Krokodilstränen und Doppelmoral, weil Israels Parlament die Todesstrafe für Terroristen erlaubt

Krokodilstränen und Doppelmoral, weil Israels Parlament die Todesstrafe für Terroristen erlaubt

Die Mehrheit votiert für eine harte Linie inklusive Todesstrafe für Terroristen: Israels Knesset (Symbolbild:Imago)

Die Knesset, Israels Parlament, hat gestern ein Gesetz beschlossen, welches es ermöglichen soll, Terroristen zum Tode zu verurteilen. Noch ist nicht gesagt, ob dieses Gesetz jemals in Kraft tritt, es könnte jederzeit vom obersten Gerichtshof gekippt werden – in Israel gibt es Gewaltenteilung, was Kritiker gerne vergessen –, aber die Aufregung darüber ist groß. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul hat selbstverständlich seine Besorgnis geäußert – einen Tag übrigens, nachdem er dem Ex-Jihadisten Ahmed al-Scharaa die volle Solidarität Deutschlands beim Wiederaufbau Syriens zugesagt hatte, der seinerseits garantiert kein Gegner der Todesstrafe ist. Europaweit werden wieder Sanktionen gegen Israel gefordert, ganz so, als ob kein EU-Staat jemals Beziehungen zu Staaten unterhalten hätte, welche die Todesstrafe im Programm haben – und das übrigens im Falle gewisser Regimes für weitaus geringere Vergehen als Terrorismus, so zum Beispiel “unmoralisches Verhalten in der Öffentlichkeit”. Die Freunde Gazas überschlagen sich vor Empörung und beklagen, das israelische Gesetz ziele ausschließlich auf Palästinenser ab. Man sollte ihnen eventuell erklären, wer üblicherweise in Israel Terroranschläge verübt. Kleiner Hinweis: Christliche Nonnen auf Pilgerfahrt sind es nicht. Ob ihnen darüber hinaus bewusst ist, wie man in Gaza mit Homosexuellen umgeht oder wie mild dort sogenannte “Ehrenmorde” bestraft werden? Aber wie üblich werden an die wilden Jungs aus Gaza ganz andere Maßstäbe angesetzt als an die Israelis. Das kennen wir zur Genüge.

Man mag von der Todesstrafe halten, was man will, und auch ihren abschreckenden Charakter in Zweifel ziehen: Bei der öffentlichen Hinrichtung von Taschendieben erschien in früheren Zeiten bekanntlich stets eine Vielzahl von “Berufskollegen” der Delinquenten inmitten der ums Schafott versammelten Menge, um dem aufgeregten Publikum die Geldbörsen zu entwenden. Auch moralische Einwände haben ihre Berechtigung: Richtet man einen Unschuldigen hin, dann gibt es naturgemäß keine Möglichkeit mehr, den Fehler wieder gutzumachen – und trotzdem läuft der echte Täter noch frei herum. In manchen US-Bundesstaaten reicht ein formal ordnungsgemäß durchgeführter Prozess aus, das Urteil zu vollstrecken, auch wenn danach noch entlastende Beweise auftauchen. Ob das gerecht ist, darf man getrost anzweifeln. Vom religiösen Standpunkt aus stand deshalb auch das Judentum der Todesstrafe stets skeptisch gegenüber und setzte hohe Hürden vor deren Durchführung: Der Hauptankläger musste die Strafe vollstrecken, um sich sorgfältig zu überlegen, ob er nicht doch einen Unschuldigen leichtfertig belastete. Daher kommt auch das von Jesus geäußerte “Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!” Historisch gesehen erfolgte der Ruf nach der Todesstrafe im Judentum immer dann, wenn die Bedrohung für die Gemeinschaft besonders groß war.

Wie bei Radio Eriwan

Der 7. Oktober 2023, als Israel mitten in Verhandlungen mit der Hamas von deren Terrorgruppen überfallen wurde, ließ endgültig alle Hoffnungen schwinden, es könne jemals zu einer friedlichen Einigung mit den Palästinensern kommen. Jene sogenannte “Zwei-Staaten-Lösung” hat sich als frommer Wunschtraum erwiesen. Schon kurz nach der Räumung des Gaza-Streifens durch Israel 2005 hatte die Hamas begonnen, Tunnel unter der Grenze hindurch zugraben, um Israelis zu entführen. Für den Soldaten Gilad Schalit pressten sie rund tausend Terroristen frei, darunter Yahya Sinwar, der selbst von der Bevölkerung Gazas der “Schlächter von Khan Younis” genannt wurde, weil er angebliche Kollaborateure mit eigenen Händen erwürgte. Auch aus den von der Fatah verwalteten Zonen des Westjordanlandes schleichen sich immer wieder Attentäter in die israelischen Zonen, um dort Messerattentate oder Schlimmeres zu verüben. Es wurden sogar schon Kinder mit Sprengstoffgürteln zu den Grenzposten geschickt. Ob die Androhung der Todesstrafe dagegen etwas ausrichten wird, vermag ich nicht zu beurteilen – aber etwas hat bei den Israelis eindeutig “klick” gemacht: Es kann so nicht weitergehen. Das Makabre dabei: Ausgerechnet die Palästinenser, unter denen nach eigenem Bekunden der Wunsch, als “Märtyrer” zu sterben, so weit verbreitet ist, klagen nun gegen die “Ungerechtigkeit”.

Liest man derzeit die in den sozialen Medien gesammelten Berichte über die israelische Politik, so kommt man sich vor, als sende das aus alten Ostblock-Witzen bekannte Radio Eriwan. “Im Prinzip” stimmt alles – es hat sich letztlich so gut wie immer völlig zugetragen als behauptet. So ist auch im Falle des neuen Gesetzes, sollte es denn wider Erwarten vor dem obersten Gerichtshof Bestand haben. Ja, die Hauptbetroffenen werden Palästinenser sein, denn sie verüben nun einmal mehrheitlich die Attentate in Israel; aber nein: Es wird nicht, wie behauptet, eine unterschiedliche Behandlung von jüdischen, christlichen und arabischen Israelis geben. Was die deutschen Medien ebenfalls wieder verschwiegen haben, ist die Existenz der verschiedenen Zonen im Westjordanland, etwa der von der Fatah verwalteten Gebiete, auf die Israel rechtlich gar keinen Zugriff hat. Auch wenn es frustrierend ist, wenn sich Attentäter unter den Schutz von Mahmud Abbas begeben und dort für ihre Taten nach dem ”pay for slay”-Prinzip auch noch entlohnt werden.

Israel als Propagandaziel

Ähnlich funktionierte die Propaganda auch im Falle des nicht zur Grabeskirche vorgelassenen Patriarchen Pizzaballa: Ja, es stimmt, dieser wurde von den Behörden aufgehalten. Aber das wurden Juden, die an der Klagemauer beten wollten, ebenfalls. Denn Jerusalem steht unter iranischem Raketenbeschuss – ein Schritt, vor dem sogar Saddam Hussein zurückschreckte, als er Israel in den Golfkrieg hineinzog. Immerhin ist Jerusalem auch für Muslime ein wichtiger Ort – was die Mullahs nicht kümmert. Der Patriarch hätte im Übrigen nur formlos die Behörden um eine Sondererlaubnis bitten müssen, um diese von jeglicher Haftung zu entlasten. Als bekannter Freund der palästinensischen Sache jedoch ließ er es wahrscheinlich absichtlich auf den Eklat ankommen – und sogar sonst sehr gelassene Kommentatoren im Westen schäumten. Prompt setzen arabische Medien die Meldung in die Welt, Israel habe im Libanon eine christliche Kirche zerstört – die allerdings war schon vor Jahren einem Gefecht zum Opfer gefallen und zudem Kirche, sondern eine Moschee. Man kommt gar nicht mehr nach damit, den Wahrheitsgehalt hinter diesen Nachrichten zu überprüfen, und muss ohnehin immer wieder aufs Neue erkennen, dass dies vergebliche Liebesmüh ist. Manchmal ist einem israelischen Politiker tatsächlich der Kragen geplatzt und er hat etwas “Unpassendes” gesagt; das wiegt dann plötzlich schwerer als der palästinensische Terror. Ganz ähnlich wie eine “virtuelle Vergewaltigung”, die neuerdings schlimmer sein soll als eine tatsächlich stattgefundene…

Natürlich wollen alle diese Ankläger keine “Antisemiten” sein und lediglich der “Gerechtigkeit” dienen. Man fragt sich dann allerdings, warum sie ihren Gerechtigkeitswahn ausgerechnet an einem Land von der Größe Hessens auslassen müssen, da es doch auf der Welt so viele Unruheherde gibt, die auch einmal ein wenig Aufmerksamkeit gebrauchen könnten. Wie wäre es mit den Indios, die von ihrem Land vertrieben werden, um dort Balsaholz für unsere Windräder anzubauen? Oder mit Bürgerkriegsopfern im Jemen? Mit verfolgten Christen in Nigeria? Mit dem Terror der Milizen in Südsudan? Oder auch mit hungernden Menschen der Subsahara-Region, Kindersklaven im Minen im Kongo oder mit unterbezahlten Näherinnen in Bangladesch? Wahrscheinlich sind diese Opfergruppen deshalb so uninteressant, weil sie keine herzzerreißenden Propagandavideos erstellen können.

19 Kommentare

  1. Einfach die Typen alle nach Deutschland schicken: Unterkunft in Fünf-Sterne-Hotels, Krankenkasse umsonst, psychologische Betreuung, Partnervermittlung und auch die pathologischen linken Weltverbesserer freuen sich! Abgeschoben wird eh niemand! Wieder gut?

  2. Kommt hier in Deutschland ganz automatisch auch. Da hier bald die Scharia Einzug hält!
    Der Michel hat es bei Merkel so bestellt und so wird es auch geliefert werden!

  3. Ein hingerichteter Terrorist kann nicht mehr freigepresst werden und neue Taten begehen.

    Diesen Gedanken hat die Autorin ‚übersehen‘.

  4. Terroristen bringen Menschen um.

    Der Grund dafür liegt meist in ihrer
    „Religion“ begründet.

    Sollen sie deshalb nur mit einer sehr
    geringen Strafe davonkommen!

  5. Schaue mit Besorgnis auf den nahen Osten, auch auf Israel.

    Berlin rollt roten Teppich für Ex-Terroristen aus – TE Wecker am 31 03 2026

    In Syrien geht es besonders den Christen immer schlechter:
    Syrien: Drohungen gegen Christen häufen sich
    Während der amtierende syrische Präsident Ahmed al-Sharaa von vielen westlichen Ländern mit offenen Armen empfangen wird, wächst bei den Christen in Syrien die Angst vor weiteren Übergriffen. Anlass hierzu gaben zuletzt gehäuft auftretende öffentlichkeitswirksame Drohungen. Nachfolgend drei Beispiele aus dem November, die sich innerhalb von 10 Tagen ereigneten und Open Doors durch lokale Kontakte zugetragen wurden.
    Islamisches Kalifat angekündigt
    Der Vorfall wurde am Sonntag, dem 16. November 2025, in Izra bekannt. Die Ortschaft liegt etwa 82 km südlich der Hauptstadt Damaskus und hat einen hohen christlichen Bevölkerungsanteil. In der Nacht zuvor hatten Unbekannte in einem christlichen Viertel eine Botschaft an die Christen hinterlassen. Sie lautete:
    „Es gibt keinen Gott außer Allah. Wir werden eure Tage mit Blut beflecken, ihr Anbeter des Kreuzes und Tawaghit [das bedeutet: diejenigen, die andere Götter anbeten]. Das islamische Kalifat wird bestehen bleiben.“
    An den Türen eines Ladens stand eine weitere Botschaft: „Der Terrorismus wird euch in Schrecken versetzen.“…
    https://www.opendoors.de/christenverfolgung

    1. das sind halt die guten islamisten, im iran sind die schlechten. doppelmoral und heuchelei kennen keine grenzen, für trump ist der is prasident ein „good guy“. den christen und juden im iran geht es weit besser, selbst in gaza werden christen von den moslems nicht verfolgt, es gibt kirchen und missionen, die aber von israel bombardiert werden. in ost jerusalem sieht das nicht ganz so chic aus, diskriminierungen wie anspuken sind alltag.
      die welt ist komplizierter als viele denken.

      3
      1
      1. @checker

        Auch Trump hat dem neuen syrischen Machthaber und Al-Qaida Terroristen Al-Scharaa den roten Teppich ausgerollt.Oder habt ihr den Besuch des syrischen Terroristen in November 2025 in den USA bei D.Trump vergessen?

        Al-Scharaa im Weißen Haus
        Trump lobt Syriens Übergangspräsident als „harten Typen“
        https://www.n-tv.de/politik/Trump-lobt-Syriens-Uebergangspraesident-als-harten-Typen-id30004912.html

        https://www.focus.de/politik/ausland/trump-besprueht-syrien-praesident-mit-duft-und-fragt-wie-viele-frauen-haben-sie_7bff6c8e-4f6f-4b4e-ab37-bc9b76761385.html

        Im Mai 2025 hatte US-Präsident Donald Trump die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Syrien verkündet. Jetzt ist sie per Verordnung in Kraft getreten.
        https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-06/syrien-sanktionen-aufhebung-usa-praesident-donald-trump-wiederaufbau

        Seit dem dem Umsturz in Syrien und dem erfolgreichen Regimewechsel in Dezmeber 2024 sind seitdem bis heute sind schon mehr als 250.000 Menschen aus Syrien in die Nachbarländer geflohen , vor allem nach Libanon. Bei den Geflüchteten handelt es sich hauptsächlich um ethnische und religiöse Minderheiten, die in Syrien unter dem neuen Regime sofort massiv verfolgt und bedroht wurden.

        Fakt ist: Die Republikaner pflegten traditionell zu islamischen Terroristen schon immer sehr gute Beziehungen , schon in Zeiten des Kalten Krieges fing es an!
        Der War on Terror war ein riesengroßer Schwindel.

  6. wo ist das problem… ziel sind mord und todschlag und jetzt halt noch ganz gezielt ……tod ist tod… inshalalh…

  7. Ich denke, das Problem ist eher die Art des Tötens, nämlich der Galgen. Und das soll angeblich nur für Palästinenser gelten. Terroristen anderer Nationen werden wohl auf eine andere Art und Weise über den Jordan befördert.

  8. @weil Israels Parlament die Todesstrafe für Terroristen erlaubt
    ja – aber das sind doch die Guten !

    Und das schöne daran ist, das sie selbst entscheiden, wer Terrorist ist und wer nicht.
    Die Taliban waren Freiheitskämpfer, bis sie den Globalisten nicht mehrnützlich waren – dann wurde sie Terroristen.

    Vor wenigen Jahren – die Verweigerer der Gen-Therapie-Experimente wurden als Erpresser, Geiselnehmern und Terroristen bezeichnet.
    Ja – auch ich wurde damals von unserer Regierung als Terrorist bezeichnet, weil ich mich den verbrecherischen Menschenexperimenten verweigerte !
    Und vermutlich auch viele der Autoren und Leser hier !

  9. mal abgesehen davon, dass das dann wohl militartribunale übernehmen und die gewaltentrennung in israel schon mal besser funktioniert hat: was ich viel schockierender finde, waren die reaktionen in der knesset angesichts der von einer staatsanwältin geleakte video aus einem gefängniss, das zeigt, wie ein männlicher insasse mit einem gegenstand anal vergewaltigt wird: sie musste gehen und das sei vollkommen ok…ist ja auch eine art standartverfahren. verurteilt wurde deswegen niemand.
    es trifft aber nicht „nur“ araber: der englische journalist, der damals als erster in der daily mail von israels geheimen (illegalem?) atomprogramm berichtete, wurde bei einen besuch im gelobten land vom mossad entführt und landete in einer 2*1 meter grossen zelle, die details erspare ich ihnen…er hatte glück, dass das jemand beobachtete und die britische botschaft informierte, die machten druck und nach 2 nächten war er frei. ihm wurde gesagt, dass er nie mehr rauskomme… super rechtsstaat! echt krank. abu graib war da nicht so krass, der aufschrei weit größer.

  10. Diese Strafe entspricht haargenau dem Wertekanon des Kreises, aus dem die Terroristen in Israel in der Regel stammen.

  11. Palästinenser sind es „gewohnt“ vom „Herrenvolk“ bei jeder möglichen Gelegenheit ERMORDET zu werden. Was glaubt dieser ABSCHAUM DER MENSCHHEIT eigentlich WEN er noch mit solchen Gesetzen erschrecken kann ??