Kriminalitätsverzerrung: Schönt Racial Profiling die Lage?

Kriminalitätsverzerrung: Schönt Racial Profiling die Lage?

Schwarzer in Polizeikontrolle: Irreführende Annahmen (Symbolbild:Imago)

Niemals hat ein Scheiß-Nigger es geschafft, was der amerikanischen Mafia in 100 Jahren nicht gelang!“ Diese Worte muss sich der Polizeibeamte Richard Roberts von seinem Vorgesetzten anhören, als er diesem erklärt, als Drahtzieher eines hocheffizienten Drogenschmuggler-Rings den Afroamerikaner Frank Lucas ausgemacht zu haben. In den Augen des rassistischen Polizeioffiziers fehlen Schwarzen einfach die organisatorischen Fähigkeiten, um mit der italienischen Mafia mithalten zu können. Schläger auf der Straße? Ja! Aber ein Drogenboss, der eine ganze Infrastruktur aufbaut? Unmöglich! So jedenfalls geschehen im Film „American Gangster“ des Regisseurs Ridley Scott. Tatsächlich kam es in der Wirklichkeit immer wieder vor, dass die amerikanische Polizei nicht in Richtung schwarzer Verdächtiger ermittelte, weil sie ihnen nicht zutraute, auf der kriminellen Karriereleiter ganz oben zu stehen. Ein Bericht des Jusitzministeriums aus den 1990er Jahren unterstreicht diesen Befund.

Oft heißt es, dass die hohen schwarzen, oder hierzulange arabischen Kriminalitätsraten nicht real, sondern nur eine Verzerrung seien. Gerade weil Polizei und Justiz selbst rassistischen Vorurteilen anhängen, würden sie umso stärker in eine bestimmte Richtung ermitteln und dadurch das erwartete Ergebnis erst herbeiführen. Das muss nicht immer stimmen, wie das obige Beispiel zeigt. Aber es gibt noch weitere, ganz ähnliche Effekte. Nach den Erfolgen der Bürgerrechtsbewegung nahm Rassismus in den USA stetig ab. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der inhaftierten Schwarzen. Eine von mehreren Erklärungen, die in der Kriminologie diskutiert werden, ist, dass eine Polizei, die nicht mehr rassistisch gegenüber Schwarzen war, diese endlich als Opfer von Gewalt ernst nahm. Gewalt findet allerdings häufig innerhalb einer Rasse statt, das heißt, dass die Opfer von schwarzer Gewalt meist selbst schwarz sind. Ermittelt man also nach dem Mord an einer schwarzen Frau, statt den Fall schnell zu den Akten zu legen, wird man oft auf einen schwarzen Täter stoßen.

Paradoxie bei der Todesstrafe in den USA

Auch die Todesstrafe in den USA ist hochumstritten, da sie angeblich rassistisch sei. Das stimmt – aber anders, als oft gedacht: Zunächst ist korrekt, dass Schwarze häufiger als Weiße hingerichtet werden. Gleichzeitig werden schwarze Mörder seltener hingerichtet als weiße Mörder. Das klingt nach einem Widerspruch. Zunächst einmal ist nicht verwunderlich, dass anteilsmäßig mehr Schwarze als Weiße hingerichtet werden. Denn Schwarze haben eine weit höhere Mordrate und werden daher logischerweise häufiger zum Tode verurteilt. In Anbetracht dieses Missverhältnisses werden Schwarze aber seltener hingerichtet als Weiße. Sprich: Der Schwarzen-Anteil an allen wegen Mordes Hingerichteten ist niedriger als ihr Anteil an allen Morden. Ein weißer Mörder wird somit mit höherer Wahrscheinlichkeit hingerichtet als ein schwarzer Mörder.

Warum? Entscheidend ist nicht die Rasse des Täters, sondern die Rasse des Opfers. Wird ein Weißer getötet, wird sein Mörder mit höherer Wahrscheinlichkeit hingerichtet, als wenn er einen Schwarzen getötet hätte. Das gilt für weiße und schwarze Mörder gleichermaßen. Und warum werden dann weiße Mörder häufiger hingerichtet? Weil Morde häufig innerhalb einer Rasse stattfinden. Unter allen Mördern, die Weiße ermordet haben, sind Weiße häufiger vertreten. In der Kriminologie warten also durchaus einige unerwartete Erkenntnisse auf uns. Was zum Beispiel ist mit dem gefürchteten “racial profiling”? Immer wieder hören wir, dass Polizeibeamte gezielt Ausländer auf offener Straße rein aus einem Bauchgefühl heraus kontrollieren, gerade weil sie diese häufiger für Kriminelle halten. So treibe man künstlich – ob bewusst oder unbewusst – die ausländische Kriminalitätsrate in die Höhe. Racial Profiling sei daher rassistisch und abzulehnen. Tatsächlich aber kann es sogar einen genau entgegengesetzten Effekt geben: Racial Profiling könnte die Ausländerkriminalitätsrate sogar senken. Dafür lässt sich schnell ein mathematisches Beispiel modellieren: Nehmen wir an, dass 1 Prozent aller Deutschen und 3 Prozent aller Ausländer kriminell sind. Ferner nehmen wir an, dass 90 Prozent aller Verurteilungen auf die reguläre Polizeiarbeit zurückgehen und nur 10 Prozent auf die Zufallskontrollen auf offener Straße.

Geringer Anteil der Zufallskontrollen an der Verbrechensaufklärung

Die Polizeibeamten haben ein ganz gutes Bauchgefühl, bei welchem Bürger es sich um einen Kriminellen handelt oder nicht. Sie liegen häufiger richtig als bei reinen Zufallstreffern. Allerdings hegen sie rassistische Stereotype. Wenn sie einen Deutschen rein auf Verdacht kontrollieren, liegen sie in 50 Prozent aller Fälle richtig, bei einem Ausländer nur in 20 Prozent aller Fälle. Insgesamt kontrollieren sie nur 2 Prozent aller Deutschen, aber 10 Prozent aller Ausländer. Unter 100 Deutschen, denen die Beamten auf der Straße begegnen, würden sie also einen Kriminellen ausmachen. Unter 200 Ausländern zwei Kriminelle. Unter den Zufallskontrollen liegt das Verhältnis von ausländischen zu deutschen Kriminellen also bei 2 : 1, während es in der Gesamtbevölkerung bei 3 : 1 liegt. Wenn die Zufallskontrollen für 10 Prozent aller Verurteilungen verantwortlich sind, würde man allein aus der Statistik der verurteilten Täter ableiten, dass Ausländer 2,9-mal so kriminell wie Deutsche sind, obwohl sie (in unserer Modellrechnung) tatsächlich dreimal so kriminell sind.

Racial Profiling hat die Kriminalstatistik also tatsächlich verzerrt – aber genau in die umgekehrte Richtung. Ausländer erscheinen nun seltener, siebt aber nicht weniger häufig kriminell. Nun ist es das eine, ein mathematisches Modell zu konstruieren (Chat GPT hat in diesem Fall geholfen), aber das andere, eine solche Vorhersage auch empirisch zu bestätigen. Wie so oft, gibt es in Deutschland kein zuverlässiges statistisches Material, mit dem man arbeiten könnte, also hilft mal wieder der Blick über den großen Teich. In den USA gibt es Statistiken darüber, wie oft die Angehörigen welcher Rasse kontrolliert werden und wie oft die Polizisten fündig werden. Das ist ein guter Anhaltspunkt: Über die von uns betrachteten Studien hinweg ergibt sich grob das Bild, dass Schwarze insgesamt etwa 2- bis 6-mal so häufig kontrolliert beziehungsweise durchsucht werden wie Weiße, und dass bei diesen Durchsuchungen im Schnitt etwa 10 bis 40 Prozent seltener etwas Auffälliges – Waffen, Drogen, Diebesgut – gefunden wird als bei Weißen.

Verzerrung der Verurteiltenraten

Wie man sieht, gibt es den Effekt, dass Schwarze häufiger kontrolliert werden, man bei Weißen aber häufiger fündig wird, tatsächlich. Allerdings wird auch nicht immer genau aufgeschlüsselt, was genau gefunden wird. In unserem obigen hypothetischen Beispiel wurde die Polizei bei 50 Prozent der kontrollierten Deutschen, aber nur bei 20 Prozent der kontrollierten Ausländer fündig. Allerdings ist nicht jeder Fund gleich viel “wert”. Vielleicht würde man bei zwei Drittel aller kontrollierten Deutschen eine Schusswaffe und bei einem Drittel nur Drogen finden, während man bei einem Drittel aller kontrollierten Ausländer eine Schusswaffe und bei zwei Dritteln Drogen finden würde. Dann würde die Kontrolle eines Deutschen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer Gefängnisstrafe führen als die Kontrolle eines Ausländers,

Auch gibt es keine verlässlichen Angaben, wie viele der Verurteilungen auf Racial Profiling zurückgehen. Generell ist es so, dass die Polizei bei besonders schweren Verbrechen von sich aus ermittelt und bei einer Zufallskontrolle auf der Straße vermutlich nur geringfügige Delikte aufdecken kann. Die 10 Prozent aus unserem vorherigen Beispiel sind wahrscheinlich viel zu hoch gegriffen. Das heißt, dass die unten genannten Ergebnisse vermutlich noch niedriger ausfallen. Bittet man GPT unter der Annahme, dass 10 Prozent aller Verurteilungen auf Zufallskontrollen zurückgehen, zu berechnen, wie sehr Racial Profiling die Verurteiltenraten verzerrt, kommt es zu dem Ergebnis, dass diese im Schnitt zu etwa 20 Prozent steigen. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Denn Schwarze sind in den USA etwa 5-mal häufiger inhaftiert als Weiße, also zu rund 500 Prozent. 20 Prozent würden daher nur einen äußerst kleinen Teil der Lücke erklären.

Wer kontrolliert wo wann wen?

Gibt es noch weitere Einflussfaktoren? Ja. Es ist denkbar, dass die Minderheiten wissen, dass sie häufiger kontrolliert werden und daher eher als die Mehrheitsbevölkerung gar nicht erst verdächtige Gegenstände mit sich führen. Wenn wir ein solches Vermeidungsverhalten sehen, könnte dies die Kriminalitätsstatistik ebenfalls verzerren – wobei korrekter: beeinflussen. Allerdings scheint ein solcher Effekt nur sehr schwach ausgeprägt zu sein. Die Frage ist zudem, wie zielgerichtet solche Personenkontrollen sind. Einige der genannten Studien beziehen sich auf Verkehrskontrollen, andere fanden in Stadtteilen statt. Angenommen, man kontrolliert entlang einer Straße zwischen den Städten A und B, wird man dort auch alle Personen antreffen, die sich zwischen A und B bewegen. Die Zahl der potentiell kontrollierten Weißen und Schwarzen entspricht dann deren tatsächlicher Zahl unter den Straßenverkehrsteilnehmern. Umgekehrt kann man eine Polizeistreife natürlich anweisen, einen Stadtteil mit einer bestimmten Bevölkerung gezielt zu patrouillieren. Dann würde sich tatsächlich ein Ungleichgewicht einstellen und das Racial Profiling die kriminellere Bevölkerungsgruppe nochmals krimineller aussehen lassen.

Kurz gesagt: Es wäre zwar mathematisch denkbar, dass Racial Profiling die Lage beschönt, also kriminelle Ausländer weniger kriminell erscheinen lässt. Angesichts der vorliegenden Zahlen ist dies aber eher nicht der Fall. Dennoch lohnt es sich, solch paradoxe Effekte vor Auge zu halten, denn vielleicht gibt es zumindest Sonderfälle, bei denen nur in Bezug auf ein bestimmtes Deliktfeld, nur zu einem bestimmten Zeitraum, an einem Ort wie einem Flughafen oder einem Bahnhof et cetera kontrolliert wird. Stimmen die Rahmenbedingungen, wäre die geschilderte Auswirkung dann auf einmal doch wieder denkbar. Vielleicht gab es einen solchen paradoxen Effekt noch in früheren Jahrzehnten, als die Polizei noch unbesteitbar rassistischer war. Eines aber zeigen die obigen Überlegungen doch sehr deutlich: Die These der selbsterfüllenden Prophezeiung, dass Ausländer nicht krimineller seien und nur durch eine Polizei, die ihre eigenen Vorurteile bestätigt sehen will, krimineller erscheine, gehört ins Reich der Legende.

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9 Antworten

  1. Sich also immer schön was in die eigene Tasche lügen! Politische Korrektheit geht vor der Sicherheit der Bürger! Das Vieh ist endlos dumm und geduldig, sonst wäre der Spuk schon längst wieder vorbei!

  2. @Wird ein Weißer getötet, wird sein Mörder mit höherer Wahrscheinlichkeit hingerichtet, als wenn er einen Schwarzen getötet hätte
    und wie ist es mit der Rasse des Richters ?
    Wie urteilen schwarze Richter im Vergleich zu weißen Richtern ?
    Und wie es es mit Richtern anderer Gruppen – eingewanderte Weiße gegenüber eingeborenen Weißen, und mit Asiaten ? Urteilen gebürtige Chinesen genauso wie gebürtige Japaner ?
    Und ist das dann kulturell bedingt oder rassistisch ? Urteilen Kannibalenabkömmlinge anders als generationenlange Europäer ?
    Fragen über Fragen – wollte man das sachlich und nicht rassistisch oder politisch diskutieren ?

    Und so nebenbei – ich habe bei den Todesurteilen noch nie gehört, das man bei der Kritik dann auch die Urteilsursache, die Straftat mit benannt hat. Oder die Frage, in wieweit gleiches Recht und gleiches Pflicht gilt, wenn ein Vergewaltiger und Mörder nicht stirbt ? Meiner Meinung nach sind die am ehesten gegen die Todesstrafe, die befürchten, das ihr eigenes Verhalten zur Todesstrafe führen würde. Es geht nicht um Moral und Ethik, sondern um Eigeninteresse !

  3. Überall Rassismus?
    An jeder zweiten Ecke eine Polizeikontrolle, die sich sofort auf jeden „Bunten“ stürzt? – Das ist doch Spinnerei!
    Wer unbewaffnet ist, nichts auf dem Kerbholz hat, keine verbotenen Gegenstände mit sich führt und sich ordentlich ausweisen kann, hat bei einer Überprüfung seiner Person nichts zu befürchten.

    Polizisten haben gewisse Kriterien, nach denen sie einzelne Personen anhalten und überprüfen. Diese Kriterien sind beispielsweise verdächtige Verhaltensweisen und andere Muster, gewonnen aus Erfahrungen.
    Individuen, die beim geringsten Anlass sofort „Rassismus“ rufen, scheinen mir grundsätzlich verdächtig zu sein.

    Die medial überdimensional aufgeblasene Diskussion über Rassismus ist darum mehr als inszenierte Ablenkung von viel wichtigeren gesellschaftlichen Problemen zu betrachten.

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    1. Naiver Glaube daß es die Polizei immer richtig macht sollte jedem auch nur halbwegs wachsamen fremd sein.

      2010, 2015, 2020, heute waren genug Fanale an denen der gesamten Öffentlichkeit sichtbar geworden sein sollte daß wer vom Regime bezahlt wird im Ernstfall auch dessen Interessen statt die der Bürger bedient.

  4. Statement vom Aserbaidschaner zum Gießen Terror

    In dieser Folge gebe ich mein Statement als Aserbaidschaner zu dem Weihnachtsmarkt Amokfahrer in Gießen, der auch Aserbaidschaner ist und meiner Meinung nach einen Terroranschlag verübt hat. Warum ich denke, dass der Aserbaidschaner Terror verübt hat und warum ich gefährlich finde, dass alles auf eine Psychose geschoben wird, erzähle ich euch in dieser Folge.

  5. In den USA werden Gewaltverbrechen nach rassischer Zugehörigkeit katalogisiert. Das ergibt zwar ein genaues, aber auch erchreckendes Bild:

    Interrassische Verbrechen
    Im Jahr 2013 waren von den rund 660.000 Fällen interrassischer Gewalt, an denen Schwarze und Weiße beteiligt waren, Schwarze in 85 Prozent der Fälle die Täter. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwarzer einen Weißen angriff, 27-mal höher war als umgekehrt. Bei Hispanics war die Wahrscheinlichkeit, dass ein Weißer angegriffen wurde, achtmal höher als umgekehrt.

    Städtische Zentren
    Im Jahr 2014 war in New York City die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwarzer wegen Mordes verhaftet wurde, 31-mal höher als bei einem Weißen, bei einem Hispanoamerikaner hingegen 12,4-mal höher. Bei dem Delikt des „Schießens“ – definiert als das Abfeuern einer Kugel, die jemanden trifft – war die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwarzer verhaftet wurde, 98,4-mal höher als bei einem Weißen, bei einem Hispanoamerikaner hingegen 23,6-mal höher.

    Wenn New York City nur von Weißen bewohnt wäre, würde die Mordrate um 91 Prozent, die Raubrate um 81 Prozent und die Schießereirate um 97 Prozent sinken.
    In einem ausschließlich von Weißen bewohnten Chicago würden die Mordrate um 90 Prozent, die Vergewaltigungsrate um 81 Prozent und die Raubrate um 90 Prozent zurückgehen.

    Quelle: The Colors of Crime, American Renaissance

    Erklärungsversuch: es ist wissenschaftlich bewiesen, dass männliche Schwarze einen bis zu 30 in manchen Fällen sogar bis 50 Prozent höheren Testoteronspiegel als männliche Weisse oder Asiaten haben.
    Das macht sie grundsätzlich aggresiver als Weisse oder gar Asiaten. Asiaten tauchen daher auch kaum in den Statistiken für Gewaltkriminalität oder Interrassischer Gewaltkriminalität auf.

  6. US Statistik vom FBI in 2013. Morde pro Million. Die Zahlen wurden 1 zu 1 übernommen: Blacks killed by Blacks= 53,94………. Whites killed b Whites = 20,22——-Blackes killed by Blacks=0,77…….. Whites killed by Blacks=9,83

    1. Sorry, habe da was vertauscht. Nun also nochmals: Blacks killed by Blacks= 53,94………. Whites killed by Whites = 10,22——-Blackes killed by Whites=0,77…….. Whites killed by Blacks=9,83… Asche über mein Haupt.