
Lehrer sollen sich gegen “Fake News” fortbilden – fordert der Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD). Eigentlich gemeint sind hier natürlich keine echten Desinformationen, sondern es geht um Kampf gegen Informationen, die staatlich-medialen Narrativen widersprechen. Das ist skandalös. Es ist ein groteskes Schauspiel, wenn eine Berufsgruppe mit solcher Inbrunst ihren eigenen Untergang heraufbeschwört. Die Geschichtswissenschaft, einst Hort kritischer Reflexion und unbestechlicher Analyse, verwandelt sich in einen willfährigen Handlanger politisch-medialer Machtlogik. Der VHD hat sich mit seiner jüngsten Offensive gegen „Desinformation“ endgültig in die vorderste Linie ideologischer Umerziehung begeben. Unter dem Banner der „Demokratieresilienz“ opfert er seine wissenschaftliche Integrität auf dem Altar eines neuen Wahrheitsmonopols. Aus Chronisten werden Kombattanten, aus Forschern Gesinnungspädagogen, aus der Geschichte ein Werkzeugkasten für Meinungskorridore. Wer dreht sich jetzt alles im Grabe um? Nobelpreisträger Theodor Mommsen? Leopold von Ranke, Johannes Gustav Droysen, Heinrich von Treitschke, Ernst Nolte, Golo Mann, Fritz Fischer, Joachim Fest…? Soll reichen. Vorbei die Zeiten, da “Geschichte als Teilhabe am göttlichen Wissen” galt (von Ranke). Heute dagegen formiert sich eine seltsame Koalition am Horizont: Historiker, Politologen, Medienpädagogen und Didaktiker schließen sich mit Exekutivkräften zusammen, die dem freien Wort mit Misstrauen begegnen.
Ausgerechnet die Disziplin, deren Kerngeschäft die Vermessung der Vielschichtigkeit der Vergangenheit war, beansprucht im aktuellen “VHD-Journal”, Ausgabe Nr. 11 unter dem Titel „Faktizität und Geschichtswissenschaft“, das Monopol auf Wahrheit in der Gegenwart zu verwalten. Der VHD verkündet mit missionarischem Eifer: „Desinformation gefährdet die Demokratie.“ Es sei an der Zeit, Lehrkräfte zu „schulen“, um gegen „Verschwörungserzählungen“ und „Fake News“ vorzugehen. Doch hinter diesem vermeintlich wissenschaftlichen Ethos lauert ein reflexhaftes Mitmarschieren im Takt staatlich orchestrierter Narrative. Der Historiker als Aufklärer weicht dem Historiker als Zensor. Die Wortwahl verrät das Ziel: „Schulen“, „fortbilden“, „Resilienz entwickeln“ – der Bürger wird nicht als mündiger Akteur ernst genommen, sondern als potenziell infizierbares Subjekt, das es zu immunisieren gilt. Die Krankheit ist das Abweichende, das Unerlaubte, das Falsche. Die Therapie? Betreutes Denken. Was einst eine offene Auseinandersetzung war – die pluralistische Debatte um Deutungen, Ursachen, Fakten und Perspektiven –, wird durch ein Wahrheitsregime ersetzt, das seine Alternativlosigkeit zur Tugend erklärt. Die Geschichtswissenschaft, die sich einst als kritische Instanz verstand, begibt sich unter Kuratel. Der Geschichtsunterricht wird zum ideologischen Reinigungsbad.
Ideologische Säuberungen im Klassenzimmer
Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind in deutschen Schulen längst spürbar. Im Politiklehrbuch „Blickpunkt Politik“ des C. C. Buchner Verlags wurde der Themenkomplex Linksextremismus in einer neuen Auflage vollständig getilgt. Irgendeine Begründung? Fehlanzeige. Stattdessen eine stille Revision, ein Löschvorgang mit Schutzhandschuhen. Man will nicht, dass Schüler erfahren, dass linke Gewalt nicht nur existiert, sondern statistisch regelmäßig die rechte übertrifft. Solche Tatsachen stören die narrative Hygiene. Während der Rechtsextremismus als ewiger Schatten über dem Klassenraum kreist, bleibt für die Realität linker Gewaltakte kein Platz. Die AfD-Fraktion Baden-Württemberg hat diesen Skandal öffentlich angeprangert. Das Buch betont, dass Rechtsextremismus “Hassrede” fördert, ohne zu erwähnen, dass “Hassrede” kein juristischer Begriff ist, wie der Stuttgarter AfD-Landtagsabgeordnete und Bildungspolitiker Hans-Peter Hörner moniert: “Ein solches Buch fördert die Verbildung im Sinne subkutaner Politisierung, bei der bewusst die politische Unaufgeklärtheit der Schüler missbraucht und vereinseitigt wird. Das widerspricht dem Beutelsbacher Konsens.“
Der Historikerverband schweigt. Wer in der Gegenwart derart willfährig die Wissenschaft verrät, hat im Umgang mit der Vergangenheit keine moralische Deutungshoheit mehr zu beanspruchen. Noch absurder wird es im Biologieunterricht. Der Stuttgarter Westermann Verlag, einer der führenden Schulbuchanbieter, verbreitete in „bioskop SII – Allgemeine Ausgabe“ glatte Desinformation – reale Fake News also – zur Corona-Impfung, etwa zum Fremdschutz. „Obwohl so nie untersucht, war gerade die Behauptung des Fremdschutzes die Grundlage einer beispiellosen Perversion und autoritären Entgleisung: Zusammen mit dem Märchen von der Herdenimmunität sollte die gesamte Bevölkerung an die Nadel, und wer sich weigerte, durfte nicht ins Restaurant und hatte Reiseverbot – das nannte sich 2G“, erregte sich der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Dr. Rainer Balzer, in Richtung des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL), das für die Schulbuch-Zulassung zuständig ist. Beide Fälle, Buchner und Westermann, wurden jedoch von Presse und Kultusbürokratie gleichermaßen ignoriert. Wer die falschen Alarmzeichen setzt, gilt als Teil des Problems.
Klassische Literatur verschwindet aus dem Kanon
Die kulturelle Selbstverstümmelung geht tiefer. Parallel zur Einführung solcher Euphemismen und Unwahrheiten wird die klassische Literatur aus dem Kanon verdrängt. Wolfgang Koeppens „Tauben im Gras“, ein sprachgewaltiger und gesellschaftsanalytischer Roman der frühen Bundesrepublik, verschwindet im Südwesten zusehends aus den Curricula. Der Text ist zu sperrig, zu ambivalent, zu wenig geeignet, klare Gut-Böse-Schemata zu bedienen. Und vor allem ist er – na was wohl – rassistisch: “Das ‚N-Wort‘ in dem 1951 erschienen Roman ist kein ‚Ausdruck von Unterdrückung und Entmenschlichung‘, der sie ‚direkt‘ beträfe, sondern schlicht zeitgebunden”, ärgert sich Balzer über die Petition einer schwarzen Lehrerin. “Die Weigerung, den Roman zu behandeln, ist ein Musterbeispiel für die Irrwege einer subjektiv überhöhten Identitätspolitik. Aber individuelle Empfindsamkeit darf kein Maßstab für einen landesweiten Unterrichtsgegenstand sein. Schule ist Lebensstätte, kein ‚sicherer und rassismusfreier Ort für alle‘.”
Balzer weiß: „Marcel Reich-Ranicki hat das Werk in seinen 20 Bände umfassenden Kanon deutschsprachiger Romane aufgenommen.” Er verweist darauf, dass Günter Grass und Peter Rühmkorf einst die Koeppen-Stiftung in Greifswald gründeten, wo seit 25 Jahren der Koeppen-Preis verliehen wird. “Der als linksli-beral geltende Autor ist unter anderem Bundesverdienstkreuz- und Büchner-Preisträger. All das ficht eine Lehrerin nicht an, die gar zugibt, das Buch erst nach ihrem Studium gelesen zu haben – und trotzdem die vielfache Nennung des Begriffs ‚Neger‘ als ‚brutalen Angriff auf ihre Menschenwürde‘ ansieht. Das ist der Triumph individueller Empfindsamkeit über die jahrzehntelange Sozialität tradierter Nationalliteratur.”
Recht auf Desinformation
Statt Koeppen, aber auch Andersch, Walser oder Bachmann liest man heute Broschüren über „kulturelle Vielfalt“, „Antirassismus“ oder „nachhaltige Zukunftsperspektiven“ völlig unbekannter Schreiberlinge – etwa in der kinderliterarischen Zumutung “Die Landtagskrokodile” in Stuttgart, eine Auftragsproduktion von Landtagspräsidentin Muhterem Aras, in der – eingebettet in eine kinderorientierte Kriminalhandlung – die treudoofe Befolgung grüner Umweltpolitik mit Bonbons belohnt wird. Was nicht affirmativ in die moralische Fortschrittserzählung passt, wird entsorgt. Der literarische Kanon wird zum Schauplatz einer ideologischen Säuberung. Dies geschieht im Namen der besagten „Demokratieresilienz“, einem neologistischen Kampfbegriff, der vorgibt, die liberale Ordnung gegen ihre Feinde zu verteidigen und dabei selbst zunehmend in totalitäre Reflexe kippt. Die „Fortbildung“ gegen angebliche Fake News dient weniger der Bildung als der Disziplinierung. Wer sich nicht einfügt und nicht einordnen lässt, wer nicht alles von ihm Verlangte nachbetet, wird markiert und stigmatisiert. Der Schüler, der sich gegen das Gendern sträubt, gilt nicht als diskussionswürdiger Akteur, sondern bietet Anlass zum pädagogischen Vermerk und wird zum schulinternen Verdachtsfall. Der Lehrer, der Zweifel an der Klimadogmatik äußert, riskiert Reputationsverlust oder gar dienstrechtliche Maßnahmen. Und der Historiker, der nicht mitmacht, wird ausgegrenzt, ausgebootet, ausgeschwiegen.
Für ein „Recht auf Desinformation” plädierte im Mai vehement Jakob Schirrmacher im “Cicero”: “Die Geschichte der Wissenschaften ist eine Geschichte revidierter Irrtümer. Was heute als ‘Desinformation’ geächtet wird, war gestern Hypothese und ist morgen vielleicht Konsens.” Er warnt vor einem institutionellen Dispositiv, das den offenen Streit um Wahrheit durch regierungsamtliche Festsetzungen ersetzt: “Die Wahrheit wird nicht mehr gesucht, sondern zugewiesen – von Aufsichtsbehörden, Plattformbetreibern, NGO-Konsortien und halbstaatlichen Faktencheckern. Das ist nicht Aufklärung, sondern Verwaltungslogik.” Michel Foucault hätte diesen Mechanismus als “Dispositiv der wahrheitsförmigen Macht” bezeichnet – eine Konfiguration aus Institutionen, Diskursen und Techniken, die nicht Wahrheit selbst herstellen, sondern deren gesellschaftlich akzeptierte Form. Statt den Diskurs zu öffnen, wird er moralisch kodiert. Statt Differenz zuzulassen, wird sie pathologisiert. Die Wahrheit wird nicht mehr verhandelt, sondern als öffentliches Hygieneziel verfolgt – mit den Instrumenten der Quarantäne und vorsorglichen Erregung.
Ein Erziehungskomplex mit quasireligiösem Impetus
Was hier entsteht, ist ein Erziehungskomplex mit quasi-religiösem Impetus. Die Wahrheit wird nicht gefunden, sondern verkündet. Wer ihr widerspricht, begeht einen Sakrileg. Der Diskurs degeneriert zur Litanei. Historiker, die sich an der Konstruktion solcher Systeme beteiligen, verleugnen nicht nur ihr eigenes Berufsverständnis, sondern sägen an den Grundpfeilern wissenschaftlicher Integrität. Doch Geschichte ist kein Reservoir zur Legitimation aktueller Politik. Sie ist ein offenes Archiv, kein Werkzeugkasten für Meinungskorridore. Wer den Anspruch erhebt, „richtige“ Geschichtsbilder zu vermitteln, betreibt keine Forschung, sondern Framing. Die Ironie ist offenkundig: Ausgerechnet jene, die sich als Vorkämpfer gegen „Desinformation“ inszenieren, verschweigen die Manipulationen des eigenen Lagers. Wenn Lehrbücher biologische Fakten durch Gendersprech ersetzen, wenn politisch motivierte Redaktionen zentrale Gewaltereignisse ausblenden, wenn Literatur durch Aktivismus ersetzt wird, dann sind es nicht „rechte Verschwörungserzählungen“, die das Bildungswesen deformieren, sondern linksideologische Dogmen. Der Historiker, der hierzu schweigt, macht sich zum Komplizen.
Michel Foucault hätte diesen Mechanismus als eine Konfiguration aus Institutionen, Diskursen und Techniken durchschaut, die nicht Wahrheit selbst herstellen, sondern deren gesellschaftlich akzeptierte Form: Statt Diskurs zu öffnen, wird er moralisch kodiert. Statt Differenz zuzulassen, wird sie pathologisiert. “Die Wahrheit wird nicht mehr verhandelt, sondern als öffentliches Hygieneziel verfolgt – mit den Instrumen-ten der Quarantäne und vorsorglichen Erregung”, meint Schirrmacher. Die Rhetorik der „Desinformation“ operiert dabei mit medizinischen und ökologischen Metaphern: Die Rede ist von toxischen Inhalten, kognitiver Verschmutzung, Infodemie, mentaler Ansteckung. Der Diskurs wird virologisch, seine Gegenmaßnahmen folgen einer Logik der Seu-chenbekämpfung: isolieren, löschen, sperren. Was im digitalen Körper als infektiös gilt, wird entfernt – nicht widerlegt. Die Wahrheit wird zur Immunabwehr, der Irrtum zur Bedrohung. “Ein demokratischer Diskurs, der dem Irrtum nicht standhält, ist aber kein Raum der Vernunft mehr, sondern ein steriler Panikraum”, befindet Schirrmacher richtigerweise. Die “Anti-Fake-News”-Initiative des VHD ist kein Beitrag zur Stärkung demokratischer Diskurse, sondern ein weiteres Glied in der Kette staatlich orchestrierter Wahrheitsverwaltung. Sie reiht sich ein in Programme der EU-Kommission zur „Desinformationsbekämpfung“, in Förderprojekte gegen „digitale Radikalisierung“, in Netzwerkdurchsetzungsgesetze, die Plattformen zur Selbstzensur zwingen. Und sie fügt sich gehorsam ein in die Logik der neuen Bundesregierung, die mit ihrem Koalitionsvertrag die “Bekämpfung von Desinformation” direkt adressiert hat. Diese Passage hatte unter dem Stichwort „Lügenverbot“ eine heftige gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Die Wissenschaft wird zum Vorfeld der Exekutive; sie ist nicht mehr korrigierende Instanz, sondern affirmative Bestätigungsabteilung.
Der Totalausfall des historischen Denkens
Ein Historiker, der sich auf diese Rolle einlässt, hat das Historische bereits hinter sich gelassen. Geschichte ist per se ambivalent, voller Brüche, Widersprüche, Abgründe. Sie lässt sich nicht zu einem Narrativ verformen, das der herrschenden Ideologie dienlich ist, ohne ihre Integrität zu verlieren. Der Versuch, sie politisch zu normieren, ist ein Anschlag auf ihre Substanz. Er verwandelt das Archiv in ein Tribunal, den Forscher in einen Priester. So wird verständlich, warum in öffentlichen Debatten immer seltener Historiker zu Wort kommen, die dem hegemonialen Diskurs widersprechen. Wer auf das historische Scheitern der Einwanderungspolitik hinweist, wer Parallelen zwischen heutigen Machttechniken und früheren Propagandamodellen aufzeigt, wer das Gewaltpotenzial linker Bewegungen historisch kontextualisiert, gilt als suspekt. Die Gleichschaltung beginnt nicht erst mit dem Verbot, sondern mit der Etikettierung. Wer „falsche“ Fragen stellt, wird nicht mehr widerlegt, sondern diskreditiert. Prominente Historiker wie Herfried Münkler, Jörg Baberowski, Andreas Rödder oder Michael Wolffsohn, die sich teils kritisch zur Flüchtlingspolitik oder zu ideologischen Trends äußern, werden inzwischen systematisch als rechtsradikal diffamiert.
Münkler, bekannt für seine Analysen zur imperialen Machtpolitik, und Baberowski, Spezialist für stalinistische Gewalt, wurden etwa an der Humboldt-Universität zur Zielscheibe studentischer Kampagnen, die sie als “Militaristen” oder gar Nazi-Apologeten brandmarkten. Rödder, Mitinitiator des „Netzwerks Wissenschaftsfreiheit“, beklagt eine „Cancel Culture“, die abweichende Meinungen moralisch sanktioniert, während Wolffsohn, der sich mit jüdischer Geschichte und Nahostkonflikten beschäftigt, regelmäßig wegen seiner pointierten Thesen zur deutschen Erinnerungskultur angegriffen wird. Ihre Forderungen nach offener Debatte und wissenschaftlicher Freiheit stoßen auf eine Mauer aus ideologischer Intoleranz, die abweichende Stimmen als Bedrohung wahrnimmt. Die VHD-Initiative gegen „Desinformation“ geht noch weiter: Sie beklagt eine „Vielzahl an Desinformationen, die durch digitale Plattformen, soziale Medien und KI-generierte Inhalte verbreitet werden“ – als sei das, was Bürger in einem offenen Internet äußern, per se ein Problem. Nicht das staatlich alimentierte Narrativ gerät unter Verdacht, sondern der Bürger, der widerspricht. Der Verband bietet – flankiert von Pädagogik- und Sozialwissenschaftlern – eine Fortbildungsreihe als „Schutzschild gegen Verschwörungserzählungen“ an. Doch dieser Schutzschild besteht aus vorauseilendem Gehorsam gegenüber der medial-politischen Deutungshoheit.
Die gefährlichste “Fake News” von allen: Alternativlosigkeit
„Wer die Geschichte kontrolliert, kontrolliert die Zukunft“, wusste Orwell. Doch mehr noch: Wer den Zugang zur Geschichte kontrolliert, entscheidet über den Legitimationsvorrat einer Gesellschaft. Indem Historiker in den aktiven Kampf gegen sogenannte Falschinformationen eingreifen, vollziehen sie einen Rollentausch: Statt kritische Distanz zu pflegen, verschanzen sie sich in der Pose des Gatekeepers. Die Geschichtswissenschaft, die sich einst gegen ideologi-schen Totalitarismus immunisieren wollte, wird selbst zum Instrument eines neuen “Totalitarismus light” – eines digital-bürokratischen Komplexes, der nicht verbrennt, sondern „einschätzt“, nicht verbietet, sondern „kontextualisiert“, nicht zensiert, sondern „moduliert“. Alles mit dem Beiklang der guten Absicht. Es ist die moralische Abrüstung der Aufklärung.
Die gefährlichste Fake-News unserer Zeit ist die Behauptung, es gäbe keine Alternativen. Diese Lüge durchzieht alle gesellschaftlichen Großdebatten: Corona, Klima, Migration, EU-Zentralismus: Stets wird das Alternativlose beschworen.
Es ist ein demokratisch getarnter Totalitarismus, der jede Wahlmöglichkeit ausschließt. Indem Historiker diese Alternativlosigkeit stützen, machen sie sich zu Agenten eines neuen Dogmas. Sie verlassen den Bereich der offenen Diskussion und betreten das Feld der sakralen Verkündung. Wer widerspricht, wird ausgeschlossen – nicht nur aus der Debatte, sondern aus der Gesellschaft. „Cancel Culture“ ist keine Modeerscheinung, sondern die logische Folge eines Wahrheitsmonopols, das sich als Aufklärung tarnt.
Die eigentliche Aufgabe historischer Forschung besteht darin, Spannungen zu benennen, Brüche offenzulegen, Widersprüche auszuhalten – nicht darin, das jeweils herrschende Narrativ zu stabilisieren. Wer die Vergangenheit mit der moralischen Trennschärfe der Gegenwart analysiert, verliert nicht nur den Gegenstand, sondern auch seine Glaubwürdigkeit. Aber Geschichte ist kein Ornament, das man sich passend um den politischen Hals legt, sondern ein unbequemes Korrektiv. Sie lehrt, dass jede Epoche ihre Irrtümer mit moralischer Inbrunst verteidigte – bis sie von späteren Generationen als Hybris entlarvt wurden. Der Historiker, der das vergisst, wird zum Agenten des Vergessens.
Ausweg aus der Selbstverzwergung
Ein Ausweg aus diesem Abgrund erfordert eine radikale Rückbesinnung. Die Geschichtswissenschaft muss sich aus den Fängen politischer Instrumentalisierung befreien, indem sie ihre Autonomie gegenüber staatlichen Gremien und ideologischen Agenden entschieden verteidigt. Wer zugleich in politischen Apparaten mitwirkt und Forschung betreibt, untergräbt die Unabhängigkeit der Erkenntnis und macht sich zum Lakaien der Macht. Gleichzeitig braucht das Klassenzimmer eine Wiederbelebung des streitbaren Diskurses: Schüler verdienen keine geschützten Räume, die sie vor Widersprüchen abschirmen, sondern eine intellektuelle Konfrontation, die sie zur eigenen Urteilsbildung ermutigt. Lehrer dürfen nicht zu Blockwarten der Haltungslehre verkommen, sondern sie müssen den Klassenraum als Arena offener Auseinandersetzung gestalten. Schließlich muss die historische Urteilskraft repolitisiert werden – nicht durch moralisierende Vorgaben, sondern durch eine Rückkehr zur differenzierenden Analyse. Der Historiker soll nicht indoktrinieren, sondern herausfordern; nicht urteilen, sondern die Widersprüche der Geschichte freilegen. Nur so kann die Geschichte wieder zum Stachel im Fleisch des Offiziellen werden, statt zum Ornament der Macht zu verkümmern.

Am Ende steht der Totalausfall des historischen Denkens. Wenn alles, was nicht in das offizielle Schema passt, als „Fake“ gebrandmarkt wird, bleibt nur ein ideologisches Skelett. Der Historiker von heute begnügt sich mit der Rolle des Hilfsbeamten im Meinungskorridor – und glaubt dabei noch, auf der Seite der Vernunft zu stehen. Doch die Wahrheit ist: Er steht am Rand eines Abgrunds, den er selbst mit ausgehoben hat. Die historische Literatur, die einst gesellschaftliche Selbstvergewisserung stiftete, wird zur Randnotiz. Die Schule, die emanzipieren sollte, wird zur ideologischen Fabrik. Und das Denken, das einst der Freiheit diente, wird zum Werkzeug ihrer Begrenzung. Es ist die große Verdrängung unserer Zeit – und die Geschichtswissenschaft marschiert an vorderster Front.
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8 Antworten
Genug Kohle ist noch zum verheizen da und werden halt Direktoren und Lehrer beglückt als letztes Aufgebot für die Regenbogenreligion damit paar Vasallen als letztes Aufgebot knien vor dem totalen Opfergang zu Hades. Mit bissl Volksvergiftungspropaganda von Neo-Linken-Priestern lässt sich manch Sklavenschaf kaufen mit der Hoffnung auf alles wird gut doch dieses Szenario was wir jetzt auf dem Teller haben auf unserem alten Kontinent ist der Abgang wie bei den Dinos. Kein Auto, Fernseher, Kredit und Ratenzahlung für Unterhaltung sowie Sinnlos-Konsumvergnügen retten den Planeten. Es wird als einzige unerwartete Belohnung ein Dampfpilz sein. mfg
Geistige Vergewaltigung auf subtile Art.
Und wieder springen die gehirngewaschenen Bumsbürger bereitwillig auf diesen Zug auf. Abweichende Meinungen und Kritik sind offenbar eine Gefahr für „unsere Demokratie“.
Bin gespannt, wie lange dieses bescheuerte Theater noch dauert, bis „Hau! – Stech! – Kreisch! – Peng!“ Dann murksen sich die bekloppten Bumsbürger gegenseitig ab wegen „falscher Gedanken“.
So sind sie, die Deutschen. Brauchen ein Feindbild, wogegen sie sein können. Das stiftet ihnen Identität.
Links sein wird somit zur einzig verbindlichen Weltanschauung für alle. Wer sich diesem Dogma nicht beugen will, kann immerhin noch zum Islam konvertieren.
Prost! Mahlzeit!
😂
@Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD)
der ist gut – in meinen Augen als Pack aus Dunkeldeutschland eher ein Verband der Lügner und Betrüger, den Journalisten gleich !
Und zu denen erklärte der frühere Chef vom Dienst der New York Times, John Swinton :
Es ist das Geschäft des Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, dreist zu lügen, die Dinge zu verdrehen, zu verleumden, zu Füßen des Mammons zu kriechen und das Land und seine Rasse zu verkaufen – um sein tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß es. Wäre es nicht eine Narretei, auf eine unabhängige Presse zu trinken? Wir sind Werkzeuge und Vasallen der Reichen hinter der Bühne. Wir sind hüpfende Stiefelknechte, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Chancen und unser Leben sind alles das Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte, Huren. Nicht mehr
Und gleiches gilt für die oben genannten – immer das Interesse der globalen Feudalisten im Auge – Wahrheit und Ehrbarkeit sind für sie Fremdworte.
Wie heißt es so schön : die Sieger schreiben die Geschichte, und die Verlierer begehen Kriegsverbrechen !
„Ozeanien war schon immer im Krieg mit…“ ‼️
Nun, es ist bekannt, dass die Allierten den 2. Weltkrieg nach ihren Vorstellungen verfasst haben u. die ULTRA-POLIKER sich bei der Gründung der „Bundesregierung“ mehrmals verpflichteten, dies auch so anzuerkennen.
Insbesondere meine Eltern, die 1952 als Deutsche im ehemaligen Jugoslawien heimatvertrieben wurden u. viele andere Deutsche im Balkan-Land auch, konnten nur noch angewidert den Kopf über soviel „Allierten“ Fake News
schütteln u. wer von den balkanischen Zuwanderer auch noch glaubt einen „deutschen Schäferhund“ nachweisen
zu können, erhält selbstverständlich „Rente“ in der Höhe – für die meine Eltern über 40 Jahre im „deutschen“ Land
gearbeitet u. Sozial-Beiträge zahlten u. der Trend zweierlei Maßes geht unbeirrt weiter: Für Asylanten-Flüchtlinge-
eingeflogene Schwerstverbrechter etc. das „BESTE“ (Asyl-Industrie „Bonzen“erwirtschaften veruntreute, gestohlene
u. auf Pump – mehr oder weniger ergaunerte Gelder – von denen so mancher Konzern nur träumen kann!) u. für
die deutschen Steuerzahler nur die „RESTE“!!!!!!!
Analysen hin und her. Die Messen für die Zerlegung Deutschlands einschl. der EU sind gelesen. Hinsetzen, Beine hoch und zuschauen und beten, damit das Schlimmste einen nicht direkt trifft. Die Geschichte wird sowieso immer von den Siegern geschrieben und es muß immer Alles klar aber nicht wahr sein. Aus langer Weile wird ja das Papier nicht dämonisiert, denn das Digitale lässt sich im Sekundentakt anpassen ohne Kontrollmöglichkeit für die Unwissenden. Und zum Abschluß – Bildung ist eben einen Hol- und keine Bringepflicht. Für die im Käfig sitzenden ist es dann zu spät.
Quatsch mit Soße. Es gibt keinen TOTALITARISMUS in einer Light-Version. TOTAL unmöglich.
„Und sie dreht sich doch!“
Die erzwungene „Wahrheit“ ändert sich mit der Zeit.