Kriminalisierte Vernetzung

Demo gegen Impfpflicht (Symbolbild:Imago)

Aktionsplan gegen Rechtsextremismus” – das hört sich doch prima an, oder? Genauso wie „Solidarität der Gesellschaft” oder „Schule ohne Rassismus”. Leider verbirgt sich hinter derlei Wortakrobatik in den letzten Jahren oft eine Mogelpackung, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen. Auf der Packung sieht das Schokocroissant aus wie frisch vom Bäcker, gefüllt mit Massen von köstlicher, aromatischer Crème. Aus seiner Plastikhülle befreit schmeckt es dann allerdings wie zerfaserte Pappe und mit der Schokolade ist es auch nicht weit her.

Man beginnt, im Hinterkopf eine Art Wörterbuch „Links-Deutsch / Deutsch-Links” anzulegen, um beim nächsten Mal gewarnt zu sein. Aber nehmen wir einmal den schönen Begriff „Solidarität”, der ursprünglich einmal bedeutete, sich umeinander zu kümmern, wobei jeder nach seinen Möglichkeiten dazu beiträgt, anderen zu helfen. Dabei wird es natürlich nicht gerne gesehen, wenn sich jemand nur durchfuttert, ohne selbst etwas zur Gemeinschaft beizutragen – allein der Vorwurf löst bei jedem, der nicht vollkommen abgebrüht ist, ein starkes Schamgefühl aus. Manchmal ist der Vorwurf berechtigt; oft dient er aber einfach nur dazu, um Druck aufzubauen – und sei es nur, um einen Bedürftigen aus der Gruppe zu drängen. Das ist natürlich eine Steilvorlage für totalitäre Systeme: Wer nicht im Gleichschritt mitmarschiert, ist „unsolidarisch” – wie etwa derzeit die Ungeimpften. Obwohl noch niemand mir glaubwürdig die Logik hinter diesem Vorwurf erklären konnte: Nach dem jetzigen Wissensstand würde es gar nichts nützen, Bürger zur Impfung zu nötigen, denn es ändert nichts am Infektionsgeschehen. Vielmehr geht es darum, etwas einzufordern, das man gar nicht braucht, um den anderen auf seine Bereitschaft zur Unterwerfung zu testen.

Paranoia als Wesenskern

Es kommt auch noch der Faktor Bequemlichkeit hinzu: Niemand zieht gern Ärger auf sich, wenn er es durch ein scheinbar folgenloses Zugeständnis an eine Gruppe vermeiden kann. Man lässt sich impfen, ohne wirklich von der Notwendigkeit überzeugt zu sein, weil „man dann wieder alles darf”. Aber was ist, wenn es der Regierung einfällt, die Schraube noch weiter anzudrehen? Erfahrungsgemäß führt das dazu, dass die Bürger denken, auch das noch aushalten zu können – und wieder um des lieben Friedens willen mitmachen. Wenn man wirklich etwas aus dem Nationalsozialismus lernen will, dann ist es das: Eine totalitäre Gesellschaft gibt sich erst zufrieden, wenn sie alle Beteiligten mit Haut und Haaren aufgefressen hat – und selbst dann wird sie noch weitere „Loyalitätsbeweise“ einfordern. Eine gewisse Paranoia ist ihr Wesenskern.

Analog dazu löst der Begriff „Rechtsextremismus“ inzwischen ganz andere Assoziationen aus als noch vor ein paar Jahren. Es gibt zwar auch noch den „Rechtsradikalismus“ – aber dem normalen Bürger ist der Unterschied wohl ziemlich schnurz. Die alten Vorstellungen sind aber nicht aus den Köpfen verschwunden, man denkt an den klassischen Skinhead, leicht tumbe Schläger in Bomberjacken und Jagd auf Ausländer. Das wird auch fleißig von Medien und Politik bedient, die derzeit alles daran setzen, alle Maßnahmenkritiker in diese unappetitliche Ecke zu schieben, so wie sie es auch mit Gegnern ihrer Asylpolitik und Zweiflern am menschengemachten Klimawandel getan haben.

Dabei fällt mir immer wieder auf – ich kann es nicht belegen, aber eine Tendenz sehen – dass die richtig „harten Brocken“ relativ unbehelligt bleiben: Sogar die Antifa scheint in diesen Fällen einen „Nichtangriffspakt“ geschlossen zu haben. Nicht nur, um gebrochene Gliedmaßen zu vermeiden, sondern auch, weil sie an diesen Leuten kein Interesse hat. Gerade der NSU, der ebenfalls gern herangezogen wird, um „Framing” zu betreiben, stapfte so offen durch das Land, dass man nur ungläubig den Kopf schütteln kann. Ziel der Kampagne „gegen Rechts” sind stattdessen alle Arten der Opposition, so friedlich sie auch sein mögen. Die Spaziergänger etwa werden in einem logischen Fehlschluss beständig diffamiert: Wer dort mitlaufe, mache sich mit Nazis gemein, heißt es.

Bloß nicht freischwimmen!

Also ist auch die Krankenschwester, die aus ihren Erfahrungen mit Impfnebenwirkungen heraus an Spaziergängen teilnimmt, des Nazi-Seins verdächtig. Der Rückschluss von einigen auf alle, der im Falle von islamistischen Attentätern als rassistisch bezeichnet wird, ist hier mit einem Male vollkommen zulässig. Denn es ist schließlich politisch gewollt, die Teilnehmer zu etikettieren – um potentiellen Sympathisanten zu verdeutlichen, was sie erwartet, wenn sie sich dem Protest anschließen.

Politik gegen „Rechts“ zielt längst nicht mehr auf Gewalttäter ab, sondern auf die Ängstlichen und Angepassten, die bloß nicht auf die Idee kommen sollen, sich von Regierung, Medien und gesellschaftlichem Druck freischwimmen zu wollen. Und bekanntlich trifft das längst nicht mehr nur die sogenannten „kleinen Leute”, sondern auch diejenigen, von denen man erwarten könnte, erfahren genug zu sein, um das Spiel zu durchschauen. Aber gerade jene haben auch mehr zu verlieren, und wenn es wie bei Jörg Meuthen „nur“ der prestigeträchtige Platz beim Nobelitaliener ist, bei dem sich Presseleute und Prominenz treffen.

Oft macht mich das erst recht trotzig; vielleicht auch deshalb, weil ich keine große Reputation zu verlieren habe. Ich möchte rebellieren und sogar Dinge sagen und tun, die eigentlich nicht in meiner Natur liegen. Aus toxischen Beziehungen kann man sich nur so befreien – und manchmal hat man Glück, und ein Anflug von Rebellion führt tatsächlich eine Besserung herbei… dann nämlich, wenn das Gegenüber bemerkt, dass die Beute doch nicht so leicht zu fangen ist. Man muss ihnen die Jagd sauer machen, auch wenn man sich oft sehr auf sich allein gestellt fühlt. Deshalb fürchten die Faesers und Slomkas auch die sozialen Medien so sehr: Nicht wegen Hass und Hetze, sondern weil sie die Möglichkeit zur Vernetzung bieten. Dann lässt man sich so schnell nichts mehr vormachen – und das ist die eigentliche Angst der Totalitären.

10 Kommentare

  1. Die Vorkommnisse in Kanada zeigen uns, dass die Diffamierung und Entmenschlichung des politischen Gegners durch Diffamierung als Nazi sich nicht nur auf Deutschland beschränkt. Es scheint bei den Linken zum Sprachgebrauch zu gehören, um von den eigenen, totalitären Absichten abzulenken.

  2. Die sog. „Nazikeule“, die ja zwischenzeitlich schon bei jeder Gelegenheit benutzt wird um jegliche Kritik abzuledern, ist nur stringente der Beweis, daß es nicht die Wahrheit ist, die man uns da erzählt. Ganz einfach.

  3. von kriminalisierter Vernetzung scheint leider der deutsche Michel noch weit entfernt zu sein. Es gibt zwar immer mehr Demonstranten gegen die Coronapolitik, dass diese jedoch den eigentlich Kern des Protests gegen eines längst ausgeuferten totalitären Staates, die linksutopische Ideologisierung von Merkel,deren Rechtsbrüche und Refugeeflutung seit sie mit diesem System auf den Thron gehievt wurde?! Merkel&Co. stillschweigend schwurbelnd ganz im Sinne ihrer ex DDR gegen die eigene Gesellschaft,der Interessen des deutschen Volkes,mit graphierenden Folgen. Dies haben leider die wenigsten kapiert, das linke Medienkartell hat ganze Arbeit geleistet.
    Da müsste man als Lischen Müller schon ein bisschen mehr hinterfragen hinter die Kulissen schauen können, sogar mehr als kritisch sein, statt dem Lifestyl nachzuhecheln. Politik Null Ahnung, kapiere ich sowieso nicht, Bargeldabschaffung egal, zahle alles schon mit Smartphon und Scheckkarte. Nur Corona und Lauterbachs ewige Wahnvorstellungen, die Einschränkungen meiner Freiheit inkl. der Corona Gewinne der Pharmaindustrie gehen mir inzwischen zu weit.
    Deutschland hat sich ohne Gegenwehr in in ein System einer fatalen Abwärtsspirale zugunsten der linken Ideologen, Opportunisten und Globalisten entwickelt. Dies umzudrehen…. da müss noch viel mehr passieren ausser ein bisschen vernetzte Demo,oder?

  4. Gewalt bekämpft man mit Gewalt.
    Alle Pazifismus Schreier sind entweder Linke U-Boote oder fette „not in my backyard“ Boomer. Beide Gruppen verdienen die ersten Opfer von Gewalt zu sein

  5. Warum stellt die Afd nicht die Anfrage, welche Rechtsextremisten bzw Gruppen sich bei Telegram befinden oder wieviel Rechtsextremisten in Deutschland gibt, nach Nationalität. Ob man die Grauen Wölfe erwähnt. Nach menstruierende Minister *innen müsste es sich bei den Rechtsextremisten um 100 000 handeln und alle schwer bewaffnet.

  6. Wenn eine demokratische Gesellschaft nicht mit allen politischen Strömungen zurechtkommt, sondern diese bekämpft, verbietet, schlecht macht, ausschließt, ist keine Demokratie.
    Eine Demokratie lebt vom Dialog unterschiedlichster politischer Strömungen untereinander.
    Was wir haben, ist ein Haufen Scheiße, aber keine Demokratie.
    Größenwahnsinnige Politiker haben das Sagen.
    Aber in einer Demokratie sind die Politiker die Diener des Volkes, nicht andersherum.
    Im Grunde genommen müsste jedes Gesetz durch Volksabstimmung zugelassen oder nicht zugelassen werden.
    Politiker müssen Rechenschaft für ihre „Arbeit“ abgeben. Sie sind die Vertreter des Volkes und nicht der Partei.
    So ist Wählen gehen einfach nur Zeitverschwendung. Denn wir haben keine Demokratie, die den Namen verdient. Niemand wählt Koalitionen. Aber trotzdem bekommen wir sie immer wieder aufs Auge gedrückt.
    Keine Partei hat einen Regierungsauftrag bekommen. Ganz im Gegenteil. Wir werden von Minderheiten regiert. Das ist das Gegenteil von Demokratie. In der striezt die Mehrheit nämlich die Minderheit und nicht andersherum.

  7. Was ist RECHTS? Ich bin Konservativ und Katholisch. Auch nicht gerade das gelbe vom Ei, aber ich bin männlich und meine Frau ist weiblich. Aber alleine das ist ja schon RECHTS! Tausche ich mich mit anderen Gleichgesinten aus, werde ich kriminalisiert, weil konservativ ist gleich RECHTS.
    Eine kleine linke durchgeknallte Minderheit sagt der Mehrheit, was sie zu denken hat und die Mehrheit glaubt auch noch den Scheiß. Das nennt man Ideologie der Dummen!
    Mehr kann man über den Geisteszustand eines Volkes nicht sagen!

  8. Die neue Rechte beginnt da, wo Ultralinks endet …. so nach dem Willen der Innenministerin ! Ich hätte nie für möglich gehalten, daß ich den Seehofer eines Tages vermissen würde !

  9. Ein interessanter Beitrag, wirklich. Mir fehlt nur die Extremismus Definition. Rechts und Links wird ja von allen bedient von den Rechten und den Linken. Dabei wird vergessen das Extremismus heute, aus der Mitte der Gesellschaft kommt und sich liberal bis neoliberal äußert. Unter dem Banner von Linksliberalismus wird Rechtsextremismus bekämpft und umgekehrt unter dem Banner Konservativ bis rechtsliberal der Linksextremismus. Und wer bekämpft eigentlich die Herrschenden unter dem Banner des Neoliberalismus, der doch auch nur Ausdruck faschistischer Diktatur ist und sich ideologisch durch alle Parteien im Bundestag zieht. Die Vernetzung fängt nicht im Internet an sondern bei uns. Und das Kriminalität immer erst aufgedeckt, aufgeklärt werden muss, schafft Kriminellen den Raum sich schneller zu vernetzen. Kriminalitätsbekämpfung auch politische muss unabhängig von herrschender Politik sein. Ist sie aber nie gewesen. Ein weiterer Punkt der ein Vernetzen für Kriminelle erleichtert. Wenn dann andere kriminalisiert werden spielt außer der rechtlichen Seite ja auch noch die mediale eine wesentliche Rolle. Die Vernetzung von Politik, Judikative und Medien ist die Grundlage für die Bekämpfung dessen was sie als kriminell definieren auch im Internet. Also wenn wir wirklich was ändern wollen, ich meine die Bevölkerung in den EU Ländern müssen wir die Politik die Judikative und die Medien im Interesse des Volkes reformieren. Und wer glaubt das funktioniert in diesem System, dem wünsche ich viel Glück für die Zukunft.

  10. ZITAT: „Vielmehr geht es darum, etwas einzufordern, das man gar nicht braucht, um den anderen auf seine Bereitschaft zur Unterwerfung zu testen.“

    Eine gute Erkenntnis.

    ZITAT: „Wenn man wirklich etwas aus dem Nationalsozialismus lernen will, dann ist es das: Eine totalitäre Gesellschaft gibt sich erst zufrieden, wenn sie alle Beteiligten mit Haut und Haaren aufgefressen hat – und selbst dann wird sie noch weitere „Loyalitätsbeweise“ einfordern.“

    Noch eine gute Erkenntnis.

    ZITAT: „Oft macht mich das erst recht trotzig; vielleicht auch deshalb, weil ich keine große Reputation zu verlieren habe.“

    Und noch eine gute Erkenntnis. Es ist befreiend und gibt einem Handlungsspielraum, ein unterschätzter Nobody zu sein.

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