widmung niederlegte. Kurze Zeit später jedoch meldete sich dann das Bündnis „Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen Rechts in Stadt und Landkreis“ zu Wort und attackierte die AfD in einem von Verleumdung und Relativierung der Vergangenheit nur so strotzenden Schmähartikel auf der eigenen Internetseite: Die Partei habe in ihrer „ungebetenen“ Anwesenheit darauf abgezielt, mit „Ehre des deutschen Soldaten“ das „NS-Heldengedenken wieder aufleben zu lassen“, so die von psychotischer Projektion nur so triefenden Einlassungen.

Auch wenn der Volkstrauertag seit Jahren zunehmend politisiert wird und man diesbezüglich schon einiges gewohnt ist, drängt sich hier unweigerlich die Frage auf, wie tief Verachtung in einem Individuum und in sogenannten NGOs eigentlich verankert müssen, um objektive Tatsachen derart verdrehen?!? Um einen derartigen Hass zu säen, so schamlos zu hetzen, Spaltung weiter voranzutreiben, die Geschichte zu klittern, das Gedächtnis für Verewigte zu schmähen und Mahnwachen ins Lächerliche zu ziehen? Und bei alledem nicht einmal von der simpelsten ethischen Erkenntnis lassen können, dass das Leid von Angehörigen Dahingeschiedener universell ist, völlig unabhängig von Nationalität, Herkunft oder dem Gemetzel, in dem sie umkamen?

Historisches Unverständnis

Es hat etwas Abstoßendes, etwas Anrüchiges und etwas Schizophrenes, seine Vorfahren einer Gesinnung der ideologischen Überlegenheit preiszugeben. In einem Text voller Behauptungen, Prämissen und Konjunktive wollen die selbsternannten “Guten“ hier eine pietätvolle Reminiszenz durch den Dreck ziehen. Angeblich ginge es der Partei um eine Heroisierung der deutschen Wehrmacht, so liest man es aus der Formulierung „Heldenkults“ – doch das kann kein klardenkender Mensch wirklich ernst nehmen. Man meint, bei dem Pamphlet des Bündnisses einer Satire aufgesessen zu sein, wenn da unter Bezugnahme auf die AfD-Würdigung “hinterfragt” wird, ob damals „wirklich nur Männer“ dabei gewesen seien, als man sich „nicht etwa am Gedenken für die Zwangsarbeiter:innen beteiligte“, sondern „selbst inszenierte“. Da wird ein legitimes, persönliches Momentum der Würdigung als „posierendes Fotoshooting“ verunglimpft (als ob sich dieser Vorwurf nicht jeder öffentlichen Person bei einer Trauerbezeigung mit Kranzniederlegung machen ließe!). Hier ist wahrlich jeder zwischenmenschliche Respekt geschweige denn demokratischer Anstand verlorengegangen. Die Menschenwürde existiert ausgerechnet nach Maßgabe derer nicht mehr, die in ihrem linksradikalen Antifa-Geist der Hetze verfangen sind.

Es passiert nicht nur in Konstant, sondern bundesweit: Diese Aktivisten sortieren Menschenleben nach erster und zweiter Klasse, denn die Achtung vor Großvätern mit hiesigen Wurzeln zählt weniger, weil sie eben unter der falschen Flagge, aber oft unfreiwillig oder gar unter Zwang zum Kanonenfutter wurden. Auf diesen schändlichen Gedanken würde niemand kommen – außer jene, die vor lauter Hasszerfressenheit die Welt nur in Schwarz und Weiß sehen. Sich das Denken so sehr zu vereinfachen, entlarvt die Fratze der Doppelmoral.

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10 Antworten

  1. Warum lese ich immer sowas, das aus dem Westen dieses Drecksstaates stammt? Dort war man doch so gegen Kommunisten. Hat das irgendeinen Hintergrund? Ich möchte aber das linke Leipzig und die Vollhonks in Berlin nicht vergessen. Die kann man dazu zählen. Diese Idioten dort haben sich eine Burg im Osten gebaut. Aber warum im Westen dieses Dummlandes voller Hirnakrobaten und Idioten? Die Spinner dort haben sich doch immer gegen die Roten Kommunisten ausgekotzt. Jetzt haben die den Dreck sogar im Umfeld ihrer verwahrlosten, vollgeschmierten, vollgeschissenen, vollgekotzten und vermüllten Städte. Die finden das sogar richtig gut. Pfui Teufel!!

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  2. Mal einen Blick in die aktuell laufende Umfrage des MDR werfen. Thema: Denkmäler – überholt oder unverzichtbar? Gibt es glaube einen Spruch -> Die Geschichte wird von den Siegern / Herrschenden entsprechend ihren Vorstellungen geschrieben.

  3. Da solche Gedenkveranstaltungen vor allem in den vergangenen ideologisch und immer weniger rational geprägten Jahren mehr und mehr durch ideologische Hasstiraden links-grüner Chaoten gekennzeichnet sind und massiv gestört werden, ziehe ich das stille Gedenken vor. Denn auch jeweils zwei väterliche und zwei mütterliche Cousins kamen nicht mehr aus dem Kriege zurück. Allen vier Söhnen weiterer Verwandter erging es genauso und nur die einzige Tochter blieb übrig, um den elterlichen Hof im Schwarzwald zu übernehmen. Diese Toten waren keine Helden und wohl keiner dürfte sich im Angesicht des Todes als solcher gefühlt haben. Es waren alles arme Teufel, die ihrer besten Jahre durch ein verbrecherisches Regime beraubt wurden. Sicherlich waren darunter auch viele, die vom NS-System in der Schule tagtäglich zu Hass und Hetze erzogen wurden. Aber deshalb waren auch sie arme Teufel, deren man gedenken soll. Haben sich diejenigen, welche die Gnade der „späten Geburt“ erfuhren durften, einmal die ganz einfach Frage gestellt, wie sie sich vor mehr als 80 Jahren als junge Menschen möglicherweise verhalten hätten ? Denn wer frei ist von aller Schuld, der werfe den ersten Stein (Johannes 8,7).

  4. Sie selbst folgen dem Zeitgeist , der gerade vorherrschenden Macht , lecken alles auf , was ihre Idole ihnen vor die Fuesse spucken und setzen ihr ekeliges Schluerfen mit Meinungsbildung gleich . Ihre Widerlichkeit und soziale Inkompetenz projizieren sie auf Verstorbene und auf solche , die dieser gedenken . Sie dienen , sie dienen jeder Macht , weil sie nicht mehr anders koennen oder wollen , und gehoeren somit zu jenem verstoerenden Menschenschlag , den sie anderen andichten , sogar Toten , deren Muetter sie nie weinen sahen . Gestern war es noch die Zahl der Kinder bei Kindergeburtstagen , die sie akribisch ermittelt und gemeldet hatten , heute sind es eben vor langer Zeit Gefallene und morgen harren sie erneut des Auswurfs ihres Herrn und Meisters , der ihnen Kraft und Mut fuer den Tag spendet ; ich koennte kotzen !

  5. Diese Unsitte gab es schon vor Jahren. Wie vor 2/3 Jahren ein links/grüner Bürgermeister ( im Westen der Republik) eiskalt Blumen und Gestecke sofort entfernen ließ. So sind die so genannten ‚Demokraten‘ , gegen Hass und Hetze, aber die größten Hetzer. War für mich Ansporn bei uns, nach den Besuch unserer Eltern auf den Friedhof, beim Denkmal ein Blümchen zu pflanzen und zu pflegen.

  6. Stimmt das eigentlich, bisher stellte nur die normale Bevölkerung die „Bereicherungs_Opfer ? Waren da auch keine Stellungsnahmen der Angehörigen GEZlich erlaubt ?? Denke wenn da Politiker m/w/ d_ings ,oder eine der Polit-Angehörigen außerhalb von den Sicherheitszonen oder Panzer_Limousinen kulturell Bereichert würde, bekämen wir Monate lang:
    A.) Rächte schlugen zu, serviert . B.) Verwirrter verwechselte den Bürger. C.) Wir müssen die Verwirrten wieder in
    ihre Gewohnte Umwelt/Heimat zur Heilung verbringen.
    WIR müssen Gutmenschlicher werden, den Flucht_affinen Zuhause, zu einem Leben wie in der BRD mit Flucht & Asyl und Taschengeld Status verhelfen. Das sind wir den „UNSERER DEMOKRATIE“ Schaffenden doch schuldig ?? Fragt da mal das Merkel bis KGE, was würden die bei Kultureller Bereicherung denn machen ???

  7. Mein Großvater hat wenig über diese Zeit erzählt. Aber eine Erzählung hat sich mir eingebrannt. Wenn die Schergen kamen, um die Männer für diesen unsäglichen Krieg zu holen, dann gab es KEIN NEIN. Denn wer sich weigerte mitzumarschieren der wurde an die Wand gestellt und ex……..
    Im Stillen Gedenken!

  8. Viele von den Vollhonks wissen nicht
    mehr, dass in Konstanz der Zeppelin
    geboren wurde.
    Erst später ging er nach F´hafen.

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