
Es ist ein freundlicher Instagram-Aufruf: Pastellfarben, Kaffeetassen, fünf Menschen an einem Tisch. Keine Schlapphüte, keine konspirative Wohnung, kein toter Briefkasten. Darüber die Aufforderung des “Freitag”: „Für eine Recherche suchen wir Menschen, die mit uns über ihr Leben mit AfD-Wählern sprechen möchten.“ Präzisiert wird das Anliegen noch: Wer in Sachsen-Anhalt lebe und „in der Familie, im Verein oder in der Nachbarschaft viel Kontakt mit AfD-Wählern“ habe, selbst aber „politisch ganz anderer Meinung“ sei, möge sich melden und schildern, „wie Sie damit umgehen“. Das Wort, auf das es hier ankommt, lautet nicht “AfD”. Es lautet “Kontakt”. Denn gesucht werden ausdrücklich nicht etwa AfD-Wähler, die erklären könnten, weshalb sie diese Partei wählen; gesucht werden auch nicht zwei politisch verschieden denkende Menschen, die gemeinsam über ihre Differenzen sprechen. Nein, gefragt sind vielmehr Dritte: Angehörige, Vereinskameraden, Nachbarn. Menschen also, die über Menschen berichten sollen, die politisch anders denken als sie selbst.
Der politische Gegner wird damit nicht als Gesprächspartner adressiert, sondern als Gegenstand der Beobachtung. Der Blick richtet sich nicht auf sein Argument, sondern auf sein soziales Vorkommen. Mancher mag das inzwischen für gewöhnlichen Journalismus halten. Zeitungen suchen ständig Protagonisten für Reportagen. Auch Milieurecherchen sind legitim. Niemand wird durch den Instagram-Aufruf gezwungen, seinen Nachbarn zu melden, und niemand sollte einen solchen freiwilligen journalistischen Aufruf mit der Tätigkeit einer kommunistischen Geheimpolizei gleichsetzen.
Das politische Terrarium
Und dennoch besitzt diese kleine Annonce etwas zutiefst Beunruhigendes – weil sie an eine Denkfigur erinnert, für deren Perfektionierung die Stasi einen ungeheuren geheimdienstlichen Apparat benötigte: den politischen Gegner über sein persönliches Umfeld zu erfassen, seine sozialen Beziehungen zum Erkenntnisraum zu machen und politische Abweichung in eine Frage des privaten „Umgangs“ zu verwandeln. Die Stasi weiland hätte davon geträumt, dies so offen tun zu können. Die Formulierung „Leben mit AfD-Wählern“ ist semantisch erstaunlich. Man lebt mit einer Krankheit, mit Lärm, mit den Folgen einer Katastrophe. Schon die Präposition konstruiert eine Distanz zwischen einem normalen Selbst und einem problematischen Phänomen.
Man stelle sich die Formulierung mit anderen Parteien vor: „Erzählen Sie uns von Ihrem Leben mit SPD-Wählern.“ Die schiere Komik dieses Gedankens zeigt die Asymmetrie. Bei der AfD erscheint die Wahlentscheidung als soziale Auffälligkeit, deren Auswirkungen auf das Umfeld journalistisch untersuchenswert sind. Die politische Frage wäre: Warum wählen in Sachsen-Anhalt so viele Menschen AfD? Die demokratische Frage wäre: Welche Erwartungen verbinden Bürger mit dieser Partei? Die hier vorgeschlagene Frage lautet hingegen: Wie lebt es sich mit diesen Leuten? Aus dem Bürger wird ein Fall. Aus dem Wähler wird ein Milieuphänomen. Aus dem politischen Konflikt wird eine Art Sozialpathologie. Das erinnert an das Terrarium: Man beobachtet von außen, wie sie sich verhalten.
Die Familie als politischer Beobachtungsraum
Noch bemerkenswerter ist die Auswahl der Räume: Familie, Verein, Nachbarschaft. Das sind die klassischen Zwischenwelten einer Gesellschaft. Orte, an denen Menschen einander gerade nicht primär als politische Subjekte begegnen. Der Nachbar hilft beim Schneeschippen, obwohl er anders wählt. Der Vereinskamerad steht im Tor, obwohl man über Migration streitet. Der Bruder bleibt Bruder. Eine freie Gesellschaft lebt von solchen Rollenüberschneidungen. Sie verhindern, dass Politik total wird. Der moderne Mensch ist Vater und Wähler, Fußballer und Sozialdemokrat, Klein-gärtner und AfD-Anhänger. Keine dieser Eigenschaften darf alle anderen verschlingen. Genau diese Entpolitisierung des Alltags ist eine zivilisatorische Leistung. Der “Freitag”-Aufruf dreht die Blickrichtung um: Familie, Verein und Nachbarschaft werden interessant, weil dort politische Abweichler anzutreffen sind. Der private Raum wird zum Recherchefeld.
Und das geschieht in Sachsen-Anhalt, wenige Tage vor einer Landtagswahl, bei der die AfD nach Umfragen mit rund 43 Prozent vorn liegt. Wenn mehr als zwei von fünf Wählern eine Partei unterstützen, wird die Beschreibung dieser Menschen als gesellschaftlich auffällige Spezies zunehmend absurd. Das zu erforschende „Milieu“ nähert sich der relativen Mehrheit.
Was „Zersetzung“ wirklich bedeutete
Gerade deshalb lohnt historische Genauigkeit. Der Begriff „Zersetzung“ sollte nicht als beliebi-ges Schimpfwort verwendet werden. Die Richtlinie 1/76 des Ministeriums für Staatssicherheit regelte die Bearbeitung “Operativer Vorgänge”. Das MfS sammelte Informationen nicht nur über die Zielperson, sondern auch über deren familiäres Umfeld sowie Freundes- und Kollegenkreis. In Maßnahmeplänen konnten Methoden der „Zersetzung“ festgelegt werden – etwa das Streuen unzutreffender Gerüchte, um Menschen zu diskreditieren. Solche Methoden wurden eingesetzt, wenn eine offene Verhaftung politisch nicht opportun erschien. Das war Diktatur. Der Unterschied zum Instagram-Aufruf einer Wochenzeitung ist rechtsstaatlich fundamental.
Der “Freitag” besitzt keine Geheimpolizei und keine Zwangsmittel. Wer diesen Unterschied verwischt, verharmlost das MfS. Aber historische Vergleiche bestehen nicht nur aus Gleichsetzungen. Man kann Methoden des Blicks vergleichen, ohne Institutionen gleichzusetzen. Das MfS verstand Opposition nicht lediglich als politische Meinung. Sie war ein soziales Geflecht. Deshalb interessierten Freunde, Ehepartner, Kollegen. Der Gegner sollte in seinen Beziehungen erkannt werden. Die Stasi benötigte dafür noch Informanten; heute genügt eine E-Mail-Adresse. Hierin liegt die bittere Ironie. Die Diktatur musste Menschen heimlich anwerben, damit sie über Bekannte berichteten. Die offene Gesellschaft bringt mitunter Menschen hervor, die freiwillig öffentlich dazu eingeladen werden können, politische Differenzen in ihrem persönlichen Umfeld journalistisch auszuleuchten.
Vom IM zum freiwilligen Erzähler
Wer dem “Freitag” schreibt, ist selbstverständlich kein „IM“. Ein journalistisches Interview ist kein Spitzelbericht. Gerade solche billigen Gleichsetzungen würden die interessantere Frage verdecken: Warum erscheint uns die Beobachtung des politisch andersdenkenden Nahbereichs inzwischen so selbstverständlich? Die Antwort führt zur Moralisierung der Demokratie. Wo politische Gegnerschaft als normale Konkurrenz legitimer Interessen verstanden wird, fragt man den Gegner selbst. Wo sie als moralische Abweichung verstanden wird, fragt man sein Umfeld, wie es mit ihm zurechtkommt. Dann wird aus Opposition Devianz – und aus Devianz entsteht Betreuungsbedarf. „Wie gehen Sie damit um?“ – in diesen fünf Wörtern steckt eine ganze politische Anthropologie.
Denn die Formulierung unterstellt bereits ein Problem. Niemand fragt: „Ihre Mutter wählt die Grünen – wie gehen Sie damit um?“ Politische Differenz gehört normalerweise zur demokratischen Normalität. „Umgehen mit“ bezeichnet dagegen eine Bewältigungsleistung. Man geht mit Stress um, mit einer Diagnose, mit schwierigen Lebenslagen. Die AfD-Wahl des anderen wird sprachlich in dieselbe Struktur gerückt: Da ist etwas, das man bewältigen muss. Der politische Andersdenkende erscheint nicht primär als Bürger mit Gründen, sondern als Belastungsfaktor für sein Umfeld. Demokratie setzt voraus, dass der andere irren darf. Mehr noch: Sie setzt voraus, dass möglicherweise ich selbsr irre. Erst diese epistemische Bescheidenheit macht politische Konkurrenz erträglich. Die moralisierte Demokratie kennt diese Symmetrie nicht mehr. Dort gibt es die demokratisch Aufgeklärten und die zu Erklärenden. Der eine besitzt eine Meinung, der andere ist ein Phänomen.
Offene Zersetzung und demokratischer Hygienediskurs
Hier gewinnt die Stasi-Analogie ihre eigentliche Bedeutung. Die klassische Zersetzung musste unsichtbar bleiben. Unsere Gegenwart kennt dagegen eine eigentümliche Offenheit sozialer Disziplinierung. Man kündigt Kampagnen an. Man sucht öffentlich Betroffene. Man veröffentlicht Handreichungen zum „Umgang“ mit bestimmten politischen Milieus. Boykott wird moralisch ausgezeichnet, soziale Distanzierung als Haltung gefeiert. Nicht alles davon ist illegitim. Eine freie Gesellschaft erlaubt Boykott ebenso wie Protest. Aber in der Summe verändert sich etwas. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung verschiebt sich vom Argument auf die Lebensbedingungen des Argumentierenden. Nicht mehr: Ist seine Behauptung richtig? Sondern: Wer beschäftigt ihn? Wer vermietet ihm Räume? Wer sitzt mit ihm im Verein? Wie hält seine Familie das aus? Das ist die soziale Seite des politischen Ausschlusses. Auffällig ist die Sprache der Reinigung und Kontamination; „Brandmauer“ ist dafür das wohl prominenteste Wort. Eine Brandmauer trennt nicht Argumente. Sie verhindert das Übergreifen eines Feuers. Der politische Gegner wird metaphorisch zum Brandherd. Wer mit ihm spricht, normalisiert ihn. Wer ihn einlädt, bietet ihm eine Plattform. Das ist keine parlamentarische, sondern eine epidemiologische Semantik.
Wenn politische Nähe ansteckend ist, wird Kontakt verdächtig. Wenn Kontakt verdächtig ist, werden Familie, Verein und Nachbarschaft zu Grenzräumen politischer Hygiene. Dann ist die Frage „Wie leben Sie mit AfD-Wählern?“ beinahe folgerichtig. Bei Umfragewerten jenseits von 40 Prozent verwandelt sich die Pathologisierung der Wähler allerdings in etwas anderes: in Misstrauen gegenüber dem Demos selbst. Wenn fast die Hälfte eines Landes politisch anders entscheidet, kann die Antwort nicht dauerhaft darin bestehen, immer ausgefeilter zu untersuchen, was mit diesen Menschen nicht stimmt. Irgendwann muss man erwägen, dass sie möglicherweise etwas sagen – über Migration, Energiepolitik, kulturelle Entfremdung oder den Staat. Vielleicht Dinge, die falsch oder übertrieben sind. Aber Bürger sind keine Symptome.
Die sanfte Totalisierung
Das eigentlich Beunruhigende am “Freitag”-Aufruf ist seine scheinbare Harmlosigkeit. Keine martialische Sprache, keine Drohung. Nur eine hübsche Illustration und eine freundliche Mailadresse. Gerade so funktioniert kulturelle Normalisierung. Die Totalisierung des Politischen kommt in liberalen Gesellschaften selten mit martialischen Stiefeln. Sie kommt als Haltung, Rechercheprojekt, Workshop und Gesprächsangebot. Jeder einzelne Vorgang kann legitim sein. Erst in der Addition entsteht eine Atmosphäre, in der der Bürger lernt, dass die politische Haltung seines Nachbarn nicht dessen Privatsache ist, sondern ein gesellschaftliches Problem, über das Dritte Auskunft geben sollen. Damit wird das Politische vom Wahllokal in die Lebenswelt verlängert.
Doch eine funktionierende Demokratie benötigt etwas Altmodisches: das Recht auf politische Indifferenz im Alltag. Der Bäcker muss nicht wissen, was sein Kunde wählt. Der Fußballverein muss nicht weltanschau-lich homogen sein. Die Familie muss politische Differenz aushalten. Der Nachbar darf AfD wählen, während der andere Linke wählt, und beide können trotzdem gemeinsam die Hecke schneiden. Das klingt banal. Tatsächlich ist es eine der wichtigsten Voraussetzungen pluralistischer Ge-sellschaften. Freiheit besteht nicht nur darin, eine Meinung äußern zu dürfen. Sie besteht auch darin, nicht permanent auf diese Meinung reduziert zu werden. Wer den Menschen vollständig politisiert, macht aus jedem sozialen Verhältnis ein potentielles Loyalitätsverhältnis. Dann bekommt sogar Freundschaft eine Gesinnungskomponente.
Wovon die Stasi tatsächlich geträumt hätte
Die Stasi hätte nicht von Instagram geträumt. Sie hätte von einer Gesellschaft geträumt, in der Menschen die Beobachtung politischer Abweichung nicht mehr als Zumutung empfinden. Sie musste ihre Akten verstecken, weil jeder wusste, dass Bespitzelung unanständig war. Sie muss-te Informanten tarnen, weil Denunziation einen schlechten Ruf besaß. Eine demokratische Gesellschaft sollte aus dieser Geschichte nicht die hysterische Lehre ziehen, jeder journalistische Milieuaufruf sei gleich Stasi. Sie sollte eine anspruchsvollere Lehre ziehen: Das private Umfeld des politischen Gegners ist eine sensible Grenze! Wer Familienmitglieder über Familienmitglieder und Nachbarn über Nachbarn befragt, sollte sich bewusst sein, welche Perspektive er damit erzeugt.
Denn Demokratie bedeutet nicht nur, dass die richtige Gesinnung frei ausgesprochen werden darf. Demokratie beginnt dort, wo man dem subjektiv als “Falschwähler” empfundenen Anderen zugesteht, Falschwähler zu sein, ohne dass sein Bruder erklären muss, wie er damit „umgeht“. Vielleicht wäre deshalb eine andere Recherche interessanter gewesen. Nicht: „Wie lebt es sich mit AfD-Wählern?“ Sondern: Wie konnte eine politische Kultur entstehen, in der Journalisten es für selbstverständlich halten, eine solche Frage überhaupt zu stellen?
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10 Kommentare
@Leben mit AfD-Wählern
ja – oder – Leben mit den Grünen und Linken, die sich anmaßen, einem ständig ins Leben zu pfuschen und ihre Finger immer in den Taschen anderer Leute haben und anderen gerne die Rechnung für ihre Hirnfürze schicken !
Ist eben immer so eine Sache !
Auch das noch:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/angela-merkel-afd-sachsen-anhalt-landtagswahl-demokratie
„Angela Merkel ruft zu Kampf für Demokratie auf“
Die ehemalige Bundeskanzlerin fordert auf, mutig zu sein und für die Demokratie einzustehen. Sie beklagt, dass die AfD den Diskurs in Deutschland bestimme.
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dazu aufgerufen, sich für die Demokratie einzusetzen. »Ich glaube, wir müssen jetzt mal wieder, was wir viele Jahrzehnte nicht mussten, richtig für diese Demokratie kämpfen und uns einfach einsetzen und auch ein bisschen mutig sein und unser Wort stehen und sagen, das ist eine tolle Art zu leben«
Was die Deutschlandhasserin und -zerstörerin unter „Demokratie“ versteht, gab sie ja 2020 bestens zu verstehen (die Älteren unter uns erinnern sich noch). Die DEMOKRATISCHE Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thürigen müsse „korrigiert“ und „rückgängig gemacht“ werden. Die DEMOKRATISCHE Wahl von Kemmerich sei „unverzeihlich“. Es sei „ein schlechter Tag für die Demokratie“ gewesen.
Demokratie ist für Merkel also, wenn „falsch“ gewählt wird. Jaja, die Partei hat immer Recht.
Wernigerode
Sachsen-Anhalt: AfD will Ex-Stasi-Offizier in den Landtag schicken
In Sachsen-Anhalt will die AfD mit Frank-Ronald Bischoff einen ehemaligen Stasi-Offizier in den Landtag schicken. Der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur nennt die Kandidatur „schwer erträglich“ und fordert Bischoff deshalb zum Verzicht auf.
https://apollo-news.net/sachsen-anhalt-afd-will-ex-stasi-offizier-in-den-landtag-schicken/
Instagram-Beitrag
„Ihr wollt gegängelt und getreten werden“: Florian Schroeder attestiert Ostdeutschen Diktatursehnsucht
Der Kabarettist Florian Schroeder wirft Teilen Ostdeutschlands widersprüchliche Vorstellungen von Staat und Demokratie vor und attestiert „Jammer-Ossis“ eine latente Diktaturneigung. Sie wollten „gegängelt und getreten werden“, behauptet Schroeder.
https://apollo-news.net/ihr-wollt-gegngelt-und-getreten-werden-florian-schroeder-attestiert-ostdeutschen-diktatursehnsucht/
Ein Blick auf die „Herrschaftsstrukturen“ hilft sofort: der Nicht-Augstein-Sohn als Besitzer, eine Doppelspitze aus London-School-of-Economcis-Absolvent vom Süddeutschen Beobachter und einer Linksaktivistin, der sogar eine G20-Akkreditierung auf Grund ihres „Vorlebens“ verweigert wurde? Was soll man da sonst erwarten? Eher ein Giangiacomo Feltrinelli Remake?
ZITAT: „Wenn fast die Hälfte eines Landes politisch anders entscheidet, kann die Antwort nicht dauerhaft darin bestehen, immer ausgefeilter zu untersuchen, was mit diesen Menschen nicht stimmt. Irgendwann muss man erwägen, dass sie möglicherweise etwas sagen – über Migration, Energiepolitik, kulturelle Entfremdung oder den Staat. Vielleicht Dinge, die falsch oder übertrieben sind. Aber Bürger sind keine Symptome.“
Irgendwann stolpert man auch über den Gedanken, dass ja womöglich mit einem selbst etwas nicht stimmt.
ZITAT: „Eine demokratische Gesellschaft sollte aus dieser Geschichte nicht die hysterische Lehre ziehen, jeder journalistische Milieuaufruf sei gleich Stasi. Sie sollte eine anspruchsvollere Lehre ziehen: …“
Die Lehre nämlich, dass bei der nächsten Bücherverbrennung sämtliche existierenden Ausgaben des Freitag ganz nach oben gehören. 🙂
Eine (diesmal leicht verschleierte) Aufforderung zur Denunziation
Letzte WOche habe ich mir eine kleine Diskussion zwischen Nikolaus Blome und S.Wagenknecht im TV angeschaut und war wieder komplett perplex,was für Unsinn dort der Blome verbreitet hat.
Der Blome hat doch tatsächlich gegenüber Wagenknecht behauptet, dass die Merz-Regierung überhaupt keine Lügen verbreiten würde, sondern nur in vielen Themen einfach eine ganz andere Meinung hätte als die Wagenknecht oder die AFD. Die AFD dagegen sei angeblich zu 100% rechtsextrem und verbreite sehr viele rassistische und rechtsextrem Propaganda und Lügen, behauptete er in dieser Diskussion.
Mich erinnert das ein klein wenig an eine Diskussion mit einem Bekannten von mir vor 2 Jahren über Corona und Lauterbach.
Der Bekannte von mir hat sich 4 mal gegen Corona impfen lassen und behauptete in einer Diskussion, dass Lauterbach nie gelogen hätte, er hätte nur in vielen medizinischen Fragen eine andere Meinung und neige manchmal zu „Übertreibungen“. Angeblich hätte der Corona-Karl seiner Meinung nach, nie in Corona-Diskussionen gelogen, behauptete mein Bekannter.
Aber selbst das stimmt ja gar nicht, denn Corona-Karl hatte zum Beispiel mal im TV öffentlich behauptet, dass die Corona-Impfung zu 100% nebenwirkungsfrei sein sollen. Und das ist nun einmal keine „Überteibung“, sondern zu 100% eine Lüge. Denn es war auch schon zum damaligen Zeitpunkt zu 100% überall auf der Welt bekannt gewesen, auch unter echten Medizinern, dass die Corona-Impfungen sehr wohl sehr viele Nebenwirkungen haben.
Ich bin von den alternativen Medien enttäuscht und nicht darüber dass alle alternativen Medien den ÖR Rundfunk komplett abschaffen wollen, sondern darüber , dass sehr selten in den alternativen Medien darüber berichtet wird, dass auch die unabhängigen privaten Mainstream Medien sehr viele Lügen und Propaganda verbreiten. Dazu zählen auch die BILD, WELT und teilweise auch der N-TV!
Auch die Nachrichten beim TV-Sender RTL fallen in den letzten Jahren sehr negativ auf mit ihren teilweise extrem schwachsinnigen Lügen…
Der SPiegel ist mitleweile auf dem gleichen journalistischen Niveau wie die BILD-Zeitung…
In der Tat, das eigentlich Beunruhigende am “Freitag”-Aufruf ist seine scheinbare Harmlosigkeit – hinter der eine ungeheure Arroganz steckt. Rotrotgrün kann sich offenbar überhaupt nicht vorstellen, dass „Andersdenkende“ recht haben könnten. Deren Meinung wird als Fall für die Klapsmühle betrachtet – was für eine Beleidigung! Rätselhaft ist außerdem, dass die Umfrageergebnisse der AfD bei Rotrotgrün nicht zu Selbstzweifel führen. Wie können sie ignorieren, dass sie schon lange nicht mehr „mainstream“ sind – zumindest nicht im Osten ?
Vielleicht ist die Aufforderung des „Freitags“ an seine Leser, ihre Erfahrungen mit AfD-Wählern mitzuteilen, wirklich nur eine unüberlegte und wenig gefährliche Aktion, hinter der nicht nur kein Apparat, sondern auch kein Plan steht. Es könnte aber auch sein, dass der „Freitag“ einen Weg bahnt, der am Ende dazu führt, dass der VS , der BND, die Polizei und vermutlich noch weitere (eher „zivilgesellschaftliche“, also nicht-beamtete) Machthaber „unseredemokratie“ oder „dieliberaledemokratie“ mit den Mitteln verteidigen, die der VS und der BND jetzt erhalten sollen. Dazu gehört das Recht zum Ausschnüffeln auch privatester Angelegenheiten von Personen und Gruppen, die ihrerseits unerwünscht, aber legal vorgehen. Dazu gehört das Recht darauf, diesen „Rechtsabweichlern“/DDR-Sprech) oder „rechten Verschwörungsgläubigen“ (gesamtdeutsches Gegenwartssprech) verfälschte Nachrichten im Netz zukommen zu lassen, die angeblich von den Netzmedien stammen, die die „Gefährder der Demokratie“ konsumieren. Der VS und der BND sollen sogar das Recht erhalten, Kritikern gefälschte Belege für kriminelle Vergehen oder politisch extremistische, meist legale, aber sozial und damit existenziell ruinöse, Einstellungen in die privaten Smartphone-Programme oder, wenn es altmodischere „Belege“ sind (z.B. Wertgegenstände, die der VS unbeteiligten, ahnungslosen Dritten gestohlen hat), in die Kommoden und Schreibtischschubladen zu stecken, um anhand dieser „Belege“ oder „gefundenen“ Gegenstände die „Feinde“ gerichtlichund/ oder sozial schwer bestrafen zu lassen. Diese Entwicklung hat gerade erst angefangen, sie ist noch nicht keineswegs sicher einschätzbar. Aber welche Befürchtung der Energiewende-, Migrations- und Pandemie-Kritiker hat sich nicht wenigstens teilweise als berechtigt herausgestellt? Irgendwie fällt mir da keine ein.