Kulturelle Selbstamputation: Das Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium benennt sich um

Kulturelle Selbstamputation: Das Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium benennt sich um

Seine Statue in Bonn steht einstweilen noch: Nationaldichter Ernst Moritz Arndt (Foto:Imago)

Der große deutsche Nationaldichter und Vordenker der deutschen Einigung Ernst Moritz Arndt ((1769-1860), der Generationen von Schülern bekannt ist durch Werke wie “Was ist des Deutschen Vaterland?“, kämpfte einst leidenschaftlich gegen die Leibeigenschaft, stritt in den Befreiungskriegen für Deutschlands Freiheit und Einheit, wurde als „Demagoge“ von der Obrigkeit verfolgt und war ein gefeierter Dichter, Historiker und Mitglied der Paulskirchenversammlung. Das alles zählt im unerbittlichen woken Jakobinertum des haltungsverseuchten Juste Milieuund im linken deutschen Bildungs- und Kulturbetrieb heute nichts mehr; im Gegenteil – es macht Arndt erst recht suspekt. Da die aus unerbittlicher und gnadenloser Selbstgerechtigkeit urteilenden Nachgeborenen der Gegenwart Geistesgrößen und überragende Vorbilder der deutschen Geschichte mit wachsendem Argwohn beurteilen, da sie von ihrem Lebenswerk nichts mehr wissen (wollen) als das, was aus heutiger Sicht gegen “Community Standards“, “Antidiskriminierungsgebote” und “Political Correctness” verstößt, setzt man sie Verblichenen  einem ätzenden Säurebad der Gesinnungskritik nach heutigen Wertmaßstäben aus.

Über Generationen hinweg stolz tradierte Persönlichkeiten werden dadurch nur noch auf ihre Schattenseiten reduziert – mehr braucht der ideologisch unfehlbare deutsche Bessermensch und sein Bildungsnachwuchs über sie nicht mehr zu kennen. So ist etwa alles, auf was Ernst Moritz Arndts heute reduziert wird, die Tatsache, dass er – wie die meisten Deutschen seiner Zeit – natürlich kein Freund der Franzosen (der damaligen Besatzer) war und auch die damals noch europaweit verbreiteten und im Bürgertum allseits salonfähigen Ressentiments gegen Juden teilte. Statt jedoch diese Brüche und Untiefen aus dem zeitgeschichtlichen Kontext zu verstehen, sie historisch einzuordnen und gegen die Lebensleistung abzuwägen, richtet man die Gedenkwürdigkeit hin. So wie im Fall des traditionsreichen Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium („EMA“) in Arndts Geburtsstadt Bonn – das jetzt den berühmten Namen tilgte. Denn seit gestern heißt das altehrwürdige Gymnasium nun offiziell “Felix-Hausdorff-Gymnasium”, benannt nach dem in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wirkenden jüdischen Mathematiker, der 1942 lieber den Freitod wählte, als deportiert zu werden.

Unerträglich selbstgerechte Begründungssuada: “Hass verbreitet!

Schulgemeinschaft, Eltern und Lehrer wollen sich mit dem Canceln des bisherigen Namens vorgeblich vom „Hass“ des Namensgebers gegen andere Volksgruppen distanzieren, wie sie pathetisch verkünden. Daher wählten sie einen eher zur “Kritischen Theorie” der heute alles dominierenden linken Wokeness passenderen, politisch genehmeren Namenspatron, der auch besser dem ewigen Anspruch auf deutsche Kollektivschuld und rituell gepflegten historischen Scham gerecht wird; als ob es hier ein Entweder-Oder gäbe! Natürlich verdient Haussdorff, ein Opfer der NS-Barbarei in rechtlosen Zeiten,  jedes Andenken (und eben deshalb ist er ja auch schon mehrfach deutschlandweiter Namenspatron) – doch deshalb einen großen deutschen Denker und Freiheitskämpfer des 19. Jahrhunderts aus dem traditionsreichen Namen einer bekannten Schule zu eliminieren, ist ein Akt des historischen Vandalismus und der heuchlerischen Verlogenheit unserer Tage. Schulleiterin Simone Bröcker spricht von einem „neuen Kapitel“ für eine – na was wohl – “weltoffene Schule”. Von vorbildlich indoktrinierten Schülern wird die erwünschte Geisteshaltung sogleich rekapituliert: Die unerträglich selbstgerechte Begründungssuada einer als Schulsprecherin zitierten Oberstuflerin, die von geschichtlicher Intoleranz und Unbildung, dafür aber der erwünschten “richtigen” Gesinnung nur so strotzt, lässt tief blicken: “Ich finde es richtig, dass wir als Schule nicht mehr den Namen eines Menschen tragen, der so viel Hass verbreitet hat.” Bravo, gut gebrüllt – Haltungsnote Eins!

Ein politikbestimmendes, von nationalem Selbsthass zerfressenes Milieu, das nach solchen Maßstäben über die eigene Vergangenheit und seine geschichtlichen Geistesgrößen urteilt, weiht dieses Land dem kulturellen Untergang – und diese Entwicklung vollzieht sich auf vielen Ebenen gleichzeitig. Denn was hier als progressive Erinnerungskultur verkauft wird, ist in Wahrheit symptomatisch für eine zunehmend defekte Gesellschaft, die ihre historischen Größen solange seziert, bis nur noch die dunklen Flecken übrig bleiben – um dann den ganzen Korpus zu entsorgen. Dass ein im besten Sinne identitätsstiftender Dichter der Befreiungskriege, ein Kämpfer gegen napoleonische Fremdherrschaft und Vordenker der deutschen Einheit auf im Lichte von völlig anderen Wertmaßstäben eines fundamental veränderten Paradigmas 150 Jahre nach seinem Tod “problematisiert“ und zum Schandfleck erniedrigt wird, ist eine ikonoklastischer Aberwitz. Natürlich sind Arndts Schriften – wie die Werke jedes Schriftstellers und Dichters – Kinder ihrer Zeit: nationalistisch, durchaus mit antisemitischen und frankophoben Tönen, voller patriotischem Pathos. Doch Arndt auf diese störende Rhetorik zu reduzieren und ihn aus der Gedenkkultur zu verbannen, zeugt von intellektueller Notdurft und geistiger Verarmung.

Ziel der Kulturmarxisten: Eine seelen- und geschichtslose “Bevölkerung

Dabei handelt es sich allerdings um keine Ausnahme, sondern um einen verhängnisvollen Trend – denn dasselbe Muster wiederholt sich überall: Die Universität Greifswald legte bereits 2018 ihren Benennung nach Ernst-Moritz-Arndt ab. In Remscheid wurde ebenfalls eine Ernst-Moritz-Arndt Schule 2022 zur Emma-Herwegh-Schule transformiert, und in Krefeld wich derselbe Name dem nunmehrigen Hannah-Arendt-Gymnasium. Selbst Dichter wie Detlev von Liliencron wurden bereits wegen “Verherrlichung des Militarismus“ als Namensgeber gecancelt (heute wären sie vielleicht als Wortführer der mittlerweile erwünschten “Kriegstüchtigkeit “wieder en vogue). Und Legion sind mittlerweile die Beispiele von einst nach “kolonial“ oder “völkisch belasteten“ Figuren wie Hindenburg, Treitschke oder sogar Heine benannten Straßen und Plätzen, die systematisch umbenannt und durch so bezugs- wie aussagelose Ersatznamensgeber ersetzt wurden; ein deutschlandweites Ärgernis von Berlin über Stuttgart bis Münster, das vor allem überall dort grassiert, wo linksgrüne Bilderstürmer der herrschenden Woko Haram wüten. Man cancelt Persönlichkeiten nach Belieben weg, als sei Geschichte ein moralischer Katalog, aus dem man unliebsame Einträge einfach streichen könne. Was bleibt, ist eine beliebige, seelen- und geschichtslose “Bevölkerung“ anstelle eines Volks mit Bezugsgrößen, gemeinsamer Identität und Erinnerungen – und genau so ist es auch gewollt, das ist der Zweck des kulturmarxistischen Zerstörungswerks, das vor nichts und niemandem halt macht.

Höchste Zeit, dass eine andere Kultur- und Bildungspolitik in Deutschland Einzug hält, die Licht und Schatten, Höhen und Tiefen, Größe und Abgründe großer Deutscher der Vergangenheit gleichermaßen berücksichtigt und abwägt, statt blinde Säuberungsorgien anzuordnen.  Geschichte ist komplex – wer sie säubert, zerstört das Fundament, auf dem er steht. Ein Volk, das von den Ikonen und Genies seiner Geschichte nur die Negativa gelten lässt und sie daher dem Vergessen überantwortet, amputiert seine kulturellen Grundlagen. Es beraubt sich seiner Vorbilder, seiner Wurzeln und der Fähigkeit, mit Widersprüchen zu leben. Was bleibt, ist ein steril-moralisches Vakuum, in dem niemand mehr bestehen kann, der nicht den heutigen Reinheitsstandards entspricht.

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17 Kommentare

  1. Zitat: „…die aus unerbittlicher und gnadenloser Selbstgerechtigkeit urteilenden Nachgeborenen…
    NachGEBORENEN? Nein, NachGEBURTEN ist der richtige Begriff!

  2. Ich behaupte, dass 90% der Schüler von den Namensgebern ihrer Schulen überhaupt noch nichts gehört haben und sich dafür auch nicht interessieren. Egal, ob Gymnasium, Realschule , Gesamtschule oder Berufsschule.

    1. In Ludwigshafen kannte vor 50 Jahren jeder die Personen, die hinter all den Namen der Schulen standen, selbst wenn sie nicht in diesen Schulen waren:
      Wilhelm Leuschner und Kopernikus (heute zusammengelegt als Albert Einstein – die beiden Schulen sind 2 km auseinander!), Max Planck, Carl Bosch, Anne Frank, Theodor Heuss, Kopernikus, Schiller, Goethe, Aldolf Diesterweg, Luidpold, Pestalozzi (nach dem 2. WK in Rupprecht-Schule umbenannt – warum weiß keiner).
      Es gibt auch Schulen ohne Personenbezug: Schloß-Schule, Gräfenau-Schule, IGS Edigheim, IGS Ludwigshafen Gartenstadt, Grundschule Niederfeld.

  3. Die Namensgebung von Schulen, Unis, Straßen und Plätzen nach irgendwelchen Leuten ist so wie so eine Unsitte. Je nach dem welche Ideologie grade herrscht werden die fast immer umbenannt. Gedenksteine oder Denkmäler reichen vollkommen aus. Die können abgerissen werden und fertig ist.

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  4. Auf dem Weg zur Eineweltregierung, 15 Minutenstädten, Einheitsbildung, Nichts besitzen aber glücklich – Klartext: Schaffung ideologisch kontigentierter Arbeitssklaven angeleitet durch die angebetete KI.

  5. Typisch für den Haltungszwang im heutigen Deutschland! Unsere armen Kinder und Enkel! Hoffentlich wird die AfD solche Deformationen des Denkens in unserem Land schon bald wieder rückgängig machen. – Aber eines haben die Umbenenner dann doch übersehen: Felix Hausdorff war ein Mann und er war von weißer Hautfarbe. Personen, deren gedacht wird, sollten immer dem nachfolgenden Kanon entsprechen: Jüdin, Feministin, links, antinational, von dunkler Hautfarbe, NS-Opfer. Habe ich jetzt noch ein Pflicht-Merkmal vergessen? Aber bei der nächsten Umbenennung werden die Täterinnen es besser machen!

  6. Man lese einmal die französische Nationalhymne, die auch Passagen von Kampf, Gewalt und Blut enthält. Und dennoch käme kein Franzose auf die Idee, diese abzuschaffen.
    Aktionen wie diese und andere Umbenennungen sind offenbar ein rein deutsches Phänomen.

    1. Einspruch, Euer Ehren!

      Wegen der Passagen über Gewalt und Blut gab es in Frankreich bereits Bestrebungen, den Text der Hymne zu ändern. Diese Bestrebungen wurden jedoch von der Zentrakmacht in Paris abgelehnt.

  7. Die Vorbereitung zur Entdeutschung sind ja in vollem Gang. Da ist das Ausmerzen von geschichtlich bedeutenden oder prägenden Gestalten nicht nur konsequent, oder nahezu zwingend. Alle diese Anstrengungen sind langfristig natürlich überflüssig, da die Kulturwandlung durch die millionenfache „Kulturbereicherung“ zu einer unüberbrückbaren Distanz zwischen der Landeshistorie und der absehbar dominierenden Bevölkerung führen wird. Wir werden vielleicht sogar die Perversität erleben, dass unsere schandbare Vergangenheit, die in der Vernichtung der europäischen Juden gipfelte, von den umstrukturierten Landesbewohnern zur Ruhmestat umgedeutet wird. Die lautstark auf den Straßen Europas paradierenden Pro-Palästinenser-Heerscharen lassen das nicht nur ahnen, sondern zur Gewissheit werden.

  8. Die Reinheitsstandards bestehen aus Säure, die nach einiger Zeit auch ihre Hersteller ins geschichtliche Nichts auflösen wird. Ich habe genügend Säureanwender in der eigenen Verwandtschaft – sinnlos mit denen zu reden – die wirkt schon.

  9. Apropos Kulturmarxismus…

    19 Punkte, die Karl Marx zur Versklavung der
    Völker empfiehlt

    (Katalog-Nr. 3926 im britischen Museum London)

    Die Jugend durch falsche Grundsätze verderben
    Die Familien zerstören.
    Die Menschen durch eigene Laster beherrSchen…
    Die Kunst entweihen und die Literatur beschmutzen.
    Die Achtung vor det Religion vernichten.
    Priester in Skandalgeschichten verwickeln.
    Grenzenlosen Luxus und verrückte Moden einführen.
    Misstrauen zwischen sozialen Schichten säen.
    Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverhaltnisse vergiften.
    Das Volk gegen die Reichen aufwiegeln.
    Die Landwirtschaft durch Industrie ruinieren.
    Löhne ohne Vorteil für die Arbeiter erhöhen.
    Feindseligkeit zwischen den Völkern hervorrufen.
    (14.)Ungebildete“ regieren lassen.
    Gestrauchelte Regierungsbeamte erpressen.
    Vermögenschluckende Monopole schaffen.
    Durch witschaftskrisen Weltbankrott vorbereiten.
    Massen auf Volksbelustigungen konzentrieren.
    Menschen durch Impfgifte gesundheitlich schädigen.

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  10. @Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium benennt sich um
    der war ja auch weder Kommunist noch woke !
    Und die Linken wollen alle Spuren Deutschlands tilgen – da muß auch das eben weg – oder die Schulführung. Aber diese Linken sitzen nur n einmal in ihren Ämtern nach dem marsch durch die Instruktionen.
    Spannend wird es höchstens zu sehen – wenn diese Linken sich selbst ausgerottet haben – ob sich dann noch jemand an die große zeit der Deutschen erinnert und das alles zurückführt, was die da gerade zerstören – oder ob sie das Geschichtsbild dann auch irreversibel zerstört haben !

  11. Ein hervorragender Artikel und hoffentlicher Augenöffner für Viele, die noch nicht begriffen haben, was der weltweite Kommunismus bewirken soll, der von den Illuminaten (oder wie auch immer man sie nennen will) derzeit angestrebt wird: die Vernichtung der je eigenen Kultur, Religion und Geschichte aller Völker.
    Das war der Grund, weshalb ausgerechnet die Nationalsozialisten als Einzige den Kommunismus, der damals in verschiedenen Ländern Westeuropas Resonanz fand, im In- wie Ausland massiv bekämpften. Churchill gelangte zu derselben Erkenntnis erst nach der Beendigung des WK2, daß „das falsche Schwein geschlachtet “ wurde.

  12. Bonn und Bad Godesberg sind bereits vollständig islamisiert, ich war vor kurzem da und kaum einer spricht noch Deutsch, es riecht nach Gammelbasar – allerdings sind die meisten nett ist ja auch deren zuhause und die Deutschen sind die Kanaken

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